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Balkonkraftwerk: Lohnen sich Mini PV-Anlagen?

Aktualisiert am:
25.1.2024
Lesezeit:
7
Minuten
Balkonkraftwerke in 2023: Das Wichtigste in Kürze
  • Balkonkraftwerke („Mini PV-Anlagen”) sind ausschließlich für die Stromversorgung des privaten Haushalts bestimmt.
  • Die Einspeisung von Strom ist im Gegensatz zu großen PV-Anlagen deutlich komplizierter und unvorteilhafter
  • Mini PV-Anlagen können am Balkonen und an Hauswänden angebracht, oder auf Garagen- und Schuppendächern wie auch im Garten aufgestellt werden
  • Sie erbringen je nach Leistung und Umgebungsbedingungen circa 100 bis 600 Wp
  • Mit dem “Solarpaket 1” sollen ab 2024 Balkonkraftwerke dank neuen Regelungen attraktiver gemacht werden
  • In der Regel müssen Sie zwischen 300 und 1.000 Euro für den Kauf einplanen
  • Sich vom Stromnetz unabhängig machen und seinen Gesamtverbrauch bedienen funktioniert nur mit großen, "normalen" Solaranlagen

Enpal bietet „normale” Solaranlagen im flexiblen Miet- oder Kaufmodell an. Das Besondere dabei: 0 € Anzahlung, 100% flexibel, kein Risiko. Sie zahlen erst, wenn Ihre PV-Anlage Strom produziert.

Foto eines Balkonkraftwerks, welches am Balkon angehängt ist.

Große Photovoltaikanlagen werden immer häufiger eingesetzt und haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Mittlerweile sind sie nicht mehr nur auf Freiflächen von Landwirtschaftsbetrieben zu finden, sondern immer beliebter wird auch die Installation auf privaten Hausdächern. Eine neuere Entwicklung sind Balkonkraftwerke, die der privaten Nutzung und autarken Versorgung des Hausstromnetzes mit Solarenergie dienen. In vielerlei Hinsicht sind Balkonkraftwerke den herkömmlichen Photovoltaikanlagen sehr ähnlich. Dennoch gibt es entscheidende Unterschiede.

Daher stellt sich die Frage: Lohnt sich der Kauf eines Balkonkraftwerk wirklich?

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Balkonkraftwerk?

Ein Balkonkraftwerk ist eine Mini Photovoltaikanlage. Sie funktionieren im Prinzip technisch gleich und erzeugen eigenen Strom, allerdings in deutlich kleinerem Umfang. Sie unterscheiden sich von den großen Anlagen in Punkten wie Montage, Ertrag und Leistung sowie der Einspeisung ins Hausnetz oder öffentliche Netz. 

Balkonkraftwerke werden als „Plug-In-Photovoltaikanlagen“ geliefert, können also einfach an die Steckdose angeschlossen werden. Daher auch die Bezeichnung “Stecker-Solaranlage” oder “Stecker-Solar”. Sie können nach der Lieferung selbstständig installiert werden und erzeugen sofort Strom. 

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Balkonkraftwerk Kosten

Die Anschaffungskosten für ein Balkonkraftwerk liegen in der Regel zwischen 400 und 1.200 Euro. Je nach Leistungsgröße, Qualität und Anzahl der Module bezahlen Sie mehr oder weniger. 

Falls Sie die Stecker-Solaranlagen nicht eigenständig installieren möchten, kommen eventuell noch Montagekosten hinzu, sofern diese nicht im Preis des Anbieters enthalten sind. Weitere Ausgaben kommen hinzu, wenn Sie den Strom ins öffentliche Netz einspeisen wollen: In diesem Fall müssen Sie ein Messgerät kaufen und eine jährlichen Gebühr an die Messstelle zahlen. Wenn Sie sich für ein Inselsystem entscheiden, müssen Sie die Kosten für einen Stromspeicher einplanen.

Ohne Balkonkraftwerk Balkonkraftwerk
Stromverbrauch pro Jahr 3.000 kWh 3.000 kWh
Leistung - 600 W
Kaufpreis - 1.000 €
Stromproduktion pro Jahr - 550 kWh
Eigenverbrauchsanteil - 68 %
Nutzbarer Strom - 374 kWh
Einspeiseanteil - 176 kWh
Erlöse aus Einspeisung - 0 €
Reststrombedarf 3.000 kWh 2.626 kWh
Reststromkosten 1.200 € 1.050,4 €
Kosten im Jahr (exkl. Anschaffungskosten) 1.200 € 1.050,4 €
Annahme: Strompreis 40 Cent pro kWh

Der Vergleich zeigt, dass man unter gegebenen Bedingungen mit einem Balkonkraftwerk knapp 150 € pro Jahr spart. Wenn Sie also in einer Mietwohnung leben und keine Möglichkeit haben, eine große Photovoltaikanlage zu installieren, ist ein Balkonkraftwerk ein guter Einstieg. Mit einer großen Photovoltaikanlage kann man sich hingegen fast vollständig selbst versorgen. Die Abhängigkeit vom Stromnetz wird dadurch auf ein Minimum reduziert - in Kombination mit einer Wärmepumpe fallen auch keine Gaskosten mehr an.

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Unterschiede zwischen Balkonkraftwerken und großen Photovoltaikanlagen

Vor der Anschaffung eines Balkonkraftwerks sollten Sie sich über die Unterschiede zwischen einem Balkonkraftwerk und einer “normalen” PV-Anlage im Klaren sein.

Balkonkraftwerke werden in erster Linie privat genutzt. Wer also vorhat, seine Anlage auf großen Freiflächen aufzustellen oder mit der Einspeisung von Strom Geld zu verdienen, sollte auf großen PV-Anlagen zurückgreifen. 

Die Wahl der Anlage entscheidet über Größe und Leistung und damit auch über den Ertrag: Während eine Aufdachanlage mit 10 kWp unter optimalen Bedingungen ca. 10.000 kWh pro Jahr produziert, sind es bei einer Balkonsolaranlage nur etwa 550 kWh jährlich. Ein Kühlschrank verbraucht allene 100 kWh, eine Gefriertruhe bis zu 300 kWh und eine Waschmaschine 200 kWh im Jahr. 

Die folgenden Tabelle listet weitere Unterschiede zwischen Balkonkraftwerken und “normalen” Photovoltaikanlagen auf. Die Unterschiede werden weiter unten im Artikel detailliert beschrieben.

Balkonkraftwerk Photovoltaikanlage
Nutzung privat privat und gewerblich
Installation selbstständig Installation mit Monteur empfohlen
Platzierung Balkon, Garten, Fassade, Schuppen- oder Garagendach Hausdach
Anmeldepflicht Beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister (ab 2024 ausschließlich beim Netzbetreiber) Beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister
Anschluss über die Haussteckdose über den Zählerschrank
Leistung bis zu 600 Watt
ab 2024 800 W
in der Regel etwa 4 kWp
bis zu 30 kWp
maximaler Ertrag aktuell ca. 550 kWh
ab 2024 ca. 750 kWh
bei 10 kWp etwa 10.000 kWh
Amortisation nach ca. 5 Jahren nach ca. 10-15 Jahren
Kosten (exkl. Extras wie Speicher, Wallbox etc.) 400 - 1.200 € 6.800 - 25.500 €
Einspeisung ins öffentl. Netz aktuell sehr unwirtschaftlich 8,2 Cent pro kWh; höhere Vergütung mit Direktvermarktung
Stromspeicher nicht unbedingt wirtschaftlich steigert Wirtschaftlichkeit
Förderungen regionale und staatliche Angebote regionale, bundesweite und staatliche Angebote

Hier Ihren persönlichen Ertrag mit einer Photovoltaikanlage berechnen:

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Balkonkraftwerke eignen sich besonders für Haushalte, die keine Möglichkeit haben, sich eine große Photovoltaikanlage anzuschaffen. Sie werden regional vereinzelt gefördert und als Betreiber können Sie jährlich bis zu 200 € Stromkosten einsparen. Sobald es um Stromspeicher oder die Einspeisevergütung geht, wird es allerdings etwas komplizierter: Oft lohnen sich die Modelle finanziell nicht, denn ein Stromspeicher verschiebt den Amortisationszeitpunkt weiter nach hinten und die Einspeisevergütung lohnt sich in den meisten Fällen nicht. Denn hier fallen noch die Kosten einer jährliche Messstellengebühr und der Anschaffung eines Messsystems an. Daher “verschenken” die Besitzer ihren produzierten Strom oft an die Netzbetreiber. 

Eine große Photovoltaikanlage hingegen produziert deutlich mehr Strom, so dass Sie fast ausschließlich davon leben können. Der restliche Strom kann gewinnbringend verkauft oder im Stromspeicher gehalten werden. Die Hürde der höheren Anschaffungskosten kann zudem durch ein Mietmodell oder Förderungsmöglichkeiten gesenkt werden. 

Solarenergie lohnt sich in jedem Fall, denn Sie sparen in jedem Fall Stromkosten und leisten einen Beitrag zur Energiewende. Die größten Einsparungen erzielt man mit einer großen Aufdach-Solaranlage, da diese einen deutlich höheren Stromertrag aufweisen, vor allem in Kombination mit einem Stromspeicher und einer Wallbox. Wer keinen Platz oder keine Möglichkeit für eine Aufdachanlage hat, ist aber auch mit einem Balkonkraftwerk gut bedient.

Balkonkraftwerk und Photovoltaikanlage werden gegenübergestellt. Ein Fragezeichen trennt die zwei Bilder.

Balkonkraftwerk Montage

Die Installation einer Mini PV-Anlage ist wesentlich einfacher als die einer PV-Aufdachanlage, da weniger Montagematerial benötigt wird und die Module oft kleiner und leichter sind. Dies ermöglicht eine eigenständige Installation. 

Wenn Sie die Installation durch einen Fachbetrieb bevorzugen oder Ihnen die Montage von Gerüst und Anlage zu riskant erscheint, können Sie jederzeit Fachpersonal hinzuziehen. Vor allem bei elektrotechnischen Arbeiten können Elektrofachkräfte helfen. Außerdem können Sie schon beim Kauf darauf achten, dass Sie bei einem Unternehmen kaufen, das die Montage anbietet.

Achtung:

Bei großen Photovoltaik-Aufdachanlagen sind gewisse Schritte der selbständigen Montage zwar erlaubt, aber nicht unbedingt ratsam. Dafür gibt es gute Gründe: Bei der Montage auf dem Dach besteht ein erhöhtes Unfallrisiko. Außerdem ist das Risiko von Schäden und Ertragsverlusten an Ihrer Anlage höher, wenn Sie die Anlage nicht fachgerecht montieren. Hinzu kommen die elektrischen Probleme - es besteht Stromschlag- und Brandgefahr.

Anbringungsmöglichkeiten

Balkonkraftwerke sind aufgrund ihrer Größe sehr platzsparend und an vielen Standorten einsetzbar. Bei der Standortwahl und Positionierung sind Sie daher deutlich freier als bei Aufdachanlagen. 

Eine der beliebtesten Möglichkeiten ist die Installation an dem Balkon - daher der Name Balkonkraftwerk. Sie hängen entweder flach als Photovoltaik Fassade oder werden mit Hilfe eines Gestells leicht geneigt, um einen optimalen Winkel zur Sonne zu erzielen. Balkonkraftwerke können aber auch auf Rasenflächen, Schuppen- und Garagendächern oder Terrassen aufgestellt werden. Für Wohnwagen und Wohnmobile können Mini PV-Anlagen als Inselsysteme dienen, wenn keine andere Stromquelle zugänglich ist. Auch hier werden häufig Montagevorrichtungen wie Gestelle und Gerüste verwendet, um die Module anzuwinkeln. 

Wie bei großen Anlagen sollten auch Balkonkraftwerke möglichst schattenfrei und wetterfest installiert werden. 

Wie bereits erwähnt, können Sie Balkonkraftwerke auch als Inselsystem nutzen. Das bedeutet, dass Sie Ihre Anlage nicht an das Hausstromnetz anschließen, sondern den erzeugten Strom in einem Stromspeicher, bzw. einer Solarbatterie, speichern. Auf diese Weise können Sie die Batterie mitnehmen und elektronische Geräte auch außerhalb des Hauses aufladen und nutzen. 

Wenn Sie eine Stecker-Solaranlagen zur Nulleinspeisung nutzen möchten, in dem also der Strom ausschließlich gespeichert oder ins eigene Hausnetz eingespeist wird, müssen Sie sich vorher bei Ihrem Netzbetreiber erkundigen. Nicht alle Netzbetreiber erlauben eine Nulleinspeisung.

Photovoltaikmodule flach an der Balkonseite angebracht.

Balkonkraftwerk anschließen

Infografik, wie ein Balkonkraftwerk angeschlossen wird. Kabel verbinden Balkonkraftwerke mit dem Wechselrichter, von dort geht der Strom direkt über einen Schuko-Stecker in die Steckdose.
Balkonkraftwerk Aufdach-Solaranlage
Selbstständige Installation Installation mit Monteur empfohlen
Anschluss über Steckdose Anschluss über Zählerschrank
Anschluss eines Stromspeichers meist nicht rentabel Anschluss eines Stromspeichers sehr rentabel

Während bei großen Aufdachanlagen der Anschluss an das öffentliche Stromnetz zwingend durch einen Elektroinstallateur erfolgen muss, können Sie dies bei Stecker-Solaranlagen selbst erledigen. Der Grund dafür ist, dass diese, wie der Name schon sagt, über die normale Steckdose im Haus (Schuko-Steckdose) ans Netz angeschlossen werden können. Aus Sicherheitsgründen ist es jedoch oft ratsam, eine spezielle Energiesteckdose (Wieland Stecker) zu verwenden. 

Beim Wieland Stecker liegen die Kontaktstifte des Steckers nicht frei, wodurch die Brandgefahr deutlich reduziert wird. Außerdem gilt die Schuko-Steckdose laut VDE als nicht normkonform. Dies ist aber keine gesetzliche Verpflichtung, sondern eine Empfehlung. 

Aber Vorsicht: Manchmal unterschreibt man mit der Anmeldung des Balkonkraftwerks beim Netzbetreiber den Anschluss über eine Wieland Steckdose.

Gut zu wissen: Die Verwendung von Schuko-Steckdosen soll jedoch mit dem Solarpaket 1 zugelassen werden. 

Achtung:

Mehrere Balkonkraftwerke sollten keinesfalls über einen Mehrfachverteiler angeschlossen werden. Dies wird zum Einen vom Netzbetreiber verboten, zum Anderen besteht erhöhte Brandgefahr durch Netzüberlastung.

Balkonkraftwerk maximale Leistung

Der Hauptunterschied zwischen Balkon- und Aufdachanlage liegt in der Leistung. Derzeit liegt die Bagatellgrenze für Balkon-Solaranlagen bei einer Gesamtleistung von 600 Watt. Pro Haushalt dürfen also nicht mehr als 600 Watt über den Wechselrichter ins Stromnetz eingespeist werden. Dies kann in Form einer Anlage mit 600 Watt oder zwei Anlagen mit je 300 Watt geschehen. Wer höhere Leistungen erzielen möchte, muss auf Aufdachanlagen zurückgreifen.

“Solarpaket 1” für einfachere Photovoltaik

In 2024 soll die Bagatellgrenze von Balkonkraftwerken auf 800 Watt erhöht werden. Dies wurde im Rahmen des Solarpaketes 1 am 16.08.23 beschlossen. Der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik e.V. (VDE) hatte sich Anfang 2023 in einem Positionspapier für diese Änderungen eingesetzt. Folgende Forderungen könnten 2024 in Kraft treten:

  • Anhebung der Leistungsgrenze von 600 auf 800 Watt am Wechselrichter
  • Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt: dies passiert automatisch mit der Anmeldung im Marktstammdatenregister
  • Die Anmeldung wird entbürokratisiert: Es sind weniger Angaben erforderlich
  • rückwärtslaufende Zähler sind vorübergehend erlaubt, bis ein Zweirichtungszähler installiert wird
  • Anschluss an das Hausnetz über Schuko-Stecker zulässig (die Norm wird derzeit vom VDE ausgearbeitet)
Zwei Balkonkraftwerke auf dem Boden aufgestellt.

Ertrag und Amortisation 

Wie viel Strom Sie mit einer Photovoltaikanlage erzeugen können und wie hoch die eingesparten Stromkosten sind, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem die Ausrichtung der Module, der Grad der Verschattung und die Wetterbedingungen. Es gibt jedoch Richtwerte, an denen man sich orientieren kann:

Bei Balkonkraftwerken kann man pro installiertem Watt mit einer Kilowattstunde Strom pro Jahr rechnen. Unter optimalen Bedingungen produziert eine Mini PV-Anlage mit 600 Watt also 600 kWh Strom im Jahr. Realistisch sind bei guter Ausrichtung aber eher 500 bis 550 kWh. 

Beim aktuellen Strompreis von 27 Cent/kWh (Stand: Januar 2024) sparen Sie bei einem Nutzungsgrad von 100% etwa 135 bis 150 Euro im Jahr. Wenn Sie Ihre Anlage für 1.000 Euro gekauft haben, hat sich das Balkonkraftwerk nach etwa sechs bis sieben Jahren amortisiert. Wenn Sie nur 60 % des Stroms nutzen und die restlichen 40 % ins öffentliche Netz einspeisen, reduziert sich die Stromersparnis auf ca. 85 Euro.

In der folgenden Tabelle wurden beispielhaft die eingesparten Stromkosten eines Balkonkraftwerks und einer großen PV-Anlage verwendet. Es wurde mit Stromkosten von 40 Cent pro Kilowattstunde gerechnet. 

600 Watt Balkonkraftwerk 800 Watt Balkonkraftwerk 10 kWp PV-Anlage
Ertrag optimale Bedingungen 550 kWh 750 kWh 9.700 kWh
Eigennutzung ohne Speicher 330 kWh (60 %) 412 kWh (55 %) 1.260 kWh (13 %)
gesparte Stromkosten 132 € 165 €
504 €
Eigennutzung mit Speicher 440 kWh (90 %, 1 kWh Speicher)* 600 kWh (80 %, 1 kWh Speicher)* 3.100 (32 %, 10 kWh Speicher)**
gesparte Stromkosten 176 € 240 €
1.240 €
* = bei einem Stromverbrauch von 2500 kWh im Jahr (Wohnung 2 Pers.), Grundlage htw Rechner
** = bei einem Stromverbrauch von 3500 kWh im Jahr (Haus 2 Pers.), Grundlage Enpal Ertragsrechner

Während sich Balkonkraftwerke nach ca. fünf Jahren amortisieren, liegt die Amortisationszeit bei großen Photovoltaikanlagen aufgrund der höheren Anschaffungskosten bei etwa 10 bis 15 Jahren. Sie ermöglichen aber im besten Fall eine vollständig autarke Stromversorgung. Den Autarkiegrad und den Eigenverbrauchsanteil einer großen Anlage können Sie mit dem Enpal Unabhängigkeitsrechner ermitteln.

Balkonkraftwerk Photovoltaikanlage
max. Leistung
  • aktuell 600 Watt
  • ab 2024 800 Watt
  • bis zu 30 kWp
  • für gewöhntlich installiert: 10 kWp
  • max. Ertrag
  • aktuell etwa 550 kWh
  • ab 2024 etwa 750 kWh
  • etwa 30.000 kWh
  • etwa 10.000 kWh
  • Amortisation nach ca. 5 Jahren nach ca. 10-15 Jahren

    Wie messe ich den Ertrag eines Balkonkraftwerks?

    Um die eigene Ersparnis zu berechnen, muss der eigene Stromertrag und der ins Netz eingespeiste Strom gemessen werden. Daraus ergibt sich folgende Rechnung: 

    Selbst genutzter Strom = gesamter Stromertrag - eingespeister Strom

    Um diese Werte zu ermitteln, benötigt man ein System, das die Stromeinspeisung verfolgt. Hierfür gibt es smarte Steckdosen mit Stromzählerfunktion, die den Ertrag über eine App anzeigen. Um die Anschaffung einer solchen Steckdose müssen Sie sich in der Regel selbst kümmern. Der Preis variiert je nach Modell (Schuko oder Wieland), Messfunktion (manuell oder per Funk) und ob die Messsteckdose wetterfest ist oder nicht. Je höher der Anschaffungspreis, desto länger dauert die Amortisation der Anlage. Außerdem verbrauchen Strommessgeräte selbst einen Teil des Stroms - ist dieser Eigenverbrauch besonders hoch, gehen weitere Ersparnisse verloren.

    Bei großen Photovoltaikanlagen ist ein solches Messsystem bereits integriert. Der Eigenverbrauch und der eingespeiste Strom können entweder über den Zählerstand des Einspeise- und Ertragszählers eingesehen oder über intelligente Software und eine App abgerufen werden. 

    Tipp:

    Den größtmöglichen Ertrag erzielen Sie in südlich oder nordöstlich gelegenen Bundesländern, diese haben die meisten Sonnenstunden. Außerdem sollte das Balkonkraftwerk, wie auch bei großen Anlagen, bestenfalls südlich ausgerichtet werden, um die meiste Sonnenenergie einzufangen. Eine Ost-West-Ausrichtung ist jedoch ebenso sinnvoll.

    Balkonkraftwerk Einspeisung 

    Balkonkraftwerke speisen den erzeugten Strom nicht wie normale Solaranlagen in das öffentliche Stromnetz ein, sondern geben ihn über die Steckdose in das Hausnetz ab. 

    Derzeit wird die Verwendung spezieller Energiesteckdosen (Wieland-Steckdose) empfohlen, dies wird aber voraussichtlich mit dem Solarpaket 1 auf die normale Schuko-Steckdose geändert, um Balkonkraftwerke zugänglicher zu machen. Auch die Bagatellgrenze soll von 600 Watt auf 800 Watt gehoben werden. Derzeit sollten Sie sich jedoch noch auf die 600 Watt beschränken, um rechtliche Schwierigkeiten zu vermeiden.

    In den Forderungen des VDE werden auch die bürokratischen Hürden kritisiert. Diese erschweren derzeit nämlich auch die Einspeisung in das öffentliche Netz. Der Aufwand ist noch sehr hoch, sodass es aktuell deutlich rentabler ist, den erzeugten Strom selbst zu verbrauchen, anstatt ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen. Denn dafür müsste man einen Stromzähler kaufen und jährliche Beträge an eine Messstelle zahlen, bevor man die Einspeisevergütung erhält. Die Stadt Kassel hat dieses Verfahren auf regionaler Ebene bereits vereinfacht. Es greifen jedoch viele Besitzer auf Stromspeicher als Insellösung zurück, oder speisen den Strom ohne Vergütung in das öffentliche Netz ein. 

    Die Forderungen des Positionspapiers wurden nun im Solarpaket 1 aufgegriffen. Ab 2024 sollen einige bürokratische Hürden abgebaut werden, wie der Entfall der Anmeldung beim Netzbetreiber und die Vereinfachung des Anmeldeverfahrens im Marktstammdatenregister.

    Große Photovoltaikanlagen erhalten derzeit eine Einspeisevergütung von 8,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde Strom (Stand: Januar 2024). Aufgrund des deutlich höheren Stromertrags einer Aufdachanlage lohnt sich dies in den meisten Fällen. Ein Stromspeicher erhöht aber auch hier den Autarkiegrad und damit die Ersparnisse. Ab Februar 2024 sinkt die Einspeisevergütung auf 8,12 Cent pro kWh ab, da das Osterpaket aus 2022 ausläuft.

    In der folgenden Tabelle ist der Gewinn durch die Einspeisevergütung von 8,2 Cent für eine Stecker-Solaranlage und eine große Photovoltaikanlage berechnet. In dieser Rechnung sind die Anschaffungskosten der Anlage und die für die Einspeisung notwendigen Technologien nicht enthalten. Beim Balkonkraftwerk ist die jährliche Messstellengebühr miteinberechnet. 

    Optionale Beispielüberschrift, die über die gesamte Länge geht
    Balkonkraftwerk mit 600 Watt Photovoltaikanlage
    Einspeisevergütung 8,2 Cent/kWh - Messstellengebühr 8,2 Cent/kWh
    Beispielrechnung (220*0,082) - 20 € Messstellengebühr =
    -2 €*
    8.440*0,082 =
    692 €**
    * Annahme ohne Speicher (exkl. Anschaffungskosten): 550 kWh jährl. Ertrag, 60 % Eigennutzung (330 kWh) = 220 kWh zum Einspeisen
    ** Annahme ohne Speicher (exkl. Anschaffungskosten): 9.700 kWh jährl. Ertrag, 13 % Eigennutzung (1.260 kWh) = 8.440 kWh zum Einspeisen

    Förderungsmöglichkeiten von Balkonkraftwerken

    Um Balkonanlagen wirklich interessant zu machen, müssen also noch ein paar Hebel umgelegt werden. Das Solarpaket 1 könnte hier ab 2024 einen Beitrag leisten. Besonders hilfreich sind aber immer finanzielle Fördermöglichkeiten:

    Wie auch bei Aufdachanlagen wurde der Mehrwertsteuersatz von 19 auf 0 Prozent gesenkt, was Balkonkraftwerke schon jetzt günstiger macht. Mit der Anhebung der Bagatellgrenze von 600 auf 800 Watt können Sie ab 2024 zudem mehr Strom produzieren und damit auch mehr Stromkosten sparen. 

    Neben diesen bundesweiten Förderungen unterstützen auch einzelne Bundesländer, Städte und Kommunen die Anschaffung von Balkonkraftwerken. Meist handelt es sich um Zuschüsse von bis zu 500 €. In der folgenden Tabelle sind die Fördermöglichkeiten einiger Bundesländer aufgelistet:

    Bundesland Förderung
    Baden Württemberg Über 12 Städte fördern in regionalen Programmen mit bis zu 300 € pro Anlage (mitunter: Stuttgart, Freiburg, Friedrichshafen, Kehl, Bühl, Heidelberg, Ulm)
    Bayern Etwa 15 Städte fördern in regionalen Programmen mit bis zu 300 € pro Anlage (mitunter: Erlangen, München, Fürth, Ingolstadt, Vilseck, Buckenhof, Diessen)
    Berlin Das Programm “SolarPLUS” fördert mit 500 € pro Anlage
    Hessen Darmstadt, Lampertheim, Mörfelden-Walldorf, Wiesbaden fördern Balkonkraftwerke. Die höchste Förderung bietet Lampertheim mit bis zu 500 €
    Mecklenburg-Vorpommern Das Programm “Mini-Solaranlagen” fördert mit 500 € pro Anlage
    Niedersachsen Göttingen, Jever, Lüneburg, Samtgemeinde Scharnebeck, Wunstorf und Friesoythe fördern Balkonkraftwerke. Die höchste Förderung bietet Göttingen mit max. 360 €.
    Nordrhein-Westfalen Eine Vielzahl von Städten und Kreisen fördern in regionalen Programmen mit bis zu 800 €
    (mitunter: Aachen, Bonn, Düsseldorf, Hamm, Gelsenkirchen, Köln, Essen)
    Rheinland-Pfalz Ingelheim am Rhein, Mainz, Pirmasens, urmitz, Koblenz fördern Balkonkraftwerke. Die höchste Förderung bietet Mainz mit max. 400 €.
    Sachsen Das Programm “Balkonkraftwerke” fördert mit 300 € pro Anlage
    Schleswig-Holstein Das Programm “Klimaschutz für Bürgerinnen und Bürger” fördert pro Quartal mit max. 200 € pro Anlage
    Thüringen Jena fördert Balkonkraftwerke hier mit bis zu 600€, die Gemeinde Dornheim mit max. 500 €.

    Für Brandenburg, Bremen, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Saarland sind aktuell keine Förderprogramme vorhanden. (Stand: Januar 2024)

    Auch interessant: Photovoltaik Förderung

    Häufig gestellte Fragen

    Ist die Anschaffung eines Balkonkraftwerks mit Speicher sinnvoll?

    Wer möglichst viel des erzeugten Stroms selbst nutzen möchte, sollte über einen Speicher nachdenken. Mit einer Solarbatterie steigt der Eigenverbrauch und damit auch die Stromkostenersparnis. Da es sich mit den aktuellen Regelungen kaum lohnt, die Einspeisevergütung zu beantragen, kann dies sich durchaus lohnen. Allerdings ist ein Stromspeicher eine Investition, welche die Amortisation der Anlage weiter nach hinten verschiebt. Ohne alternative Stromquelle, wie beispielsweise im Wohnwagen, ist ein Inselsystem jedoch durchaus sinnvoll.

    Wer einen besonders hohen Stromertrag und Eigenverbrauch anstrebt, ist mit einer großen Photovoltaikanlage besser aufgehoben. Unter den richtigen Voraussetzungen kann man sich hier sogar komplett vom öffentlichen Netz und damit von steigenden Strompreisen unabhängig machen.

    Eignet sich eine Solaranlage auch für Ihr Haus? Mehr erfahren

    Muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden?

    Aktuell müssen Balkonkraftwerke, wie andere Stromerzeugungsanlagen auch, bei der Bundesnetzagentur im Marktstammdatenregister eingetragen werden. Zusätzlich müssen die Mini PV-Anlagen auch beim Netzbetreiber angemeldet werden. Dieser Schritt entfällt voraussichtlich aber mit dem Solarpaket 1 ab 2024. Außerdem soll die Anmeldung im Marktstammdatenregister entbürokratisiert werden, so dass weniger Angaben gemacht werden müssen. Die Anmeldung beim Netzbetreiber war wichtig, da dieser gleichzeitig die Zähler überprüfen konnte. Da aber auch die Regelung zu den rücklaufenden Zählern gelockert wird, reicht die Benachrichtigung des Netzbetreibers über die Bundesnetzagentur erst recht.

    Übrigens:

    Zurzeit gibt es meist keine Strafen oder rechtlichen Konsequenzen zu befürchten, wenn Sie Ihr Balkonkraftwerk nicht melden.

    Was ist besser: Balkonkraftwerk oder Photovoltaikanlage?

    Die Wahl zwischen einem Balkonkraftwerk oder einer “normalen” Photovoltaikanlage hängt von Ihren Möglichkeiten und Vorstellungen ab. Wenn Sie die Möglichkeit haben, eine große Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach zu installieren, lohnt sich diese aufgrund des höheren Stromertrags im Vergleich zu einer Balkonsolaranlage deutlich mehr. Haben Sie den Wunsch sich von Stromkonzernen und dem öffentlichen Netz unabhängig zu machen, kommen Sie um eine Aufdachanlage nicht herum. Planen Sie mit einem kleinen Budget einen nur sehr geringen Teil Ihrers Strombedarfs zu decken, lohnt sich ein Balkonkraftwerk. Auch wenn Sie keine Möglichkeit haben eine Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach zu montieren, leisten bereits Sie mit einer Mini PV-Anlage einen Beitrag zur Energiewende. Die Umwelt freut sich über jeden Beitrag!

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    Wo kann ich ein Balkonkraftwerk aufstellen?

    Balkonkraftwerke werden, wie der Name bereits verrät, meistens auf dem Balkon installiert. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Anlage an der Hauswand, auf dem Dach Ihrer Garage oder Ihres Schuppens oder als Solaranlage im Garten zu befestigen. Für die Befestigung werden oft Gerüste oder Gestelle verwendet, um einen optimalen Winkel zur Sonne zu schaffen. 

    In den Aufstellmöglichkeiten sind Sie also sehr frei. Achten Sie nur auf eine sichere und witterungsbeständige Befestigung. Wenn Sie Ihr Balkonkraftwerk nicht selbst montieren möchten, können Sie jederzeit einen Fachbetrieb beauftragen. 

    Kann ich zwei Balkonkraftwerke aufstellen?

    Ja, es ist möglich zwei Balkonkraftwerke zu installieren, solange sie zusammen nicht mehr als 600 Watt erzeugen. Zwei Balkonkraftwerke mit je 300 Watt sind also möglich. Ab 2024 wird diese Grenze aber voraussichtlich durch das Solarpaket 1 auf 800 Watt angehoben.

    Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk?

    In der Regel kann man von einer Kilowattstunde Strom pro Watt des Balkonkraftwerks im Jahr rechnen. Da es sich meist jedoch nicht um optimale Bedingungen handelt, kann man von einer 600 Watt Anlage unter guten Bedingungen etwa 500 bis 550 kWh jährlich erwarten. Dies hängt individuell von den Umgebungseinflüssen wie dem Verschattungsgrad oder der Platzierung der Anlage ab. 

    Bei 500 kWh produziertem Strom und einem Strompreis von 40 Cent/kWh sparen Sie 200 € Stromkosten, vorausgesetzt, Sie nutzen 100 Prozent der produzierten Energie für sich. Bei einem Eigenverbrauch von 60 % sind es nur noch 120 € Stromkostenersparnis. 

    Gibt es Förderungen für Balkonkraftwerke?

    Ja, neben den überregionalen Unterstützungen, wie dem Entfallen der Mehrwertsteuer, fördern einige Bundesländer, Städte und Kommunen die Anschaffung von Balkonkraftwerken. Dabei handelt es sich bei dem Großteil der Förderungen um Zuschüsse von bis zu 500 €. 

    Auch die Änderungen des Solarpaketes 1, welche am 01. Januar 2024 in Kraft treten sollen, werden Balkonkraftwerke, durch Entbürokratisierung, eine erhöhte Bagatellgrenze und Lockerung der Regelungen in Bezug auf Zähler und Steckdose, zugänglicher machen.

    Auch interessant: Photovoltaik Förderung

    Fazit

    Balkonkraftwerke bieten ähnliche wie Solarzäune oder Solarterrassendächer eine gute Lösung für Wohnungsbesitzer oder Haushalte, die keine Möglichkeit haben, sich eine große Photovoltaikanlage anzuschaffen. Ab 2024 werden die Regelungen für Balkonkraftwerke etwas gelockert, sodass Mini PV-Anlagen mit einer Leistung von 800 Watt legal werden und der Anmeldungs- und Montageprozess vereinfacht wird. Große Aufdachanlagen erzielen jedoch weiterhin weitaus größere Erträge und ermöglichen dadurch mehr Unabhängigkeit und einen größeren Beitrag zur Energiewende.

    Ist Ihr Dach für eine Solaranlage geeignet? Lohnt sich eine Photovoltaikanlage bei Ihnen? Machen Sie hier in einer Minute den Solarcheck:

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