Solarpanel: Leistung, Kosten & Angebote

Aktualisiert:
22.01.2026
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5 Minuten
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Solarpanel: Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Solarpanel besteht aus rund 60 Solarzellen, die Sonnenlicht über den photovoltaischen Effekt in Gleichstrom umwandeln. Die Begriffe Solarmodul, PV-Modul und Photovoltaikmodul bedeuten dasselbe.
  • Monokristalline Module erreichen 18–22 % Wirkungsgrad und sind heute Standard. Polykristalline Module sind günstiger, aber weniger effizient. Dünnschichtmodule eignen sich vor allem für spezielle Anwendungen.
  • Ein typisches 450-Wp-Modul misst etwa 1,7 × 1,1 m und liefert rund 450 kWh Strom pro Jahr. Für 1 kWp Anlagenleistung werden 6–9 m² Dachfläche benötigt.
  • Gute Solarpanels erkennt man an mindestens 21 % Wirkungsgrad, einem Temperaturkoeffizienten von höchstens -0,3 %/°C und einer Produkt- sowie Leistungsgarantie von 25 Jahren.
  • Standard-Module halten 25–30 Jahre, Glas-Glas-Module sogar 30–40 Jahre. Nach der Nutzungsdauer können die Module recycelt werden.

Solarpanels sind das Herzstück jeder Photovoltaikanlage. Sie wandeln Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um und bestimmen maßgeblich, wie viel Energie das System erzeugt. Doch Solarpanel ist nicht gleich Solarpanel: Unterschiedliche Zelltypen, Bauweisen und Qualitätsstufen beeinflussen Leistung, Lebensdauer und Preis erheblich. Dieser Artikel erklärt, wie Solarpanels aufgebaut sind, welche Arten es gibt und worauf es bei der Auswahl ankommt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Solarpanel und wie funktioniert es?

Ein Solarpanel ist ein Zusammenschluss aus durchschnittlich 60 Solarzellen, die Sonnenlicht in elektrischen Strom umwandeln. Die Begriffe Solarmodul, PV-Modul, Photovoltaikmodul und Solarplatte werden dabei synonym verwendet.

Das Prinzip dahinter heißt photovoltaischer Effekt: Sobald Sonnenlicht auf die Solarzellen aus Silizium trifft, lösen sich Elektronen aus dem Material und beginnen zu fließen. Dieser Stromfluss ist zunächst Gleichstrom, den ein Wechselrichter in haushaltsüblichen Wechselstrom umwandelt. Erst danach kann der Strom Geräte versorgen oder ins Netz eingespeist werden.

Für eine Photovoltaikanlage werden mehrere Solarpanels miteinander verbunden. Je nach Anlagengröße kommen dabei 10 bis 40 Module zum Einsatz.

Ein Hausdach mit Solaranlage, auf dem gekennzeichnet ist, was eine Solarzelle, ein Solarpanel und eine Solaranlage sind

Wie ist ein Solarpanel aufgebaut?

Ein Solarpanel besteht aus mehreren Schichten, die jeweils unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Zusammen schützen sie die empfindlichen Solarzellen und sorgen für eine lange Lebensdauer.

Grafik, die die Zusammensetzung eines Solarmoduls mit den verschiedenen Materialien und Schichten zeigt

Den äußeren Abschluss bildet das Frontglas. Es ist in der Regel 3–4 mm stark und schützt die darunterliegenden Komponenten vor Witterung, Temperaturschwankungen und mechanischen Einwirkungen wie Hagel oder herabfallenden Ästen.

Unter dem Glas folgt eine Kunststoffschicht aus Ethylenvinylacetat (EVA). Sie versiegelt das Modul wasserdicht und hält Feuchtigkeit fern.

In der mittleren Schicht sitzen die eigentlichen Solarzellen. Sie sind durch Lötbänder miteinander verbunden und bilden den stromerzeugenden Kern des Moduls. Eine weitere EVA-Schicht unterhalb der Zellen sorgt für Schutz von beiden Seiten.

Die Rückseite besteht entweder aus einer Kunststofffolie oder bei Glas-Glas-Solarmodulen aus einer zweiten Glasplatte. Ein stabiler Aluminiumrahmen fasst alle Schichten ein und ermöglicht die Befestigung auf dem Dach.

Welche Arten von Solarpanels gibt es?

Es gibt drei Haupttypen von Solarpanels: monokristalline, polykristalline und Dünnschicht-Module. Sie unterscheiden sich vor allem im Wirkungsgrad, Preis und Platzbedarf.

Modultyp Wirkungsgrad Flächenbedarf pro kWp Preisniveau
Monokristallin 18–22 % 6–9 m² Hoch
Polykristallin 15–18 % 7–10 m² Mittel
Dünnschicht 10–16 % 10–15 m² Niedrig
Abbildung, die ein monokristallines Solarmodul, ein polykristallines Solarmodul und ein Dünnschichtmodul nebeneinander zeigt

Monokristalline Solarmodule sind heute der Standard für private Dachanlagen. Sie bieten den besten Wirkungsgrad bei vergleichsweise geringem Platzbedarf. Polykristalline Solarmodule spielen aufgrund der gesunkenen Preise für monokristalline Technik kaum noch eine Rolle. Dünnschichtmodule kommen vor allem bei großen Gewerbeflächen oder speziellen Anwendungen zum Einsatz, da sie deutlich mehr Platz benötigen.

Was unterscheidet monokristalline von polykristallinen Modulen?

Der Unterschied liegt in der Herstellung der Siliziumzellen. Monokristalline Zellen werden aus einem einzigen Siliziumkristall gefertigt, polykristalline aus mehreren zusammengeschmolzenen Kristallen.

Eigenschaft Monokristallin Polykristallin
Wirkungsgrad 18–22 % 15–18 %
Flächenbedarf/kWp 6–9 m² 7–10 m²
Optik Gleichmäßig schwarz Bläulich schimmernd
Produktionsaufwand Hoch Geringer
Preis pro Modul 200–340 € 150–250 €

Glas‑Glas‑Module lohnen sich in vielen Fällen, weil sie deutlich geringere Degradation und längere Lebensdauer bieten und zusätzlich bifaziale Erträge ermöglichen, wenn sie aufgeständert oder über reflektierenden Flächen montiert werden. Deshalb sind Glas‑Glas‑Module besonders für langfristig denkende Hausbesitzer oft die wirtschaftlichere Wahl.

Was steckt hinter TOPCon, PERC und HJT Solarpanels?

TOPCon, PERC und HJT bezeichnen unterschiedliche Zelltechnologien, die den Wirkungsgrad der Solarzellen beeinflussen. Sie beschreiben, wie die Siliziumzellen im Inneren aufgebaut sind.

Eigenschaft Standard-Modul Glas-Glas-Modul
Lebensdauer 25–30 Jahre 30–40 Jahre
Degradation pro Jahr 0,6–0,8 % 0,4–0,5 %
Restleistung nach 25 Jahren 80–85 % 87–90 %
Produktgarantie 10–12 Jahre 25 Jahre
Leistungsgarantie 25 Jahre (85 %) 30 Jahre (87 %)
Gewicht 18–20 kg/m² 21–26 kg/m²
Mehrkosten (10 kWp) +1.000–1.500 €

PERC-Zellen sind derzeit am weitesten verbreitet und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. TOPCon-Zellen gewinnen zunehmend Marktanteile, da sie höhere Wirkungsgrade bei moderaten Mehrkosten erreichen. HJT-Zellen liefern die besten Werte, sind aber noch deutlich teurer.

Die Bifazialität gibt an, wie gut ein Modul auch von der Rückseite Licht aufnehmen kann. Bei Aufständerungen oder hellen Untergründen können bifaziale Module dadurch 5–8 % Mehrertrag liefern.

Bestandteile und Funktion eines Solarpanel-Systems

Ein Solarpanel besteht aus mehreren verbundenen Solarzellen, die für die Energieumwandlung verantwortlich sind. Die Solarzellen des PV-Moduls produzieren dann Strom, sobald Lichtstrahlen auf sie eintreffen. Die Photonen der Sonnenstrahlen setzen im Material der Solarzellen Elektronen frei, die dann als Gleichstrom durch die Verkabelung fließen.

Weil Solarzellen die Sonnenstrahlen in Gleichstrom umwandeln, der Hausstrom aber als Wechselstrom genutzt wird, ist folgender Schritt essenziell: Der produzierte Gleichstrom fließt an den sogenannten Wechselrichter, wo der Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt wird, bevor er ins Hausstromnetz eingeführt wird.

Grafik, die die Verbindung zwischen PV-Modul, Wechselrichter und Haushalt zeigt. Sie erklärt auch, wo Gleichstrom und wo Wechelstrom verwendet wird

Überschüssiger Solarstrom wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist, wofür der Haushalt dann eine Einspeisevergütung erhält. Unter Umständen kann es in den Wintermonaten zu einem Engpass an Stromerzeugung durch das Solarpanel kommen. In diesem Fall bezieht der Haushalt dann zusätzlichen Strom aus dem öffentlichen Netz.

Eine Möglichkeit, den externen Stromverbrauch zu verringern und die Stromrechnung weiter zu senken, ist einen Stromspeicher an das System anzuschließen. Denn eine Solaranlage mit Speicher ermöglicht, dass überschüssiger Grünstrom tagsüber gespeichert und z. B. in der Nacht anstelle von externem Strom genutzt wird.

Hier finden Sie eine Übersicht der verschiedenen Solarstromspeicher mit ihren Vor- und Nachteilen.

Durch die Installation eines Speichers können Sie sich sogar ein permanentes und autarkes Inselnetz aufbauen. Das Besondere an einer Solar-Inselanlage ist, dass keinerlei Verbindung zum öffentlichen Stromnetz besteht. Damit würde sich Ihr Haushalt ausschließlich mit Solarenergie versorgen.

Dann wären Sie komplett autark und unabhängig vom Stromanbieter und den steigenden Strompreisen. In den meisten Fällen ist es jedoch ratsam, die Verbindung zum öffentlichen Stromnetz aufrechtzuerhalten, um im Moment eines Notfalls darauf zurückzugreifen.

Welche Größe und Leistung haben moderne Solarpanels?

Ein typisches modernes Solarpanel hat heute eine Leistung von etwa 400–500 Wp und misst je nach Bauform rund 1,7 × 1,0–1,1 m. Solche Module liefern pro Modul im deutschen Klima grob 400–500 kWh/Jahr. 

Für die Flächenplanung gilt die Faustregel: 1 kWp benötigt je nach Modultyp 6–9 m² Dachfläche.

Leistung (Wp) Typische Abmessungen (m) Fläche (m²) Jahresertrag (kWh/Jahr)
400 Wp 1,70 × 1,00 1,70 ~400
450 Wp 1,72 × 1,02 1,76 ~450
500 Wp 1,98 × 1,02 2,02 ~500

Was kostet ein Solarpanel?

Ein Solarpanel kostet je nach Technik und Qualität aktuell etwa 120 € bis 340 € pro Modul. Das entspricht, je nach Modulgröße und Leistung, ungefähr 110–160 € pro kWp reiner Modulpreis in den Standardwerten.

Modulpreise im Überblick:

  • Dünnschicht: 120–220 € pro Modul
  • Polykristallin: 150–250 € pro Modul
  • Monokristallin (hochwertig): 200–340 € pro Modul

Diese Preise beziehen sich ausschließlich auf das einzelne Modul ohne Wechselrichter, Montagesystem, Verkabelung, Planung oder Installationskosten. Komplettpreise für eine 10 kWp Anlage liegen zwischen 15.500 € und 22.000 €, je nach Modultyp (Standard vs. Glas‑Glas) und Ausstattungsgrad.

Modulpreise sind ein guter Indikator, doch entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind auch Wechselrichter, Photovoltaik Montage, und Service. Höhere Modulinvestitionen (z. B. Glas‑Glas oder TOPCon) zahlen sich über bessere Leistung, geringere Degradation und längere Lebensdauer oft langfristig aus.

Wussten Sie schon?

Ein Solarpanel kann nicht nur mit Sonnenstrahlen arbeiten; Auch andere Lichtquellen können zur Stromgenerierung benutzt werden. Darunter fällt z. B. auch Laser. Grund hierfür sind die Photonen, die in Laserstrahlen enthalten sind.

Oftmals wird fälschlicherweise gedacht, dass die Menge an produziertem Strom mit der Wärme der Sonne zu tun habe. Tatsächlich jedoch reduziert Wärme die Leistung eines Solarpanels und ist daher eher schädlich als hilfreich. Der entscheidende Faktor ist einzig und allein die Intensität der Sonnenstrahlung und damit die Menge der Photonen, die auf die Zellen eintreffen.

Wie lange halten Solarpanels und was passiert danach?

Standard‑Solarmodule haben eine erwartete Lebensdauer von 25–30 Jahren, Glas‑Glas‑Module sogar 30–40 Jahre. 

Nach Ablauf der Nutzungszeit gibt es zwei Optionen: Repowering (Austausch einzelner Komponenten oder Module zur Leistungssteigerung) oder Recycling von Solarmodulen. Module bestehen überwiegend aus Glas, Aluminium und Silizium, diese Materialien sind recyclebar. Für Entsorgung und Recycling gibt es spezielle Rücknahmesysteme und Recycler, die Glas, Metall und Silizium getrennt verarbeiten.

Fazit

Solarpanels sind heute effiziente, langlebige Bausteine der Energiewende. Monokristalline TOPCon‑Module bieten die beste Flächenausbeute und geringere Degradation. Eine Glas‑Glas‑Bauweise erhöht die Lebensdauer zusätzlich. Bei der Auswahl zählen nicht nur Modulpreis, sondern Wirkungsgrad, Degradation, Garantien und Service. Langfristige Planung, geprüfte Zertifikate sowie Monitoring- und Rücknahmeangebote sorgen für höhere Erträge und weniger Aufwand bei Repowering oder Entsorgung.

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Anlage in Betrieb seit Dezember 2022
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9,12 kWp PV-Anlage mit 10 kWh Stromspeicher

Häufig gestellte Fragen zum Solarpanel

Wie pflege ich Solarpanels richtig?

Solarpanels sind weitgehend wartungsfrei. Module einmal jährlich optisch prüfen. Bei sichtbarem Schmutz (Staub, Vogelkot, Pollen) mit klarem Wasser und weichem Tuch reinigen. Aggressive Reiniger vermeiden. In sehr verschmutzten Lagen oder auf Flachdächern Reinigung alle 1–2 Jahre sinnvoll. Technische Kontrollen (Elektrik, Befestigungen, Dachdurchführungen) und Reparaturen von Fachbetrieben durchführen lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Produktgarantie und Leistungsgarantie?

Die Produktgarantie deckt Material‑ und Verarbeitungsmängel ab und sichert Reparatur oder Ersatz über eine feste Laufzeit (z. B. 10–25 Jahre). Die Leistungsgarantie garantiert eine Mindestleistung über die Zeit (z. B. ≥ 87 % nach 25 Jahren) und berechtigt bei Unterschreitung zu Nachbesserung oder Austausch. Wichtige Punkte sind Laufzeit, garantierte Restleistung und die Bedingungen zur Geltendmachung.

Was bedeutet „bifazial“ und wann bringt es Mehrertrag?

Bifaziale Module erzeugen Strom über Vorder‑ und Rückseite. Die Rückseite nutzt reflektiertes und gestreutes Licht vom Untergrund. Der zusätzliche Ertrag hängt von Albedo (heller Untergrund), Montage (Aufständerung vs. Direktmontage) und Umgebungsbedingungen ab. Typische Mehrerträge liegen bei ~2–5 % auf Schrägdächern und bis zu ~10–15 % bei aufgeständerten Flachdächern oder Schnee.

Was ist Repowering und wann lohnt es sich?

Repowering bedeutet partiellen Austausch oder Upgrade von Modulen/Wechselrichtern zur Leistungssteigerung. Es lohnt bei alten Anlagen mit hoher Degradation oder wenn moderne Module deutlich mehr Leistung pro Fläche bringen.

Wie funktioniert Recycling von Modulen?

Module werden demontiert, Glas, Aluminium und Silizium getrennt und aufbereitet. Es gibt spezialisierte Recycler; manche Hersteller bieten Rücknahmeprogramme an.

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