Dünnschichtmodule: Alles was Sie darüber wissen müssen

Aktualisiert:
23.01.2026
Lesezeit:
6 Minuten
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Dünnschichtmodule: Das Wichtigste in Kürze

  • Dünnschichtmodule erreichen Wirkungsgrade von 10–16 % und liegen damit deutlich unter kristallinen Modulen mit 18–24 %. Dementsprechend benötigen sie mehr Dachfläche für die gleiche Leistung.
  • Die Materialkosten für Dünnschichtmodule liegen bei 80–120 €/kWp und sind damit günstiger als monokristalline Module (110–160 €/kWp).
  • Amorphe Module verlieren in den ersten 1.000 Betriebsstunden bis zu 25 % ihrer ursprünglichen Leistung. Danach stabilisiert sich die Leistung und bleibt konstant.
  • Für Einfamilienhäuser sind kristalline Module die bessere Wahl, da Dünnschichtmodule aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit, des höheren Flächenbedarfs und der fehlenden Hersteller-Unterstützung in Deutschland kaum noch wirtschaftlich einsetzbar sind.

Was sind Dünnschichtmodule und wie funktionieren sie?

Dünnschichtmodule sind eine besondere Art von Solarmodulen (Solarpanel), bei denen die lichtabsorbierende Halbleiterschicht nur wenige Mikrometer dick ist – etwa 100-mal dünner als bei kristallinen Siliziumzellen.

Der Unterschied liegt im Herstellungsprozess: Statt Siliziumscheiben zu sägen, werden die Halbleitermaterialien im Vakuum auf ein Trägermaterial wie Glas, Metall oder Kunststoff aufgedampft. Dadurch sind sie extrem dünn.

Die wichtigsten Eigenschaften von Dünnschichtmodulen sind:

  • Geringeres Gewicht: Ein Dünnschichtmodul wiegt etwa 10 kg, ein vergleichbares kristallines Modul circa 20 kg.
  • Flexiblere Bauformen: Rahmenlose oder sogar biegbare Module sind möglich.
  • Niedrigerer Wirkungsgrad: 10–16 % statt 18–22 % bei kristallinen Modulen.

Welche Typen von Dünnschichtmodulen gibt es?

Es gibt vier verschiedene Arten von Dünnschichtmodulen: Amorphe Silizium-Dünnschichtmodule, CUGS-Module, Cadmiumtellurium Zellen und organischen Solarzellen. Je nach Halbleitermaterial unterscheiden sich Wirkungsgrad, Einsatzgebiet und Verfügbarkeit erheblich.

Typ Wirkungsgrad Modulgröße Farbe Haupteinsatz
a-Si 10–14 % ca. 1210 × 1008 × 40 mm blau-schwarz Kleingeräte
CIGS 12–16 % variabel grau-schwarz Dächer, Fassaden
CdTe 14–16,5 % ca. 1200 × 600 × 6,9 mm dunkelblau-schwarz Freiflächenanlagen
Organisch 5–10 % variabel variabel Forschung, Nischen

Amorphe Silizium-Dünnschichtmodule (a-Si)

Amorphe Siliziumzellen waren die erste Generation der Dünnschicht-Technologie. Der Wirkungsgrad ist mit 10–14 % der niedrigste aller Typen. Dafür sind a-Si-Module extrem leicht und können auf flexible Träger aufgebracht werden – zum Beispiel auf Taschenrechnern oder Uhren.

Die Besonderheit: Der Leistungsverlust (Degradation) ist mit bis zu 25 % in den ersten 1.000 Betriebsstunden sehr hoch (Staebler-Wronski-Effekt). Danach stabilisiert sich die Leistung, bleibt aber auf niedrigem Niveau. Für Photovoltaikanlagen im Privatbereich spielen a-Si-Module praktisch keine Rolle mehr.

CIGS-Dünnschichtmodule

CIGS steht für Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid. Diese Module erreichen in der Praxis Wirkungsgrade von 12–16 % in der Praxis, im Labor wurden sogar 23 % nachgewiesen.

Der Vorteil von CIGS-Modulen ist, dass sie ein sehr gutes Schwachlichtverhalten haben und auch bei schlechtem Licht gut funktionieren – ideal für deutsche Wetterverhältnisse. Sie können rahmenlos und auf flexible Träger aufgebracht werden, was sie für gebäudeintegrierte Photovoltaik interessant macht.

Aktueller Status: Die Produktion wurde von vielen Herstellern eingestellt (z. B. Solar Frontier). Es gibt noch Restbestände, aber kaum neue Module auf dem Markt.

Cadmiumtellurium Dünnschichtzellen (CdTe)

Cadmiumtellurid-Module (CdTe) erreichen Wirkungsgrade von bis zu 16,5 % und sind besonders kostengünstig in der Massenproduktion. Problematisch bei diesen Modulen ist, dass das enthaltene Cadmium toxisch ist. Die Module müssen also speziell entsorgt werden. 

Aktueller Status: First Solar produziert weiterhin, der Fokus liegt aber klar auf Großprojekten. Module für Privathaushalte sind kaum verfügbar.

Organische Solarzellen

Organische Dünnschichtzellen basieren auf Kohlenwasserstoff-Verbindungen oder Kunststoffen. Der Wirkungsgrad liegt aktuell bei 5–10 % in der Praxis, im Labor wurden bis zu 18 % erreicht.

Organische Solarzellen und verwandte Technologien wie Perowskit-Zellen gelten als vielversprechend für die Zukunft – besonders für Fassaden, Fenster oder mobile Anwendungen. Aktuell befinden sie sich aber noch weitgehend im Forschungsstadium.

Welche Vor- und Nachteile haben Dünnschichtmodule?

Die Entscheidung für oder gegen Dünnschichtmodule hängt stark vom konkreten Einsatzszenario ab. Hier der direkte Vergleich der wichtigsten Vor- und Nachteile:

Vorteile Nachteile
Plus Icon Geringeres Gewicht (~10 kg vs. ~20 kg) Minus Icon Geringerer Wirkungsgrad (10–16 % vs. 18–22 %)
Plus Icon Besseres Schwachlichtverhalten Minus Icon Höherer Flächenbedarf (ca. doppelt)
Plus Icon Niedrigerer Temperaturkoeffizient (−0,1 bis −0,3 %/K) Minus Icon Anfangsdegradation (bis 25 % bei a‑Si)
Plus Icon Flexible Bauformen (CIGS) Minus Icon Kürzere Lebensdauer (15–25 Jahre)
Plus Icon Niedrigere Produktionskosten Minus Icon Geringere Verfügbarkeit 2025
Minus Icon Toxizität bei CdTe‑Modulen
Minus Icon Höherer Montageaufwand

Vorteile von Dünnschichtmodulen

  • Geringeres Gewicht: Mit etwa 10 kg pro Modul belasten Dünnschichtmodule die Statik weniger als kristalline Module (ca. 20 kg). Das kann bei sehr alten Gebäuden oder Fassadenmontagen wichtig sein.
  • Besseres Schwachlichtverhalten: Dünnschichtmodule produzieren auch bei diffusem Licht, Bewölkung oder niedrigen Einstrahlungswinkeln noch vergleichsweise viel Strom. Für Standorte mit häufig bedecktem Himmel ist das ein Pluspunkt.
  • Niedrigerer Temperaturkoeffizient: Kristalline Module verlieren bei Hitze deutlich an Leistung (-0,3 bis -0,5 %/K). Dünnschichtmodule sind mit -0,1 bis -0,3 %/K unempfindlicher. An heißen Sommertagen bleiben sie leistungsfähiger.
  • Flexible Bauformen: CIGS-Module können rahmenlos oder sogar auf flexible Träger aufgebracht werden – ideal für gebäudeintegrierte Photovoltaik an Fassaden oder Dächern mit besonderer Geometrie.

Nachteile von Dünnschichtmodulen

  • Geringerer Wirkungsgrad: Mit 10–16 % liegt die Effizienz deutlich unter kristallinen Modulen (18–22 %). Für die gleiche Leistung benötigen Sie die doppelte Fläche.
  • Höherer Flächenbedarf: Eine 6 kWp-Anlage mit Dünnschichtmodulen braucht bis zu 120 m² Fläche, mit kristallinen Modulen bis zu 38 m². Bei begrenzter Dachfläche ist das ein K.o.-Kriterium.
  • Anfangsdegradation: Bei amorphen Silizium-Modulen sinkt die Leistung in den ersten 1.000 Betriebsstunden um bis zu 25 % (Staebler-Wronski-Effekt). Auch bei CIGS und CdTe gibt es eine lichtinduzierte Anfangsdegradation, die aber geringer ausfällt.
  • Kürzere Lebensdauer: Dünnschichtmodule haben typischerweise eine Lebensdauer von 15–25 Jahren, kristalline Module halten 25–30 Jahre oder länger.
  • Geringere Verfügbarkeit: Viele Hersteller haben die Produktion eingestellt. CIGS-Module gibt es nur noch als Restbestände, CdTe-Module sind primär für Großprojekte gedacht.
  • Toxizität (CdTe): CdTe-Module enthalten Cadmium, ein giftiges Schwermetall. Im Betrieb sind die Module sicher verkapselt, bei unsachgemäßer Entsorgung besteht aber ein Umweltrisiko.

Dünnschichtmodule vs. kristalline Module: Was ist der Unterschied?

Der Unterschied zwischen Dünnschicht- und kristallinen Modulen liegt zunächst in der Materialmenge und -struktur. Während kristalline Module aus dicken, hochreinen Siliziumscheiben bestehen, kommen Dünnschichtmodule mit hauchdünnen Halbleiterschichten aus. Das wirkt sich auf nahezu alle Leistungsparameter aus.

Wir haben die wichtigsten Eigenschaften nochmal kompakt zusammengetragen:

Eigenschaft Dünnschichtmodule Kristalline Module
Wirkungsgrad 10–16 % 18–22 %
Materialkosten 80–120 €/kWp 110–160 €/kWp
Gewicht pro Modul ca. 10 kg 20+ kg
Flächenbedarf (10 kWp) 80–100 m² 45–55 m²
Lebensdauer 15–20 Jahre 25–30 Jahre
Temperaturkoeffizient −0,1 bis −0,3 %/K −0,3 bis −0,5 %/K
Verfügbarkeit Deutschland Sehr eingeschränkt Breit verfügbar
Degradation Höher Geringer (ca. 0,4 %/Jahr)

Die Zahlen zeigen: Kristalline Module haben sich aus gutem Grund durchgesetzt. Sie liefern auf gleicher Fläche deutlich mehr Ertrag, halten länger und sind problemlos verfügbar. Dünnschichtmodule punkten vor allem bei speziellen Anforderungen – etwa wenn Gewicht, Flexibilität oder extreme Hitze eine Rolle spielen.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung:

Familie Müller hat ein Einfamilienhaus mit 60 m² nutzbarer Dachfläche und vergleicht beide Technologien:

Kriterium Monokristallin Dünnschicht Unterschied
Anlagenleistung 11 kWp 7 kWp −36 %
Jahresertrag 10.500 kWh 6.700 kWh −3.800 kWh
Eingesparter Strom (à 0,30 €/kWh) 3.150 € 2.010 € +1.140 € pro Jahr
Ersparnis über 20 Jahre 63.000 € 40.200 € +22.800 €

Das bedeutet: Mit kristallinen Modulen spart Familie Müller jeden Monat fast 100 € mehr an Stromkosten – genug für einen zusätzlichen Tankfüllung oder den Wocheneinkauf.

Was kosten Dünnschicht Solarzellen?

Die Kosten für PV-Module sind in den letzten Jahren sehr stark, um bis zu 90% gesunken. Der reinen Materialkosten von Dünnschicht Solarzellen sind dabei zudem deutlich geringer als die der kristallinen Module:

Zelltyp min. Preis
Dünnschicht 80–120 €/kWp
Monokristallin 110–160 €/kWp (Material), durchschnittlich 198 €/kWp inkl. Handel
Polykristallin 90–140 €/kWp (Material), durchschnittlich 150–190 €/kWp

Auf den ersten Blick scheinen Dünnschichtmodule günstiger. Doch diese Rechnung greift zu kurz. Denn bei Dünnschichtmodulen müsste man für die gleichen 10 kWp aufgrund des niedrigeren Wirkungsgrads deutlich mehr Fläche und damit mehr Montagematerial einplanen. Auch die Verfügbarkeit ist ein massives Problem – selbst wenn man Dünnschichtmodule kaufen möchte, findet man nur wenige Anbieter.

Wie hoch ist der Wirkungsgrad von Dünnschichtmodulen?

Dünnschichtmodule erreichen Wirkungsgrade von 10–16 %, abhängig vom verwendeten Material.

Zum Vergleich: Monokristalline Solarmodule liegen bei 18–22 % und polykristalline Solarzellen erreichen einen Wirkungsgrad von 15–18 %. Das bedeutet: Bei gleicher Fläche produziert ein kristallines Modul mindestens 50 % mehr Strom.

Warum ein niedriger Wirkungsgrad nicht automatisch schlecht ist

Entscheidend ist nicht nur der Wirkungsgrad unter Laborbedingungen, sondern die Leistung im realen Betrieb. Hier spielen Dünnschichtmodule ihre Stärken aus:

Temperaturkoeffizient: Kristalline Module verlieren bei Hitze stärker an Leistung. Bei 60 °C Modultemperatur (im Sommer keine Seltenheit) büßt ein kristallines Modul mit einem Temperaturkoeffizienten von -0,4 %/K etwa 14 % Leistung ein. Ein Dünnschichtmodul mit -0,2 %/K nur 7 %.

Schwachlichtverhalten: An bewölkten Tagen oder in den Morgen- und Abendstunden, wenn die Einstrahlung unter 200 W/m² liegt, arbeiten Dünnschichtmodule effizienter. In Deutschland mit häufig bedecktem Himmel kann das über das Jahr einen spürbaren Unterschied machen.

Anfangsdegradation: Der Performance-Knick nach dem Start

Ein wichtiger Punkt, der oft übersehen wird: Dünnschichtmodule verlieren in den ersten 1.000 Betriebsstunden deutlich an Leistung. Bei amorphem Silizium sind es bis zu 25 %, bei CIGS und CdTe etwa 3–5 %. Dieser Effekt ist physikalisch bedingt (Staebler-Wronski-Effekt bei a-Si) und wird von seriösen Herstellern in die Leistungsgarantien eingerechnet. Nach dieser Einlaufphase stabilisiert sich die Leistung.

Praxisbeispiel Dünnschichtmodule: Fläche, Module und Kosten einer 10 kWp Anlage

Zahlen sagen mehr als tausend Worte. Hier ein konkretes Rechenbeispiel für eine typische Photovoltaikanlage mit 10 kWp Leistung – einmal mit Dünnschicht, einmal mit kristallinen Modulen.

Annahmen

  • Dünnschichtmodul: 70 Wp Leistung pro Modul, Abmessungen ca. 1,2 m × 0,6 m = 0,72 m² (typisch für CIGS)
  • Kristallines Modul: 450 Wp Leistung pro Modul, Abmessungen ca. 1,75 m × 1,14 m = 2,0 m² (Standard monokristallin)

Berechnung Modulanzahl

  • Dünnschicht: 10.000 Wp / 70 Wp = 143 Module
  • Kristallin: 10.000 Wp / 450 Wp = 22 Module

Flächenbedarf

  • Dünnschicht: 143 Module × 0,72 m² = ~103 m² (reine Modulfläche)
    Mit Abständen, Montageabständen und Verschattung: ~150–200 m²
  • Kristallin: 22 Module × 2,0 m² = 44 m² (reine Modulfläche)
    Mit Abständen: ~50–60 m²

Kosten

Dünnschichtanlage (10 kWp):

  • Module: ~13.000–16.700 €
  • Montagesystem (aufwändiger): ~3.300–5.000 €
  • Wechselrichter: ~2.500–3.300 €
  • Installation: ~6.700–9.200 €
  • Gesamt: ~25.500–34.000 €

Kristalline Anlage (10 kWp):

  • Module: ~5.000–7.500 €
  • Montagesystem: ~2.000–3.000 €
  • Wechselrichter: ~2.500–3.300 €
  • Installation: ~6.700–9.200 €
  • Gesamt: ~16.000–23.000 €

Die Beispielrechnung zeigt: Für ein Einfamilienhaus mit 40–50 m² Dachfläche sind Dünnschichtmodule allein durch den Platzbedarf nicht wirklich sinnvoll. Selbst bei ausreichender Fläche sind die Gesamtkosten höher, während der Ertrag gleich bleibt.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Modularten finden Sie in unserem Solarmodule Test.

Welche Solarzellen sind für mich geeignet?

Die Auswahl auf dem Solarmarkt ist groß, und die Entscheidung sollte immer auf die individuelle Situation abgestimmt sein. Mittlerweile gibt es sogar Photovoltaik-Folie und zahlreiche spezialisierte Modullösungen.

In Privathaushalten werden Dünnschichtmodule deutlich seltener verwendet als in der kommerziellen Solarindustrie. Das liegt vor allem an der begrenzten Dachfläche bei Einfamilienhäusern – hier stellen mono- oder polykristalline Module die bessere Wahl dar. Sollte jedoch ausreichend Fläche vorhanden sein, etwa auf dem Dach einer Scheune oder einem Nebengebäude, könnte eine Dünnschichtanlage theoretisch infrage kommen.

Dünnschicht- vs. Dickschichtmodule im direkten Vergleich

Die wichtigsten Unterschiede zwischen beiden Technologien:

Dünnschichtmodule Mono- & polykristalline Module
Anschaffungskosten Gering Hoch
Gewicht Gering (~10 kg) Hoch (20+ kg)
Modulgröße Anpassbar Standardisiert
Wirkungsgrad Gering (10–17 %) Hoch (18–24 %)
Platzbedarf Hoch Gering
Verfügbarkeit Sehr eingeschränkt Ausgezeichnet
Technologie Nische Ausgereift

Übersicht über die einzelnen Dünnschichtzellen

Sollten Dünnschichtmodule in Frage kommen, zeigt diese Übersicht die Unterschiede zwischen den drei verfügbaren Technologien:

Amorph CIGS CdTe
Anschaffungskosten Gering Hoch Mittel
Gewicht Gering Hoch Hoch
Modulgröße Nicht anpassbar Anpassbar Nicht anpassbar
Wirkungsgrad Gering Hoch Mittel, bei schwachem Licht hoch
Platzbedarf Hoch Mittel Hoch
Degradation Stark Mittelstark Mittelstark

Fazit

Dünnschichtmodule galten einmal als vielversprechende Alternative, doch kristalline Module haben sich klar durchgesetzt. CIGS- und CdTe-Module sind für deutsche Privatkunden kaum verfügbar und werden fast ausschließlich in Großprojekten eingesetzt. Dünnschicht macht nur noch in Nischen Sinn: bei Fassaden, schwacher Statik oder besonderen architektonischen Anforderungen. Für die meisten Privathaushalte bleiben kristalline Module die wirtschaftlich sinnvollere Wahl. Sie bieten höheren Ertrag, sind breit verfügbar und halten länger.

Häufig gestellte Fragen zu Dünnschichtmodulen

Sind Dünnschichtmodule besser als kristalline Module?

Nein, kristalline Module sind in nahezu allen Kriterien überlegen. Sie erreichen höhere Wirkungsgrade (18–24 % vs. 10–16 %), haben eine längere Lebensdauer (25–30 Jahre vs. 15–20 Jahre) und sind deutlich besser verfügbar. Dünnschichtmodule haben zwar Vorteile bei Gewicht und Temperaturverhalten, diese reichen aber nicht aus, um die Nachteile auszugleichen.

Kann man Dünnschichtmodule noch kaufen?

Für Privatkunden in Deutschland ist der Kauf von Dünnschichtmodulen praktisch unmöglich. CdTe-Module von First Solar werden nur für Großprojekte produziert, CIGS-Module sind am deutschen Markt kaum verfügbar. Die wenigen noch produzierenden Hersteller (z. B. Roltec in Polen) bedienen industrielle Kunden. Kein größerer deutscher Solarteur hat Dünnschichtmodule im Sortiment.

Sind Dünnschichtmodule begehbar?

Nein, Dünnschichtmodule sind nicht begehbar. Die Module sind deutlich empfindlicher als kristalline Module und können bei Druckbelastung beschädigt werden – die dünne Halbleiterschicht kann reißen oder delaminieren. 

Wie oft müssen Dünnschichtmodule gereinigt werden?

Dünnschichtmodule sollten alle 1–2 Jahre gereinigt werden – abhängig von Standort und Verschmutzung. In ländlichen Gebieten mit Landwirtschaft (Staub, Pollen) oder in Industrieregionen kann häufigeres Reinigen sinnvoll sein. Ein Vorteil: Die oft rahmenlose Bauweise und glatte Oberfläche erleichtert die Selbstreinigung durch Regen.

Wie erkenne ich Defekte an Dünnschichtmodulen?

Defekte an Dünnschichtmodulen zeigen sich typischerweise durch:

  • Leistungsabfall: Ertrag sinkt plötzlich deutlich (mehr als normale Degradation)
  • Verfärbungen: Bräunliche oder gelbliche Flecken deuten auf Delaminationen hin
  • Risse im Glas: Sichtbare Beschädigungen
  • Hot Spots: Überhitzungen einzelner Bereiche (sichtbar mit Wärmebildkamera)

Lassen Sie im Zweifelsfall eine Thermografie-Aufnahme durch einen Fachbetrieb durchführen.

Welche Hersteller von Dünnschichtmodulen sind verfügbar?

Die Auswahl ist stark eingeschränkt:

  • First Solar (CdTe): Haupthersteller, fokussiert aber auf Freiflächenanlagen
  • Avancis (CIGS): Liefert Module für BIPV, primär für Architektenprojekte
  • Calyxo (CdTe): Deutsche Produktion, Fokus auf gewerbliche Projekte
  • Heliatek (organisch): Pilotphase, nur für Spezialprojekte

Für Standard-Photovoltaikanlagen empfehlen wir kristalline Module von etablierten Herstellern.

Kann ich Dünnschichtmodule für ein Balkonkraftwerk nutzen?

Theoretisch ja, praktisch sind Dünnschichtmodule für Balkonkraftwerke kaum verfügbar und nicht empfehlenswert. Bei einem Balkonkraftwerk zählt jeder Quadratmeter. Ein Dünnschichtmodul mit 70 Wp braucht etwa 0,7 m², ein kristallines Modul mit 450 Wp nur 2 m². Sie bekommen mit Kristallin fast sechsmal so viel Leistung auf gleicher Fläche.

Welcher Wechselrichter eignet sich für Dünnschichtmodule?

Der Wechselrichter muss zur niedrigeren MPP-Spannung und höheren Modulanzahl von Dünnschichtmodulen passen. Achten Sie auf:

  • Eingangsspannungsbereich: Muss zur String-Konfiguration passen
  • MPP-Tracker: Wichtig bei Teilverschattung
  • Leistungsbereich: Passend zur Gesamtleistung Ihrer Anlage

Lassen Sie die Auslegung unbedingt von einem Solarteur durchführen. Gängige Hersteller wie SMA oder Fronius bieten kompatible Wechselrichter.

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