
Photovoltaik Folie klingt verlockend: dünn, leicht, flexibel und einfach aufzukleben. Doch wie viel Strom erzeugt eine solche Folie tatsächlich? Und rechnet sich die Investition für ein Einfamilienhaus? Dieser Artikel liefert einen Überblick über Wirkungsgrade, Kosten, Haltbarkeit und Einsatzgebiete von PV-Folien. Außerdem zeigt er, wo die Grenzen liegen und wann klassische Solarmodule die bessere Wahl sind.
PV-Folie besteht aus dünnen, flexiblen Solarzellen, die auf ein biegsames Trägermaterial aufgebracht werden. Im Gegensatz zu klassischen Solarmodulen mit starrem Glasaufbau lässt sich die Folie auf gekrümmte Oberflächen, Dächer mit geringer Tragfähigkeit oder mobile Anwendungen aufkleben.
Die Herstellung erfolgt durch das Auftragen von Halbleitermaterialien auf flexible Substrate. Dadurch sind PV-Folien deutlich leichter als Glasmodule und benötigen keine aufwendigen Montagesysteme. Allerdings erreichen sie nur einen Wirkungsgrad von 5–10 %, während monokristalline Solarmodule 18–22 % schaffen.
Der Begriff „PV-Folie" wird oft mit „Glas-Folie-Modulen" verwechselt. Das sind jedoch zwei völlig unterschiedliche Technologien.
Der Unterschied liegt im Aufbau: PV-Folien sind komplett flexible Dünnschichtprodukte, während Glas-Folie- und Glas-Glas-Module starre Konstruktionen mit unterschiedlichen Rückseiten sind.
Zusammengefasst unterscheiden sich die verschiedenen Modultypen also wie folgt:
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Der Wirkungsgrad von PV-Folien liegt unter realen Bedingungen bei etwa 5–10 %, während monokristalline Glasmodule 18–22 % erreichen. Das bedeutet: Aus der gleichen Sonneneinstrahlung erzeugt eine PV-Folie nur etwa halb so viel Strom wie ein hochwertiges Glasmodul.
Der niedrigere Wirkungsgrad ergibt sich aus der Dünnschicht-Technologie. Die Halbleiterschicht ist bei PV-Folien nur wenige Mikrometer dick, während kristalline Solarzellen deutlich mehr aktives Material enthalten. Zudem fehlt bei flexiblen Folien die Möglichkeit, Licht von der Rückseite zu nutzen, wie es bifaziale Module können.
Für eine 10-kWp-Anlage benötigt PV-Folie etwa 100–200 m² Dachfläche, während Glasmodule nur 50–60 m² brauchen. Der höhere Flächenbedarf ergibt sich direkt aus dem geringeren Wirkungsgrad.
Beispiel: Was passt auf ein 50-m²-Dach?
Ein typisches Einfamilienhaus hat etwa 60 m² nutzbare Dachfläche nach Abzug von Schornstein, Dachfenstern und Abständen.
Das bedeutet: Bei begrenzter Dachfläche erzeugen Glasmodule etwa doppelt so viel Strom wie PV-Folien.
PV-Folie eignet sich vor allem für Dächer, die klassische Glasmodule nicht tragen können. Dazu zählen Leichtbaukonstruktionen, Foliendächer, Trapezblech und mobile Anwendungen. Für Standarddächer an Einfamilienhäusern sind Glasmodule in der Regel die bessere Wahl.
Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab: Tragfähigkeit, Dachneigung und Material. Die folgende Checkliste zeigt auf einen Blick, ob PV-Folie für Ihr Dach infrage kommt oder ob Glasmodule die bessere Wahl sind.
Die Tragfähigkeit eines Dachs lässt sich nicht pauschal beurteilen. Sie hängt von der Bauweise, dem Alter des Gebäudes und den vorhandenen Lastreserven ab. Die Angabe „25 kg/m²" gilt als Richtwert für Flachdächer, bei Schrägdächern mit Ziegeldeckung sind die Reserven meist größer.
Wer unsicher ist, sollte vor der Installation einen Statiker hinzuziehen. Das gilt besonders bei Gebäuden vor 1980, bei sichtbaren Durchbiegungen oder wenn bereits andere Lasten wie eine Dachbegrünung vorhanden sind.
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PV-Folien sind in der Herstellung günstiger als Glasmodule, durch den geringeren Wirkungsgrad liegen die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde jedoch höher. Ein direkter Preisvergleich pro kWp ist schwierig, da flexible Solarfolien häufig nach Fläche (€/m²) statt nach Leistung verkauft werden und der Markt weniger standardisiert ist als bei klassischen Modulen.
Die Kostenlogik im Überblick:
Die Montage von PV-Folie ist technisch einfacher als bei Glasmodulen, weil die Folie oft direkt auf den Untergrund geklebt wird. Bei klassischen Glasmodulen ist dagegen eine PV Unterkonstruktion erforderlich. Zu dieser zählen unter anderem Dachhaken mit Schienen bei Schrägdächern oder eine Aufständerung mit Ballastierung bei Flachdächern.
Für klassische Glasmodule liegen die Montagekosten bei etwa 200–400 € pro kWp, inklusive Montagesystem und Arbeitszeit. Bei PV-Folien fehlen verlässliche Marktdaten zu Montagekosten, da die meisten Installationen im Bereich Wohnmobil, Boot oder Spezialanwendungen stattfinden und nicht mit Hausdach-Projekten vergleichbar sind.
Wer einen Installateur für PV-Folie sucht, sollte bei spezialisierten Anbietern für Dünnschichtmodule oder Leichtbau-Photovoltaik anfragen. Für klassische Hausdach-Anlagen mit Glasmodulen ist die Auswahl an Fachbetrieben deutlich größer.
PV-Folie amortisiert sich aufgrund des geringeren Photovoltaik Ertrags und der kürzeren Lebensdauer später als klassische Glasmodule. In Nischenanwendungen wie Wohnmobilen oder statisch schwachen Dächern kann sie dennoch sinnvoll sein, wenn keine Alternative existiert.
Die folgende Beispielrechnung vergleicht zwei Szenarien: eine 10-kWp-Anlage mit Glasmodulen und eine Anlage mit PV-Folie auf gleicher Dachfläche.
Hinweis: Die Beispielrechnung basiert auf Durchschnittswerten für Deutschland. Der tatsächliche Ertrag hängt von Standort, Ausrichtung, Verschattung und Eigenverbrauch ab.
Die Zahlen zeigen: Auf gleicher Fläche erwirtschaften Glasmodule über ihre Lebensdauer etwa das Drei- bis Vierfache im Vergleich zu PV-Folien. Hinzu kommt, dass PV-Folien früher ersetzt werden müssen.
Die Degradation beschreibt den jährlichen Leistungsverlust eines Solarmoduls. Bei PV-Folien liegt dieser Wert deutlich höher als bei Glasmodulen, was sich über die Jahre summiert.
Nach 20 Jahren liefert ein Glas-Glas-Modul noch über 90 % seiner ursprünglichen Leistung. Eine PV-Folie hat zu diesem Zeitpunkt bereits 20–35 % verloren und erreicht oft das Ende ihrer Lebensdauer.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf Produkte mit unabhängigen Zertifizierungen achten und die Garantiebedingungen genau prüfen. Hochwertige PV-Folien bieten Garantien von 10–15 Jahren, während Glas-Glas-Module oft 25–30 Jahre Leistungsgarantie mitbringen.
Wie robust ist PV-Folie bei Hagel, Sturm und UV-Strahlung?
PV-Folien sind weniger widerstandsfähig als Glasmodule. Zu konkreten Prüfnormen wie Hagelklassen oder Windlastwerten liegen für flexible Solarfolien kaum standardisierte Daten vor, da die meisten Produkte nicht für den dauerhaften Einsatz auf Hausdächern konzipiert sind.
Glasmodule werden nach internationalen Normen (IEC 61215, IEC 61730) geprüft und müssen definierte Tests bestehen, etwa Hagelschlag mit Eiskugeln oder mechanische Belastung. Für PV-Folien fehlen solche einheitlichen Standards weitgehend.
Die fehlenden Prüfstandards bedeuten nicht, dass alle PV-Folien minderwertig sind. Hochwertige Produkte für den Marinebereich oder Wohnmobile sind oft robust konstruiert. Für den Einsatz auf Hausdächern sollte jedoch genau geprüft werden, welche Garantien und Zertifikate der Hersteller bietet.
PV-Folien sind rechtlich klassischen Solarmodulen gleichgestellt. Alle Photovoltaik Förderungen, die für Solaranlagen gelten, können auch für Anlagen mit flexiblen Solarfolien genutzt werden, sofern die technischen Voraussetzungen erfüllt sind.
Wichtig: Die Photovoltaik Förderung ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die Anlage muss fachgerecht installiert und beim Netzbetreiber angemeldet werden. Bei mobilen Anwendungen wie Wohnmobilen oder Booten, die nicht ans Stromnetz angeschlossen sind, entfällt die Einspeisevergütung.
PV-Folie eignet sich vor allem für Anwendungen, bei denen klassische Glasmodule nicht montiert werden können. Ihre Stärken sind geringes Gewicht, Flexibilität und einfache Befestigung. Auf klassischen Hausdächern ist sie jedoch keine wirtschaftliche Alternative.
Für Wohnmobile, Camper und Boote ist PV-Folie eine sinnvolle Wahl. Das geringe Gewicht von 2–4 kg/m² belastet die Zuladung kaum, und die flexible Form passt sich an gewölbte Oberflächen an. Die Folie wird direkt aufgeklebt und benötigt keine Dachdurchdringung.
Typische Leistungen liegen bei 100–400 Wp pro Modul. Das reicht aus, um Bordbatterien zu laden, Kühlboxen zu betreiben oder kleine Verbraucher mit Strom zu versorgen. Für den autarken Betrieb unterwegs zählt nicht der maximale Wirkungsgrad, sondern die Möglichkeit, überhaupt Strom zu erzeugen.
Für Mieter bietet PV-Folie den Vorteil, dass sie ohne Bohren montiert und bei Auszug wieder abgenommen werden kann. Flexible Module lassen sich mit Klett, Kabelbindern oder speziellen Halterungen am Balkongeländer befestigen.
Allerdings ist die erzeugte Strommenge begrenzt. Ein flexibles 100-Wp-Modul liefert in Deutschland etwa 80–100 kWh pro Jahr. Für größere Einsparungen sind klassische Balkonkraftwerke mit starren Modulen oft die bessere Wahl, da sie mehr Leistung pro Fläche bieten.
An Fassaden, Carports oder ungewöhnlichen Gebäudeformen kann PV-Folie eine optisch dezente Lösung sein. Die dünne Bauweise fällt weniger auf als klassische Module mit Rahmen und Aufständerung.
Der Ertrag an senkrechten Fassaden ist jedoch geringer als auf geneigten Dächern, da weniger Sonnenlicht auftrifft. PV-Folie an Fassaden eignet sich daher eher als Ergänzung zu einer Dachanlage, nicht als Hauptquelle der Stromerzeugung.
Für Einfamilienhäuser mit tragfähigem Dach ist PV-Folie keine empfehlenswerte Option. Der geringe Wirkungsgrad, die kürzere Lebensdauer und die höheren Kosten pro erzeugter Kilowattstunde sprechen klar für klassische Glasmodule.
Wer langfristig Stromkosten sparen und von maximaler Leistung profitieren möchte, ist mit einer Photovoltaikanlage aus hochwertigen Glas-Glas-Modulen besser beraten.
PV-Folie bietet einige interessante Eigenschaften, die sie von klassischen Solarpanels unterscheiden. Ob diese Eigenschaften im konkreten Fall ein Vorteil oder Nachteil sind, hängt stark vom geplanten Einsatzgebiet ab. Für mobile Anwendungen auf Wohnmobilen oder Booten können Flexibilität und geringes Gewicht entscheidend sein. Für Hausbesitzer, die maximale Erträge über Jahrzehnte erzielen möchten, fallen dieselben Punkte kaum ins Gewicht.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eigenschaften zusammen und stellt sie den Merkmalen klassischer Glasmodule gegenüber:
Für klassische Hausdächer überwiegen die Nachteile deutlich. PV-Folie ist eine Nischenlösung für spezielle Anwendungen, bei denen Gewicht und Flexibilität wichtiger sind als maximale Leistung und Langlebigkeit.
PV-Folie ist für klassische Einfamilienhäuser keine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zu Glasmodulen. Der geringe Wirkungsgrad von 5–10 %, die kürzere Lebensdauer von 10–20 Jahren und die höheren Kosten pro erzeugter Kilowattstunde sprechen eine klare Sprache. Wer maximale Erträge und jahrzehntelange Zuverlässigkeit sucht, ist mit hochwertigen Glas-Glas-Modulen besser beraten.
Ihre Stärken spielt PV-Folie dort aus, wo klassische Module nicht montiert werden können: auf Wohnmobilen, Booten, Balkonen oder an Fassaden. Hier zählen Gewicht, Flexibilität und einfache Montage mehr als maximaler Ertrag.
Hier finden Sie heraus, ob sich eine PV-Anlage auch für Ihr Haus lohnt:
Technisch ist eine Selbstmontage bei kleinen Anwendungen wie Wohnmobilen oder Balkonen möglich. Für den Anschluss ans Hausnetz ist jedoch ein Elektriker erforderlich. Ohne fachgerechte Installation erlischt zudem die Herstellergarantie und es kann Probleme mit der Versicherung geben.
Ja, es gibt teiltransparente Solarfolien, die auf Glasflächen aufgebracht werden können. Der Wirkungsgrad liegt jedoch noch niedriger als bei herkömmlichen PV-Folien, oft unter 5 %. Die Technologie befindet sich noch in der Entwicklung und ist für die private Stromversorgung derzeit kaum relevant.
Ja, PV-Folien erzeugen auch bei diffusem Licht Strom. Der Ertrag ist bei Bewölkung jedoch deutlich geringer als bei direkter Sonneneinstrahlung. Das gilt für alle Photovoltaik-Technologien, bei PV-Folien fällt der ohnehin niedrigere Wirkungsgrad aber stärker ins Gewicht.
Ja, PV-Folien können wie klassische Solarmodule mit einem Stromspeicher kombiniert werden. Voraussetzung ist ein kompatibler Wechselrichter. Bei kleinen mobilen Anwendungen kommen oft spezielle Laderegler zum Einsatz.
Für die meisten Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern ist keine Baugenehmigung erforderlich. Das gilt auch für PV-Folien. Ausnahmen können bei denkmalgeschützten Gebäuden oder in bestimmten Bebauungsplangebieten bestehen. Die Anlage muss aber immer beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister angemeldet werden.