PV-Folie: Lohnt sich die flexible Solartechnik für Ihr Dach?

Aktualisiert:
04.02.2026
Lesezeit:
6 Minuten
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PV-Folie: Das Wichtigste in Kürze

  • PV-Folien bestehen aus dünnen, flexiblen Solarzellen und lassen sich auf verschiedene Oberflächen aufkleben. Dadurch eignen sie sich für mobile Anwendungen, Leichtbaudächer oder Fassaden.
  • Der Wirkungsgrad von PV-Folien liegt bei 5–10 %, während klassische Glasmodule 18–22 % erreichen. Für die gleiche Strommenge wird also deutlich mehr Dachfläche benötigt.
  • Die Lebensdauer beträgt etwa 10–20 Jahre mit einer Degradation von 1–2 % pro Jahr. Glasmodule halten 25–40 Jahre bei unter 0,5 % Leistungsverlust jährlich.
  • Für klassische Hausdächer sind Glas-Glas-Module oder Glas-Folie-Module wirtschaftlich die bessere Wahl. PV-Folien haben ihre Stärken in Nischenanwendungen wie Wohnmobilen, Booten oder Balkonen.
  • PV-Folien sind rechtlich klassischen Solarmodulen gleichgestellt. EEG-Einspeisevergütung, KfW-Kredite und regionale Förderprogramme können genutzt werden.

Photovoltaik Folie klingt verlockend: dünn, leicht, flexibel und einfach aufzukleben. Doch wie viel Strom erzeugt eine solche Folie tatsächlich? Und rechnet sich die Investition für ein Einfamilienhaus? Dieser Artikel liefert einen Überblick über Wirkungsgrade, Kosten, Haltbarkeit und Einsatzgebiete von PV-Folien. Außerdem zeigt er, wo die Grenzen liegen und wann klassische Solarmodule die bessere Wahl sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist PV-Folie und wie unterscheidet sie sich von Solarmodulen?

PV-Folie besteht aus dünnen, flexiblen Solarzellen, die auf ein biegsames Trägermaterial aufgebracht werden. Im Gegensatz zu klassischen Solarmodulen mit starrem Glasaufbau lässt sich die Folie auf gekrümmte Oberflächen, Dächer mit geringer Tragfähigkeit oder mobile Anwendungen aufkleben.

Die Herstellung erfolgt durch das Auftragen von Halbleitermaterialien auf flexible Substrate. Dadurch sind PV-Folien deutlich leichter als Glasmodule und benötigen keine aufwendigen Montagesysteme. Allerdings erreichen sie nur einen Wirkungsgrad von 5–10 %, während monokristalline Solarmodule 18–22 % schaffen.

Der Begriff „PV-Folie" wird oft mit „Glas-Folie-Modulen" verwechselt. Das sind jedoch zwei völlig unterschiedliche Technologien.

Was ist der Unterschied zwischen PV-Folie, Glas-Folie-Modulen und Glas-Glas-Modulen?

Der Unterschied liegt im Aufbau: PV-Folien sind komplett flexible Dünnschichtprodukte, während Glas-Folie- und Glas-Glas-Module starre Konstruktionen mit unterschiedlichen Rückseiten sind.

Merkmal PV-Folie (flexibel) Glas-Folie-Modul Glas-Glas-Modul
Aufbau Dünnschicht-Solarzellen auf flexiblem Substrat Glasfront + Kunststofffolie (Rückseite) Glasfront + Glasrückseite
Flexibilität Hoch, biegbar Keine Keine
Gewicht Sehr leicht (ca. 1–3 kg/m²) Mittel (ca. 10–12 kg/m²) Schwerer (ca. 12–18 kg/m²)
Wirkungsgrad 5–10 % 18–22 % 20–22 %
Lebensdauer 10–20 Jahre 25–30 Jahre 30–40 Jahre
Degradation pro Jahr 1–2 % 0,6–0,8 % 0,4–0,5 %
Typische Anwendung Wohnmobil, Boot, Leichtbaudach, Fassade Standard-Hausdach Langfristige Hausdach-Projekte

Zusammengefasst unterscheiden sich die verschiedenen Modultypen also wie folgt:

  • PV-Folie: Komplett flexibel, geringer Wirkungsgrad, für Spezialanwendungen
  • Glas-Folie-Modul: Klassisches Solarmodul mit Kunststoff-Rückseite, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Glas-Glas-Modul: Robuster, langlebiger, höhere Anfangsinvestition, aber geringere Degradation über die Jahre

Gut zu wissen: Enpal verbaut ausschließlich bifaziale Glas-Glas-Module mit hochwertiger TOPCon-Technologie, die 30 Jahre Leistungsgarantie bieten.

Wie hoch ist der Wirkungsgrad von PV-Folie im Vergleich zu Glasmodulen?

Der Wirkungsgrad von PV-Folien liegt unter realen Bedingungen bei etwa 5–10 %, während monokristalline Glasmodule 18–22 % erreichen. Das bedeutet: Aus der gleichen Sonneneinstrahlung erzeugt eine PV-Folie nur etwa halb so viel Strom wie ein hochwertiges Glasmodul.

Der niedrigere Wirkungsgrad ergibt sich aus der Dünnschicht-Technologie. Die Halbleiterschicht ist bei PV-Folien nur wenige Mikrometer dick, während kristalline Solarzellen deutlich mehr aktives Material enthalten. Zudem fehlt bei flexiblen Folien die Möglichkeit, Licht von der Rückseite zu nutzen, wie es bifaziale Module können.

Modultyp Wirkungsgrad (Praxis) Technologie
PV-Folie (flexibel) 5–10 % Dünnschicht (amorph, CIGS)
Dünnschichtmodule (starr) 10–16 % CdTe, CIGS
Polykristalline Module 15–18 % Silizium
Monokristalline Module 18–22 % Silizium
TOPCon-Module 22–25 % Silizium (neueste Technologie)

Wie viel Dachfläche benötigt eine PV-Folie für 10 kWp?

Für eine 10-kWp-Anlage benötigt PV-Folie etwa 100–200 m² Dachfläche, während Glasmodule nur 50–60 m² brauchen. Der höhere Flächenbedarf ergibt sich direkt aus dem geringeren Wirkungsgrad.

Modultyp Flächenbedarf pro kWp Fläche für 10 kWp
PV-Folie (5–10 %) 10–20 m² 100–200 m²
Polykristalline Module (15–18 %) 7–10 m² 70–100 m²
Monokristalline Module (18–22 %) 6–9 m² 60–90 m²

Beispiel: Was passt auf ein 50-m²-Dach?

Ein typisches Einfamilienhaus hat etwa 60 m² nutzbare Dachfläche nach Abzug von Schornstein, Dachfenstern und Abständen.

  • Mit Glasmodulen: ca. 7–10 kWp Leistung möglich → Jahresertrag etwa 7.000–10.000 kWh
  • Mit PV-Folie: ca. 3–6 kWp Leistung möglich → Jahresertrag etwa 3.000–6.000 kWh

Das bedeutet: Bei begrenzter Dachfläche erzeugen Glasmodule etwa doppelt so viel Strom wie PV-Folien.

Für welche Dachtypen ist PV-Folie geeignet?

PV-Folie eignet sich vor allem für Dächer, die klassische Glasmodule nicht tragen können. Dazu zählen Leichtbaukonstruktionen, Foliendächer, Trapezblech und mobile Anwendungen. Für Standarddächer an Einfamilienhäusern sind Glasmodule in der Regel die bessere Wahl.

Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab: Tragfähigkeit, Dachneigung und Material. Die folgende Checkliste zeigt auf einen Blick, ob PV-Folie für Ihr Dach infrage kommt oder ob Glasmodule die bessere Wahl sind.

Checkliste: Ist PV-Folie für Ihr Dach geeignet?

Kriterium PV-Folie Glasmodule
Tragfähigkeit unter 10 kg/m² ✓ Ja (PV-Folie wiegt nur 2–4 kg/m²) ✗ Nein
Tragfähigkeit 25 kg/m² oder mehr Möglich, aber unwirtschaftlich ✓ Ja
Foliendach (EPDM, PVC, Bitumen) ✓ Möglich, Montagesystem prüfen Mit speziellem Montagesystem möglich
Trapezblech / Wellblech ✓ Ja ✓ Ja, mit Klemmsystem
Ziegeldach / Betondach Technisch möglich, aber unwirtschaftlich ✓ Ja
Flachdach mit Aufständerung Nicht sinnvoll (Aufständerung wiegt 30–50 kg/m²) ✓ Ja, wenn Statik es erlaubt
Dachneigung über 30° Bedingt (Haftung und Montage prüfen) ✓ Ja
Denkmalgeschütztes Gebäude Möglich (optisch dezenter) Genehmigung erforderlich

Die Tragfähigkeit eines Dachs lässt sich nicht pauschal beurteilen. Sie hängt von der Bauweise, dem Alter des Gebäudes und den vorhandenen Lastreserven ab. Die Angabe „25 kg/m²" gilt als Richtwert für Flachdächer, bei Schrägdächern mit Ziegeldeckung sind die Reserven meist größer. 

Wer unsicher ist, sollte vor der Installation einen Statiker hinzuziehen. Das gilt besonders bei Gebäuden vor 1980, bei sichtbaren Durchbiegungen oder wenn bereits andere Lasten wie eine Dachbegrünung vorhanden sind.

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Was kostet PV-Folie im Vergleich zu Standardmodulen?

PV-Folien sind in der Herstellung günstiger als Glasmodule, durch den geringeren Wirkungsgrad liegen die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde jedoch höher. Ein direkter Preisvergleich pro kWp ist schwierig, da flexible Solarfolien häufig nach Fläche (€/m²) statt nach Leistung verkauft werden und der Markt weniger standardisiert ist als bei klassischen Modulen.

Die Kostenlogik im Überblick:

  • Materialkosten: Die Produktion von PV-Folien ist einfacher, da keine schweren Glasschichten und aufwendigen Rahmen benötigt werden. Das Material selbst ist daher tendenziell günstiger.
  • Kosten pro kWp: Durch den geringeren Wirkungsgrad wird für die gleiche Leistung deutlich mehr Fläche benötigt. Das macht PV-Folien pro installiertem kWp oft teurer als Glasmodule.
  • Montagekosten: Die Photovoltaik Montage ist einfacher und erfordert keine schwere Unterkonstruktion. Allerdings sind spezialisierte Fachbetriebe selten, was die Verfügbarkeit einschränkt und regional zu höheren Preisen führen kann.
  • Gesamtwirtschaftlichkeit: Da PV-Folien weniger Strom pro Fläche erzeugen und eine kürzere Lebensdauer haben, sind die Stromgestehungskosten höher als bei Glasmodulen.

PV-Folie im Preisvergleich: Modulkosten pro kWp

Modultyp Preis pro kWp (Modul, ohne Montage)
Glas-Folie-Module (Standard) ca. 120–150 €
Glas-Glas-Module ca. 150–200 €
Dünnschichtmodule ca. 80–120 €
Flexible PV-Folie Kein standardisierter Marktpreis
Hinweis: Für flexible PV-Folien existiert kein etablierter Marktpreis pro kWp, da die Produkte stark variieren und oft für Nischenanwendungen (Wohnmobil, Boot) verkauft werden. Einzelne Anbieter nennen Preise zwischen 150 und 400 € pro kWp, diese Angaben sind jedoch nicht repräsentativ.

Wie hoch sind die Montagekosten und wie finde ich einen Installateur?

Die Montage von PV-Folie ist technisch einfacher als bei Glasmodulen, weil die Folie oft direkt auf den Untergrund geklebt wird. Bei klassischen Glasmodulen ist dagegen eine PV Unterkonstruktion erforderlich. Zu dieser zählen unter anderem Dachhaken mit Schienen bei Schrägdächern oder eine Aufständerung mit Ballastierung bei Flachdächern.

Für klassische Glasmodule liegen die Montagekosten bei etwa 200–400 € pro kWp, inklusive Montagesystem und Arbeitszeit. Bei PV-Folien fehlen verlässliche Marktdaten zu Montagekosten, da die meisten Installationen im Bereich Wohnmobil, Boot oder Spezialanwendungen stattfinden und nicht mit Hausdach-Projekten vergleichbar sind.

Wer einen Installateur für PV-Folie sucht, sollte bei spezialisierten Anbietern für Dünnschichtmodule oder Leichtbau-Photovoltaik anfragen. Für klassische Hausdach-Anlagen mit Glasmodulen ist die Auswahl an Fachbetrieben deutlich größer.

Wann rechnet sich PV-Folie?

PV-Folie amortisiert sich aufgrund des geringeren Photovoltaik Ertrags und der kürzeren Lebensdauer später als klassische Glasmodule. In Nischenanwendungen wie Wohnmobilen oder statisch schwachen Dächern kann sie dennoch sinnvoll sein, wenn keine Alternative existiert.

Glasmodule vs. PV-Folie: Zwei Szenarien im Vergleich

Die folgende Beispielrechnung vergleicht zwei Szenarien: eine 10-kWp-Anlage mit Glasmodulen und eine Anlage mit PV-Folie auf gleicher Dachfläche.

Szenario 1: Glasmodule auf 60 m² Dachfläche

Kennzahl Wert
Installierte Leistung ca. 10 kWp
Jahresertrag (Durchschnitt Deutschland) ca. 9.500 kWh
Eigenverbrauchsanteil (geschätzt) 30 % (2.850 kWh)
Einspeisung 70 % (6.650 kWh)
Ersparnis Eigenverbrauch (0,32 €/kWh) ca. 912 € pro Jahr
Einspeisevergütung (0,08 €/kWh) ca. 532 € pro Jahr
Gesamtertrag pro Jahr ca. 1.444 €
Lebensdauer 25–40 Jahre

Szenario 2: PV-Folie auf 60 m² Dachfläche

Kennzahl Wert
Installierte Leistung ca. 3–6 kWp (wegen geringerem Wirkungsgrad)
Jahresertrag (Durchschnitt Deutschland) ca. 2.850–5.700 kWh
Eigenverbrauchsanteil (geschätzt) 30 % (855–1.710 kWh)
Einspeisung 70 % (1.995–3.990 kWh)
Ersparnis Eigenverbrauch (0,32 €/kWh) ca. 274–547 € pro Jahr
Einspeisevergütung (0,08 €/kWh) ca. 160–319 € pro Jahr
Gesamtertrag pro Jahr ca. 434–866 €
Lebensdauer 10–20 Jahre

Wann amortisiert sich PV-Folie?

Faktor Glasmodule PV-Folie
Jährlicher Ertrag ca. 1.444 € ca. 434–866 €
Lebensdauer 25–40 Jahre 10–20 Jahre
Gesamtertrag über Lebensdauer ca. 36.000–58.000 € ca. 4.300–17.000 €

Hinweis: Die Beispielrechnung basiert auf Durchschnittswerten für Deutschland. Der tatsächliche Ertrag hängt von Standort, Ausrichtung, Verschattung und Eigenverbrauch ab.

Die Zahlen zeigen: Auf gleicher Fläche erwirtschaften Glasmodule über ihre Lebensdauer etwa das Drei- bis Vierfache im Vergleich zu PV-Folien. Hinzu kommt, dass PV-Folien früher ersetzt werden müssen.

Wie schnell verliert PV-Folie an Leistung?

Die Degradation beschreibt den jährlichen Leistungsverlust eines Solarmoduls. Bei PV-Folien liegt dieser Wert deutlich höher als bei Glasmodulen, was sich über die Jahre summiert.

Modultyp Degradation pro Jahr Leistung nach 10 Jahren Leistung nach 20 Jahren
PV-Folie 1–2 % ca. 80–90 % ca. 65–80 %
Glas-Folie-Modul 0,6–0,8 % ca. 92–94 % ca. 85–88 %
Glas-Glas-Modul 0,4–0,5 % ca. 95–96 % ca. 90–92 %

Nach 20 Jahren liefert ein Glas-Glas-Modul noch über 90 % seiner ursprünglichen Leistung. Eine PV-Folie hat zu diesem Zeitpunkt bereits 20–35 % verloren und erreicht oft das Ende ihrer Lebensdauer.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf Produkte mit unabhängigen Zertifizierungen achten und die Garantiebedingungen genau prüfen. Hochwertige PV-Folien bieten Garantien von 10–15 Jahren, während Glas-Glas-Module oft 25–30 Jahre Leistungsgarantie mitbringen.

Wie robust ist PV-Folie bei Hagel, Sturm und UV-Strahlung?

PV-Folien sind weniger widerstandsfähig als Glasmodule. Zu konkreten Prüfnormen wie Hagelklassen oder Windlastwerten liegen für flexible Solarfolien kaum standardisierte Daten vor, da die meisten Produkte nicht für den dauerhaften Einsatz auf Hausdächern konzipiert sind.

Glasmodule werden nach internationalen Normen (IEC 61215, IEC 61730) geprüft und müssen definierte Tests bestehen, etwa Hagelschlag mit Eiskugeln oder mechanische Belastung. Für PV-Folien fehlen solche einheitlichen Standards weitgehend.

Belastung PV-Folie Glasmodule
Hagel Empfindlicher, kaum Prüfnormen verfügbar Hagelklasse 3–4 (Eiskugeln bis 35 mm)
Windlast Abhängig von Verklebung/Befestigung Geprüft nach IEC-Norm (bis 2.400 Pa)
UV-Strahlung Schnellere Alterung möglich Langzeitstabil durch Glasabdeckung
Mechanische Belastung Kratz- und druckempfindlich Gehärtetes Glas, hohe Belastbarkeit
Feuchtigkeit Variiert je nach Kapselung Dichte Versiegelung nach Norm

Die fehlenden Prüfstandards bedeuten nicht, dass alle PV-Folien minderwertig sind. Hochwertige Produkte für den Marinebereich oder Wohnmobile sind oft robust konstruiert. Für den Einsatz auf Hausdächern sollte jedoch genau geprüft werden, welche Garantien und Zertifikate der Hersteller bietet.

Welche Förderungen gelten für PV-Folie?

PV-Folien sind rechtlich klassischen Solarmodulen gleichgestellt. Alle Photovoltaik Förderungen, die für Solaranlagen gelten, können auch für Anlagen mit flexiblen Solarfolien genutzt werden, sofern die technischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Fördermöglichkeiten für PV-Folie im Überblick

  • EEG-Einspeisevergütung: Für Strom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird, gilt die gesetzliche Einspeisevergütung von derzeit ca. 8 Cent/kWh. Das gilt unabhängig vom Modultyp.
  • KfW-Kredite: Der KfW-Kredit 270 „Erneuerbare Energien – Standard" kann für Photovoltaikanlagen mit PV-Folie beantragt werden. Voraussetzung ist, dass die Anlage ans öffentliche Netz angeschlossen wird.
  • Regionale Förderprogramme: Einige Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Zuschüsse für Photovoltaik. Ob PV-Folien förderfähig sind, hängt von den jeweiligen Programmbedingungen ab.
  • Steuervorteile: Seit 2023 gilt für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp die Mehrwertsteuerbefreiung (0 % MwSt.). Das gilt auch für PV-Folien.

Wichtig: Die Photovoltaik Förderung ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die Anlage muss fachgerecht installiert und beim Netzbetreiber angemeldet werden. Bei mobilen Anwendungen wie Wohnmobilen oder Booten, die nicht ans Stromnetz angeschlossen sind, entfällt die Einspeisevergütung.

Wofür eignet sich PV-Folie wirklich?

PV-Folie eignet sich vor allem für Anwendungen, bei denen klassische Glasmodule nicht montiert werden können. Ihre Stärken sind geringes Gewicht, Flexibilität und einfache Befestigung. Auf klassischen Hausdächern ist sie jedoch keine wirtschaftliche Alternative.

Mobile Anwendungen: Wohnmobil, Camper und Boot

Für Wohnmobile, Camper und Boote ist PV-Folie eine sinnvolle Wahl. Das geringe Gewicht von 2–4 kg/m² belastet die Zuladung kaum, und die flexible Form passt sich an gewölbte Oberflächen an. Die Folie wird direkt aufgeklebt und benötigt keine Dachdurchdringung.

Typische Leistungen liegen bei 100–400 Wp pro Modul. Das reicht aus, um Bordbatterien zu laden, Kühlboxen zu betreiben oder kleine Verbraucher mit Strom zu versorgen. Für den autarken Betrieb unterwegs zählt nicht der maximale Wirkungsgrad, sondern die Möglichkeit, überhaupt Strom zu erzeugen.

Balkon und Mietwohnung

Für Mieter bietet PV-Folie den Vorteil, dass sie ohne Bohren montiert und bei Auszug wieder abgenommen werden kann. Flexible Module lassen sich mit Klett, Kabelbindern oder speziellen Halterungen am Balkongeländer befestigen.

Allerdings ist die erzeugte Strommenge begrenzt. Ein flexibles 100-Wp-Modul liefert in Deutschland etwa 80–100 kWh pro Jahr. Für größere Einsparungen sind klassische Balkonkraftwerke mit starren Modulen oft die bessere Wahl, da sie mehr Leistung pro Fläche bieten.

Fassaden und Sonderflächen

An Fassaden, Carports oder ungewöhnlichen Gebäudeformen kann PV-Folie eine optisch dezente Lösung sein. Die dünne Bauweise fällt weniger auf als klassische Module mit Rahmen und Aufständerung.

Der Ertrag an senkrechten Fassaden ist jedoch geringer als auf geneigten Dächern, da weniger Sonnenlicht auftrifft. PV-Folie an Fassaden eignet sich daher eher als Ergänzung zu einer Dachanlage, nicht als Hauptquelle der Stromerzeugung.

Wo PV-Folie wenig sinnvoll ist

Für Einfamilienhäuser mit tragfähigem Dach ist PV-Folie keine empfehlenswerte Option. Der geringe Wirkungsgrad, die kürzere Lebensdauer und die höheren Kosten pro erzeugter Kilowattstunde sprechen klar für klassische Glasmodule.

Wer langfristig Stromkosten sparen und von maximaler Leistung profitieren möchte, ist mit einer Photovoltaikanlage aus hochwertigen Glas-Glas-Modulen besser beraten.

Welche Vor- und Nachteile hat PV-Folie?

PV-Folie bietet einige interessante Eigenschaften, die sie von klassischen Solarpanels unterscheiden. Ob diese Eigenschaften im konkreten Fall ein Vorteil oder Nachteil sind, hängt stark vom geplanten Einsatzgebiet ab. Für mobile Anwendungen auf Wohnmobilen oder Booten können Flexibilität und geringes Gewicht entscheidend sein. Für Hausbesitzer, die maximale Erträge über Jahrzehnte erzielen möchten, fallen dieselben Punkte kaum ins Gewicht.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eigenschaften zusammen und stellt sie den Merkmalen klassischer Glasmodule gegenüber:

Vorteile Nachteile
Plus Icon Sehr geringes Gewicht (2–4 kg/m²) Minus Icon Wirkungsgrad nur 5–10 % statt 18–22 %
Plus Icon Flexibel und biegbar (bis 30°) Minus Icon Lebensdauer 10–20 Jahre statt 25–40 Jahre
Plus Icon Kein schweres Montagesystem nötig Minus Icon Höhere Degradation (1–2 % pro Jahr)
Plus Icon Montage ohne Dachdurchdringung möglich Minus Icon Größerer Flächenbedarf für gleiche Leistung
Plus Icon Ideal für Wohnmobil, Boot, Balkon Minus Icon Weniger Installateure mit Erfahrung verfügbar
Plus Icon Optisch unauffällig Minus Icon Kaum standardisierte Prüfnormen
Plus Icon Einfach zu transportieren Minus Icon Geringere Robustheit bei Hagel und mechanischer Belastung
Plus Icon Bei Umzug mitnehmbar Minus Icon Höhere Kosten pro erzeugter kWh

Für klassische Hausdächer überwiegen die Nachteile deutlich. PV-Folie ist eine Nischenlösung für spezielle Anwendungen, bei denen Gewicht und Flexibilität wichtiger sind als maximale Leistung und Langlebigkeit.

Fazit

PV-Folie ist für klassische Einfamilienhäuser keine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zu Glasmodulen. Der geringe Wirkungsgrad von 5–10 %, die kürzere Lebensdauer von 10–20 Jahren und die höheren Kosten pro erzeugter Kilowattstunde sprechen eine klare Sprache. Wer maximale Erträge und jahrzehntelange Zuverlässigkeit sucht, ist mit hochwertigen Glas-Glas-Modulen besser beraten.

Ihre Stärken spielt PV-Folie dort aus, wo klassische Module nicht montiert werden können: auf Wohnmobilen, Booten, Balkonen oder an Fassaden. Hier zählen Gewicht, Flexibilität und einfache Montage mehr als maximaler Ertrag.

Hier finden Sie heraus, ob sich eine PV-Anlage auch für Ihr Haus lohnt:

Häufig gestellte Fragen zu PV Folie

Kann ich PV-Folie selbst installieren?

Technisch ist eine Selbstmontage bei kleinen Anwendungen wie Wohnmobilen oder Balkonen möglich. Für den Anschluss ans Hausnetz ist jedoch ein Elektriker erforderlich. Ohne fachgerechte Installation erlischt zudem die Herstellergarantie und es kann Probleme mit der Versicherung geben.

Gibt es transparente PV-Folien für Fenster?

Ja, es gibt teiltransparente Solarfolien, die auf Glasflächen aufgebracht werden können. Der Wirkungsgrad liegt jedoch noch niedriger als bei herkömmlichen PV-Folien, oft unter 5 %. Die Technologie befindet sich noch in der Entwicklung und ist für die private Stromversorgung derzeit kaum relevant.

Funktioniert PV-Folie auch bei bewölktem Himmel?

Ja, PV-Folien erzeugen auch bei diffusem Licht Strom. Der Ertrag ist bei Bewölkung jedoch deutlich geringer als bei direkter Sonneneinstrahlung. Das gilt für alle Photovoltaik-Technologien, bei PV-Folien fällt der ohnehin niedrigere Wirkungsgrad aber stärker ins Gewicht.

Kann ich PV-Folie mit einem Stromspeicher kombinieren?

Ja, PV-Folien können wie klassische Solarmodule mit einem Stromspeicher kombiniert werden. Voraussetzung ist ein kompatibler Wechselrichter. Bei kleinen mobilen Anwendungen kommen oft spezielle Laderegler zum Einsatz.

Brauche ich für PV-Folie eine Genehmigung?

Für die meisten Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern ist keine Baugenehmigung erforderlich. Das gilt auch für PV-Folien. Ausnahmen können bei denkmalgeschützten Gebäuden oder in bestimmten Bebauungsplangebieten bestehen. Die Anlage muss aber immer beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister angemeldet werden.

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