

Glas-Glas-Solarmodule gewinnen aktuell an Aufmerksamkeit, denn sie heben sich durch ihre Bauweise und Effizienz von herkömmlichen Modulen in Photovoltaikanlagen ab. Doch was genau sind Glas-Glas-Solarmodule und wie unterscheiden sie sich von anderen PV-Modultypen? Dieser Artikel beleuchtet die Funktionsweise, die Vor- und Nachteile sowie die Kosten von Glas-Glas-Solarmodulen.
Glas-Glas-Solarmodule besitzen sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite eine Glasschicht. Solche Module werden auch bifaziale Solarmodule genannt. Die Solarzellen sind zwischen den beiden Glasscheiben eingebettet und durch eine transparente Einbettungsfolie geschützt. Diese Bauweise macht die Module widerstandsfähiger gegen Witterungseinflüsse, mechanische Belastungen und Feuchtigkeit.

Bei Glas-Folie-Modulen hingegen wird das Rückglas durch eine dünne, flexible Photovoltaik Folie (z. B. Tedlar) ersetzt. Die ist jedoch anfälliger für UV, Feuchtigkeit und mechanische Schäden.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Glas-Glas und Glas-Folie sind hier nochmal im Detail aufgelistet:
Glas-Glas-Solarmodule vereinen zahlreiche Vorteile. Die wichtigsten Aspekte haben wir in dieser Tabelle zusammengefasst:
Die wichtigsten Vorteile liegen in der erhöhten Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse, geringerer Degradation und längeren Garantien von bis zu 30 Jahren.
Glas-Glas-Module verlieren über die Jahre weniger Leistung. Während Glas-Folie-Module nach 25 Jahren häufig nur noch 85–87 % ihrer Leistung liefern, erreichen Glas-Glas-Solarmodule nach derselben Zeit meist noch über 90 %. Das liegt an der dichten Konstruktion, die Feuchtigkeit und Sauerstoff fernhält – zwei Hauptursachen für Degradation.
Ein weiterer Vorteil ist die Resistenz gegen PID (Potential Induced Degradation). Dieses Phänomen tritt auf, wenn Spannung zwischen Solarzellen und Modulrahmen entsteht und zu Leistungsverlusten führt. Glas-Glas-Module sind durch ihre doppelte Glasschicht praktisch immun dagegen.
Zusätzlich bieten viele Hersteller längere Garantien von bis zu 30 Jahren, während Standard-Module oft nur 10–12 Jahre Produktgarantie erhalten. Das schafft Planungssicherheit und reduziert das Risiko von Austauschkosten.
Die etwas höheren Anschaffungskosten sind der Hauptnachteil. Bei einer typischen 10-kWp-Anlage bedeutet das Mehrkosten von rund 1.000–1.500 €. Diese Differenz relativiert sich allerdings meist über die längere Lebensdauer.
Das Zusatzgewicht von Glas-Glas-Modulen beträgt etwa 10 % verglichen mit Standard-Modulen. Für moderne Häuser und alte Häuser mit stabilen Dachstühlen stellt diese Zusatzlast in der Regel kein Problem dar. Bei älteren Häusern mit schwächeren, verformten oder beschädigten Dachstühlen kann eine Statikprüfung wichtig werden. Dies gilt allerdings generell vor der Photovoltaik Montage, unabhängig davon, ob Glas-Glas-Module oder Standard-Module verwendet werden.
Ein weiterer Nachteil ist die begrenzte Verfügbarkeit: Nicht alle Hersteller bieten Glas-Glas-Varianten an, und die Auswahl ist kleiner als bei Standard-Modulen.
Gut zu wissen: Enpal setzt ausschließlich auf die qualitativ hochwertigen bifazialen Glas-Glas-Solarmodule mit TOPCon-Technologie.
Glas-Glas-Module kosten pro kWp etwa 10–15 % mehr als Glas-Folie-Solarmodule. Der Unterschied ergibt sich aus den höheren Materialkosten für die zweite Glasschicht und der aufwendigeren Produktion. Während Standard-Module im Durchschnitt 1.300–1.600 € pro kWp kosten (inklusive Installation), liegen Glas-Glas-Module bei 1.500–2.000 € pro kWp. Diese Preise gelten für typische Wohnhausanlagen und können je nach Hersteller, Modultyp und regionalem Anbieter variieren.
Ein Vergleich der Gesamtkosten zeigt die Unterschiede deutlich:
Die Mehrkosten mögen auf den ersten Blick hoch erscheinen, relativieren sich jedoch über die längere Lebensdauer und geringere Degradation. Eine Glas-Glas-Anlage produziert über 30 Jahre hinweg etwa 5–8 % mehr Strom als eine vergleichbare Glas-Folie-Anlage, weil der jährliche Leistungsverlust geringer ausfällt.
Eine 10-kWp-Anlage mit Glas-Glas-Solarmodulen kostet inklusive Installation zwischen 15.000 € und 18.000 €, während Standard-Module bei 14.500–17.000 € liegen. Diese Preise beinhalten Module, Wechselrichter, Montagesystem, Verkabelung und Installation. Optional kommen Kosten für einen Stromspeicher (zusätzlich 8.000–12.000 € für 10 kWh) oder eine Wallbox hinzu. Glas-Glas-Module sind in allen Leistungsklassen erhältlich, von kleinen 5-kWp-Anlagen bis zu größeren 15-kWp-Systemen.
Tipp: Bei der Kostenplanung können Hausbesitzer auch die mögliche Photovoltaik Förderung berücksichtigen. Auch Finanzierungsmodelle wie Enpal EasyFlex ermöglichen die einfache Anschaffung einer Solaranlage.
Glas-Glas-Module erreichen eine Lebensdauer von 30–40 Jahren mit einer Degradationsrate von unter 0,5 % pro Jahr. Die doppelte Glasschicht schützt die Solarzellen vor Feuchtigkeit, UV-Strahlung und mechanischen Belastungen, was die Alterung verlangsamt.
Beide Modultypen verlieren im ersten Jahr etwa 2–3 % durch Light-Induced Degradation. Danach sinkt die Leistung bei Glas-Glas-Solarmodulen nur noch um circa 0,4–0,5 % pro Jahr, bei Standard-Modulen hingegen um etwa 0,6–0,8 Prozent. Über 25 Jahre ergibt das einen Vorteil von rund 5–8 Prozentpunkten für Glas-Glas.
Degradation von Glas-Glas und Glas-Folie-Solarmodulen im Vergleich
Eine 10-kWp-Anlage liefert dann mit Glas-Glas-Modulen ungefähr 9.000 kWh pro Jahr, während eine Standardanlage etwa 8.500 kWh erreicht. Insgesamt ergibt sich so über die Lebensdauer ein Mehrertrag von mehreren tausend Kilowattstunden zugunsten der Glas-Glas-Module.
Hinweis: Jahreserträge hängen von Standort und Ausrichtung ab. Für 10 kWp liegen typische Spannen in Deutschland bei ca. 8.000–10.500 kWh/Jahr (Ost/West eher niedriger, Süd mit 30° Neigung höher). Einzelwerte sind Richtwerte und sollten projektspezifisch berechnet werden.
Hinzu kommt: Beidseitig verglaste Solarpanels sind mechanisch deutlich robuster. Sie widerstehen hohen Schneelasten besser, verringern damit das Risiko von Brüchen und verlängern die Nutzungsdauer. Auch gegen Hagel sind sie widerstandsfähiger und bestehen strengere Tests, während Standard-Module eher beschädigt werden.
Feldmessungen zeigen, dass Glas-Glas-Solarmodule nach 25 Jahren noch über 90 % ihrer Ursprungsleistung liefern, während Glas-Folie-Module oft nur 85–87 % erreichen.
Bei einer 10-kWp-Anlage mit 35 % Eigenverbrauch amortisieren sich die Mehrkosten für Glas-Glas-Module nach etwa 12–15 Jahren gegenüber 10–12 Jahren bei Standard-Modulen. Die längere Amortisationszeit ergibt sich aus den höheren Anschaffungskosten, doch über die gesamte Lebensdauer hinweg liefern Glas-Glas-Solarmodule einen höheren Gesamtertrag.
Ein Beispiel: Familie Müller installiert eine 10-kWp-Anlage mit Glas-Glas-Modulen für 22.000 €.
Berechnung Jahresersparnis:
Amortisation und Mehrkosten:
Kurz gesagt: Trotz etwas längerer Amortisationszeit durch höhere Anschaffungskosten bieten Glas‑Glas‑Solarmodule über die Lebensdauer den besseren Deal. Dank stabilerer Leistung, höherem Gesamtertrag und zusätzlichem finanziellen Mehrwert, insbesondere bei soliden Eigenverbrauchsquoten.
Schon gewusst?
Die Kombination aus PV‑Anlage, Stromspeicher, Wärmepumpe und E‑Auto kann die Amortisationszeit um über 7 Jahre verkürzen.
Ja, im Regelfall ist das zusätzliche Solarmodul Gewicht von Glas-Glas-Panels bei Häuser mit stabilen Dachstühlen kein Problem. Schwächere, verformte oder beschädigte Dachstühle oder Dächer, die hohen Schneelasten dauerhaft ausgesetzt sind, sollten ohnehin von einem Statiker auf Tragfähigkeit geprüft werden. Dies gilt jedoch generell für die Installation von Photovoltaikanlagen, unabhängig vom verwendeten Modul.
Ein weiterer Faktor ist die Dachneigung: Bei flachen Dächern (unter etwa 15°) bleibt Schnee länger liegen und belastet das Dach stärker. Glas-Glas-Solarmodule sind zwar robust genug, entscheidend ist aber immer die Statik des ganzen Dachs. In schneereichen Regionen wie Süddeutschland, Österreich oder der Schweiz sollte der Installateur die Tragfähigkeit prüfen und bei Bedarf verstärken.
Eine verstärkte PV Unterkonstruktion ist nötig, wenn die Dachlast bereits nahe der Grenze liegt, der Dachstuhl schwächer, verformt oder beschädigt ist oder höhere Schneelasten zu erwarten sind.
Die folgende Checkliste hilft bei der Einschätzung:
Wichtig: Die Checkliste bietet grobe Orientierungspunkte, keine festen Regeln. Jede Dachkonstruktion ist individuell, und entscheidend ist immer die Gesamtlast (Module + Unterkonstruktion + ggf. Ballast + Schnee-/Windlast). Das Mehrgewicht von 3–6 kg/m² durch Glas‑Glas‑Module ist nur ein Teil der Rechnung.
Gut zu wissen: Enpal prüft grundsätzlich vor der Montage, ob das Dach geeignet ist oder möglicherweise zusätzliche Schritte notwendig sind.
Bei Neubauten ist eine Verstärkung in der Regel nicht nötig, da die Statik von Anfang an auf Solaranlagen ausgelegt werden kann. Auch bei Dachsanierungen lohnt es sich, direkt eine PV-taugliche Konstruktion einzuplanen.
Es gibt keine separaten Förderprogramme speziell für Glas-Glas-Module, sie profitieren jedoch von den gleichen KfW- und regionalen Förderungen wie alle Photovoltaikanlagen.
Die wichtigsten Förderungen für Photovoltaik in Deutschland sind:
Glas-Glas-Solarmodule sind eine langfristige Investition, die sich besonders für Hausbesitzer lohnt, die Wert auf Langlebigkeit, geringe Degradation und hohe Qualität legen.
Die Mehrkosten von 10–15 % gegenüber Standard-Modulen amortisieren sich über die verlängerte Lebensdauer von 30–40 Jahren und die höhere Restleistung nach 25 Jahren. Mit Garantien von bis zu 30 Jahren, nahezu vollständiger PID-Resistenz und höherer Robustheit bei Hagel und Schnee bieten Glas-Glas-Module ein überzeugendes Gesamtpaket.
Allerdings sollten Hausbesitzer realistisch kalkulieren: Das Mehrgewicht erfordert bei älteren Dächern eine Statikprüfung. Wer langfristig plant, hohe Eigenverbrauchsquoten erreicht und Wert auf stabile Erträge legt, trifft mit Glas-Glas-Modulen die richtige Wahl.
Hier finden Sie heraus, ob sich eine PV-Anlage auch für Ihr Haus lohnt:
Nein, nicht alle Glas-Glas-Module sind auch bifaziale Solarmodule.
Viele Glas-Glas-Solarmodule sind bifazial, es gibt jedoch auch monofaziale Varianten mit undurchsichtiger Rückseite.
Gut zu wissen: Enpal setzt ausschließlich auf die qualitativ hochwertigen bifazialen Glas-Glas-Solarmodule mit TOPCon-Technologie.
Die meisten Glas-Glas-Module sind nicht begehbar und sollten nicht betreten werden. Das Glas kann zwar Schneelasten und Hagelschlägen standhalten, ist jedoch nicht für punktuelle Belastungen durch Schuhe ausgelegt. Speziell verstärkte begehbare Module gibt es, diese kosten jedoch deutlich mehr und sind meist nur für Terrassen oder Parkplätze gedacht.
Der Wirkungsgrad von Glas-Glas-Modulen liegt bei 20–22 %, vergleichbar mit hochwertigen Glas-Folie-Modulen. Die doppelte Glasschicht beeinflusst den Wirkungsgrad kaum, da beide Glasschichten hoch transparent sind. Entscheidender ist die Zelltechnologie: PERC-, TOPCon- oder HJT-Zellen erreichen höhere Wirkungsgrade als Standard-Polykristalline Solarzellen.
Glas-Glas bezeichnet die Bauweise mit doppelter Glasschicht, Full-Black die optische Gestaltung mit schwarzem Rahmen, schwarzen Zellen und dunkler Rückseite. Ein Modul kann beides sein: Glas-Glas und trotzdem ein Full-Black-Modul.
Glas-Glas-Module wiegen etwa 21–26 kg/m², Standard-Module 18–20 kg/m². Ein typisches 400-Wp-Glas-Glas-Modul wiegt 22–24 kg, ein vergleichbares Standard-Modul 19–21 kg. Bei 25 Modulen ergibt das ein Mehrgewicht von 75–125 kg für die gesamte Anlage.
Ja, Glas-Glas-Module sind recycelbar. Die Glasschichten können zu 95 % wiederverwertet werden, die Solarzellen zu etwa 85 %. Das Recycling erfolgt über spezialisierte Anlagen, die Glas, Aluminium, Silizium und Kupfer trennen. In Deutschland übernimmt die PV Cycle-Organisation die kostenlose Rücknahme und Verwertung alter Module.
Wie bereits vorher angeschnitten, sind Glas-Glas-Solarmodule nahezu immun gegen potenzialinduzierte Degradation (PID), weil ihre doppelte Glasschicht Feuchtigkeit abhält und dadurch die für PID nötigen Leckströme verhindert. Im standardisierten Feuchte-Hitze-Test zeigen sie keine messbaren Leistungseinbußen, während Glas-Folie-Module unter denselben Bedingungen deutlich nachlassen.
Ein zweiter Punkt ist die Materialalterung. Glas-Glas-Solarmodule haben keine rückseitige Kunststofffolie, die durch UV-Strahlung verspröden, sich verfärben oder ablösen kann. Dadurch treten langfristig weniger Defekte wie Blasenbildung, Ablösungen oder Risse auf. Solche Schäden führen bei Glas-Folie-Modulen häufig zu Leistungsabfall und können im Extremfall einen Austausch ganzer Module nötig machen.
Unterm Strich bedeutet das: bessere Dichtigkeit, stabilere Leistung über die Jahre und niedrigere Folgekosten durch weniger Alterungsschäden.
PID kann bei Standard-Solarmodulen zu Ertragsverlusten von bis zu 30 % führen. Bei Glas-Glas-Modulen ist dieser Effekt in der Regel nicht erkennbar.
Ein Beispiel: Eine 10-kWp-Anlage mit Standard-Modulen produziert im ersten Jahr 10.000 kWh. Nach 5 Jahren tritt PID auf, und die Leistung sinkt um 10 % auf 9.000 kWh. Der jährliche Ertragsverlust beträgt 1.000 kWh, was bei einem Strompreis von 32 Cent/kWh 320 € pro Jahr entspricht. Über 20 Jahre summiert sich das auf 6.400 € Verlust. Glas-Glas-Module vermeiden dieses Problem vollständig, da die dichte Glasrückseite den Feuchtigkeitseintritt verhindert.
PID lässt sich bei Standard-Modulen durch spezielle Wechselrichter mit PID-Kompensation reduzieren, doch diese kosten zusätzlich 500–1.000 €. Auch regelmäßiges Abschalten der Anlage nachts kann PID vermindern, doch das erfordert zusätzliche Technik. Glas-Glas-Solarmodule benötigen diese Maßnahmen nicht, was langfristig Kosten spart.
Nach 30 Jahren liefern Glas-Glas-Module noch etwa 85–87 % ihrer Ursprungsleistung und können weiter genutzt werden. Viele Hausbesitzer lassen die Anlage laufen, bis sie komplett ausfällt oder zu ineffizient wird. Eine Erneuerung lohnt sich meist nach 35–40 Jahren, wenn neue Modultypen deutlich effizienter sind. Die alten Module können recycelt werden.
Anders als bei Glas-Folie-Modulen mit Garantie zwischen 10–12 Jahren, geben Hersteller bei Glas-Glas-Solarmodulen meist rund 25 Jahre. Enpal zählt hier mit 30 Jahren Leistungsgarantie auf die Enpal Full-Black Solarmodule mit modernster TOPCon-Technologie zum obersten Ende.
Die längere Garantie bedeutet, dass der Hersteller für Schäden wie Glasbruch, Rahmenkorrosion oder Delaminationen einsteht. Bei Standard-Modulen endet diese Garantie eher, danach tragen Hausbesitzer das Risiko selbst. Da Module in der Praxis oft länger als 25 Jahre genutzt werden, ist die längere Garantie ein großer Vorteil.
Wichtig ist jedoch: Eine Garantie ist nur so gut wie die Bonität des Herstellers. Wenn der Hersteller insolvent geht, ist die Garantie wertlos. Hausbesitzer sollten daher auf etablierte Marken mit langfristiger Marktpräsenz setzen.
Glas-Glas-Module sind besonders widerstandsfähig: Sie bestehen den 45‑mm‑Hageltest nach IEC 61215, bei dem Hagelkörner in etwa Tennisballgröße mit hoher Geschwindigkeit aufprallen, ohne Glasbruch oder messbare Leistungsverluste. Zudem sind solche Photovoltaikanlagen im Winter besser auf hohe Schneelasten ausgelegt und damit gegenüber Standardmodulen insgesamt robuster.
In der Praxis sind Hagelschäden zwar selten, aber wenn sie auftreten, können sie teuer werden. Eine beschädigte Solarplatte muss komplett ausgetauscht werden, was je nach Modell 300–600 € kostet. Bei einer 10-kWp-Anlage mit 25 Modulen kann ein Hagelereignis schnell mehrere tausend Euro Schaden verursachen.
Glas-Glas-Module sind technisch kompatibel mit allen gängigen Wechselrichtern und Speichern, wichtig ist die korrekte Auslegung von Spannung (typisch 30–40 V) und Strom (8–12 A). Die elektrischen Kennwerte von Glas-Glas-Modulen unterscheiden sich kaum von Standard-Modulen.
Entscheidend ist die String-Konfiguration: Mehrere Module werden in Serie geschaltet (Modulstring), um die nötige Eingangsspannung des Wechselrichters zu erreichen. Die meisten Wechselrichter haben einen MPP-Bereich von 150–800 V. Bei 30 V pro Modul benötigen Sie also mindestens 5 Module pro String (5 × 30 V = 150 V) und maximal 26 Module (26 × 30 V = 780 V).
Auch die Kompatibilität mit Stromspeichern ist gegeben: Speicher werden meist AC-seitig (nach dem Wechselrichter) oder DC-seitig (vor dem Wechselrichter) angeschlossen. Glas-Glas-Solarmodule funktionieren mit beiden Systemen. Wichtig ist nur, dass der Wechselrichter die richtige Leistung hat: Bei einer 10-kWp-Anlage sollte der Wechselrichter mindestens 8–10 kW Nennleistung haben, um die Spitzenleistung der Module optimal zu nutzen.
Die maximale Eingangsspannung des Wechselrichters sollte nicht überschritten werden und die String-Konfiguration zur Modulanzahl muss passen. Ein häufiger Fehler ist die Überdimensionierung: Wenn die Leerlaufspannung aller Module in Serie die maximale Eingangsspannung des Wechselrichters überschreitet, kann der Wechselrichter beschädigt werden. Das passiert besonders im Winter, wenn niedrige Temperaturen die Modulspannung um bis zu 20 % erhöhen.
Auch die Verschattung spielt eine Rolle: Wenn einzelne Module verschattet werden, sinkt die Leistung des gesamten Strings. Moderne Wechselrichter haben mehrere MPP-Tracker, die verschiedene Strings unabhängig optimieren. Bei Glas-Glas-Solarmodulen ist Verschattung besonders kritisch, da sie oft auf Flachdächern mit Aufständerung installiert werden, wo Reihen sich gegenseitig verschatten können. Leistungsoptimierer oder Mikrowechselrichter können hier helfen, sind jedoch teurer.