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Heizen mit Strom: Kosten, Systeme & Vergleich im Überblick

Aktualisiert:
15.01.2026
Lesezeit:
5 Minuten
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Heizen mit Strom: Das Wichtigste in Kürze

  • Heizen mit Strom umfasst verschiedene Systeme wie Wärmepumpe, Infrarotheizung, elektrische Fußbodenheizung, Nachtspeicherheizung und mobile Elektroheizungen.
  • Die Wärmepumpe ist die effizienteste elektrische Heizung und erzeugt aus 1 kWh Strom bis zu 4 kWh Wärme. 
  • Direktstromheizungen wie Infrarot oder Elektroheizungen wandeln 1 kWh Strom in maximal 1 kWh Wärme um.
  • Die Kosten pro kWh Wärme unterscheiden sich stark: Wärmepumpen liegen bei 6–8 Cent, Gasheizungen bei 11–13 Cent und Direktstromheizungen bei etwa 32 Cent.
  • Eine Wärmepumpe amortisiert sich gegenüber einer Gasheizung je nach Förderung in 8–15 Jahren. Direktstromheizungen lohnen sich nur als Ergänzung oder in Sonderfällen.
  • Die Kombination mit einer Photovoltaikanlage senkt die Heizkosten deutlich und reduziert die Abhängigkeit vom Strompreis.

Strom als Energiequelle für die Heizung gewinnt an Bedeutung. Ob Wärmepumpe, Infrarotheizung oder elektrische Fußbodenheizung: Die Möglichkeiten sind vielfältig, die Unterschiede bei Effizienz und Kosten jedoch enorm. Dieser Artikel zeigt, welche elektrischen Heizsysteme es gibt, was sie kosten und für wen sich welche Lösung lohnt.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Heizen mit Strom?

Heizen mit Strom bedeutet, elektrische Energie zur Wärmeerzeugung zu nutzen. Das kann auf zwei grundlegend verschiedene Arten geschehen: 

  1. Direktheizungen, mit denen Strom direkt in Wärme umgewandelt wird, wie bei Elektroheizungen oder Infrarotpaneelen. 
  2. Wärmepumpen nutzen Strom, um Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser auf ein höheres Temperaturniveau zu heben.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Effizienz:

  • Direktheizungen arbeiten nach dem Prinzip 1:1. Das heißt: Aus 1 kWh Strom entsteht maximal 1 kWh Wärme. 
  • Eine Wärmepumpe hingegen erreicht ein Verhältnis von 1:3 bis 1:5. Sie erzeugt also aus 1 kWh Strom bis zu 5 kWh Wärme, weil sie zusätzlich kostenlose Umweltenergie nutzt.

Diese Unterscheidung ist wichtig für die Bewertung der Heizkosten. Bei Direktheizungen sind die Stromkosten meistens auch direkt die Heizkosten, weil aus 1 kWh Strom 1 kWh Wärme erzeugt wird. Bei Wärmepumpen sind die Heizkosten im Endeffekt aber nur ein Drittel bis ein Fünftel der Stromkosten. Mehr dazu weiter unten im Artikel.

Welche elektrischen Heizungen gibt es?

Elektrische Heizsysteme lassen sich grob in fünf Kategorien einteilen:

  1. Wärmepumpen nutzen Umweltwärme und sind die effizienteste Form des elektrischen Heizens.
  2. Infrarotheizungen erwärmen Oberflächen und Körper direkt durch Strahlungswärme.
  3. Elektrische Fußbodenheizungen geben Wärme gleichmäßig über den Boden ab.
  4. Nachtspeicherheizungen speichern nachts günstigen Strom und geben die Wärme tagsüber ab.
  5. Mobile Elektroheizungen wie Ölradiatoren oder Heizlüfter dienen als flexible Zusatzheizung.

Die folgenden Abschnitte zeigen, wie die einzelnen Systeme funktionieren und wann sie sich lohnen.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe und warum ist sie so effizient?

Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein umgekehrter Kühlschrank: Sie entzieht der Umgebung Wärme und hebt sie auf ein höheres Temperaturniveau. Der Strom treibt dabei nur den Kompressor an, die eigentliche Wärme stammt aus der Umwelt.

Das Funktionsprinzip in vier Schritten:

  • Ein Kältemittel nimmt Wärme aus Luft, Erde oder Grundwasser auf und verdampft.
  • Der Kompressor verdichtet das gasförmige Kältemittel, wodurch die Temperatur steigt.
  • Im Kondensator gibt das Kältemittel die Wärme an das Heizsystem ab.
  • Das Kältemittel entspannt sich und der Kreislauf beginnt von vorn.

Die Effizienz einer Wärmepumpe wird durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) gemessen. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom entstehen 4 kWh Wärme. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen in der Praxis eine JAZ zwischen 3 und 4. Erdwärmepumpen liegen oft noch höher, da die Bodentemperatur ganzjährig konstanter ist als die Lufttemperatur.

Die drei Wärmepumpen-Typen im Überblick:

Typ Wärmequelle JAZ (Praxis) Besonderheit
Luft-Wasser-Wärmepumpe Außenluft 3,0–4,0 Günstigste Anschaffung, einfache Installation
Sole-Wasser-Wärmepumpe Erdreich 4,0–5,0 Höhere Effizienz, erfordert Erdbohrung oder Flächenkollektor
Wasser-Wasser-Wärmepumpe Grundwasser 4,0–5,0 Höchste Effizienz, erfordert Genehmigung und Brunnenbohrung

Gut zu wissen: Wärmepumpen eignen sich nicht nur für Neubauten. Auch im Altbau mit Heizkörpern arbeiten sie effizient, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Entscheidend ist vor allem die Vorlauftemperatur: Bleibt sie unter 55 °C, erreicht die Wärmepumpe gute Effizienzwerte. Bei vielen Altbauten lässt sich das durch größere Heizkörper, verbesserte Dämmung oder einen hydraulischen Abgleich erreichen. Mehr dazu hier: Wärmepumpe im Altbau

Was ist eine Infrarotheizung und wann lohnt sie sich?

Eine Infrarotheizung erwärmt nicht die Luft, sondern Oberflächen und Körper direkt durch elektromagnetische Strahlung. Das Prinzip ähnelt der Sonnenwärme: Die Strahlen treffen auf Wände, Möbel und Menschen, die sich dadurch erwärmen. Die Raumluft wird erst sekundär durch die erwärmten Oberflächen aufgeheizt.

Diese Art der Wärmeübertragung hat Vorteile: Die Wärme wird als angenehm empfunden, obwohl die Lufttemperatur niedriger sein kann. Außerdem entsteht keine Luftzirkulation, was Staubaufwirbelung reduziert. Die Paneele sind dünn, leicht und lassen sich flexibel an Wänden oder Decken montieren.

Vorteile Nachteile
Plus Icon Geringe Anschaffungskosten (200–800 € pro Panel) Minus Icon Hohe Betriebskosten durch Direktstrom (1:1-Verhältnis)
Plus Icon Einfache Installation ohne Fachbetrieb Minus Icon Nur für gut gedämmte Räume wirtschaftlich
Plus Icon Keine Wartung erforderlich Minus Icon Nicht als alleinige Heizung im Altbau geeignet
Plus Icon Schnelle Wärme ohne Vorlaufzeit Minus Icon Stromverbrauch bei Dauernutzung sehr hoch
Plus Icon Angenehmes Wärmeempfinden Minus Icon Heizleistung abhängig von Sichtverbindung

Infrarotheizungen lohnen sich, wenn überhaupt, in zwei Fällen:

  1. Als Zusatzheizung in selten genutzten Räumen wie Gästezimmern.
  2. Als punktuelle Wärmequelle in Badezimmern.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ist sie als alleinige Heizung aufgrund der hohen Stromkosten nicht wirtschaftlich.

Wann ist eine elektrische Fußbodenheizung sinnvoll?

Eine elektrische Fußbodenheizung ist sinnvoll als Zusatzheizung in einzelnen Räumen. Sie besteht aus Heizmatten oder Heizkabeln, die unter dem Bodenbelag verlegt werden und den Boden gleichmäßig erwärmen.

Es gibt zwei Varianten:

  • Dünnbett-Systeme werden direkt unter Fliesen verlegt und eignen sich für Renovierungen. Die Aufbauhöhe beträgt nur 3–5 mm.
  • Vollintegrierte Systeme werden in den Estrich eingebettet und kommen vor allem im Neubau zum Einsatz.

Der Vorteil: Die Wärme steigt von unten auf und verteilt sich gleichmäßig im Raum. Kalte Füße gehören der Vergangenheit an. Die niedrige Oberflächentemperatur von etwa 25–28 °C empfinden die meisten Menschen als angenehm.

Vorteile Nachteile
Plus Icon Gleichmäßige Wärmeverteilung Minus Icon Hohe Betriebskosten durch Direktstrom
Plus Icon Angenehme Fußwärme Minus Icon Träge Reaktionszeit (30–60 Minuten)
Plus Icon Unsichtbar unter dem Boden Minus Icon Reparaturen erfordern Bodenöffnung
Plus Icon Geringe Anschaffungskosten (30–50 €/m²) Minus Icon Nicht für alle Bodenbeläge geeignet
Plus Icon Keine Heizkörper im Raum Minus Icon Hoher Stromverbrauch bei schlechter Dämmung

Die elektrische Fußbodenheizung kann zum Beispiel in Badezimmern sinnvoll sein, wo sie als Zusatzheizung für warme Füße sorgt. Als Vollheizung eignet sie sich aufgrund der hohen Betriebskosten nicht.

Gut zu wissen: Das gilt nur für elektrische Fußbodenheizungen, nicht für normale Fußbodenheizungen! Diese lohnen sich sehr, weil sie eine geringe Vorlauftemperatur haben und vor allem in Verbindung mit einer Wärmepumpe besonders günstig heizen können.

Welche Rolle spielen Nachtspeicherheizungen heute noch?

Nachtspeicherheizungen spielen heute nur noch eine untergeordnete Rolle, obwohl sie in den 1960er- bis 1980er-Jahren weit verbreitet waren. Das Prinzip: Die Geräte laden sich nachts mit günstigem Strom auf und geben die gespeicherte Wärme tagsüber ab.

Damals gab es spezielle Nachtstromtarife, die deutlich günstiger waren als Tagstrom. Heute ist der Preisunterschied geringer, und die Geräte gelten als ineffizient. Der Wirkungsgrad liegt zwar bei nahezu 100 %, aber im Vergleich zur Wärmepumpe ist das ein schlechter Wert.

Vorteile Nachteile
Plus Icon Nutzung günstiger Nachtstromtarife möglich Minus Icon Hohe Betriebskosten im Vergleich zur Wärmepumpe
Plus Icon Keine Wartung erforderlich Minus Icon Schlechte Regelbarkeit der Wärmeabgabe
Plus Icon Vorhandene Infrastruktur nutzbar Minus Icon Große, unästhetische Geräte
Plus Icon Keine Brennstofflieferung nötig Minus Icon Wärmeverluste bei der Speicherung

Für Besitzer bestehender Nachtspeicherheizungen stellt sich die Frage: Weiterbetreiben oder austauschen? Die Antwort hängt vom Einzelfall ab. Wer eine Photovoltaikanlage installiert, kann den selbst erzeugten Strom für die Nachtspeicherheizung nutzen und so die Betriebskosten senken. Alternativ lohnt sich der Austausch durch eine Wärmepumpe häufig mehr.

Wann sind Ölradiatoren, Heizlüfter und Konvektoren sinnvoll?

Mobile Elektroheizungen wie Ölradiatoren, Heizlüfter oder Konvektoren sind sinnvoll als kurzfristige Übergangslösung oder Notfallreserve. Für den Dauerbetrieb sind sie aufgrund der hohen Betriebskosten nicht geeignet. Sie funktionieren so:

  • Ölradiatoren enthalten Thermoöl, das elektrisch erhitzt wird und die Wärme langsam an den Raum abgibt. 
  • Heizlüfter blasen erwärmte Luft direkt in den Raum und heizen schnell, aber ineffizient. 
  • Konvektoren erwärmen die Luft ohne Gebläse durch natürliche Konvektion.
Gerätetyp Anschaffung Stromverbrauch Einsatzgebiet
Ölradiator 50–150 € 1,5–2,5 kW Längere Überbrückung, Zusatzwärme
Heizlüfter 20–80 € 1–2 kW Schnelle Wärme, kurzzeitiger Einsatz
Konvektor 30–100 € 1–2 kW Leise Zusatzheizung

Die Betriebskosten sind hoch: Ein 2-kW-Gerät verbraucht bei 8 Stunden Betrieb 16 kWh Strom pro Tag. Bei einem Strompreis von 32 Cent/kWh sind das 5,12 € täglich oder über 150 € im Monat für einen einzigen Raum.

Mobile Elektroheizungen eignen sich daher nur für:

  • Überbrückung bei Heizungsausfall
  • Selten genutzte Räume wie Gartenhäuser oder Hobbyräume
  • Zusatzwärme an besonders kalten Tagen
  • Räume ohne feste Heizungsinstallation

Als Hauptheizung sind sie unwirtschaftlich. Wer regelmäßig mit mobilen Geräten heizt, sollte über eine fest installierte Lösung nachdenken.

Was kostet Heizen mit Strom im Vergleich zu Gas und Öl?

Die Kosten für Heizen mit Strom variieren enorm, je nach gewähltem System:

  • Eine Wärmepumpe erzeugt Wärme für 6–8 Cent pro kWh.
  • Direktstromheizungen liegen bei etwa 32 Cent pro kWh.

Gut zu wissen: Der Unterschied erklärt sich durch die Wirkungsgrade: Eine Direktheizung wandelt meistens 100 % der eingesetzten Energie in Wärme um. Eine Wärmepumpe hingegen erzeugt aus 1 kWh Strom 3-5 kWh Wärme. Dieser Hebel macht die Wärmepumpe trotz höherer Strompreise wirtschaftlich attraktiv.

Wie berechnet man die tatsächlichen Kosten pro kWh Wärme?

Die tatsächlichen Kosten pro kWh Wärme berechnet man, indem man den Energiepreis durch den Wirkungsgrad oder die Jahresarbeitszahl (JAZ) teilt. Nur so lassen sich verschiedene Heizsysteme fair vergleichen.

Die Formel lautet:

Kosten pro kWh Wärme = Energiepreis ÷ Wirkungsgrad (bzw. JAZ)

Ein Beispiel: Erdgas kostet 11 Cent/kWh. Eine moderne Gasheizung hat einen Wirkungsgrad von 90 %. Die tatsächlichen Kosten pro kWh Wärme betragen also:

  • 11 Cent ÷ 0,9 = 12,2 Cent pro kWh Wärme

Bei einer Wärmepumpe mit JAZ 3,5 und Wärmepumpenstromtarif von 21 Cent/kWh:

  • 21 Cent ÷ 3,5 = 6 Cent pro kWh Wärme

Die folgende Tabelle zeigt die Kosten pro kWh Wärme für alle gängigen Heizsysteme:

Heizsystem Energiepreis Wirkungsgrad/JAZ Kosten pro kWh Wärme
Wärmepumpe (Wärmepumpen-Stromtarif) 21 Cent/kWh JAZ 3,5 6,0 Cent
Wärmepumpe (Normaltarif) 32 Cent/kWh JAZ 3,5 9,1 Cent
Gasheizung (Brennwert) 11 Cent/kWh 90 % 12,2 Cent
Ölheizung (Brennwert) 10 Cent/kWh 90 % 11,1 Cent
Infrarotheizung 32 Cent/kWh 100 % 32,0 Cent
Elektrische Fußbodenheizung 32 Cent/kWh 100 % 32,0 Cent
Nachtspeicherheizung 28 Cent/kWh 95 % 29,5 Cent
Ölradiator/Heizlüfter 32 Cent/kWh 100 % 32,0 Cent

Das Ergebnis ist eindeutig: Die Wärmepumpe ist das günstigste System pro erzeugter kWh Wärme. Direktstromheizungen liegen beim Drei- bis Fünffachen der Kosten einer Wärmepumpe und sind auch teurer als Gas- oder Ölheizungen.

Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus:

Annahmen:

  • Wärmebedarf: 20.000 kWh pro Jahr
  • Wärmepumpe: JAZ 3,5, Wärmestromtarif 21 Cent/kWh
  • Gasheizung: Wirkungsgrad 90 %, Gaspreis 11 Cent/kWh
  • Direktstromheizung: Wirkungsgrad 100 %, Strompreis 32 Cent/kWh
Heizsystem Energiebedarf Jährliche Heizkosten
Wärmepumpe 5.714 kWh Strom 1.200 €
Gasheizung 22.222 kWh Gas 2.444 €
Direktstromheizung 20.000 kWh Strom 6.400 €

Die Wärmepumpe spart gegenüber der Gasheizung rund 1.244 € pro Jahr. Gegenüber einer Direktstromheizung beträgt die Ersparnis sogar 5.200 € jährlich.

Was kostet eine Elektroheizung pro Monat?

Eine Elektroheizung kostet je nach Heizsystem und Gebäude zwischen 75 € und 1.200 € pro Monat in der Heizperiode. Der Unterschied ergibt sich aus dem enormen Effizienzunterschied zwischen Wärmepumpe und Direktheizungen.

Die monatlichen Kosten hängen von drei Faktoren ab:

  • Wärmebedarf des Gebäudes: Ein unsanierter Altbau braucht 150–200 kWh Wärme pro m² und Jahr, ein gut gedämmter Neubau nur 30–50 kWh.
  • Effizienz des Heizsystems: Die JAZ der Wärmepumpe oder der Wirkungsgrad der Direktheizung.
  • Stromtarif: Wärmepumpentarife liegen bei 21 Cent/kWh, Normaltarife bei 32 Cent/kWh.

Die folgende Tabelle zeigt realistische monatliche Kosten für drei Haustypen während der Heizperiode (Oktober bis April):

Haustyp Wärmebedarf Wärmepumpe Gasheizung Direktstromheizung
Gut saniert (70 kWh/m², 140 m²) 9.800 kWh 75 €/Monat 156 €/Monat 449 €/Monat
Teilsaniert (120 kWh/m², 140 m²) 16.800 kWh 129 €/Monat 267 €/Monat 768 €/Monat
Unsaniert (180 kWh/m², 140 m²) 25.200 kWh 194 €/Monat 400 €/Monat 1.152 €/Monat
Annahmen: Wärmepumpe mit JAZ 3,5 und Wärmestromtarif 21 Cent/kWh, Gasheizung 11 Cent/kWh bei 90 % Wirkungsgrad, Direktstromheizung 32 Cent/kWh

Die Zahlen zeigen: Direktstromheizungen als Vollheizung sind nur in sehr gut gedämmten Gebäuden mit niedrigem Wärmebedarf bezahlbar. In einem unsanierten Altbau würden die monatlichen Heizkosten mit einer Infrarotheizung oder elektrischen Fußbodenheizung über 1.000 € liegen.

Was passiert bei steigenden Strompreisen?

Bei steigenden Strompreisen erhöhen sich die Heizkosten einer Wärmepumpe, allerdings weniger stark als oft befürchtet. Die folgende Szenario-Tabelle zeigt, wie sich verschiedene Strompreisentwicklungen auf die jährlichen Heizkosten auswirken:

Ausgangssituation:

  • Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf
  • Wärmepumpe: JAZ 3,5
  • Aktueller Wärmestromtarif: 21 Cent/kWh
  • Aktueller Gaspreis: 11 Cent/kWh
Szenario Strompreis Gaspreis1 Heizkosten Wärmepumpe Heizkosten Gas Differenz
Aktuell 21 Cent/kWh 11 Cent/kWh 1.200 €/Jahr 2.444 €/Jahr WP spart 1.244 €
Strom +20 % 25,2 Cent/kWh 13,2 Cent/kWh 1.440 €/Jahr 2.933 €/Jahr WP spart 1.493 €
Strom +50 % 31,5 Cent/kWh 16,5 Cent/kWh 1.800 €/Jahr 3.667 €/Jahr WP spart 1.867 €
Strom +100 % 42 Cent/kWh 22 Cent/kWh 2.400 €/Jahr 4.889 €/Jahr WP spart 2.489 €
1 Annahme: Gaspreis steigt proportional zum Strompreis (historisch korrelieren beide Preise)

Die Tabelle zeigt: Solange Strom- und Gaspreise gemeinsam steigen, bleibt die Wärmepumpe im Vorteil. Der absolute Sparbetrag wächst sogar.

Gut zu wissen: Selbst wenn nur der Strompreis steigen würde, müsste er sich in diesem Szenario mehr als verdoppeln, damit die Wärmepumpe im Betrieb teurer ist als die Gasheizung. Und dabei müsste der Gaspreis gleich bleiben. Das ist aus zwei Gründen nahezu unmöglich:

  1. Strom- und Gaspreise sind historisch eng korreliert, da Gas zur Stromerzeugung genutzt wird.
  2. Die CO₂-Bepreisung verteuert fossile Brennstoffe systematisch stärker als Strom.

Wann rechnet sich der Umstieg auf elektrisches Heizen?

Der Umstieg auf elektrisches Heizen rechnet sich vor allem bei der Wärmepumpe, da sie als einziges System niedrigere Betriebskosten als Gas- oder Ölheizungen hat. Die Amortisation liegt je nach Förderhöhe und Ausgangssituation zwischen 8 und 15 Jahren. Direktstromheizungen wie Infrarot oder elektrische Fußbodenheizung rechnen sich in der Regel nicht.

Für die Wirtschaftlichkeitsberechnung sind drei Faktoren entscheidend:

  1. Die Investitionskosten, 
  2. die jährliche Ersparnis bei den Heizkosten und 
  3. die Entwicklung der Energiepreise.

Eine vollständige Beispielrechnung finden Sie hier: Wann amortisiert sich eine Wärmepumpe?

Grundsätzlich gilt: Die Investitionskosten sind hier ein entscheidender Faktor. Die staatliche Förderung für Wärmepumpen verbessert diese Rechnung erheblich, da sie die Anfangsinvestition um bis zu 70 % reduziert.

Fazit

Heizen mit Strom ist heute eine wirtschaftlich attraktive Option, wenn das richtige System gewählt wird. Die Wärmepumpe ist dabei der klare Gewinner: Sie erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom bis zu vier Kilowattstunden Wärme und schlägt damit sowohl Gas- als auch Ölheizungen bei den Betriebskosten. 

Die staatliche Förderung von bis zu 70 % macht den Umstieg auf eine Wärmepumpe finanziell noch attraktiver. Wer die Heizkosten weiter senken möchte, kombiniert die Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage.

Direktstromheizungen wie Infrarot, elektrische Fußbodenheizung oder Nachtspeicher eignen sich hingegen nur als Zusatzheizung oder für spezielle Anwendungsfälle.

Häufig gestellte Fragen zum Heizen mit Strom

Hat Heizen mit Strom Zukunft?

Heizen mit Strom hat Zukunft, weil die politischen Rahmenbedingungen diese Entwicklung begünstigen. Das Gebäudeenergiegesetz schreibt seit 2024 für neue Heizungen einen Anteil von 65 % erneuerbarer Energien vor. Gleichzeitig verteuert die steigende CO₂-Bepreisung fossile Brennstoffe wie Gas und Öl kontinuierlich. Bis 2045 gilt ein Betriebsverbot für reine fossile Heizungen. Wer heute in eine Wärmepumpe investiert, ist für diese Entwicklung gerüstet.

Welche elektrische Heizung ist am sparsamsten?

Die sparsamste elektrische Heizung ist die Wärmepumpe. Sie erzeugt aus 1 kWh Strom bis zu 4 kWh Wärme und erreicht damit Kosten von 5–7 Cent pro kWh Wärme. Alle anderen elektrischen Heizsysteme wie Infrarotheizung, elektrische Fußbodenheizung oder Nachtspeicherheizung arbeiten mit einem Wirkungsgrad von maximal 100 %. Sie liegen bei Kosten von 28–32 Cent pro kWh Wärme und sind damit vier- bis fünfmal teurer im Betrieb.

Wie lässt sich Heizen mit Strom durch Photovoltaik optimieren?

Eine Photovoltaikanlage senkt die Heizkosten einer Wärmepumpe um 20–40 %. Statt Strom für 21–32 Cent pro kWh aus dem Netz zu beziehen, nutzt die Wärmepumpe den eigenen Solarstrom für etwa 8–10 Cent pro kWh. Mehr dazu hier: Wärmepumpe mit Photovoltaik

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