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Strompreisentwicklung 2026: Was Hausbesitzer jetzt wissen müssen

Aktualisiert:
22.01.2026
Lesezeit:
6 Minuten
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Strompreisentwicklung: Das Wichtigste in Kürze

  • Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte liegt 2026 bei 37,2 Ct/kWh und ist damit rund 6 % günstiger als im Vorjahr.
  • Die Netzentgelte sinken 2026 um durchschnittlich 15 %, weil der Bund die Übertragungsnetzbetreiber mit 6,5 Mrd. € bezuschusst.
  • Die Strompreisbremse ist Ende 2023 ausgelaufen. Aktuell gibt es keine staatliche Preisobergrenze für Haushaltsstrom.
  • Prognosen bis 2030 zeigen große Bandbreiten: Je nach Szenario sind Preise zwischen 28 und 48 Ct/kWh möglich.
  • Eine Photovoltaikanlage mit Speicher kann die Stromkosten um bis zu 85 % senken und macht unabhängig von Preisschwankungen.

Der Strompreis bleibt für viele Haushalte ein Unsicherheitsfaktor. Nach den Rekordpreisen der Energiekrise 2022/2023 hat sich die Lage zwar entspannt, doch die Kosten liegen weiterhin deutlich über dem Niveau von 2020. Gleichzeitig ändern sich Netzentgelte, Umlagen und politische Rahmenbedingungen fast jährlich. Dieser Artikel zeigt, wie sich der Strompreis 2026 zusammensetzt, welche Entwicklung bis 2030 realistisch ist und welche Strategien Hausbesitzer vor steigenden Kosten schützen.

Inhaltsverzeichnis

Wie hoch ist der aktuelle Strompreis in Deutschland?

Der aktuelle Strompreis in Deutschland liegt Anfang 2026 je nach Tarif zwischen 23 und 37 Ct/kWh. Der große Unterschied erklärt sich durch die Kluft zwischen Bestands- und Neukunden: Wer seinen Vertrag länger nicht gewechselt hat, zahlt oft deutlich mehr als jemand, der aktiv vergleicht.

Die wichtigsten Preise im Überblick:

  • Durchschnittspreis Haushalte 2026: 37,2 Ct/kWh (BDEW)
  • Bestandskunden mit älterem Vertrag: 31,6 Ct/kWh (Strom-Report)
  • Neukunden beim günstigsten Anbieter: ca. 23 Ct/kWh (Verivox)

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Durchschnittspreis um rund 2,4 Ct/kWh gesunken. Das entspricht einer Ersparnis von etwa 85 € pro Jahr für einen Haushalt mit 3.500 kWh Verbrauch. Der Rückgang ist vor allem auf niedrigere Netzentgelte zurückzuführen, die durch einen Bundeszuschuss von 6,5 Mrd. € gestützt werden.

Warum unterscheiden sich die Strompreise regional?

Die Strompreise unterscheiden sich regional, weil die Netzentgelte je nach Bundesland stark variieren. In Regionen mit viel Windkraft und Solaranlagen mussten die Netzbetreiber in den letzten Jahren besonders viel in den Netzausbau investieren. Diese Kosten werden über die Netzentgelte an die Verbraucher weitergegeben.

Ein Vergleich der aktuellen Netzentgelte nach Bundesland:

Netzentgelte 2026 nach Bundesland
Bundesland Netzbetreiber Netzentgelt 2026
Niedersachsen EWE Netz 7,28 Ct/kWh (niedrigste)
Bremen Wesernetz 8,92 Ct/kWh
Bayern Bayernwerk Netz 8,97 Ct/kWh
Schleswig-Holstein SH Netz 10,84 Ct/kWh
Hamburg Hamburger Energienetze 13,99 Ct/kWh
Nordrhein-Westfalen Westnetz 14,07 Ct/kWh (höchste)
Bundesdurchschnitt 10,40 Ct/kWh
Quelle: Preisblätter der jeweiligen Netzbetreiber, Stand 2026

Der Unterschied zwischen dem teuersten und günstigsten Bundesland beträgt fast 7 Ct/kWh. Bei einem Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch macht das rund 237 € pro Jahr aus, allein durch den Wohnort.

Gut zu wissen: Ein Strompreisvergleich lohnt sich besonders für Bestandskunden. Wer noch nie gewechselt hat, zahlt oft deutlich mehr als nötig. Hier Ersparnis berechnen

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Der Strompreis setzt sich 2026 aus drei Hauptbestandteilen zusammen:

  1. Stromerzeugung und Vertrieb (41,3 %) 
  2. Netzentgelte (24,8 %) 
  3. Steuern, Abgaben und Umlagen (33,9 %) 

Die Zusammensetzung im Detail:

Strompreiszusammensetzung 2025 vs. 2026
Bestandteil Anteil 2025 Anteil 2026
Stromerzeugung & Vertrieb 40,4 % 41,3 %
Netzentgelte 27,6 % 24,8 %
Steuern, Abgaben & Umlagen 32,0 % 33,9 %

Der sinkende Anteil der Netzentgelte ist auf den Bundeszuschuss von 6,5 Mrd. € zurückzuführen. Gleichzeitig sind die Umlagen 2026 gestiegen, was den Anteil von Steuern und Abgaben erhöht hat.

Die gute Nachricht: Auf den größten Kostenblock, die Stromerzeugung, haben Hausbesitzer direkten Einfluss. Wer eigenen Solarstrom produziert, ersetzt teuren Netzstrom.

Welche Faktoren treiben den Strompreis wirklich?

Die fünf größten Preistreiber beim Strompreis sind Großhandelspreise, Netzentgelte, CO₂-Preis, Umlagen und Steuern. Nicht alle davon lassen sich beeinflussen, aber das Verständnis hilft bei der Einordnung.

  1. Großhandelspreise (Strombörse): Der Einkaufspreis an der Strombörse bestimmt maßgeblich, was Versorger für Strom bezahlen. 2022 explodierten die Preise durch die Gaskrise auf über 200 €/MWh. Anfang 2026 liegen sie bei rund 85–95 €/MWh und damit wieder auf dem Niveau von 2021.
  2. Netzentgelte: Die Kosten für den Netzbetrieb machen rund ein Viertel des Preises aus.
  3. CO2-Preis: Kraftwerke, die fossile Brennstoffe nutzen, müssen CO₂-Zertifikate kaufen. Der Preis liegt 2026 bei ca. 65–75 € pro Tonne und fließt indirekt in den Strompreis ein. Je mehr erneuerbare Energien ins Netz einspeisen, desto geringer der Einfluss.
  4. Umlagen: Die Umlagen liegen aktuell bei fast 3 Cent/kWh.
  5. Steuern: Stromsteuer, Mehrwertsteuer und Konzessionsabgabe summieren sich zu einem ausschlaggebendem Faktor auf den Strompreis.

Was ändert sich bei Netzentgelten und Umlagen?

Netzentgelte sinken in 2026 deutlich. Der Bund bezuschusst die vier großen Übertragungsnetzbetreiber mit 6,5 Mrd. € aus dem Klima- und Transformationsfonds. Diese Entlastung geben die Netzbetreiber an die Verbraucher weiter. Bei den Umlagen zeigt der Trend dagegen nach oben.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Netzentgelte und Umlagen: 2025 vs. 2026
Posten 2025 2026 Veränderung
Netzentgelte (Durchschnitt) 10,9 Ct/kWh 9,2 Ct/kWh −15,6 %
davon Übertragungsnetz 6,65 Ct/kWh 2,80 Ct/kWh −57,9 %
KWKG-Umlage 0,275 Ct/kWh 0,277 Ct/kWh +0,7 %
Offshore-Netzumlage 0,816 Ct/kWh 0,941 Ct/kWh +15,3 %
Aufschlag bes. Netznutzung 0,277 Ct/kWh 0,446 Ct/kWh +61,0 %
Umlagen gesamt 2,65 Ct/kWh 2,95 Ct/kWh +11,3 %
Quelle: Strom-Report

Für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch bedeutet das:

  • Entlastung durch Netzentgelte: ca. 60 € pro Jahr
  • Mehrkosten durch Umlagen: ca. 10 € pro Jahr
  • Nettoersparnis: ca. 50 € pro Jahr

Details zu den Umlagen in 2026

Die wichtigsten Umlagen 2026 sind die Offshore-Netzumlage, die KWKG-Umlage und der Aufschlag für besondere Netznutzung. Die frühere EEG-Umlage wurde bereits zum 1. Juli 2022 abgeschafft.

  • Offshore-Netzumlage: Diese Umlage finanziert den Anschluss von Windparks auf See an das Stromnetz. Sie ist 2026 um 15 % gestiegen, weil der Ausbau der Offshore-Windenergie voranschreitet und mehr Netzanbindungen nötig sind.
  • KWKG-Umlage: Die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz fördert effiziente Anlagen, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Sie bleibt 2026 nahezu stabil.
  • Aufschlag für besondere Netznutzung: Dieser Aufschlag verteilt die Kosten für den Netzausbau bei erneuerbaren Energien bundesweit. Er ist 2026 um 61 % gestiegen, weil mehr Regionen von der Entlastung profitieren und die Kosten auf alle Stromkunden umgelegt werden.

Was ist mit der Gasspeicherumlage? Die Gasspeicherumlage (zuletzt 0,25 Ct/kWh auf Gas) ist zum 1. Januar 2026 ersatzlos entfallen. Das entlastet Haushalte, die mit Gas heizen, nicht aber reine Stromkunden.

Gut zu wissen: Wer eine steuerbare Wärmepumpe oder Wallbox betreibt, kann nach § 14a EnWG von reduzierten Netzentgelten profitieren. Der Netzbetreiber darf die Leistung bei Engpässen kurzzeitig drosseln, gewährt dafür aber einen Rabatt auf die Netzentgelte.

Gibt es politische Maßnahmen, die den Strompreis beeinflussen?

Ja, es gibt mehrere politische Maßnahmen, die den Strompreis beeinflussen. Die wichtigsten sind der Bundeszuschuss zu den Netzentgelten und der Wegfall der Gasspeicherumlage. Die Strompreisbremse aus der Energiekrise ist hingegen bereits Ende 2023 ausgelaufen.

Politische Maßnahmen 2026: Was gilt, was nicht?
Maßnahme Status Wirkung
Bundeszuschuss Netzentgelte (6,5 Mrd. €) ✅ Beschlossen, in Kraft seit 12.12.2025 Senkt Netzentgelte um ca. 15 %
Wegfall Gasspeicherumlage ✅ Beschlossen, gilt seit 01.01.2026 Entlastet Gaskunden, indirekt auch Strompreis
Stromsteuer für Unternehmen auf EU-Minimum ✅ Beschlossen, gilt seit 01.01.2026 Entlastet 600.000 Betriebe dauerhaft
Strompreisbremse (40 Ct/kWh für 80 % des Verbrauchs) ❌ Ausgelaufen seit 31.12.2023 Keine Wirkung mehr
Industriestrompreis / Brückenstrompreis ⚠️ In Diskussion Noch keine Beschlüsse für Haushalte

Was bedeutet der Bundeszuschuss konkret?

Der Bundeszuschuss von 6,5 Mrd. € fließt an die vier großen Übertragungsnetzbetreiber (TenneT, 50Hertz, Amprion, TransnetBW). Diese senken im Gegenzug ihre Netzentgelte. Die Entlastung kommt bei allen Stromkunden an, unabhängig vom Anbieter oder Tarif.

Laut Bundesregierung können Haushalte mit einem Stromverbrauch von 3.500 kWh und einem Gasverbrauch von 20.000 kWh im Jahr 2026 insgesamt etwa 160 € sparen. Davon entfallen rund 100 € auf die niedrigeren Stromnetzentgelte.

Das Geld stammt aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF). Ob der Zuschuss auch 2027 und in den Folgejahren gezahlt wird, ist noch nicht beschlossen. Eine langfristige Finanzierung ist politisch umstritten.

Was mit der Strompreisbremse passiert?

Die Strompreisbremse ist Ende 2023 ausgelaufen und wurde nicht verlängert. Sie hatte den Strompreis auf 40 Ct/kWh für 80 % des Vorjahresverbrauchs gedeckelt. Da die Marktpreise an der Strombörse inzwischen unter dieser Grenze liegen, wäre eine Verlängerung ohnehin wirkungslos gewesen.

Aktuell gibt es keine staatliche Preisobergrenze für Haushaltsstrom. Wer sich gegen steigende Preise absichern möchte, muss auf andere Strategien setzen, mehr dazu weiter unten.

Welche Maßnahmen sind für die Zukunft geplant?

Konkrete neue Maßnahmen zur Strompreisentlastung für Haushalte sind derzeit nicht beschlossen. In der politischen Diskussion befinden sich:

  • Senkung der Stromsteuer: Wird von verschiedenen Parteien gefordert, aber noch nicht umgesetzt.
  • Reform der Netzentgelte: Die Bundesnetzagentur prüft eine stärkere Angleichung zwischen den Regionen.
  • Ausbau erneuerbarer Energien: Langfristig sollen sinkende Erzeugungskosten den Strompreis dämpfen.

Gut zu wissen: Politische Maßnahmen können sich kurzfristig ändern. Der sicherste Schutz vor Strompreisschwankungen ist die eigene Stromerzeugung mit einer Photovoltaikanlage. In Kombination mit einem intelligenten Energiemanager wie Enpal.One+ kann man dann sogar noch von besonders günstigem Strom profitieren.

Wie entwickelt sich der Strompreis bis 2030?

Die Strompreisentwicklung bis 2030 lässt sich nicht präzise vorhersagen. Seriöse Quellen nennen deshalb keine exakten Centbeträge, sondern beschreiben Tendenzen und Einflussfaktoren. Daraus lässt sich ableiten, dass der Strompreis zwischen 28 Cent/kWh (optimistisch) und 48 Cent/kWh (pessimistisch) landen kann. 

Die Unsicherheit ist groß, weil Energiewende, Gaspreise, CO₂-Zertifikate, Netzausbau und politische Entscheidungen zusammenwirken:

  • Erneuerbare Energie: Je mehr Wind- und Solarstrom ins Netz fließt, desto häufiger sinken die Börsenpreise. An sonnenreichen Tagen kann der Großhandelspreis sogar negativ werden. Langfristig drückt der EE-Ausbau die Erzeugungskosten.
  • Gaspreise: Gas bestimmt in Deutschland noch immer oft den Strompreis, weil Gaskraftwerke die Spitzenlast abdecken. Nach dem Merit-Order-Prinzip setzt das teuerste Kraftwerk den Preis für alle. Solange Gas teuer bleibt, bleiben auch die Strompreise hoch.
  • CO2-Zertifikate: Der EU-Emissionshandel verteuert fossile Stromerzeugung. Der CO₂-Preis lag Anfang 2026 bei 65–75 € pro Tonne. Experten erwarten bis 2030 einen weiteren Anstieg, was den Strompreis nach oben drücken könnte.
  • Netzausbau: Der Ausbau der Stromnetze für erneuerbare Energien kostet Milliarden. Diese Kosten fließen in die Netzentgelte. Ob der Bundeszuschuss auch nach 2026 gezahlt wird, ist offen.
  • Politische Maßnahmen: Steuersenkungen, Zuschüsse oder neue Umlagen können den Strompreis kurzfristig stark beeinflussen. Die Erfahrung zeigt: Politische Maßnahmen sind schwer vorherzusagen.

Was bedeutet das für die eigene Kalkulation?

Für Hausbesitzer, die eine Investition planen (z. B. Photovoltaik, Wärmepumpe), empfiehlt sich eine konservative Kalkulation:

  • Für Wirtschaftlichkeitsrechnungen: Mit dem aktuellen Preisniveau kalkulieren (32–37 Ct/kWh) und keine sinkenden Preise einplanen.
  • Für Risikoabschätzungen: Auch steigende Preise durchspielen, falls Gaspreise oder CO₂-Kosten erneut anziehen.

Je höher der Strompreis steigt, desto attraktiver wird die eigene Stromerzeugung. Eine Photovoltaikanlage ist damit nicht nur eine Sparmaßnahme, sondern auch eine Absicherung gegen Preisrisiken.

Welche Strategien schützen vor steigenden Strompreisen?

Die wirksamsten Strategien gegen steigende Strompreise sind Photovoltaikanlagen, Tarifwechsel und Effizienzmaßnahmen:

  • Photovoltaikanlage: Eine Photovoltaikanlage mit Speicher kann die Stromkosten langfristig um bis zu 85 % senken und unabhängig von teurem Netzstrom machen.
  • Tarifwechsel: Wer regelmäßig den Stromanbieter wechselt, profitiert immer von den besten Vertragskonditionen und Strompreisen.
  • Energieeffizienz: Alte Geräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen verbrauchen deutlich mehr Strom als neue energieeffiziente Geräte.

Wie viel Sie durch einen günstigen Stromtarif sparen können, finden Sie hier heraus:

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