
Der Strompreis bleibt für viele Haushalte ein Unsicherheitsfaktor. Nach den Rekordpreisen der Energiekrise 2022/2023 hat sich die Lage zwar entspannt, doch die Kosten liegen weiterhin deutlich über dem Niveau von 2020. Gleichzeitig ändern sich Netzentgelte, Umlagen und politische Rahmenbedingungen fast jährlich. Dieser Artikel zeigt, wie sich der Strompreis 2026 zusammensetzt, welche Entwicklung bis 2030 realistisch ist und welche Strategien Hausbesitzer vor steigenden Kosten schützen.
Der aktuelle Strompreis in Deutschland liegt Anfang 2026 je nach Tarif zwischen 23 und 37 Ct/kWh. Der große Unterschied erklärt sich durch die Kluft zwischen Bestands- und Neukunden: Wer seinen Vertrag länger nicht gewechselt hat, zahlt oft deutlich mehr als jemand, der aktiv vergleicht.
Die wichtigsten Preise im Überblick:
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Durchschnittspreis um rund 2,4 Ct/kWh gesunken. Das entspricht einer Ersparnis von etwa 85 € pro Jahr für einen Haushalt mit 3.500 kWh Verbrauch. Der Rückgang ist vor allem auf niedrigere Netzentgelte zurückzuführen, die durch einen Bundeszuschuss von 6,5 Mrd. € gestützt werden.
Die Strompreise unterscheiden sich regional, weil die Netzentgelte je nach Bundesland stark variieren. In Regionen mit viel Windkraft und Solaranlagen mussten die Netzbetreiber in den letzten Jahren besonders viel in den Netzausbau investieren. Diese Kosten werden über die Netzentgelte an die Verbraucher weitergegeben.
Ein Vergleich der aktuellen Netzentgelte nach Bundesland:
Der Unterschied zwischen dem teuersten und günstigsten Bundesland beträgt fast 7 Ct/kWh. Bei einem Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch macht das rund 237 € pro Jahr aus, allein durch den Wohnort.
Gut zu wissen: Ein Strompreisvergleich lohnt sich besonders für Bestandskunden. Wer noch nie gewechselt hat, zahlt oft deutlich mehr als nötig. Hier Ersparnis berechnen
Der Strompreis setzt sich 2026 aus drei Hauptbestandteilen zusammen:
Die Zusammensetzung im Detail:
Der sinkende Anteil der Netzentgelte ist auf den Bundeszuschuss von 6,5 Mrd. € zurückzuführen. Gleichzeitig sind die Umlagen 2026 gestiegen, was den Anteil von Steuern und Abgaben erhöht hat.
Die gute Nachricht: Auf den größten Kostenblock, die Stromerzeugung, haben Hausbesitzer direkten Einfluss. Wer eigenen Solarstrom produziert, ersetzt teuren Netzstrom.
Die fünf größten Preistreiber beim Strompreis sind Großhandelspreise, Netzentgelte, CO₂-Preis, Umlagen und Steuern. Nicht alle davon lassen sich beeinflussen, aber das Verständnis hilft bei der Einordnung.
Netzentgelte sinken in 2026 deutlich. Der Bund bezuschusst die vier großen Übertragungsnetzbetreiber mit 6,5 Mrd. € aus dem Klima- und Transformationsfonds. Diese Entlastung geben die Netzbetreiber an die Verbraucher weiter. Bei den Umlagen zeigt der Trend dagegen nach oben.
Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
Für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch bedeutet das:
Die wichtigsten Umlagen 2026 sind die Offshore-Netzumlage, die KWKG-Umlage und der Aufschlag für besondere Netznutzung. Die frühere EEG-Umlage wurde bereits zum 1. Juli 2022 abgeschafft.
Was ist mit der Gasspeicherumlage? Die Gasspeicherumlage (zuletzt 0,25 Ct/kWh auf Gas) ist zum 1. Januar 2026 ersatzlos entfallen. Das entlastet Haushalte, die mit Gas heizen, nicht aber reine Stromkunden.
Gut zu wissen: Wer eine steuerbare Wärmepumpe oder Wallbox betreibt, kann nach § 14a EnWG von reduzierten Netzentgelten profitieren. Der Netzbetreiber darf die Leistung bei Engpässen kurzzeitig drosseln, gewährt dafür aber einen Rabatt auf die Netzentgelte.
Ja, es gibt mehrere politische Maßnahmen, die den Strompreis beeinflussen. Die wichtigsten sind der Bundeszuschuss zu den Netzentgelten und der Wegfall der Gasspeicherumlage. Die Strompreisbremse aus der Energiekrise ist hingegen bereits Ende 2023 ausgelaufen.
Der Bundeszuschuss von 6,5 Mrd. € fließt an die vier großen Übertragungsnetzbetreiber (TenneT, 50Hertz, Amprion, TransnetBW). Diese senken im Gegenzug ihre Netzentgelte. Die Entlastung kommt bei allen Stromkunden an, unabhängig vom Anbieter oder Tarif.
Laut Bundesregierung können Haushalte mit einem Stromverbrauch von 3.500 kWh und einem Gasverbrauch von 20.000 kWh im Jahr 2026 insgesamt etwa 160 € sparen. Davon entfallen rund 100 € auf die niedrigeren Stromnetzentgelte.
Das Geld stammt aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF). Ob der Zuschuss auch 2027 und in den Folgejahren gezahlt wird, ist noch nicht beschlossen. Eine langfristige Finanzierung ist politisch umstritten.
Die Strompreisbremse ist Ende 2023 ausgelaufen und wurde nicht verlängert. Sie hatte den Strompreis auf 40 Ct/kWh für 80 % des Vorjahresverbrauchs gedeckelt. Da die Marktpreise an der Strombörse inzwischen unter dieser Grenze liegen, wäre eine Verlängerung ohnehin wirkungslos gewesen.
Aktuell gibt es keine staatliche Preisobergrenze für Haushaltsstrom. Wer sich gegen steigende Preise absichern möchte, muss auf andere Strategien setzen, mehr dazu weiter unten.
Konkrete neue Maßnahmen zur Strompreisentlastung für Haushalte sind derzeit nicht beschlossen. In der politischen Diskussion befinden sich:
Gut zu wissen: Politische Maßnahmen können sich kurzfristig ändern. Der sicherste Schutz vor Strompreisschwankungen ist die eigene Stromerzeugung mit einer Photovoltaikanlage. In Kombination mit einem intelligenten Energiemanager wie Enpal.One+ kann man dann sogar noch von besonders günstigem Strom profitieren.
Die Strompreisentwicklung bis 2030 lässt sich nicht präzise vorhersagen. Seriöse Quellen nennen deshalb keine exakten Centbeträge, sondern beschreiben Tendenzen und Einflussfaktoren. Daraus lässt sich ableiten, dass der Strompreis zwischen 28 Cent/kWh (optimistisch) und 48 Cent/kWh (pessimistisch) landen kann.
Die Unsicherheit ist groß, weil Energiewende, Gaspreise, CO₂-Zertifikate, Netzausbau und politische Entscheidungen zusammenwirken:
Für Hausbesitzer, die eine Investition planen (z. B. Photovoltaik, Wärmepumpe), empfiehlt sich eine konservative Kalkulation:
Je höher der Strompreis steigt, desto attraktiver wird die eigene Stromerzeugung. Eine Photovoltaikanlage ist damit nicht nur eine Sparmaßnahme, sondern auch eine Absicherung gegen Preisrisiken.
Die wirksamsten Strategien gegen steigende Strompreise sind Photovoltaikanlagen, Tarifwechsel und Effizienzmaßnahmen:
Wie viel Sie durch einen günstigen Stromtarif sparen können, finden Sie hier heraus: