
Der Strompreis bestimmt, wie viel Hausbesitzer jeden Monat für Energie zahlen. Doch die wenigsten wissen, wie sich dieser Preis zusammensetzt und wo echtes Sparpotenzial liegt. Dieser Artikel erklärt, was der Strom aktuell kostet, welche Faktoren den Preis bestimmen und wie sich Hausbesitzer gegen steigende Preise absichern können.
Der aktuelle Strompreis für Haushalte in Deutschland liegt je nach Tarif bei etwa 23 bis 37 Cent pro kWh. Die große Spanne erklärt sich durch den Unterschied zwischen Bestands- und Neukunden: Wer seinen Vertrag länger nicht gewechselt hat, zahlt oft deutlich mehr als jemand, der aktiv vergleicht.
Die wichtigsten Preise im Überblick:
Ein Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch zahlt damit zwischen 800 und 1.300 € pro Jahr, je nach gewähltem Tarif.
Neukunden zahlen aktuell deutlich weniger als Bestandskunden, weil die Beschaffungspreise an der Strombörse seit 2023 gesunken sind. Während Bestandskunden mit älteren Verträgen oft noch 31 bis 37 Cent pro kWh zahlen, bekommen Neukunden Tarife ab etwa 23 Cent pro kWh.
Die Differenz kann mehrere hundert Euro pro Jahr ausmachen. Wer noch in der Grundversorgung ist oder einen alten Vertrag hat, sollte daher prüfen, ob ein Wechsel sinnvoll ist. Mehr dazu hier: Stromanbieter wechseln
Die Strompreisentwicklung lässt sich nicht präzise vorhersagen, weil zu viele Faktoren eine Rolle spielen. Seriöse Quellen nennen deshalb keine exakten Centbeträge, sondern beschreiben Tendenzen und mögliche Szenarien. Daraus lässt sich ableiten, dass der Strompreis zwischen 28 Cent/kWh (optimistisch) und 48 Cent/kWh (pessimistisch) landen kann. Mehr dazu in diesem Artikel: Aktuelle Strompreisentwicklung
Die Strompreise unterscheiden sich je nach Region, weil die Netzentgelte von Bundesland zu Bundesland stark variieren. In Regionen mit viel Wind- und Solarenergie mussten die Netzbetreiber in den letzten Jahren besonders viel in den Netzausbau investieren. Diese Kosten werden über die Netzentgelte an die Haushalte weitergegeben.
Im Bundesdurchschnitt liegen die Netzentgelte aktuell bei etwa 10 Ct/kWh. Je nach Region können sie jedoch zwischen 7 und 13 Ct/kWh schwanken. Das macht bei einem Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch einen Unterschied von bis zu 210 € pro Jahr.
Mehr dazu hier: Alles, was Sie über Netzentgelte wissen müssen
Der Strompreis setzt sich aus vier Hauptbestandteilen zusammen:
Etwa die Hälfte des Preises entfällt auf staatlich regulierte Bestandteile, die andere Hälfte auf die Beschaffung und den Vertrieb des Stroms.
Bei einem Strompreis von 32 Cent pro kWh bedeutet das:
Nur der Anteil für Strombeschaffung und Vertrieb lässt sich durch eigenes Handeln direkt beeinflussen. Alle anderen Bestandteile sind staatlich reguliert oder festgelegt und gelten für alle Anbieter gleichermaßen.
Das bedeutet konkret: Bei einem Strompreis von 32 Cent pro kWh lassen sich durch einen Anbieterwechsel maximal 13 bis 16 Cent beeinflussen. Wer hingegen eigenen Solarstrom produziert und direkt verbraucht, umgeht zusätzlich die Netzentgelte. Die Erzeugungskosten für Solarstrom liegen bei nur 10 bis 14 Cent pro kWh.
Der Preis an der Strombörse wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt, wobei das sogenannte Merit-Order-Prinzip die Preisbildung regelt. Dabei werden Kraftwerke nach ihren Erzeugungskosten sortiert eingesetzt. Das teuerste Kraftwerk, das noch benötigt wird, um die Nachfrage zu decken, bestimmt den Preis für alle.
In der Praxis bedeutet das: Solange Gaskraftwerke zur Deckung der Nachfrage nötig sind, setzen sie den Preis. Erneuerbare Energien wie Wind und Solar haben zwar sehr niedrige Erzeugungskosten, profitieren aber vom höheren Marktpreis. Für Verbraucher heißt das: Hohe Gaspreise führen zu hohen Strompreisen, auch wenn ein Großteil des Stroms aus günstigeren Quellen stammt.
Gut zu wissen: Tatsächlich werden nur rund 25 % des verfügbaren Stroms an der Börse gehandelt. Der Großteil wird über direkte Verträge zwischen Stromproduzenten und Abnehmern gehandelt. Dennoch orientieren sich viele Stromtarife am Börsenpreis.
Die wirksamste Absicherung gegen steigende Strompreise ist eine eigene Photovoltaikanlage, ergänzt durch einen Stromspeicher und intelligentes Energiemanagement. Während klassische Maßnahmen wie Tarifwechsel oder Preisgarantien nur kurzfristig helfen, bieten Photovoltaikanlagen eine langfristige Lösung mit stabilen Erzeugungskosten von 10 bis 14 Cent pro kWh über 25 bis 30 Jahre.
Es gibt fünf konkrete Strategien, mit denen Hausbesitzer ihre Stromkosten absichern können. Die folgende Tabelle zeigt Aufwand, Nutzen und Eignung jeder Strategie:
Dynamische Stromtarife können sich lohnen, wenn der Verbrauch flexibel steuerbar ist und größere Verbraucher wie Wärmepumpe, Elektroauto oder Stromspeicher vorhanden sind. Bei einem dynamischen Tarif ändert sich der Preis pro Kilowattstunde stündlich und orientiert sich am aktuellen Börsenpreis. Wer seinen Verbrauch in günstige Stunden verlagern kann, spart Geld. Wer das nicht kann, zahlt möglicherweise drauf.
Wichtig: Dynamische Tarife haben nicht nur eine Sonnenseite. An Tagen mit wenig Wind und Sonne können die Preise auf über 50 Cent pro kWh steigen. Ohne automatische Steuerung oder Speicher ist es schwierig, solche Spitzen zu vermeiden. Wer den Aufwand scheut oder keine flexiblen Verbraucher hat, fährt mit einem günstigen Festpreistarif oft besser.
Gut zu wissen: Mit Enpal.One+ lassen sich die Vorteile beider Welten kombinieren. Das System optimiert den Stromfluss automatisch, sodass immer der günstigste Strom genutzt wird, ob aus der eigenen Solaranlage, dem Speicher oder dem Netz.
Ein Strompreisvergleich und ein Stromanbieterwechsel lohnt sich besonders bei Grundversorgung, auslaufenden Verträgen oder nach einer Preiserhöhung. Die Ersparnis kann je nach Ausgangstarif und Verbrauch zwischen 200 und 600 € pro Jahr betragen. Der Wechsel selbst dauert online nur 5 bis 10 Minuten, und die Kündigung beim alten Anbieter übernimmt in der Regel der neue Versorger.
Hier können Sie herausfinden, wie viel Sie mit einem günstigen Stromtarif sparen: