Strompreis in Deutschland: Aktueller Stand, Zusammensetzung und Sparpotenzial

Aktualisiert:
09.02.2026
Lesezeit:
5 Minuten
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Strompreis: Das Wichtigste in Kürze

  • Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte liegt aktuell bei etwa 23 bis 37 Cent pro kWh, je nach Tarif und Anbieter.
  • Der Strompreis setzt sich aus vier Bestandteilen zusammen: Strombeschaffung, Netzentgelte, Steuern und Abgaben sowie Vertriebskosten.
  • Regionale Unterschiede bei den Netzentgelten führen zu Preisabweichungen von mehreren Cent pro kWh zwischen den Bundesländern.
  • Der Wechsel von der Grundversorgung zu einem günstigen Stromtarif kann über 600 € pro Jahr sparen.
  • Eine Photovoltaikanlage reduziert die Stromkosten langfristig am stärksten, denn eigener Solarstrom kostet nur 10 bis 14 Cent pro kWh.

Der Strompreis bestimmt, wie viel Hausbesitzer jeden Monat für Energie zahlen. Doch die wenigsten wissen, wie sich dieser Preis zusammensetzt und wo echtes Sparpotenzial liegt. Dieser Artikel erklärt, was der Strom aktuell kostet, welche Faktoren den Preis bestimmen und wie sich Hausbesitzer gegen steigende Preise absichern können.

Inhaltsverzeichnis

Wie hoch ist der aktuelle Strompreis in Deutschland?

Der aktuelle Strompreis für Haushalte in Deutschland liegt je nach Tarif bei etwa 23 bis 37 Cent pro kWh. Die große Spanne erklärt sich durch den Unterschied zwischen Bestands- und Neukunden: Wer seinen Vertrag länger nicht gewechselt hat, zahlt oft deutlich mehr als jemand, der aktiv vergleicht.

Die wichtigsten Preise im Überblick:

  • Durchschnittspreis Haushalte 2026: 37,2 Ct/kWh (Quelle: BDEW Strompreisanalyse)
  • Bestandskunden mit älterem Vertrag: 31,6 Ct/kWh (Quelle: Strom-Report)
  • Neukunden beim günstigsten Anbieter: ca. 23 Ct/kWh (Quelle: Verivox)

Ein Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch zahlt damit zwischen 800 und 1.300 € pro Jahr, je nach gewähltem Tarif.

Was zahlen Neukunden im Vergleich zu Bestandskunden?

Neukunden zahlen aktuell deutlich weniger als Bestandskunden, weil die Beschaffungspreise an der Strombörse seit 2023 gesunken sind. Während Bestandskunden mit älteren Verträgen oft noch 31 bis 37 Cent pro kWh zahlen, bekommen Neukunden Tarife ab etwa 23 Cent pro kWh.

Strompreise nach Kundentyp
Kundentyp Typischer Arbeitspreis Jahreskosten bei 3.500 kWh
Grundversorgung 38 – 45 Ct/kWh 1.330 – 1.575 €
Bestandskunde (älterer Vertrag) 31 – 37 Ct/kWh 1.085 – 1.295 €
Neukunde (günstiger Tarif) 23 – 28 Ct/kWh 805 – 980 €

Die Differenz kann mehrere hundert Euro pro Jahr ausmachen. Wer noch in der Grundversorgung ist oder einen alten Vertrag hat, sollte daher prüfen, ob ein Wechsel sinnvoll ist. Mehr dazu hier: Stromanbieter wechseln

Wie entwickelt sich der Strompreis in Zukunft?

Die Strompreisentwicklung lässt sich nicht präzise vorhersagen, weil zu viele Faktoren eine Rolle spielen. Seriöse Quellen nennen deshalb keine exakten Centbeträge, sondern beschreiben Tendenzen und mögliche Szenarien. Daraus lässt sich ableiten, dass der Strompreis zwischen 28 Cent/kWh (optimistisch) und 48 Cent/kWh (pessimistisch) landen kann. Mehr dazu in diesem Artikel: Aktuelle Strompreisentwicklung

Warum unterscheiden sich die Strompreise je nach Region?

Die Strompreise unterscheiden sich je nach Region, weil die Netzentgelte von Bundesland zu Bundesland stark variieren. In Regionen mit viel Wind- und Solarenergie mussten die Netzbetreiber in den letzten Jahren besonders viel in den Netzausbau investieren. Diese Kosten werden über die Netzentgelte an die Haushalte weitergegeben.

Im Bundesdurchschnitt liegen die Netzentgelte aktuell bei etwa 10 Ct/kWh. Je nach Region können sie jedoch zwischen 7 und 13 Ct/kWh schwanken. Das macht bei einem Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch einen Unterschied von bis zu 210 € pro Jahr.

Mehr dazu hier: Alles, was Sie über Netzentgelte wissen müssen

Woraus setzt sich der Strompreis zusammen?

Der Strompreis setzt sich aus vier Hauptbestandteilen zusammen: 

  1. Strombeschaffung und Vertrieb
  2. Netzentgelte
  3. Steuern
  4. Abgaben und Umlagen

Etwa die Hälfte des Preises entfällt auf staatlich regulierte Bestandteile, die andere Hälfte auf die Beschaffung und den Vertrieb des Stroms.

So setzt sich der Strompreis zusammen
Bestandteil Anteil am Strompreis Was steckt dahinter?
Strombeschaffung und Vertrieb ca. 40 – 50 % Einkauf des Stroms an der Börse oder über Direktverträge, Kundenservice, Abrechnung
Netzentgelte ca. 20 – 25 % Gebühren für die Nutzung des Stromnetzes, Messung und Zählerbetrieb
Steuern (Mehrwertsteuer, Stromsteuer) ca. 20 – 25 % 19 % Mehrwertsteuer auf den gesamten Preis, 2,05 Ct/kWh Stromsteuer
Abgaben und Umlagen ca. 5 – 10 % Konzessionsabgabe, Offshore-Netzumlage, Aufschlag für besondere Netznutzung

Bei einem Strompreis von 32 Cent pro kWh bedeutet das:

  • Strombeschaffung und Vertrieb: ca. 13 – 16 Ct/kWh
  • Netzentgelte: ca. 6 – 8 Ct/kWh
  • Steuern: ca. 6 – 8 Ct/kWh
  • Abgaben und Umlagen: ca. 2 – 3 Ct/kWh

Welche Bestandteile kann ich beeinflussen?

Nur der Anteil für Strombeschaffung und Vertrieb lässt sich durch eigenes Handeln direkt beeinflussen. Alle anderen Bestandteile sind staatlich reguliert oder festgelegt und gelten für alle Anbieter gleichermaßen.

Welche Bestandteile lassen sich beeinflussen?
Bestandteil Beeinflussbar? Wie?
Strombeschaffung und Vertrieb Ja Anbieterwechsel, eigener Solarstrom
Netzentgelte Teilweise Eigenverbrauch von Solarstrom vermeidet Netzentgelte für diese kWh
Steuern Nein Staatlich festgelegt
Abgaben und Umlagen Nein Staatlich festgelegt

Das bedeutet konkret: Bei einem Strompreis von 32 Cent pro kWh lassen sich durch einen Anbieterwechsel maximal 13 bis 16 Cent beeinflussen. Wer hingegen eigenen Solarstrom produziert und direkt verbraucht, umgeht zusätzlich die Netzentgelte. Die Erzeugungskosten für Solarstrom liegen bei nur 10 bis 14 Cent pro kWh.

Was beeinflusst den Strompreis an der Börse?

Der Preis an der Strombörse wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt, wobei das sogenannte Merit-Order-Prinzip die Preisbildung regelt. Dabei werden Kraftwerke nach ihren Erzeugungskosten sortiert eingesetzt. Das teuerste Kraftwerk, das noch benötigt wird, um die Nachfrage zu decken, bestimmt den Preis für alle.

In der Praxis bedeutet das: Solange Gaskraftwerke zur Deckung der Nachfrage nötig sind, setzen sie den Preis. Erneuerbare Energien wie Wind und Solar haben zwar sehr niedrige Erzeugungskosten, profitieren aber vom höheren Marktpreis. Für Verbraucher heißt das: Hohe Gaspreise führen zu hohen Strompreisen, auch wenn ein Großteil des Stroms aus günstigeren Quellen stammt.

Gut zu wissen: Tatsächlich werden nur rund 25 % des verfügbaren Stroms an der Börse gehandelt. Der Großteil wird über direkte Verträge zwischen Stromproduzenten und Abnehmern gehandelt. Dennoch orientieren sich viele Stromtarife am Börsenpreis.

Wie kann ich mich gegen steigende Strompreise absichern?

Die wirksamste Absicherung gegen steigende Strompreise ist eine eigene Photovoltaikanlage, ergänzt durch einen Stromspeicher und intelligentes Energiemanagement. Während klassische Maßnahmen wie Tarifwechsel oder Preisgarantien nur kurzfristig helfen, bieten Photovoltaikanlagen eine langfristige Lösung mit stabilen Erzeugungskosten von 10 bis 14 Cent pro kWh über 25 bis 30 Jahre.

Welche Strategien gibt es zur Stromkosten-Absicherung?

Es gibt fünf konkrete Strategien, mit denen Hausbesitzer ihre Stromkosten absichern können. Die folgende Tabelle zeigt Aufwand, Nutzen und Eignung jeder Strategie:

5 Strategien zur Stromkosten-Absicherung
Strategie Aufwand Nutzen Für wen geeignet?
1. Günstigen Festpreistarif wählen Gering (1–2 Stunden) Preissicherheit für 12–24 Monate Alle Haushalte, besonders bei Grundversorgung
2. Regelmäßig Tarif wechseln Mittel (jährlich 1–2 Stunden) Dauerhaft günstiger Preis Haushalte ohne langfristige Lösung
3. Stromverbrauch senken Mittel (einmalig + laufend) Weniger kWh = weniger Kosten Alle Haushalte
4. Photovoltaikanlage installieren Hoch (einmalig) Eigener Strom für 10–14 Ct/kWh, unabhängig vom Marktpreis Hausbesitzer mit geeignetem Dach
5. PV + Speicher + Energiemanagement Hoch (einmalig) Günstiger Strom rund um die Uhr Hausbesitzer, die langfristig planen

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?

Dynamische Stromtarife können sich lohnen, wenn der Verbrauch flexibel steuerbar ist und größere Verbraucher wie Wärmepumpe, Elektroauto oder Stromspeicher vorhanden sind. Bei einem dynamischen Tarif ändert sich der Preis pro Kilowattstunde stündlich und orientiert sich am aktuellen Börsenpreis. Wer seinen Verbrauch in günstige Stunden verlagern kann, spart Geld. Wer das nicht kann, zahlt möglicherweise drauf.

Wichtig: Dynamische Tarife haben nicht nur eine Sonnenseite. An Tagen mit wenig Wind und Sonne können die Preise auf über 50 Cent pro kWh steigen. Ohne automatische Steuerung oder Speicher ist es schwierig, solche Spitzen zu vermeiden. Wer den Aufwand scheut oder keine flexiblen Verbraucher hat, fährt mit einem günstigen Festpreistarif oft besser.

Gut zu wissen: Mit Enpal.One+ lassen sich die Vorteile beider Welten kombinieren. Das System optimiert den Stromfluss automatisch, sodass immer der günstigste Strom genutzt wird, ob aus der eigenen Solaranlage, dem Speicher oder dem Netz.

Wann lohnt sich ein Stromanbieterwechsel?

Ein Strompreisvergleich und ein Stromanbieterwechsel lohnt sich besonders bei Grundversorgung, auslaufenden Verträgen oder nach einer Preiserhöhung. Die Ersparnis kann je nach Ausgangstarif und Verbrauch zwischen 200 und 600 € pro Jahr betragen. Der Wechsel selbst dauert online nur 5 bis 10 Minuten, und die Kündigung beim alten Anbieter übernimmt in der Regel der neue Versorger.

Wann ist ein Wechsel besonders sinnvoll?
Situation Sparpotenzial Handlungsempfehlung
Grundversorgung 300 – 600 € pro Jahr Sofort wechseln, kein Risiko
Alter Vertrag (länger als 2 Jahre) 150 – 400 € pro Jahr Tarife vergleichen und wechseln
Preisgarantie läuft aus 100 – 300 € pro Jahr Rechtzeitig vor Ablauf neuen Tarif suchen
Preiserhöhung angekündigt Variabel Sonderkündigungsrecht nutzen, sofort wechseln
Bereits günstiger Tarif Gering Jährlich prüfen, ob bessere Angebote verfügbar
Beispielrechnung: Wechsel aus der Grundversorgung
Position Grundversorgung Günstiger Tarif Ersparnis
Arbeitspreis 42 Ct/kWh 28 Ct/kWh 14 Ct/kWh
Verbrauch 4.000 kWh 4.000 kWh
Stromkosten pro Jahr 1.680 € 1.120 € 560 €
Grundpreis (12 Monate × 15 €) 180 € 180 € 0 €
Gesamtkosten / Ersparnis 1.860 € 1.300 € 560 €

Hier können Sie herausfinden, wie viel Sie mit einem günstigen Stromtarif sparen:

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