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Strompreisvergleich: So finden Sie den günstigsten Tarif

Aktualisiert:
09.02.2026
Lesezeit:
4 Minuten
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Strompreisvergleich: Das Wichtigste in Kürze

  • Der durchschnittliche Strompreis liegt 2026 bei 37,2 Cent/kWh. Günstige Neukunden-Tarife starten jedoch schon ab 23 Cent/kWh.
  • Lockangebote mit hohen Boni rechnen sich auf 24 Monate oft nicht. Eine Beispielrechnung zeigt, wann ein vermeintlich günstiger Tarif teurer wird.
  • Der Grundpreis ist eine feste monatliche Gebühr, der Arbeitspreis richtet sich nach dem Verbrauch. Bei hohem Verbrauch (z. B. mit Wärmepumpe) lohnt ein niedriger Arbeitspreis besonders.
  • Vergleichsportale wie Check24 und Verivox arbeiten mit Provisionen. Die richtige Filtereinstellung verhindert, dass teure Tarife ganz oben landen.
  • Wer langfristig sparen will, setzt auf eine eigene Photovoltaikanlage und/oder einen günstigen Stromtarif.

Strom wird teurer, doch nicht jeder zahlt gleich viel. Wer noch in der Grundversorgung steckt, überweist oft 40 Cent pro Kilowattstunde oder mehr. Neukunden mit dem richtigen Tarif kommen dagegen auf 23 Cent. Der Unterschied summiert sich bei einem durchschnittlichen Haushalt auf mehrere hundert Euro im Jahr. Dieser Artikel zeigt, wie ein Strompreisvergleich wirklich funktioniert, welche Fallen lauern und welche Strategie langfristig am meisten spart.

Inhaltsverzeichnis

Was kostet Strom aktuell in Deutschland?

Der durchschnittliche Strompreis liegt aktuell bei etwa 23–37 Cent pro kWh. Die große Spanne erklärt sich durch die Unterschiede zwischen Bestands- und Neukunden: Wer seinen Vertrag länger nicht gewechselt hat, zahlt oft deutlich mehr als jemand, der aktiv vergleicht.

Die wichtigsten Preise im Überblick:

  • Durchschnittspreis Haushalte 2026: 37,2 Ct/kWh (BDEW)
  • Bestandskunden mit älterem Vertrag: 31,6 Ct/kWh (Strom-Report)
  • Neukunden beim günstigsten Anbieter: ca. 23 Ct/kWh (Verivox)

Ein Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch zahlt damit je nach Tarif rund 800–1.300 € pro Jahr. Der Unterschied zwischen teuerstem und günstigstem Tarif beträgt also bis zu 500 € jährlich.

Strompreisvergleich nach Haushaltsgröße

Die Stromkosten hängen direkt vom Verbrauch ab. Ein Single-Haushalt verbraucht im Schnitt 1.500 kWh pro Jahr, eine vierköpfige Familie rund 4.500 kWh. Bei einem Strompreis von 32 Ct/kWh ergeben sich folgende Jahreskosten:

Stromkosten nach Haushaltsgröße (bei 32 Ct/kWh)
Haushaltsgröße Verbrauch (kWh/Jahr) Jahreskosten Monatskosten
1 Person 1.500 480 € 40 €
2 Personen 2.500 800 € 67 €
3 Personen 3.500 1.120 € 93 €
4 Personen 4.500 1.440 € 120 €
5 Personen 5.500 1.760 € 147 €

Diese Werte sind Durchschnittswerte. Haushalte mit elektrischer Warmwasserbereitung verbrauchen etwa 500–1.000 kWh mehr pro Jahr.

Gut zu wissen: Als Faustregel gelten 35–45 € Stromkosten pro Person und Monat als normal. Wer deutlich darüber liegt, sollte sowohl den eigenen Verbrauch als auch den aktuellen Tarif prüfen.

Wie funktioniert der Strompreis? Grundpreis vs. Arbeitspreis erklärt

Der Strompreis setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: 

  1. Grundpreis: Eine feste monatliche Gebühr, die unabhängig vom Verbrauch anfällt.
  2. Arbeitspreis: Der Preis pro verbrauchter Kilowattstunde. 

Beide zusammen ergeben die Gesamtkosten.

Je nach Verbrauch lohnt sich ein anderer Tarif. Haushalte mit sehr niedrigem Verbrauch profitieren von einem niedrigen Grundpreis. Das sind meist 1-Personen-Haushalte mit sehr niedrigem Stromverbrauch. In den allermeisten Fällen ist ein niedriger Arbeitspreis also wichtiger. Das zeigt unsere Beispielrechnung:

  • Tarif A: 8 €/Monat Grundpreis, 34 Cent/kWh Arbeitspreis
  • Tarif B: 15 €/Monat Grundpreis, 28 Cent/kWh Arbeitspreis
Jahreskosten nach Verbrauch: Tarif A vs. Tarif B
Verbrauch Tarif A Tarif B Günstiger
1.000 kWh 436 € 460 € Tarif A (-24 €)
2.000 kWh 776 € 740 € Tarif B (-36 €)
3.000 kWh 1.116 € 1.020 € Tarif B (-96 €)
4.000 kWh 1.456 € 1.300 € Tarif B (-156 €)
5.000 kWh 1.796 € 1.580 € Tarif B (-216 €)
6.000 kWh 2.136 € 1.860 € Tarif B (-276 €)
Tarif A: Grundpreis 8 €/Monat, Arbeitspreis 34 Ct/kWh | Tarif B: Grundpreis 15 €/Monat, Arbeitspreis 28 Ct/kWh

Das Ergebnis: Bei sehr niedrigem Verbrauch (1.000 kWh) ist Tarif A mit dem niedrigen Grundpreis günstiger. Ab etwa 1.400 kWh dreht sich das Verhältnis, und der niedrigere Arbeitspreis gewinnt. Je höher der Verbrauch, desto größer der Vorteil. Bei 6.000 kWh, wie es typisch für einen Haushalt mit Wärmepumpe ist, beträgt die Ersparnis bereits 276 € pro Jahr.

Ab welchem Verbrauch lohnt sich ein niedriger Arbeitspreis? Die Rechenformel

Der Break-Even-Punkt ist in diesem Fall der Stromverbrauch zu dem sich der Stromtarif mit dem niedrigen Arbeitspreis lohnt. Er wird mit folgender Formel berechnet:

Break-Even = (Grundpreis B – Grundpreis A) ÷ (Arbeitspreis A – Arbeitspreis B)

Mit den Zahlen von oben:

  • Differenz Grundpreis: 180 € – 96 € = 84 €
  • Differenz Arbeitspreis: 34 Ct – 28 Ct = 6 Ct = 0,06 €
  • Break-Even: 84 € ÷ 0,06 € = 1.400 kWh

Das bedeutet: Ab einem Verbrauch von 1.400 kWh pro Jahr lohnt sich der Tarif mit höherem Grundpreis und niedrigerem Arbeitspreis. Da selbst ein Single-Haushalt oft 1.500 kWh verbraucht, ist der niedrige Arbeitspreis für die meisten Haushalte die bessere Wahl.

Wie erkennt man Lockangebote beim Strompreisvergleich?

Lockangebote erkennt man oft daran, dass der Preis im ersten Jahr durch hohe Boni oder Rabatte künstlich niedrig gehalten wird. Ab dem zweiten Jahr steigt der Preis dann oft deutlich an.

Das Problem: Viele Vergleichsportale zeigen standardmäßig nur die Kosten für das erste Jahr. Wer nicht genau hinschaut, zahlt am Ende mehr als bei einem ehrlichen Tarif ohne Bonus. Die Tabelle zeigt die häufigsten Warnsignale für Strompreisvergleiche:

Warnsignale bei Stromtarifen
Warnsignal Was es bedeutet Empfehlung
Bonus nur bei 24 Monaten Laufzeit Der Anbieter bindet Kunden langfristig, um Preiserhöhungen durchzusetzen. Maximal 12 Monate Laufzeit wählen.
Bonus wird erst nach 12 Monaten ausgezahlt Bei vorzeitiger Kündigung oder Anbieterwechsel verfällt der Bonus. Sofortbonus bevorzugen oder Bonus ignorieren.
Kündigungsfrist über 6 Wochen Erschwert den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Maximal 4 Wochen Kündigungsfrist akzeptieren.
Preisgarantie mit Einschränkungen Klauseln wie "eingeschränkte Preisgarantie" erlauben Erhöhungen bei Steuern und Abgaben. Auf "volle Preisgarantie" achten.
Vorkasse oder Kaution Bei Anbieterpleite ist das Geld weg. Niemals Vorkasse leisten.
Automatische Vertragsverlängerung um 12 Monate Verpasst man die Kündigungsfrist, ist man ein weiteres Jahr gebunden. Maximal 1 Monat Verlängerung akzeptieren.

Gut zu wissen: Die Verbraucherzentrale empfiehlt, bei Stromtarifen auf kurze Laufzeiten (maximal 12 Monate), kurze Kündigungsfristen (maximal 4 Wochen) und eine echte Preisgarantie zu achten. Hohe Boni sollten misstrauisch machen. Seit März 2022 gilt zudem: Die Kündigungsfrist darf nach Ablauf der Vertragslaufzeit höchstens einen Monat betragen.

Beispiel: Ein Locktarif über 24 Monate

Ein Locktarif rechnet sich über 24 Monate oft schlechter als ein Tarif ohne Bonus. Der Grund: Der niedrige Einstiegspreis wird durch höhere Kosten im zweiten Jahr wieder aufgefressen. Die folgende Beispielrechnung zeigt den Unterschied für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch.

Beispielrechnung: Locktarif vs. Fairtarif (3.500 kWh/Jahr)
Locktarif Fairtarif
Jahr 1
Arbeitspreis 28 Ct/kWh 30 Ct/kWh
Grundpreis 12 €/Monat 10 €/Monat
Stromkosten (3.500 kWh) 980 € 1.050 €
Grundpreis (12 Monate) 144 € 120 €
Neukundenbonus -200 € 0 €
Kosten Jahr 1 924 € 1.170 €
Jahr 2
Arbeitspreis 36 Ct/kWh 30 Ct/kWh
Grundpreis 14 €/Monat 10 €/Monat
Stromkosten (3.500 kWh) 1.260 € 1.050 €
Grundpreis (12 Monate) 168 € 120 €
Kosten Jahr 2 1.428 € 1.170 €
Gesamtkosten 24 Monate 2.352 € 2.340 €

Das Ergebnis: Der Locktarif kostet über 24 Monate 12 € mehr als der Fairtarif. Der vermeintliche Vorteil von 246 € im ersten Jahr wird durch die höheren Kosten im zweiten Jahr komplett aufgezehrt.

Tipps für Strom-Vergleichsportale

Wer Stromtarife über ein Vergleichsportal sucht, sollte das vor allem über seriöse Plattformen wie Check24 oder Verivox tun. Mit den richtigen Filtereinstellungen lassen sich dort gute Vergleiche ziehen. Wir empfehlen:

Empfohlene Filtereinstellungen für Vergleichsportale
Einstellung Empfehlung Warum?
Bonus einberechnen Nein oder Nur Sofortbonus Zeigt den echten Preis ohne Einmaleffekte
Vertragslaufzeit Max. 12 Monate Ermöglicht flexiblen Wechsel
Kündigungsfrist Max. 4 Wochen Gesetzliche Obergrenze seit 2022
Preisgarantie Ja, mindestens 12 Monate Schützt vor Preiserhöhungen
Vertragsverlängerung Max. 1 Monat Verhindert lange Bindung nach Ablauf
Kundenbewertungen Mindestens 4 Sterne Filtert unseriöse Anbieter

Meistens ist es auch hilfreich, mehrere Vergleichsportale zu nutzen, weil nicht jedes Portal alle Anbieter listet.

Wie oft sollte man Strompreise vergleichen?

Strompreise vergleichen und den Stromanbieter wechseln sollte man immer dann, wenn die potenzielle Ersparnis den Aufwand rechtfertigt. Ein jährlicher Wechsel lohnt sich nur für Kunden, die aktiv Boni mitnehmen wollen. Für alle anderen reicht ein Wechsel alle zwei bis drei Jahre oder bei konkreten Anlässen wie Preiserhöhungen. Für alle gilt: Nie in der Grundversorgung bleiben.

Wechselstrategie nach Kundentyp
Strategie Wechselhäufigkeit Für wen geeignet? Ersparnis-Potenzial
Bonus-Hopper Jährlich Preisbewusste Kunden mit Zeit und Lust auf Optimierung Hoch (Boni mitnehmen)
Gelegenheitswechsler Alle 2–3 Jahre Kunden, die Aufwand minimieren wollen Mittel
Anlasswechsler Bei Preiserhöhung oder Umzug Kunden, die nur bei konkretem Anlass aktiv werden Mittel
Langzeit-Kunde Selten bis nie Kunden, die Stabilität priorisieren Gering

Wie viel Zeit kostet ein Anbieterwechsel wirklich?

Ein Anbieterwechsel kostet etwa 20–30 Minuten aktive Zeit. Der eigentliche Wechselprozess läuft automatisch, der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim alten Versorger. Der Zeitaufwand entsteht vor allem beim Vergleichen und Abschließen.

Jetzt Stromkosten senken: Günstigen Festpreistarif sichern

Wer noch keinen günstigen Stromtarif hat, verschenkt jeden Monat Geld. Ein Wechsel dauert nur 30 Minuten und spart bei einem durchschnittlichen Haushalt mehrere hundert Euro im Jahr. Hier können Sie ihr Sparpotenzial berechnen:

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