
Darf man in Deutschland noch eine Gasheizung einbauen? Wird das Heizungsgesetz gekippt? Und was bedeutet die geplante Reform für bestehende Anlagen? Kaum ein Thema verunsichert Hausbesitzer so sehr wie die Frage nach dem sogenannten Gasheizungsverbot. Dabei lohnt sich ein genauer Blick: Die Regeln ändern sich gerade grundlegend. Dieser Artikel erklärt, was aktuell gilt, was die neue Bundesregierung plant und welche Heizlösung sich langfristig wirklich rechnet.
Ein pauschales Verbot für Gasheizungen existiert in Deutschland nicht. Weder das aktuelle Gebäudeenergiegesetz (GEG) noch das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz der neuen Bundesregierung untersagen den Einbau oder Betrieb von Gasheizungen generell. Was umgangssprachlich als „Gasheizungsverbot" bezeichnet wird, ist eine Reihe von Vorgaben, die den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme schrittweise fördern sollen.
Faktencheck: Mythos vs. Realität
Der Begriff „Verbot" ist also irreführend. Treffender wäre: Der Gesetzgeber macht fossiles Heizen schrittweise teurer und steuert über finanzielle Anreize in Richtung klimafreundlicher Alternativen.
Die 65-%-Erneuerbare-Energien-Regel aus dem GEG der Ampel-Regierung wird von der neuen schwarz-roten Koalition gestrichen. In diesem Sinne wurde das sogenannte Heizungsgesetz tatsächlich in seinem Kernpunkt zurückgenommen. Die Paragrafen 71 bis 71p, die den Einbau neuer Heizungen an einen Mindestanteil erneuerbarer Energien knüpften, fallen voraussichtlich zum 1. Juli 2026 weg.
Komplett abgeschafft werden die Regeln allerdings nicht. An die Stelle der 65-%-Regel tritt eine verbindliche Grüngasquote: Ab dem 1. Januar 2029 müssen neue Gasheizungen mindestens 10 % CO₂-neutrale Brennstoffe nutzen. Dieser Anteil soll in weiteren Stufen steigen. Wer also darauf hofft, dass fossiles Heizen dauerhaft ohne Auflagen möglich bleibt, dürfte enttäuscht werden. Die Richtung bleibt dieselbe, nur das Tempo und die Methode ändern sich.
Die schwarz-rote Koalition plant, das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) durch ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz zu ersetzen. Der zentrale Kurswechsel: Statt konkreter Technologievorgaben setzt die Regierung auf Technologieoffenheit und eine marktwirtschaftliche Steuerung über CO₂-Preise und eine Grüngasquote. Das Eckpunktepapier wurde am 24. Februar 2026 vorgelegt, der Gesetzentwurf soll bis Ostern 2026 vom Kabinett beschlossen werden.
Eckpunkte auf einen Blick:
Ab dem voraussichtlichen Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes am 1. Juli 2026 fallen die Paragrafen 71 bis 71p und § 72 des bisherigen GEG weg. In der Praxis bedeutet das: Wer eine neue Heizung einbaut, ist nicht mehr an die 65-%-EE-Vorgabe gebunden. Gas- und Ölheizungen dürfen ohne Auflagen installiert werden, solange die Grüngasquote noch nicht greift.
Wichtig ist dabei: Die übrigen Anforderungen des GEG an Energieeffizienz und Gebäudedämmung bleiben bestehen. Es fällt also nur die spezifische Heizungsvorgabe weg, nicht das gesamte Regelwerk rund um energieeffizientes Bauen und Sanieren.
Die Grüngasquote verpflichtet Betreiber neuer Gasheizungen ab dem 1. Januar 2029, einen Gastarif mit mindestens 10 % CO₂-neutralen Brennstoffen zu nutzen. Dazu zählen Biogas, synthetisches Methan oder Wasserstoff-Beimischungen. Der Anteil soll in weiteren Stufen steigen, die genauen Schritte legt das Gesetz fest.
Für Hausbesitzer hat das konkrete Auswirkungen auf die Betriebskosten. Grünes Gas ist derzeit deutlich teurer als konventionelles Erdgas. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Größenordnung:
Die Wärmepumpe kommt in diesem Vergleich auf rund die Hälfte der jährlichen Heizkosten. Mit steigendem Grüngasanteil in den Folgejahren wird der Unterschied noch größer.
Bis das neue Gebäudemodernisierungsgesetz voraussichtlich am 1. Juli 2026 in Kraft tritt, gelten alle bisherigen Regelungen des GEG unverändert weiter. Das bedeutet: Die 65-%-Erneuerbare-Energien-Regel ist aktuell noch geltendes Recht. Wer jetzt eine neue Heizung einbaut, muss sich an die bestehenden Vorgaben halten, je nachdem, ob bereits eine kommunale Wärmeplanung vorliegt oder nicht.
Konkret sieht die aktuelle Lage so aus:
Wer aktuell einen Heizungstausch plant, steht also vor einer besonderen Situation: Die alten Regeln gelten noch, die neuen sind bereits angekündigt. In der Praxis ergeben sich daraus zwei sinnvolle Strategien.
Strategie 1: Jetzt handeln und Förderung sichern. Die aktuelle BEG-Förderung bietet bis zu 70 % Zuschuss für den Umstieg auf eine Wärmepumpe. Ob die Förderhöhe nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes bestehen bleibt, ist noch nicht abschließend geklärt. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt die aktuelle Förderung für Wärmepumpen.
Strategie 2: Abwarten und Klarheit gewinnen. Wer keine akute Heizungsentscheidung treffen muss, kann das Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes abwarten. Das Risiko: Fördertöpfe könnten angepasst oder gekürzt werden. Die Bundesregierung hat lediglich zugesichert, dass die Förderung bis 2029 bestehen bleibt, nicht aber in welcher Höhe.
Bestehende Gasheizungen dürfen grundsätzlich weiterbetrieben werden. Weder das aktuelle GEG noch das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz verlangen, dass funktionierende Gasheizungen sofort ausgetauscht werden. Auch Reparaturen sind weiterhin erlaubt. Erst wenn eine Heizung irreparabel ausfällt oder bestimmte Altersgrenzen erreicht, kommen gesetzliche Pflichten ins Spiel.
Die folgende Entscheidungslogik zeigt, welche Situation zu welcher Handlung führt:
Die Austauschpflicht nach § 72 GEG betrifft ausschließlich Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind. Diese veraltete Technik arbeitet mit einer festen, hohen Vorlauftemperatur und ist deutlich ineffizienter als moderne Brennwertgeräte. Niedertemperatur- und Brennwertkessel sind von der 30-Jahre-Regel ausgenommen und dürfen zeitlich unbegrenzt weiterbetrieben werden.
In der Praxis sind die meisten Gasheizungen, die nach 1990 eingebaut wurden, bereits Brennwertgeräte. Wer unsicher ist, welcher Kesseltyp verbaut ist, findet die Information auf dem Typenschild der Heizung oder im Schornsteinfegerprotokoll.
Eine wichtige Ausnahme: Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, die ihre Immobilie bereits vor dem 1. Februar 2002 selbst bewohnt haben, sind von der Austauschpflicht befreit. Sie greift erst bei einem Eigentümerwechsel. Der neue Eigentümer hat dann zwei Jahre Zeit, den alten Kessel zu ersetzen.
Die Übergangsfristen im aktuell noch geltenden GEG sind nach Gebäudetyp, Gemeindegröße und individueller Situation gestaffelt. Pauschale Aussagen wie „ab 2026 darf keine Gasheizung mehr eingebaut werden" greifen zu kurz. Stattdessen hängt der konkrete Stichtag davon ab, wo das Gebäude steht und ob die Kommune bereits eine Wärmeplanung vorgelegt hat.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die aktuell geltenden Fristen. Sie gelten, solange das neue Gebäudemodernisierungsgesetz noch nicht in Kraft getreten ist.
Wichtig: Sollte das Gebäudemodernisierungsgesetz wie geplant am 1. Juli 2026 in Kraft treten, werden die Fristen zur 65-%-EE-Regel hinfällig. An ihre Stelle tritt die Grüngasquote ab 2029. Für Bestandsgebäude in Großstädten bedeutet das eine faktische Entlastung, da die Frist 30. Juni 2026 dann praktisch mit dem neuen Gesetz zusammenfällt und die bisherige Pflicht entfällt.
Die kommunale Wärmeplanung bleibt auch unter dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz relevant. Sie bestimmt, welche Wärmeversorgung in einem Quartier oder Stadtteil langfristig zur Verfügung steht: Fernwärme, ein Wasserstoffnetz, ein Nahwärmenetz oder die dezentrale Versorgung mit Wärmepumpen.
Auch wenn die 65-%-EE-Regel wegfällt, beeinflusst die Wärmeplanung die individuelle Entscheidung erheblich. Denn sie zeigt, ob in den nächsten Jahren ein Fernwärmeanschluss möglich wird oder ob das lokale Gasnetz auf Wasserstoff umgestellt werden soll. Beides hat Auswirkungen darauf, welche Heizung sich langfristig lohnt.
Die meisten Kommunen befinden sich noch mitten in der Erstellung ihrer Wärmepläne. Großstädte mit über 100.000 Einwohnern müssen diese bis zum 30. Juni 2026 vorlegen, kleinere Gemeinden bis zum 30. Juni 2028. Wer nicht warten möchte, ist mit einer Wärmepumpe auf der sicheren Seite, denn sie funktioniert unabhängig davon, welches Ergebnis die kommunale Wärmeplanung liefert.
Eine Gasheizung mit Biogas oder Wasserstoff weiterzubetreiben ist technisch möglich, scheitert derzeit aber in den meisten Fällen an Verfügbarkeit und Kosten. Mit der geplanten Grüngasquote ab 2029 gewinnt das Thema an Relevanz, denn Gasheizungsbesitzer werden dann verpflichtet, einen steigenden Anteil CO₂-neutraler Brennstoffe zu nutzen. Ein genauer Blick auf beide Optionen zeigt, wie realistisch sie tatsächlich sind.
Realitätscheck: Biogas vs. Wasserstoff
Die Tabelle macht deutlich: Biogas ist die kurzfristig realistischere Option, bringt aber höhere Kosten mit sich. Wasserstoff bleibt für Wohngebäude auf absehbare Zeit ein Zukunftsversprechen ohne belastbare Grundlage.
Ein Kostenvergleich verdeutlicht die Unterschiede bei einem typischen Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr:
Je höher der vorgeschriebene Grüngasanteil steigt, desto größer wird der Kostenvorteil der Wärmepumpe. Selbst in der niedrigsten Stufe der Grüngasquote (10 %) liegen die Heizkosten mit Gas bereits doppelt so hoch wie mit einer Wärmepumpe.
Heizen mit Gas wird in den kommenden Jahren spürbar teurer, und zwar unabhängig davon, welche politische Richtung das Heizungsgesetz nimmt. Der Grund liegt in zwei Mechanismen, die sich gegenseitig verstärken: der steigenden CO₂-Steuer und der kommenden Grüngasquote.
Der CO₂-Preis ist eine Abgabe auf fossile Brennstoffe, die seit 2021 erhoben wird und stufenweise ansteigt. Für Erdgas bedeutet das konkret:
Ab 2027 wird der CO₂-Preis nicht mehr politisch festgelegt, sondern im europäischen Emissionshandel (ETS 2) am Markt gebildet. Experten rechnen mit deutlich höheren Preisen als heute. Das Umweltbundesamt beziffert die tatsächlichen Klimakosten einer Tonne CO₂ auf rund 237 €, der aktuelle CO₂-Preis deckt also nur einen Bruchteil der realen Kosten ab.
Dazu kommt ab 2029 die Grüngasquote: Der Pflichtanteil CO₂-neutraler Brennstoffe verteuert den Gastarif zusätzlich, da Biogas und synthetisches Gas deutlich mehr kosten als konventionelles Erdgas.
Eine Gegenüberstellung der langfristigen Heizkosten zeigt, wie sich das für ein typisches Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr auswirkt:
Die Heizkosten mit Gas steigen also kontinuierlich, während die Kosten einer Wärmepumpe weitgehend stabil bleiben. Über einen Zeitraum von 15 Jahren summiert sich der Kostenvorteil der Wärmepumpe auf mehrere zehntausend Euro.
Dabei ist ein weiterer Faktor noch nicht eingerechnet: Wer die Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage kombiniert, erzeugt einen Teil des benötigten Stroms selbst und senkt die effektiven Heizkosten nochmals. Auch dynamische Stromtarife, bei denen gezielt günstiger Strom aus dem Netz bezogen wird, wenn die Börsenpreise niedrig sind, verbessern die Bilanz weiter.
Die Wärmepumpe ist für die meisten Einfamilienhäuser die wirtschaftlichste und zukunftssicherste Alternative zur Gasheizung. Sie nutzt Umgebungswärme aus Luft, Erde oder Grundwasser und wandelt eine Kilowattstunde Strom in drei bis fünf Kilowattstunden Wärme um. Daneben gibt es weitere Optionen, die je nach Gebäude und Situation in Frage kommen.
Für die Mehrheit der Hausbesitzer bietet die Luft-Wasser-Wärmepumpe das beste Verhältnis aus Kosten, Effizienz und Installationsaufwand. Sie lässt sich in nahezu jedem Gebäude nachrüsten, auch im Altbau mit bestehenden Heizkörpern.
Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaikanlage senkt die Heizkosten nochmals deutlich, weil ein Teil des benötigten Stroms direkt vom eigenen Dach kommt. Gleichzeitig eröffnet ein intelligentes Energiemanagement die Möglichkeit, auch Netzstrom dann zu beziehen, wenn die Börsenpreise besonders niedrig sind. So wird nicht nur der eigene Solarstrom optimal genutzt, sondern stets der günstigste verfügbare Strom.
Eine Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf, einer 10 kWp Photovoltaikanlage und einem 10 kWh Stromspeicher:
Selbst im einfachsten Szenario, Wärmepumpe ohne Photovoltaikanlage, liegen die Heizkosten bei der Hälfte der Gasheizung. Mit Photovoltaikanlage, Stromspeicher und einem intelligenten Tarif sinken sie auf weniger als ein Drittel.
Der Schlüssel liegt dabei nicht allein in der eigenen Stromerzeugung. Moderne Energiemanagementsysteme steuern den Verbrauch so, dass die Wärmepumpe bevorzugt dann läuft, wenn Solarstrom verfügbar ist oder die Netzstrompreise niedrig sind. Das Ziel ist nicht maximale Autarkie, sondern minimale Kosten: Immer den günstigsten Strom nutzen, egal ob vom eigenen Dach oder aus dem Netz.
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt den Heizungstausch mit Zuschüssen von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten. Die Förderung ist bis mindestens 2029 gesichert und setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die miteinander kombiniert werden können.
Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 € für ein Einfamilienhaus gedeckelt. Der maximale Zuschuss beträgt damit 21.000 €. Bei Mehrfamilienhäusern erhöht sich die Deckelung pro Wohneinheit.
Ein Beispiel für ein typisches Einfamilienhaus:
Neben der BEG-Förderung stehen weitere Finanzierungswege zur Verfügung:
Wichtig: BEG-Förderung und steuerliche Förderung schließen sich gegenseitig aus. In den meisten Fällen ist die BEG-Förderung attraktiver, da der Zuschuss sofort fließt und die Fördersätze höher ausfallen als der Steuervorteil.
Noch offen ist, ob die Förderhöhe nach Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes bestehen bleibt. Die Bundesregierung hat die Förderung bis 2029 zugesichert, aber nicht garantiert, dass die Konditionen unverändert bleiben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die aktuelle Förderlandschaft nutzen.
Das sogenannte Gasheizungsverbot ist kein pauschales Verbot, sondern ein schrittweiser Umbau der Wärmeversorgung. Die neue Bundesregierung lockert die Vorgaben zwar deutlich, indem sie die 65-%-EE-Regel streicht. Gleichzeitig sorgen steigende CO₂-Preise und die kommende Grüngasquote ab 2029 dafür, dass Heizen mit Gas kontinuierlich teurer wird. Wer heute in eine Wärmepumpe investiert, sichert sich langfristig niedrigere Heizkosten, profitiert von der aktuellen Förderung und macht sich unabhängig von politischen Richtungswechseln. Der wirtschaftliche Vorteil der Wärmepumpe wächst mit jedem Jahr, in dem die fossilen Kosten steigen.
Ob sich eine Wärmepumpe auch für Ihr Haus lohnt, finden Sie hier heraus:
Ja, der Einbau einer Gasheizung bleibt auch 2026 erlaubt. Mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz fällt die 65-%-EE-Pflicht voraussichtlich zum 1. Juli 2026 weg. Ab 2029 muss der Gastarif allerdings einen steigenden Anteil CO₂-neutraler Brennstoffe enthalten.
Die umstrittene 65-%-Erneuerbare-Energien-Regel wird von der neuen Bundesregierung gestrichen. Das Gebäudeenergiegesetz selbst bleibt in weiten Teilen bestehen und wird zum Gebäudemodernisierungsgesetz umgebaut. Vorgaben zur Gebäudedämmung und Energieeffizienz gelten weiterhin.
Kurzfristig ist eine Gasheizung günstiger in der Anschaffung. Langfristig wird sie durch steigende CO₂-Preise und die Grüngasquote jedoch spürbar teurer im Betrieb. Eine Wärmepumpe amortisiert sich in den meisten Fällen innerhalb weniger Jahre.
Bei einem Totalausfall darf eine neue Gasheizung eingebaut werden. Aktuell sieht das GEG dafür Übergangsfristen vor, mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz entfällt die 65-%-EE-Pflicht ohnehin. Trotzdem kann ein Ausfall ein guter Anlass sein, auf eine Wärmepumpe umzusteigen und die aktuelle Förderung mitzunehmen.
Ein flächendeckendes Wasserstoffnetz für Wohngebäude ist frühestens ab 2035 zu erwarten. Die Bundesregierung priorisiert Wasserstoff für Industrie und Schwerlastverkehr. Für private Haushalte ist die Wärmepumpe die deutlich realistischere Lösung.
Die kommunale Wärmeplanung legt fest, welche Wärmeversorgung in einem Stadtteil oder Quartier langfristig vorgesehen ist. Sie zeigt, ob Fernwärme, ein Wasserstoffnetz oder die dezentrale Versorgung mit Wärmepumpen geplant ist, und hilft bei der individuellen Heizungsentscheidung.
Nein, eine generelle Tauschpflicht gegen eine Wärmepumpe gibt es nicht. Lediglich Konstanttemperaturkessel müssen nach 30 Jahren ausgetauscht werden. Die Wahl des neuen Heizsystems bleibt dem Eigentümer überlassen.
Der Gaspreis wird durch den steigenden CO₂-Preis und die Grüngasquote ab 2029 kontinuierlich steigen. Aktuell liegt der Gaspreis bei rund 0,11 € pro kWh. Bis 2030 rechnen Experten mit Kosten von ca. 0,13–0,15 € pro kWh. Eine Wärmepumpe kommt mit einem Wärmepumpenstromtarif von 0,21 € pro kWh und einem COP von 3,5 auf effektive Heizkosten von nur 0,06 € pro kWh, also weniger als die Hälfte.