Strom selbst erzeugen

Egal ob aus Umweltgründen, um unabhängig von den großen Stromanbietern zu sein oder einfach um die Stromrechnung zu senken: Wer seinen eigenen Strom selbst erzeugen möchte, hat heutzutage verschiedene Möglichkeiten. Bevor wir Ihnen aber eine Übersicht der Stromerzeugungsmethoden geben, fragen Sie sich vielleicht, was überhaupt für die eigene Stromerzeugung spricht.

Warum sollte ich meinen Strom selbst erzeugen?

Für die eigene Stromerzeugung sprechen 4 Gründe: Umweltschutz, Effizienz, Freiheit und Geld. 

Umwelt:

Strom selbst erzeugen - Umwelt Symbol - offene Hand mit Blatt

Die meisten Arten, den eigenen Strom zu erzeugen sind so nachhaltig wir nur möglich. Solar- und Windenergie zum Beispiel generieren weder bei der Erzeugung noch bei der Nutzung CO2-Emissionen. Außerdem verschmutzen sie anders als fossile Rohstoffe nicht die Umwelt und sind noch dazu unendlich reproduzierbar. Wenn Sie sich dazu entscheiden, Ihren Strom selbst zu erzeugen, hat dies einen gewaltigen Vorteil: Sie nutzen statt unsauberem Kohlestrom oder umstrittener Atomenergie entweder teilweise oder sogar ausschließlich Ihren eigenen grünern Strom. Somit senken Sie die Umweltbelastung und leisten einen Beitrag für die Nachhaltigkeit.

Effizienz:

Wer ein Dach oder etwas ungenutzten Platz übrig hat, kann dies zu seinem Vorteil nutzen. Anstatt die Sonne einfach aufs Dach knallen zu lassen oder den Wind durch den Garten fegen zu sehen, kann diese freiverfügbare Energie ohne Aufwand genutzt oder an den Netzbetreiber verkauft werden.

Freiheit:

Strom selbst erzeugen - Freiheit Symbol - Adler mit ausgestreckten Flügeln

Dieser Aspekt bezieht sich auf das Verhältnis zwischen Haushalt und Stromanbieter. Viele Haushalte finden sich in Knebelverträgen wieder oder leiden unter den Bedingungen, die im Kleingedruckten versteckt waren. In den letzten 20 Jahren haben sich die Strompreise mehr als verdoppelt – sogar fast verdreifacht. Wer mit seinem Vertrag oder den Strompreisen nicht zufrieden ist, kann manchmal leider gar nicht so einfach wechseln. Wer seinen Strom also selbst erzeugt, schafft sich damit mehr Freiheit und Unabhängigkeit. Seinen Strom selbst zu erzeugen hilft dabei, den steigenden Strompreisen und zum Teil unliebsamen Vertragskonditionen auszuweichen.

Strompreisentwicklung in den letzten Jahren:

Strom selbst erzeugen - Entwicklung der Strompreise in Deutschland von 2000 bis 2019

Datenquelle: Vergleich.de/Strompreise

Geld:

Strom selbst erzeugen - Geld Symbol - grüne Geldscheine und zwei weiße Münzen

Dieser Punkt bezieht sich hier auf zwei wichtige Aspekte. Zum einen erhält man einen Teil seines Stroms kostenlos und kann so seine Gesamtstromkosten senken. Zwar zahlt man z.B. beim Kauf einer Solaranlage eine happige Anfangsinvestition, aber die hat sich in den meisten Fällen schon nach wenigen Jahren amortisiert. Auch wenn man eine Solaranlage mietet, zahlt man monatliche Beträge, aber diese sind ebenfalls geringer als der Gewinn aus der Stromerzeugung. Somit fällt die Bilanz positiv aus.

Der zweite Punkt ist die Möglichkeit, seinen Strom ins Netz einzuspeisen und dafür eine Vergütung zu erhalten. Wenn man Strom selbst erzeugt und dabei weniger nutzt als man generiert, kann man mit dem Überschuss Geld verdienen. Die Höhe der Einspeisevergütung bestimmen sowohl der Staat als auch die Nachfrage des Marktes, daher schwanken die Profite manchmal etwas. Dennoch lässt sich mit der eigenen Stromerzeugung ein nettes Sümmchen erwirtschaften.

Soll ich meine Solaranlage kaufen oder mieten?

Wie kann ich meinen Strom selbst erzeugen?

Generell gilt: Wenn eine Energiequelle egal welcher Art vorhanden ist, kann sie in Elektrizität umgewandelt werden. Klassische Energiequellen sind fossile Rohstoffe wie Öl, Kohle, Gas und Benzin, aber auch erneuerbare Energiequellen wie Wind, Sonne und Wasserkraft lassen sich in Strom umwandeln. Im Gegensatz zu den fossilen Rohstoffen, die sowohl umweltbelastend, als auch gefährlich sein können, eignen sich die erneuerbaren Quellen hervorragend, um Strom für sich selbst zu erzeugen. Folgende Optionen empfehlen wir besonders:

Solaranlagen oder auch Photovoltaikanlage

Der absolute Klassiker der Eigenstromerzeugung ist die Solaranlage, die mittels Solarzellen auf dem Dach des Hauses oder der Garage Sonnenstrahlen in Strom umwandelt. Dabei wird das Wort Solaranlage und Photovoltaikanlage im Volksmund oft synonym verwendet. Je stärker die Sonne scheint, desto höher ist die Ausbeute der Anlage. Beachten muss man jedoch, dass die Solarmodule nicht nur im Sommer und bei Direktsonne Strom erzeugen, sondern auch schon bei geringer Beleuchtung im Winter oder bei diffusem Licht durch die Wolken.

Solaranlagen werden vorzugsweise auf der Südseite eines Dachs angebracht, damit so viel Sonnenlicht wie möglich eingefangen wird. Die Südostseite oder Südwestseite sind meistens jedoch ebenfalls noch ausreichend. Eines der großen Argumente für die Solaranlage ist, dass sie sich in den letzten Jahrzehnten extrem stark weiterentwickelt hat. Die Effizienz einer Solarzelle hat sich vervielfacht, während ihre Kosten stetig gesunken sind. Dieser Sprung in der Photovoltaiktechnologie wurde von vielen Forschern in der ganzen Welt vorangetrieben. Außerdem lässt sich der produzierte Strom mittlerweile in einer Batterie speichern oder ins Stromnetz einspeisen. Dafür bekommen die Haushalte dann eine Vergütung und können so mit ungenutztem Strom Geld verdienen.

Strom selbst erzeugen - Solaranlage mit vielen Solarzellen vor blauem Hintergrund

Solarthermie durch Solarkollektoren

Wie bei der Solaranlage wird hier auch die Energie der Sonne genutzt und auf dem Dach abgefangen. Allerdings gibt es hier entscheidende Unterschiede: Zum einen werden statt Solarzellen hier Solarkollektoren angebracht und zum anderen wird dabei kein Strom erzeugt sondern Warmwasser. Die Kollektoren enthalten je nach Art der Anlage entweder ein Vakuum oder ein Wasser-Glycol-Gemisch, das als Wärmeträger agiert.

Die Sonnenstrahlen erhitzen die Kollektoren, die anschließend Wärme an Wasserleitungen abgeben. So wird heißes Wasser für die Heizung, die Dusche oder das Bad erzeugt. Obwohl hier keine Elektrizität erzeugt wird, ist der Effekt ähnlich: Heizkosten werden gesenkt und die Umwelt geschont. Die Stromkosten bleiben jedoch unverändert hoch.

Strom-selbst-erzeugen-Solarthermie-Anlage auf einem Dach

Windkraftwerk

Nicht nur die Sonne ist eine kräftige Energiequelle, auch der Wind spendet jeden Tag aufs Neue reichlich Energie, um Strom zu erzeugen. Viele denken jetzt wahrscheinlich an die riesigen Windkrafträder, die über Felder und Meere ragen. Diese Art von Windrad ist hier jedoch nicht gemeint. Weil die Nutzung solcher Windräder durch zahlreiche Auflagen und Gesetze beschränkt ist, kann man sich leider nicht so einfach ein industrielles Windrad in den Garten stellen.

Was wir meinen ist eine Mini-Windkraftanlage (oder auch Kleinwindkraftanlage genannt). Diese funktionieren genauso wie die Großen, sind nur nicht so hoch, laut und teuer. Hiermit lässt sich mithilfe des Windes in Ihrem eigenen Garten mit ein bisschen Aufwand der Strom selbst erzeugen. Ganz wichtig ist jedoch vor der Installation zu prüfen, ob Nachbarn durch die Anlage gestört werden könnten. Nur wenn Schattenwurf und Lärm kein Problem sind, wird eine Kleinkraftanlage für die Installation freigegeben.

Des Weiteren muss sich ein potentieller Käufer sicher sein, dass auch genug Wind vorhanden ist. Wer in Waldgebieten oder in der Stadt wohnt, sollte lieber auf die anderen Methoden setzen, um Strom selbst erzeugen zu können.

Strom selbst erzeugen - zwei Mini Windkrafanlagen in der Natur und mit einem Haus im Hintergrund

Blockheizkraftwerk

Traditionelle Heizungen funktionieren, indem sie Öl oder Gas als Brennstoff nutzen, um Wasser für die gesamten Heizkörper im Haus zu erhitzen. Dieses System funktioniert zwar gut, doch hier verbirgt sich das versteckte Potenzial. Bei der traditionellen Stromgewinnung wird ebenfalls Hitze erzeugt. Dies ist ein Nebenprodukt, das aus der Energieumwandlung stemmt und nicht vermeidbar ist.

Die Idee des Blockheizkraftwerks ist, die Stromerzeugung und die Heizung zu vereinen. Anstatt, dass Wärme bei den Stromanbietern erzeugt und dann verschwendet wird, erzeugen Haushalte ihren eigenen Strom und nutzen gleichzeitig die entstandene Wärme, um ihr Haus zu heizen. Dieses System ist zwar viel effizienter, hat aber auch einen Nachteil: Blockheizkraftwerke sind sehr teuer und lohnen sich erst ab 4.000 Stunden Betriebszeit im Jahr. Daher empfehlen wir diese Option nur Leuten, die einen sehr hohen Stromverbrauch haben oder das Kraftwerk gemeinsam mit anderen nutzen möchten (z.B. Wohnhaus mit vielen Einzelwohnungen).

Strom selbst erzeugen - grünes Blockheizkraftwerk im inneren eines Industriegebäudes

Welche eigene Stromlösung ist die beste Möglichkeit?

Tatsache ist, dass es wirklich eine Vielzahl an Möglichkeiten gibt, wenn Sie Ihren Strom selbst erzeugen möchten. Wenn Sie in windigen Gegenden wohnen, wenig Sonne bekommen und keine Nachbarn, Bäume oder Gebäude um sich herum haben, empfehlen wir Ihnen eine Miniwindkraftanlage. In den restlichen Fällen raten wir aber zu einer Solaranlage. Denn diese funktioniert das ganze Jahr über, auch bei geringer Sonneneinstrahlung. Außerdem stört sie weder durch Lärm oder Schatten Ihre Nachbarn. Da sie auf dem Dach angebracht wird, nimmt sie ebenfalls keinen Platz weg und bleibt damit eher unauffällig. 

Jeder der Möglichkeiten hier ist mit einer hohen Investition verbunden. Normalerweise müssen Haushalte für den Kauf etwas Geld zusammensparen und nehmen gegebenenfalls noch einen Kredit auf. Leute, die sich das nicht leisten können oder nicht auch noch zusätzlich Zinsen zahlen möchten, kaufen sich am Ende doch keine Anlage.

Nun gibt es aber eine Alternative: Enpal bietet seinen Kunden Solaranlagen zur Miete an. Für einen kleinen monatlichen Betrag übernimmt Enpal Installation, Wartung und Reparatur und dabei ist die Anlage während der gesamten Mietzeit vor Katastrophen und Ausfällen versichert. Sollte die Anlage tatsächlich mal ausfallen und es vergeht mehr als eine Woche, bevor das Serviceteam alles komplett repariert hat, zahlt der Mieter für den ganzen Monat keine Miete. Am Ende der Mietzeit bekommen die Mieter die Anlage für einen symbolischen Euro geschenkt und können sie so lange sie möchten kostenfrei weiter nutzen.