

Wer sich mit Photovoltaik beschäftigt, stößt schnell auf den Begriff Solarplatten. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Unter Solarplatten versteht man einen umgangssprachlichen Sammelbegriff für PV-Module und Solarthermie-Kollektoren. Beide nutzen die Sonne als Energiequelle, funktionieren aber grundlegend unterschiedlich.
Dieser Artikel erklärt die verschiedenen Typen, zeigt worauf es bei Qualität und Größe ankommt und gibt eine realistische Einschätzung zu Kosten und Lebensdauer. So finden Sie heraus, welche Solarplatten zu Ihrem Dach passen.
PV-Solarplatten erzeugen Strom, Solarthermie-Kollektoren erzeugen Wärme. Das ist der grundlegende Unterschied zwischen den beiden Technologien. Obwohl beide die Sonnenenergie nutzen und ähnlich aussehen, funktionieren sie völlig unterschiedlich und eignen sich für verschiedene Einsatzzwecke.
Photovoltaik-Solarplatten wandeln Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Dieser lässt sich im Haushalt nutzen, in einem Speicher zwischenspeichern oder gegen Vergütung ins Stromnetz einspeisen. Der erzeugte Strom ist vielseitig einsetzbar: vom Betrieb von Elektrogeräten bis zur Versorgung einer Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser.
Solarthermie-Kollektoren erhitzen dagegen eine Trägerflüssigkeit, die Wärme zu einem Speicher transportiert. Diese Wärme dient ausschließlich zur Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung. Überschüssige Wärme lässt sich nicht einspeisen oder anderweitig nutzen.
Für die meisten Hausbesitzer ist Photovoltaik heute die bessere Wahl: Der erzeugte Strom ist flexibler nutzbar und lässt sich bei Überschuss verkaufen. In Kombination mit einer Wärmepumpe deckt PV auch den Wärmebedarf ab. Solarthermie kann in Einzelfällen sinnvoll sein, etwa als Ergänzung zu einer bestehenden Gasheizung. Der ausführliche Vergleich folgt weiter unten im Artikel.
PV-Solarplatten gibt es in monokristalliner, polykristalliner und Dünnschicht-Ausführung. Monokristalline Solarmodule sind heute der klare Standard für Eigenheime, die anderen beiden Typen spielen nur noch eine Nebenrolle.

Monokristalline Module bestehen aus einem einzigen Siliziumkristall. Das macht sie besonders effizient: Sie erreichen Modulwirkungsgrade von 18–22 % und holen damit das Maximum aus der verfügbaren Dachfläche heraus. Die schwarze Optik fügt sich unauffällig ins Dachbild ein.
Polykristalline Module bestehen aus mehreren Siliziumkristallen. Sie sind etwas günstiger in der Herstellung, erreichen aber nur 15–18 % Wirkungsgrad. Die bläuliche Färbung ist ein typisches Erkennungsmerkmal. Heute werden sie kaum noch verbaut.
Dünnschichtmodule verzichten auf kristalline Strukturen. Sie sind leicht und flexibel, liefern aber nur 10–16 % Wirkungsgrad. Für Eigenheime sind sie wegen des hohen Flächenbedarfs ungeeignet.
Neben PV-Modulen für Strom gibt es auch Solarplatten für Wärme: sogenannte Solarthermie-Kollektoren. Sie erzeugen keine Elektrizität, sondern erhitzen Wasser für Warmwasser oder Heizung. Es gibt zwei relevante Typen:
Der Wirkungsgrad einer Solarthermieanlage liegt insgesamt bei etwa 30–50 %. Das ist deutlich niedriger als bei einer Wärmepumpe. Deshalb entscheiden sich die meisten Hausbesitzer heute für PV-Solarplatten in Kombination mit einer Wärmepumpe. Diese Lösung ist flexibler und wirtschaftlicher.
Hochwertige Solarplatten erkennt man an fünf Kennzahlen: Wirkungsgrad der Solarzelle, Leistungsgarantie, Degradation, Temperaturkoeffizient und Zertifizierungen. Diese Werte stehen im Datenblatt jedes Moduls und helfen beim Angebotsvergleich.
Beim Kauf einer Photovoltaikanlage lohnt sich ein Blick auf die technischen Daten. Nicht jedes Angebot enthält die gleiche Modulqualität. Mit den folgenden Richtwerten lässt sich schnell einschätzen, ob ein Modul den aktuellen Standard erfüllt:
Gut zu wissen: Enpal verbaut monokristalline Module mit moderner TOPCon-Technologie und bifazialer Bauweise. Sie erreichen bis zu 22 % Wirkungsgrad und kommen mit 30 Jahren Garantie. Die Modulqualität ist im Komplettpaket bereits enthalten.
Eine Standard-Solarplatte misst etwa 1,7 × 1,0 m und benötigt rund 1,7 m² Dachfläche. Mit einer einfachen Faustformel lässt sich berechnen, wie viele Module auf das eigene Dach passen.
Die Solarpanel Größe ist heute weitgehend standardisiert: Die meisten PV-Module für Eigenheime haben ähnliche Abmessungen. Das erleichtert die Planung. Entscheidend ist die nutzbare Dachfläche, also der Bereich ohne Dachfenster, Schornsteine, Gauben oder Verschattung.
Faustformel Anzahl Solarplatten:
Nutzbare Dachfläche (m²) ÷ 1,7 = Anzahl der Module
Diese Formel liefert einen groben Richtwert. In der Praxis planen Installateure etwas konservativer, da Abstände zu Dachkanten und zwischen den Modulen einzuhalten sind.
Beispielrechnung für ein typisches Einfamilienhaus:
Mit dieser Anlagengröße erzeugt ein durchschnittlicher Haushalt etwa 9.000–10.000 kWh Strom pro Jahr. Das entspricht dem doppelten Jahresverbrauch einer vierköpfigen Familie.
Grundsätzlich eignet sich fast jedes Dach für Solarplatten. Die Dachausrichtung ist weniger entscheidend als viele denken. Auch eine Ost/West-Ausrichtung, ein Flachdach oder teilverschattete Flächen sind kein Ausschlusskriterium. Selbst eine Nordseite kann in bestimmten Fällen funktionieren. Entscheidend ist die richtige Modulwahl und Montage.
Viele Hausbesitzer glauben, nur ein Süddach mit 30° Neigung sei für Photovoltaik geeignet. Das stimmt so nicht. Moderne Solarplatten arbeiten auch bei weniger idealer Ausrichtung der PV-Anlage wirtschaftlich. Der Ertrag variiert zwar je nach Dachsituation, doch selbst bei Ost/West-Ausrichtung erreichen Anlagen noch 80–90 % des Maximalertrags.
Gewusst? Enpal prüft vor der Installation die Dachstatik, Ausrichtung und Verschattung. Die Planung ist im Komplettpaket enthalten. So erhalten Sie eine Anlage, die optimal zu Ihrem Dach passt.
Solarplatten kosten je nach Typ zwischen 80 und 160 € pro kWp. Das sind die reinen Modulkosten. In einer kompletten Photovoltaikanlage machen sie etwa 25 % der Gesamtinvestition aus.
Diese Preise gelten für das reine Material. Bei Komplettanbietern liegen die Endkundenpreise höher, da Planung, Photovoltaik Montage, Garantie und Service enthalten sind.
Für eine komplette 10-kWp-Anlage inklusive aller Komponenten und Installation sollte man mit 15.500–19.000 € rechnen. Eine ausführliche Übersicht zu allen Kostenfaktoren gibt es im Solaranlage-Kosten Artikel.
Solarplatten werden mit einer Unterkonstruktion aus Schienen und Dachhaken auf dem Dach befestigt. Die Montage dauert in der Regel ein bis zwei Tage und wird von Fachbetrieben durchgeführt.
Das Grundprinzip ist bei den meisten Dächern gleich: Dachhaken werden unter den Ziegeln an den Sparren verschraubt. Darauf kommen Montageschienen, an denen die Module mit Klemmen fixiert werden. Die Ziegel bleiben intakt, das Dach wird nicht durchbohrt.
Das Gewicht der Solarmodule liegt bei etwa 12–15 kg pro Quadratmeter. Die meisten Dächer tragen dieses Gewicht problemlos. Bei älteren Gebäuden prüft der Installateur vorab die Statik.
In den meisten Fällen reinigen sich Solarplatten von selbst. Regen spült Staub und Schmutz ab, solange die Module ausreichend geneigt sind. Eine manuelle Reinigung ist nur selten nötig.
Bei einer Neigung von mindestens 10° funktioniert die Selbstreinigung zuverlässig. Probleme entstehen vor allem bei:
Verschmutzungen können den Ertrag um 2–5 % senken. Bei starker Verschattung durch Schmutz auf einzelnen Zellen kann der Effekt größer sein.
Falls eine Reinigung nötig ist, genügt in der Regel klares Wasser und ein weicher Schwamm. Hochdruckreiniger oder aggressive Reinigungsmittel können die Module beschädigen. Professionelle Reinigungen kosten etwa 2–3 € pro Quadratmeter.
Solarplatten wandeln Sonnenlicht in Strom oder Wärme um und sind heute eine bewährte Technologie für Eigenheime. Für die Stromerzeugung haben sich monokristalline PV-Module als Standard etabliert. Sie bieten den besten Wirkungsgrad und passen auf fast jedes Dach. Wer Wärme statt Strom erzeugen möchte, greift zu Solarthermie-Kollektoren. Bei der Auswahl zählen Wirkungsgrad, Garantie und Degradation. Moderne Module halten 25–30 Jahre, Montage und Wartung sind unkompliziert. Wer langfristig Stromkosten senken möchte, findet in Solarplatten eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung.
Hier können Sie prüfen, ob sich eine PV-Anlage auch in Ihrem Fall lohnt:
Ja, Solarplatten eignen sich auch für den Balkon. Sogenannte Balkonkraftwerke bestehen aus ein bis zwei Modulen und lassen sich ohne Installateur selbst anschließen. Sie sind eine günstige Einstiegslösung für Mieter und Eigentümer ohne großes Dach.
Ein Balkonkraftwerk besteht in der Regel aus:
Seit 2024 sind Balkonkraftwerke bis 800 Wp erlaubt. Sie müssen lediglich im Marktstammdatenregister angemeldet werden. Eine Genehmigung vom Vermieter oder der Eigentümergemeinschaft ist seit der Gesetzesänderung nicht mehr nötig.
Mit einem 800-Wp-Balkonkraftwerk lassen sich etwa 600–800 kWh pro Jahr erzeugen. Das entspricht einer Ersparnis von rund 200–250 € jährlich bei einem Strompreis von 0,32 €/kWh.
Ein Stromspeicher erhöht den Eigenverbrauch einer PV-Anlage von etwa 30 % auf bis zu 70 %. Dadurch sinkt die Stromrechnung deutlich. Ein 10-kWh-Speicher kostet zwischen 8.000 und 12.000 €. Ob sich die Investition lohnt, hängt vom Verbrauchsverhalten ab. In den meisten Fällen rechnet sich ein Speicher über die Lebensdauer der Anlage.
Seit 2023 entfällt die Mehrwertsteuer auf Photovoltaikanlagen und Speicher. Zusätzlich gibt es die Einspeisevergütung für Strom, der ins Netz eingespeist wird (aktuell ca. 8 Cent/kWh). Regionale Förderprogramme und KfW-Kredite können die Investition weiter senken.
In den meisten Bundesländern sind Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden genehmigungsfrei. Ausnahmen gelten für Denkmalschutz an Gebäuden und bestimmte Bebauungsgebiete. Nach der Installation muss man die PV-Anlage anmelden: im Marktstammdatenregister und beim Netzbetreiber.
Die Module selbst dürfen theoretisch selbst montiert werden. Der elektrische Anschluss an das Hausnetz muss jedoch von einem Elektrofachbetrieb durchgeführt werden. Für Gewährleistung und Versicherungsschutz empfiehlt sich die Installation durch einen Fachbetrieb.
Ein Standard-Modul wiegt etwa 20–25 kg. Die Gesamtlast einer Anlage liegt bei etwa 12–15 kg pro Quadratmeter Dachfläche. Die meisten Dächer tragen dieses Gewicht problemlos. Bei älteren Gebäuden prüft der Installateur vorab die Statik.