

Transparente Solarmodule verbinden zwei Funktionen: Sie erzeugen Strom und lassen Tageslicht durch. Damit eignen sie sich überall dort, wo klassische Solarmodule zu dunkel wären. Etwa auf Terrassendächern, in Wintergärten oder an Gebäudefassaden. Doch wie viel kosten transparente Module wirklich? Welchen Ertrag liefern sie im Vergleich zu Standardmodulen? Und für welche Einsatzbereiche lohnt sich die Investition? Dieser Ratgeber liefert konkrete Zahlen, Vergleichstabellen und praxisnahe Beispiele für eine fundierte Entscheidung.
Transparente Solarmodule sind Photovoltaikmodule, die einen Teil des Sonnenlichts durchlassen und gleichzeitig Strom erzeugen. Sie bestehen in der Regel aus einem Glas-Glas-Aufbau: Zwei Glasscheiben umschließen die Solarzellen. Je nach Bauart lassen die Module zwischen 10 und 50 % des sichtbaren Lichts passieren.
Der Lichtdurchlass entsteht durch unterschiedliche Konstruktionsprinzipien. Einige Hersteller verwenden herkömmliche kristalline Solarzellen, setzen diese aber mit größeren Abständen zueinander ein. Die Zwischenräume lassen Licht durch. Andere nutzen Dünnschichtmodule, bei denen die Solarzellen selbst teiltransparent sind.
Für Hausbesitzer bedeutet das: Transparente Module eignen sich überall dort, wo normales Glas verbaut ist und zusätzlich Solarstrom erzeugt werden soll. Zum Beispiel als Solarterrassendach, im Wintergarten oder als Fassadenelement.
Hinter transparenten Solarmodulen stecken drei wesentliche Technologien, die sich in Transparenz, Wirkungsgrad und Einsatzzweck unterscheiden.
Kristalline Zellen mit Zellabständen sind die verbreitetste Variante. Herkömmliche monokristalline Solarzellen werden in einem Glas-Glas-Modul mit definierten Abständen angeordnet. Zwischen den Zellen fällt Licht durch. Der Transparenzgrad lässt sich über den Zellenabstand steuern, typisch sind 10–30 %. Der Wirkungsgrad liegt bei 10–15 %, abhängig vom gewählten Transparenzgrad.
Dünnschichtmodule verwenden hauchdünne Halbleiterschichten, die auf Glas aufgedampft werden. Die Schicht selbst ist teiltransparent. Diese Module erreichen einen Wirkungsgrad von 10–16 % und lassen meist 10–20 % des Lichts durch. Sie eignen sich besonders für große Flächen wie Fassaden.
Organische Solarzellen sind die neueste Entwicklung. Sie bestehen aus organischen Halbleitermaterialien und können nahezu vollständig transparent sein (bis zu 50 % Lichtdurchlass). Der Wirkungsgrad ist mit 6–10 % aktuell noch niedrig, und die Lebensdauer kürzer als bei kristallinen oder Dünnschicht-Modulen. Diese Technologie befindet sich noch weitgehend im Forschungsstadium.
Für die meisten Anwendungen im Eigenheimbereich, etwa ein Terrassendach oder einen Wintergarten, kommen derzeit kristalline Glas-Glas-Module zum Einsatz. Sie bieten die beste Balance aus Transparenz, Ertrag und Langlebigkeit.
Transparente Solarmodule kosten als Komplettanlage etwa 1.500–2.000 €/kWp. Zum Vergleich: Eine Photovoltaikanlage mit Standardmodulen liegt bei 1.300–1.600 €/kWp. Der Mehrpreis beträgt damit rund 15–30 % und ergibt sich vor allem durch den aufwendigeren Glas-Glas-Aufbau und die speziellen Solarzellen.
Für eine 10-kWp-Anlage Leistung bedeutet das in konkreten Zahlen: Standardmodule kosten etwa 15.500–19.000 €, transparente Glas-Glas-Module etwa 16.500–20.000 €. Die Mehrkosten liegen bei rund 1.000–1.500 €.
Dabei ist wichtig: Diese Preise gelten für die reine Photovoltaikanlage inklusive Planung, PV-Montage und Netzanschluss. Wer transparente Module als Terrassenüberdachung oder Wintergartenverglasung nutzt, spart im Gegenzug die Kosten für herkömmliches Glas oder ein konventionelles Dach. Dieser Einspareffekt kann die Mehrkosten teilweise oder vollständig ausgleichen.
Transparente Glas-Glas-Module schneiden im direkten Vergleich mit Standardmodulen bei den reinen Anschaffungskosten etwas schlechter ab, gleichen dies aber durch eine längere Lebensdauer und geringere Degradation aus. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:
Der geringere Wirkungsgrad transparenter Module bedeutet weniger PV-Ertrag pro Fläche. Auf 30 Jahre gerechnet relativiert sich der Unterschied jedoch: Glas-Glas-Module verlieren weniger Leistung pro Jahr (0,4–0,5 % statt 0,6–0,8 %) und halten 30–40 Jahre statt 25–30 Jahre. Über die gesamte Lebensdauer erzeugen sie dadurch 5–8 % mehr Strom als Standardmodule.
Die höheren Anschaffungskosten und der geringere Jahresertrag führen zu einer längeren Amortisationszeit von etwa 17–18 Jahren statt 14–15 Jahren. Wer jedoch ohnehin eine Glasfläche plant, etwa für ein Terrassendach, sollte die eingesparten Baukosten gegenrechnen. In solchen Fällen kann die Amortisation deutlich kürzer ausfallen.
Transparente Solarmodule liefern je nach Transparenzgrad etwa 600–900 kWh pro kWp und Jahr. Standardmodule erreichen im Vergleich 800–1.200 kWh/kWp. Der geringere Ertrag erklärt sich durch den niedrigeren Wirkungsgrad: Ein Teil der Sonneneinstrahlung wird bewusst durchgelassen, statt in Strom umgewandelt zu werden.
Der tatsächliche Ertrag hängt von mehreren Faktoren ab:
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Unterschiede:
Die Investition in transparente Solarmodule kann sich lohnen, ist aber nicht in jeder Situation die wirtschaftlichste Wahl. Entscheidend ist, ob die Module eine ohnehin geplante Glasfläche ersetzen oder nicht.
Längere Lebensdauer: Glas-Glas-Module halten 30–40 Jahre und verlieren nur 0,4–0,5 % Leistung pro Jahr. Über die gesamte Laufzeit erzeugen sie dadurch 5–8 % mehr Strom als Standardmodule. Das gleicht den geringeren Jahresertrag teilweise aus, jedoch nicht vollständig.
Doppelnutzen: Wer ohnehin eine Verglasung für Terrassendach oder Wintergarten plant, zahlt nur die Differenz zum normalen Glas. In diesem Fall verbessert sich die Wirtschaftlichkeit spürbar. Ohne geplante Glasfläche bleibt der volle Mehrpreis bestehen.
Eigenverbrauch: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart 0,32 €/kWh, eingespeister Strom bringt nur 0,08 €/kWh. Ein hoher Eigenverbrauchsanteil verkürzt die Amortisationszeit, macht den grundsätzlichen Ertragsunterschied zu Standardmodulen aber nicht wett.
Wer ausreichend konventionelle Dachfläche hat und keine Verglasung benötigt, fährt mit Standardmodulen wirtschaftlicher. Sie liefern mehr Ertrag pro investiertem Euro und amortisieren sich schneller.
Hier finden Sie heraus, ob sich eine PV-Anlage auch für Ihr Haus lohnt:
Gut zu wissen: Wer maximalen Ertrag auf dem eigenen Dach erzielen möchte, ist mit einer klassischen Photovoltaikanlage besser beraten. Enpal bietet Photovoltaikanlagen mit leistungsstarken Glas-Glas-Modulen als Komplettpaket an, inklusive Planung, Installation, Stromspeicher und optionaler Wallbox.
Transparente Solarmodule eignen sich überall dort, wo Lichtdurchlass und Stromerzeugung gleichzeitig gefragt sind. Die drei häufigsten Einsatzbereiche im Eigenheimbereich sind Terrassenüberdachungen, Wintergärten und Fassaden. In jedem Fall ersetzen die Module herkömmliches Glas und machen eine passive Fläche zum Stromerzeuger.
Transparente Solarmodule funktionieren als Terrassenüberdachung, indem sie das herkömmliche Dachglas ersetzen und gleichzeitig Strom erzeugen. Die Module übernehmen dabei drei Funktionen auf einmal: Regenschutz, UV-Schutz und Energiegewinnung.
Einige Punkte sind bei der Planung zu beachten:
Der Vorteil gegenüber einem normalen Glasdach: Die Mehrkosten für die Solarfunktion sind überschaubar, wenn die Verglasung ohnehin geplant ist. Gleichzeitig reduzieren die Module die Aufheizung unter dem Dach an heißen Sommertagen.
Transparente Solarmodule eignen sich für Wintergärten und Gewächshäuser, bringen dort aber andere Anforderungen mit als auf einem Terrassendach.
Im Wintergarten spielen vor allem zwei Faktoren eine Rolle: Lichtdurchlass und sommerlicher Wärmeschutz. Module mit 20–40 % Transparenz lassen genug Tageslicht herein, reduzieren aber gleichzeitig die direkte Sonneneinstrahlung. Das kann an heißen Tagen den Bedarf an zusätzlicher Beschattung oder Klimatisierung senken. Der erzeugte Strom lässt sich direkt für Belüftung oder Kühlung nutzen.
Im Gewächshaus ist der Lichtbedarf der Pflanzen entscheidend. Nicht alle Pflanzen vertragen eine Reduzierung des Lichteinfalls um 60–80 %. Für lichtintensive Kulturen kann der Ertragsverlust bei den Pflanzen den Stromgewinn übersteigen. Schattenverträgliche Pflanzen oder teilweise Belegung des Dachs mit transparenten Modulen sind mögliche Kompromisse.
Wichtig: Die statischen Anforderungen sind bei beiden Anwendungen hoch. Die Module müssen als Überkopfverglasung zertifiziert sein, und die Tragkonstruktion muss für das Gewicht von 21–26 kg/m² ausgelegt werden.
Transparente Solarmodule werden an Fassaden als sogenannte gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) eingesetzt. Dabei ersetzen die Module klassische Fassadenelemente wie Glasscheiben oder Verkleidungen und übernehmen neben der Stromerzeugung auch bauliche Funktionen wie Wetterschutz und Wärmedämmung.
BIPV-Lösungen kommen vor allem bei Neubauten und umfassenden Sanierungen zum Einsatz. Der Grund: Die Integration in die Fassade muss von Anfang an mitgeplant werden. Eine Nachrüstung ist deutlich aufwendiger und teurer als bei einer Terrassenüberdachung.
Einige Besonderheiten bei Fassadenanwendungen:
Für die meisten Eigenheimbesitzer ist BIPV derzeit eher ein Nischenthema. Die Terrassenüberdachung oder der Wintergarten bieten in der Regel das bessere Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Transparente Solarmodule haben gegenüber Standardmodulen klare Stärken, aber auch Einschränkungen. Ob sich die Investition lohnt, hängt vom geplanten Einsatzzweck ab. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Punkte zusammen:
Zusammengefasst: Transparente Solarmodule sind keine besseren oder schlechteren Module als Standardmodule, sondern eine andere Kategorie. Sie sind dann sinnvoll, wenn eine Glasfläche ohnehin geplant ist und zusätzlich Strom erzeugt werden soll. Wer rein auf maximalen Ertrag und kurze Amortisation setzt, ist mit klassischen Modulen auf dem Hausdach besser beraten.
Wer transparente Solarmodule kauft, sollte vor der Entscheidung einige Punkte prüfen, um Überraschungen bei Leistung, Statik und Kosten zu vermeiden.
Die wichtigsten Kriterien im Überblick:
Transparente Solarmodule sind keine Alternative zu klassischen Photovoltaikanlagen, sondern eine Ergänzung für spezifische Situationen. Sie lohnen sich dort, wo ohnehin eine Glasfläche geplant ist: auf dem Terrassendach, im Wintergarten oder an der Fassade. Der geringere Wirkungsgrad und die längere Amortisationszeit von 17–18 Jahren sind bekannte Nachteile. Die längere Lebensdauer von 30–40 Jahren und die besseren Garantiebedingungen gleichen das über die gesamte Laufzeit teilweise aus. Wer maximalen Ertrag auf dem Hausdach sucht, ist mit einer klassischen Photovoltaikanlage besser beraten.
Hier finden Sie heraus, ob sich eine PV-Anlage auch für Ihr Haus lohnt:
Technisch ist das möglich, aber selten sinnvoll. Auf einem normalen Schrägdach liefern Standardmodule deutlich mehr Ertrag pro Fläche und kosten weniger. Transparente Module sind für Flächen gedacht, bei denen Lichtdurchlass gefragt ist.
Transparente Module liefern je nach Transparenzgrad etwa 600–900 kWh pro kWp und Jahr. Standardmodule erreichen 800–1.200 kWh/kWp. Die Differenz ergibt sich direkt aus dem niedrigeren Wirkungsgrad von 10–15 % gegenüber 18–22 %.
Für Überkopfanwendungen wie Terrassendächer oder Wintergärten sind ausschließlich Module aus Verbundsicherheitsglas (VSG) zugelassen. VSG-Module splittern bei Bruch nicht in scharfe Scherben, sondern halten zusammen. Das ist eine gesetzliche Anforderung, keine optionale Eigenschaft.
Für ein angenehmes Raumgefühl unter der Terrasse empfehlen sich 20–30 % Lichtdurchlass. Weniger als 20 % wirkt dunkel, mehr als 40 % reduziert den Ertrag spürbar. Die optimale Wahl hängt von der Himmelsrichtung und dem persönlichen Empfinden ab.
Transparente Solarmodule werden wie klassische Photovoltaikanlagen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert, sofern der erzeugte Strom ins Netz eingespeist wird. Für BIPV-Fassadenlösungen gibt es in einigen Bundesländern zusätzliche Förderprogramme. Eine individuelle Beratung klärt, welche Förderungen im konkreten Fall greifen.
Ja. Der erzeugte Strom lässt sich wie bei jeder Photovoltaikanlage in einem Stromspeicher zwischenspeichern und bei Bedarf abrufen. Angesichts des geringeren Ertrags transparenter Module sollte die Speichergröße entsprechend angepasst werden. Die Faustregel von 1–1,5 kWh Speicherkapazität pro kWp Anlagenleistung gilt auch hier.
Der Wartungsaufwand ist vergleichbar mit dem klassischer Module. Regelmäßiges Reinigen der Glasflächen erhält den Ertrag. Bei Überkopfanwendungen empfiehlt sich eine professionelle Reinigung, da die Flächen schwerer zugänglich sind.