

Wer eine Photovoltaikanlage plant, stößt schnell auf die Frage: Wie viel Strom kann mein Dach eigentlich produzieren? Die Antwort liefert das Solarpotenzial. Es zeigt, ob sich die Investition lohnt und welcher Ertrag realistisch ist. Dabei spielen Ausrichtung, Neigung und mögliche Schatten eine entscheidende Rolle. Dieser Artikel erklärt, wie sich das Solarpotenzial ermitteln lässt, welche Faktoren den Ertrag beeinflussen und was am Ende finanziell dabei herauskommt.
Das Solarpotenzial beschreibt die Menge an Sonnenenergie, die an einem bestimmten Standort in elektrischen Strom umgewandelt werden kann. Es gibt an, wie viel Photovoltaik Ertrag unter den gegebenen Bedingungen realistisch liefern kann. Das Solarpotenzial ist keine feste Größe, sondern hängt von mehreren Faktoren ab: der geografischen Lage, den Eigenschaften des Dachs und möglichen Hindernissen in der Umgebung.
In Deutschland liegt die jährliche Sonneneinstrahlung je nach Region zwischen 900 und 1.200 kWh pro Quadratmeter. Das bedeutet: Ein Dach in München erhält im Schnitt mehr Solarenergie als eines in Hamburg. Doch die geografische Lage ist nur ein Teil der Gleichung. Auch Ausrichtung der PV-Anlage, Neigung und Verschattung (auch Abschattung) bestimmen, wie viel von dieser Energie tatsächlich nutzbar ist.
Vier Hauptfaktoren bestimmen, wie hoch das Solarpotenzial eines Dachs ausfällt:
Die Sonneneinstrahlung variiert in Deutschland regional. Im Süden (Bayern, Baden-Württemberg) liegt sie bei etwa 1.100 bis 1.200 kWh/m² pro Jahr. Im Norden (Schleswig-Holstein, Niedersachsen) sind es rund 900 bis 1.000 kWh/m². Das entspricht einem Unterschied von bis zu 20 % beim Jahresertrag.
Die Dachausrichtung beeinflusst, wie viel Sonnenlicht die Solarmodule erreicht. Eine perfekte Südausrichtung (Azimut 0°) liefert den maximalen Ertrag. Aber auch Abweichungen sind kein Problem. Die folgende Tabelle zeigt die Ertragswerte bei einer typischen Dachneigung von 30°:
Eine Abweichung von bis zu 30° nach Osten oder Westen hat kaum Auswirkungen auf den Ertrag. Auch reine Ost-West-Dächer können wirtschaftlich sein, da sie morgens und abends Strom liefern.
Der optimale Neigungswinkel für Photovoltaikanlagen in Deutschland liegt zwischen 30° und 35°. Bei diesem Winkel treffen die Sonnenstrahlen im Jahresdurchschnitt am günstigsten auf die Module. Aber auch Dächer mit 20° bis 50° Dachneigung erreichen noch über 90 % des maximalen Ertrags. Flachdächer mit Aufständerung sind ebenfalls geeignet.
Schatten durch Bäume, Schornsteine, Antennen oder Nachbargebäude kann den Ertrag erheblich mindern. Selbst eine teilweise Verschattung einzelner Module reduziert die Leistung der gesamten Anlage, wenn keine Leistungsoptimierer verbaut sind. Bereits 10 % Verschattung können je nach Anlagenkonfiguration zu 15–25 % Ertragseinbußen führen.
Das Solarpotenzial lässt sich durch gezielte Maßnahmen bei der Planung der PV-Anlage bis hin zur Photovoltaik Montage deutlich steigern. Wer die folgenden Punkte beachtet, kann das Maximum aus seinem Dach herausholen.
1. Optimale Ausrichtung und Neigung nutzen
Bei Neubauten oder Dachsanierungen besteht die Möglichkeit, die Dachfläche von Anfang an optimal zu planen. Auf einem Flachdach lassen sich Module mit einer Aufständerung im idealen Winkel von 30–35° montieren. Bei bestehenden Schrägdächern ist die Neigung zwar vorgegeben, aber oft besser als gedacht: Selbst bei 20° oder 50° Neigung gehen nur etwa 5–10 % Ertrag verloren.
2. Verschattung vermeiden oder kompensieren
Bäume, die im Laufe der Jahre gewachsen sind, lassen sich oft zurückschneiden. Schornsteine oder Antennen werfen dagegen feste Schatten auf die Solarpanels. Bei der Planung sollte daher geprüft werden, welche Bereiche des Dachs betroffen sind und ob sich die Verschattung durch bauliche Maßnahmen reduzieren lässt.
3. Hochwertige Komponenten wählen
Die Qualität der Solarmodule und Wechselrichter beeinflusst den Ertrag über die gesamte Lebensdauer. Moderne monokristalline Solarmodule erreichen Wirkungsgrade von 20–22 %. HJT- oder TOPCon-Module kommen sogar auf 22–26 %. Ein hochwertiger Wechselrichter mit einem Wirkungsgrad von über 97 % minimiert die Verluste bei der Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom. Moderne Wechselrichter verfügen zudem über mehrere MPPT (Maximum Power Point Tracker), die dafür sorgen, dass verschiedene Modulanordnungen auf dem Dach optimal funktionieren.
4. Regelmäßige Wartung durchführen
Verschmutzungen durch Laub, Vogelkot oder Staub können den Ertrag um 2–5 % mindern. Eine jährliche Sichtprüfung und bei Bedarf eine Reinigung halten die Anlage auf Leistung. Auch die Überwachung per App hilft, Ertragseinbrüche frühzeitig zu erkennen.
5. Stromspeicher integrieren
Ein Stromspeicher erhöht zwar nicht das Solarpotenzial selbst, aber die Nutzung des erzeugten Stroms. Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch der PV-Anlage typischerweise bei 15–25 %. Mit einem 10-kWh-Speicher steigt er auf 40–60 %. Das bedeutet: Mehr vom selbst erzeugten Strom wird im Haushalt genutzt statt ins Netz eingespeist.
Gut zu wissen: Enpal prüft bei der Planung alle relevanten Faktoren – von der Verschattungsanalyse bis zur optimalen Modulauswahl. So wird das Solarpotenzial Ihres Dachs bestmöglich ausgeschöpft.
Solarkataster sind kostenlose Online-Karten, die das Solarpotenzial von Dachflächen anzeigen. Sie basieren auf Luftaufnahmen, Geodaten und Simulationen zur Sonneneinstrahlung. Mit wenigen Klicks lässt sich eine erste Einschätzung gewinnen, wie viel Energie das eigene Dach erzeugen könnte.
Die meisten Solarkataster liefern konkrete Werte zum Solarpotenzial:
Solarkataster arbeiten mit Durchschnittswerten und erfassen nicht alle Faktoren. Verschattung durch Bäume wird oft nur grob berücksichtigt, der genaue Dachzustand gar nicht. Die angegebenen Ertragswerte liegen daher meist 10–20 % über dem, was in der Praxis erreicht wird.
Als erste Orientierung sind Solarkataster dennoch hilfreich. Zeigt die Karte grüne oder gelbe Flächen, lohnt sich eine detaillierte Prüfung. Aber auch bei orangenen oder roten Flächen kann Potenzial vorhanden sein, etwa wenn Verschattung durch Baumschnitt reduziert werden kann. Eine individuelle Vor-Ort-Analyse liefert genauere Ergebnisse.
Das Solarpotenzial lässt sich in konkrete Zahlen übersetzen: Jahresertrag in kWh, gesparter Strombezug und Einspeisevergütung. Mit einer einfachen Rechnung lässt sich ermitteln, was finanziell dabei herauskommt.
Der Jahresertrag einer Photovoltaikanlage ergibt sich aus der installierten Leistung (kWp) und dem standortabhängigen Ertragsfaktor. In Deutschland liegt dieser Faktor je nach Region zwischen 850 und 1.000 kWh pro kWp.
Faustformel:
Jahresertrag (kWh) = Anlagenleistung (kWp) × Ertragsfaktor (kWh/kWp)
Wichtig: Diese Werte gelten für optimale Bedingungen (Südausrichtung, 30–35° Neigung, keine Verschattung). Bei abweichenden Dachverhältnissen fällt der Ertrag entsprechend niedriger aus.
Ein typisches Beispiel: Einfamilienhaus in Mitteldeutschland mit Ost-West-Dach und leichter Teilverschattung.
Ausgangsdaten:
Ergebnis:
Auch ein Dach mit Ost-West-Ausrichtung und leichter Verschattung kann wirtschaftlich sein. Die Ersparnis fällt geringer aus als bei einem Süddach, aber die Anlage rechnet sich trotzdem.
Zwischen dem theoretischen Solarpotenzial und dem tatsächlichen Ertrag liegt immer eine Differenz. Systemverluste von 15–25 % sind bei Photovoltaikanlagen normal und sollten bei der Planung berücksichtigt werden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Verlustquellen:
Nicht alle Verluste sind vermeidbar, aber einige lassen sich stark reduzieren:
Eine realistische Kalkulation rechnet mit 15–20 % Gesamtverlusten gegenüber dem theoretischen Maximum. Bei ungünstigen Bedingungen (starke Verschattung, suboptimale Ausrichtung) können es auch 25 % oder mehr sein.
Das Solarpotenzial gibt Aufschluss darüber, wie viel Strom ein Dach realistisch erzeugen kann. Faktoren wie Ausrichtung, Neigung und Verschattung spielen dabei eine zentrale Rolle. Mit Solarkatasterern lässt sich eine erste Einschätzung gewinnen, für genaue Werte ist eine individuelle Prüfung sinnvoll. Auch Dächer mit Ost-West-Ausrichtung oder leichter Verschattung können wirtschaftlich sein. Wer Systemverluste realistisch einkalkuliert und auf hochwertige Komponenten setzt, holt das Maximum aus seinem Solarpotenzial heraus.
Hier finden Sie heraus, welches Solarpotenzial in Ihrem Dach steckt:
Das Solarpotenzial eines Dachs hängt von Standort, Ausrichtung, Neigung und Verschattung ab. In Deutschland liegt der Ertragsfaktor je nach Region zwischen 850 und 1.000 kWh pro kWp. Ein kostenloses Solarkataster oder der Enpal Solarrechner liefern eine erste Einschätzung für die eigene Adresse.
Online-Solarrechner und Solarkataster liefern Richtwerte, die auf Durchschnittsdaten basieren. Die tatsächlichen Erträge können 10–20 % niedriger ausfallen, da Faktoren wie Teilverschattung durch Bäume oder der genaue Dachzustand nicht vollständig erfasst werden. Für eine präzise Einschätzung ist eine Vor-Ort-Analyse empfehlenswert.
Schnee auf den Modulen blockiert die Sonneneinstrahlung und reduziert den Ertrag vorübergehend auf null. Bei geneigten Dächern rutscht der Schnee meist von selbst ab. Da im Winter ohnehin weniger Sonneneinstrahlung vorhanden ist, fällt der Ertragsausfall durch Schnee im Jahresverlauf kaum ins Gewicht.
Teilweise. Verschattung durch Bäume lässt sich durch Rückschnitt reduzieren. Leistungsoptimierer oder Mikrowechselrichter können bei bestehender Teilverschattung den Ertrag steigern. Die Ausrichtung und Neigung des Dachs sind dagegen baulich vorgegeben und lassen sich nur bei Flachdächern durch Aufständerung optimieren.
Das Solarpotenzial des Standorts bleibt konstant, aber die Leistung der Module nimmt leicht ab. Durch Degradation verlieren Solarmodule etwa 0,5 % Leistung pro Jahr. Nach 25 Jahren liegt die Leistung noch bei ca. 85 % des Ausgangswerts.