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Solarstrom verkaufen: So holen Sie das Maximum aus Ihrer PV-Anlage

Aktualisiert:
02.02.2026
Lesezeit:
5 Minuten
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Solarstrom verkaufen: Das Wichtigste in Kürze

  • Solarstrom lässt sich über vier Wege verkaufen: Einspeisevergütung, Direktvermarktung, Strom Cloud oder Mieterstrom.
  • Die aktuelle Einspeisevergütung liegt bei 7,78 Ct/kWh (Teileinspeisung) bzw. 12,34 Ct/kWh (Volleinspeisung) für Anlagen bis 10 kWp.
  • Eigenverbrauch ist meist wirtschaftlicher als Einspeisung, da der Strompreis (ca. 32 Ct/kWh) deutlich über der Vergütung liegt.
  • Für kleine Anlagen unter 25 kWp lohnt sich die Direktvermarktung selten, da die Kosten den Mehrertrag oft übersteigen.
  • Wer seinen Eigenverbrauch mit einem Stromspeicher erhöht, reduziert die Abhängigkeit vom Netz und spart langfristig mehr.
Enpal Monteure installieren eine PV-Anlage auf einem Dach

Eine Photovoltaikanlage produziert oft mehr Strom, als im Haushalt verbraucht wird. Doch was tun mit dem Überschuss? Solarstrom verkaufen ist eine Möglichkeit, die Investition schneller zu refinanzieren und zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Ob klassische Einspeisevergütung, Direktvermarktung an der Börse oder virtuelle Strom Cloud: Jede Option hat ihre Vor- und Nachteile. Dieser Artikel zeigt, welche Variante sich für wen lohnt, mit welchen Kosten zu rechnen ist und wann der Eigenverbrauch die bessere Wahl bleibt.

Inhaltsverzeichnis

Wie kann ich meinen Solarstrom verkaufen?

Solarstrom lässt sich auf vier verschiedenen Wegen verkaufen: über die staatliche Einspeisevergütung, per Direktvermarktung an der Strombörse, über eine Strom Cloud oder als Mieterstrom an andere Hausbewohner. Welche Option die beste ist, hängt von der Anlagengröße, dem eigenen Stromverbrauch und den persönlichen Zielen ab. Die folgende Übersicht erklärt jede Variante im Detail.

Was ist die Einspeisevergütung und wie hoch ist sie aktuell?

Die Einspeisevergütung ist eine staatlich garantierte Vergütung für Solarstrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Sie wird ab dem Tag der Inbetriebnahme für 20 Jahre in gleicher Höhe gezahlt. Grundlage ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Die Höhe der Vergütung richtet sich nach der Art der Einspeisung der PV-Anlage. Es wird unterschieden zwischen Teileinspeisung (Überschuss wird eingespeist) und Volleinspeisung (gesamter Strom geht ins Netz).

Einspeisemodell Vergütung pro kWh
Teileinspeisung 7,78 ct/kWh
Volleinspeisung 12,34 ct/kWh

Wichtig: Seit März 2025 wird bei negativen Börsenstrompreisen keine Vergütung mehr gezahlt. Das betrifft vor allem Anlagen, die nach Februar 2025 in Betrieb gegangen sind.

Wie funktioniert die Direktvermarktung?

Bei der Direktvermarktung wird der Solarstrom nicht zum festen Vergütungssatz eingespeist, sondern an der Strombörse verkauft. Ein Direktvermarkter übernimmt dabei den Handel und zahlt die Erlöse abzüglich einer Vermarktungspauschale aus.

Zusätzlich erhalten Anlagenbetreiber eine sogenannte Marktprämie vom Netzbetreiber. Diese gleicht die Differenz zwischen dem Börsenstrompreis und der regulären Einspeisevergütung aus. Dadurch ist das finanzielle Risiko bei schwankenden Börsenpreisen begrenzt.

Die Vergütung bei Direktvermarktung setzt sich zusammen aus:

  • Marktpreis (Verkaufserlöse an der Strombörse)
  • Marktprämie (vom Netzbetreiber)
  • Abzüglich Vermarktungspauschale (an den Direktvermarkter)

Voraussetzungen für die Direktvermarktung:

Gewusst? Bis Mai 2024 mussten auch kleine Anlagen für die Direktvermarktung fernsteuerbar sein. Die dafür nötige Technik kostete mehrere Hundert Euro und war für Hausdachanlagen oft unwirtschaftlich. Seit dem Solarpaket I entfällt diese Anforderung für Anlagen unter 25 kWp. Ein Smart Meter reicht nun aus.

Was bringt eine Strom Cloud?

Eine Strom Cloud funktioniert wie ein virtuelles Stromkonto. Überschüssiger Solarstrom wird nicht physisch gespeichert, sondern ins Netz eingespeist und auf einem Konto gutgeschrieben. Bei Bedarf kann der Strom später wieder abgerufen werden, etwa in den Wintermonaten.

Die Mitgliedschaft in einer Strom Cloud ist meist mit einem monatlichen Grundbeitrag verbunden. Je nach Tarif steht eine bestimmte Freimenge zur Verfügung oder der zurückgeholte Strom wird vergünstigt abgerechnet.

Eine Strom Cloud kann sinnvoll sein, wenn:

  • Die eigene Photovoltaikanlage im Sommer deutlich mehr produziert als benötigt
  • Kein oder nur ein kleiner Stromspeicher vorhanden ist
  • Das Ziel eine möglichst hohe Autarkie ist

Wie funktioniert Mieterstrom?

Mieterstrom ist ein Modell für Photovoltaik im Mehrfamilienhaus. Der Strom wird auf dem Dach des Gebäudes erzeugt und direkt an die Mieter verkauft, ohne den Umweg über das öffentliche Netz. Dadurch entfallen Netzentgelte und ein Teil der Abgaben.

Für Mieter bedeutet das günstigere Stromkosten und die Möglichkeit, von erneuerbarer Energie zu profitieren, ohne selbst eine Anlage zu besitzen. Für Vermieter oder Anlagenbetreiber entsteht eine zusätzliche Einnahmequelle. Zusätzlich gibt es einen staatlichen Mieterstromzuschlag.

Vorteile Nachteile
Plus Icon Günstigerer Strom für Mieter Minus Icon Vermieter gilt als Energieversorger (EnWG)
Plus Icon Zusätzliche Einnahmen und staatlicher Mieterstromzuschlag Minus Icon Steuerliche Grenzen (max. 20 % der Mieteinnahmen)
Plus Icon Höhere Attraktivität der Immobilie Minus Icon Aufwand für Abrechnung und Verwaltung
Plus Icon Smart Meter ermöglichen faire und transparente Stromverteilung Minus Icon Smart Meter für jede Wohneinheit erforderlich

Seit 2024 sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Mieterstrom deutlich einfacher geworden. Mit spezialisierten Anbietern lässt sich der Verwaltungsaufwand gut bewältigen.

Wann lohnt sich Solarstrom verkaufen wirklich?

Solarstrom verkaufen lohnt sich vor allem dann, wenn der produzierte Strom nicht selbst verbraucht werden kann. Die beste Option hängt von der Anlagengröße, dem Verbrauchsprofil und den individuellen Zielen ab. Die folgende Tabelle zeigt, welches Modell unter welchen Bedingungen am sinnvollsten ist.

Modell Vorteile Sinnvoll, wenn...
Einspeisevergütung (Teileinspeisung) 20 Jahre garantierte Vergütung, kein Aufwand, automatische Abrechnung Eigenverbrauch Priorität hat und nur Überschuss verkauft wird
Einspeisevergütung (Volleinspeisung) Höhere Vergütung (12,34 Ct/kWh), planbare Einnahmen Dachfläche groß ist und eine zweite Anlage installiert werden kann
Direktvermarktung Potenziell höhere Erlöse, Marktprämie als Absicherung Anlage über 25 kWp hat oder aktiv am Strommarkt teilnehmen möchte
Strom Cloud Virtuelles Speichern, höhere Autarkie, Cashback möglich Kein oder kleiner Speicher vorhanden ist und Autarkie im Fokus steht
Mieterstrom Zusätzliche Einnahmen, staatlicher Zuschlag, Wertsteigerung der Immobilie Eigentümer eines Mehrfamilienhauses sind

Faustregel: Je höher der Eigenverbrauch der PV-Anlage, desto weniger relevant wird das Verkaufen. Wer den Großteil des Solarstroms selbst nutzt, profitiert stärker von der Ersparnis beim Netzstrom als von der Einspeisevergütung.

Ausnahme Volleinspeisung: Bei sehr großen Dachflächen kann es sich lohnen, zwei separate Anlagen zu installieren. Eine deckt den Eigenverbrauch, die andere speist vollständig ein und erhält die höhere Vergütung von 12,34 Ct/kWh. Voraussetzung: getrennte Zähler und Anmeldung als Volleinspeiseanlage vor Inbetriebnahme.

Solarstrom verkaufen oder selbst verbrauchen: Was lohnt sich mehr?

Selbst verbrauchter Solarstrom ist fast immer wirtschaftlicher als verkaufter. Der Grund: Der aktuelle Strompreis liegt bei rund 32 Ct/kWh, die Einspeisevergütung jedoch nur bei 7,78 Ct/kWh. Jede Kilowattstunde, die selbst genutzt statt eingespeist wird, spart also etwa 24 Ct.

Diese Differenz wird in Zukunft voraussichtlich noch größer. Während die Einspeisevergütung alle sechs Monate um 1 % sinkt, steigen die Netzstrompreise langfristig tendenziell an. Das macht den Eigenverbrauch immer attraktiver. Wer heute in eine Photovoltaikanlage investiert, sollte daher den Fokus auf möglichst hohen Eigenverbrauch legen.

Beispielrechnung: 10-kWp-Anlage mit und ohne Stromspeicher

Annahmen:

  • Anlagengröße: 10 kWp
  • Jahresertrag: 10.000 kWh
  • Strompreis: 0,32 €/kWh
  • Einspeisevergütung: 0,0778 €/kWh

Variante 1: Ohne Stromspeicher (18 % Eigenverbrauch)

  • Eigenverbrauch: 1.800 kWh × 0,32 € = 576 € Ersparnis
  • Einspeisung: 8.200 kWh × 0,0778 € = 638 € Vergütung
  • Gesamtvorteil pro Jahr: 1.214 €

Variante 2: Mit 10-kWh-Stromspeicher (41 % Eigenverbrauch)

  • Eigenverbrauch: 4.100 kWh × 0,32 € = 1.312 € Ersparnis
  • Einspeisung: 5.900 kWh × 0,0778 € = 459 € Vergütung
  • Gesamtvorteil pro Jahr: 1.771 €

Die Rechnung zeigt: Mit Stromspeicher steigt der jährliche Vorteil um rund 557 € – trotz geringerer Einspeisevergütung. Der höhere Eigenverbrauch macht hier den klaren Unterschied!

Wann lohnt sich Eigenverbrauch, wann Einspeisung?

Die richtige Strategie hängt vom Verhältnis zwischen Strompreis und Einspeisevergütung ab. Aktuell liegt der Strompreis bei etwa 32 Ct/kWh, die Einspeisevergütung jedoch nur bei 7,78 Ct/kWh. Das ergibt eine Differenz von rund 24 Ct pro Kilowattstunde zugunsten des Eigenverbrauchs.

Ausgangssituation Empfehlung
Strompreis deutlich höher als Vergütung
(aktuell: 32 Ct vs. 7,78 Ct)
Eigenverbrauch maximieren, z. B. mit Speicher, Wallbox oder Wärmepumpe
Strompreis und Vergütung nähern sich an Einspeisung wird attraktiver, Volleinspeisung prüfen
Sehr große Dachfläche vorhanden Kombination aus Eigenverbrauchsanlage + Volleinspeiseanlage möglich

Je größer die Differenz zwischen Strompreis und Vergütung, desto mehr lohnt sich der Eigenverbrauch. Sinkt diese Differenz in Zukunft, kann die Einspeisung wieder wirtschaftlicher werden.

Gewusst? Im Enpal Komplettpaket ist ein Stromspeicher bereits enthalten. So lässt sich der Eigenverbrauch von rund 18 % auf über 40 % steigern. Wer zusätzlich eine Wallbox oder Wärmepumpe nutzt, kann den Eigenverbrauch noch weiter erhöhen.

Welche Kosten entstehen beim Solarstrom verkaufen?

Beim Solarstrom verkaufen fallen neben der eigentlichen Photovoltaikanlage einige Zusatzkosten an. Die Höhe hängt davon ab, welches Verkaufsmodell gewählt wird. Während die klassische Einspeisevergütung kaum laufende Kosten verursacht, können bei Direktvermarktung oder Strom Cloud monatliche Gebühren anfallen.

Kostenart Beschreibung Typische Kosten Hinweis
Smart Meter Intelligentes Messsystem, ab 7 kWp Pflicht 20–50 €/Jahr Gesetzlich gedeckelt
Vermarktungspauschale Gebühr des Direktvermarkters für Börsenzugang 2–5 €/kWp pro Jahr Nur bei Direktvermarktung
Cloud-Gebühren Monatlicher Beitrag für virtuelle Speicherung 10–30 €/Monat Abhängig vom Anbieter
Zusätzliche Messtechnik Bei zwei separaten Anlagen (Eigen- + Volleinspeisung) 200–500 € einmalig Nur bei getrennter Zählung nötig

Für typische Hausdachanlagen bis 10 kWp sind die Kosten überschaubar. Das Smart Meter ist gesetzlich preisgedeckelt. Wer bei der klassischen Einspeisevergütung bleibt, hat praktisch keine laufenden Zusatzkosten.

Solarstrom verkaufen nach Ende der EEG-Förderung: Welche Optionen gibt es?

Nach 20 Jahren läuft die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung aus. Betreiber sogenannter Post-EEG-Anlagen stehen dann vor der Frage, wie sie ihren Solarstrom weiter nutzen oder verkaufen können.

Einspeisung ohne feste Vergütung

Der überschüssige Strom kann weiterhin ins Netz eingespeist werden. Die Vergütung orientiert sich dann am Börsenstrompreis abzüglich einer Pauschale und liegt bei etwa 3 bis 6 Ct/kWh. Das ist deutlich weniger als die ursprüngliche EEG-Vergütung.

Die wirtschaftlichste Lösung: Eigenverbrauch maximieren

Wer nach dem Förderende das Maximum aus seiner Anlage herausholen möchte, fokussiert sich auf Eigenverbrauch und Autarkie. Je unabhängiger vom Stromnetz, desto weniger teurer Netzstrom muss zugekauft werden. Mit den richtigen Ergänzungen lassen sich auch ältere PV-Anlagen aufrüsten:

  • Stromspeicher nachrüsten: Auch bei bestehenden Anlagen möglich, ohne die Module zu tauschen
  • Wallbox ergänzen: Macht das E-Auto zum flexiblen Stromabnehmer für sonnige Tage
  • Wärmepumpe kombinieren: Ersetzt die alte Heizung und nutzt den Solarstrom direkt

So wird aus einer älteren Anlage ein modernes Energiesystem, das auch ohne EEG-Förderung wirtschaftlich bleibt.

Fazit

Das Maximum aus einer Photovoltaikanlage herauszuholen bedeutet, die richtige Balance zwischen Verkaufen und Selbstnutzen zu finden. Wer seinen Eigenverbrauch mit einem Stromspeicher, einer Wallbox oder einer Wärmepumpe steigert, erhöht gleichzeitig die Autarkie und macht sich unabhängiger vom Stromnetz. Der Überschuss fließt automatisch ins Netz und wird vergütet. So profitieren Hausbesitzer doppelt: durch niedrigere Stromkosten und durch zusätzliche Einnahmen.

Hier finden Sie heraus, ob sich eine PV-Anlage auch für Ihr Haus lohnt:

Häufig gestellte Fragen zum Solarstrom verkaufen

Muss ich Solarstrom verkaufen versteuern?

Seit 2023 sind Einnahmen aus Photovoltaikanlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern von der Einkommensteuer befreit. Auch die Umsatzsteuer entfällt beim Kauf neuer Anlagen. Für größere Anlagen oder Mehrfamilienhäuser können andere Regelungen gelten.

Was passiert mit meinem Solarstrom bei einem Stromausfall?

Bei einem Netzausfall schaltet sich eine Standard-Photovoltaikanlage aus Sicherheitsgründen ab. Wer auch bei Stromausfall versorgt sein möchte, benötigt eine Notstromlösung oder einen inselfähigen Speicher.

Kann ich meinen Solarstrom direkt an den Nachbarn verkaufen?

Ein direkter Stromverkauf an Nachbarn ist rechtlich kompliziert, da der Verkäufer dann als Energieversorger gilt. Einfacher ist die gemeinsame Nutzung über ein Mieterstrom-Modell oder eine Energy Sharing Community.

Wie finde ich den passenden Direktvermarkter?

Achten Sie auf transparente Vermarktungspauschalen, kurze Vertragslaufzeiten und eine einfache Anbindung. Ein Vergleich mehrerer Anbieter lohnt sich, da die Konditionen stark variieren können.

Lohnt sich eine Volleinspeisung bei kleinen Dachflächen?

In der Regel nicht. Die höhere Vergütung bei Volleinspeisung rechnet sich vor allem bei großen Dachflächen, auf denen eine zweite Anlage installiert werden kann. Bei kleinen Dächern ist der Eigenverbrauch meist wirtschaftlicher.

Kann ich zwischen Teil- und Volleinspeisung wechseln?

Ja, ein Wechsel ist einmal jährlich möglich. Der Antrag muss vor Beginn des neuen Kalenderjahres beim Netzbetreiber gestellt werden.

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