Der Enpal Solarcheck

Die Solar-Inselanlage - Die Übersicht in 2020

Eine Solar-Inselanlage auf einem grauen Hausdach mit Symbol der Unabhängigkeit im Vordergrund
Die Solar-Inselanlage (auch Photovoltaik-Inselanlage genannt) ist eine Unterart der PV-Anlagen. In der Photovoltaik wird grundsätzlich zwischen drei Arten unterschieden. Die Einspeiseanlage, Nulleinspeiseanlage und die Inselanlage. Diese drei Typen unterscheiden sich hauptsächlich im Aufbau und der Verwendung.

Die richtige Solaranlage für Sie sollten Sie nicht nur von Ihrem persönlichen Strombedarf, sondern auch weiterer Faktoren abhängig machen. Alle wichtigen Faktoren für die Entscheidung sowie Tipps für die Anschaffung einer Inselanlage finden Sie hier.

Die normale Einspeiseanlage

Eine Einspeiseanlage auf einem Dach mit Himmel im Hintergrund
Unter einer Einspeiseanlage versteht man eine PV-Anlage, die den überschüssig erzeugten Grünstrom ins öffentliche Stromnetz einspeist. Der Solarstrom dieser Anlage deckt zuerst Ihren Strombedarf ab und mit allem was überbleibt können Sie sich etwas dazuverdienen. Die Einspeisung ins öffentliche Netz wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) entlohnt.

Den Strom, den sie nicht mehr benötigen, können Sie derzeit je nach Nennleistung Ihrer Anlage für 10,71 bis 12,31 Cent pro Kilowattstunde (kWh) ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen Sie dann bei einer starken Wolkendecke oder abends, wenn keine Sonne mehr scheint.

Die Nulleinspeiseanlage

Eine Nulleinspeiseanlage auf einem Dach mit Himmel im Hintergrund
Der Unterschied zwischen einer Nulleinspeiseanlage und einer normalen Einspeiseanlage ist, dass der überschüssige Strom nicht ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Die PV-Anlage wird so konfiguriert, dass Sie kein Strom ins Netz einspeisen können, dafür wird die Anlage aber um einen Solarstromspeicher erweitert.

Hierbei handelt es sich um eine speziell entwickelte Solarbatterie, die den gesamten Solarstrom des Tages zwischenspeichert. Dann kann er zu einem späteren Zeitpunkt für den persönlichen Bedarf verwendet werden. Wenn Sie eine Nulleinspeiseanlage haben, erhalten Sie zwar keine Einspeisevergütung, ersparen sich aber jede Menge bürokratischen Aufwand. Die Einspeisung von selbst produziertem Strom setzt nämlich eine Gewerbeanmeldung voraus.

Die Solarzellen produzieren tagsüber, wenn die Sonne am stärksten scheint, den meisten Strom. Weil die meisten Haushalte jedoch erst abends den Großteil Ihres Stroms verbrauchen, mangelt es Haushalten mit einfacher Einspeiseanlage ohne Speicher oft an Strom und müssen externen dazukaufen. Dank des zusätzlichen Stromspeichers, verhilft die Nulleinspeiseanlage zu Kosteneinsparungen und zusätzlicher Autarkie.

Während Stromspeicher bei Einspeiseanlagen optional sind, setzt die Nulleinspeiseanlage diese verpflichtend voraus. Denn ohne die Einspeisung produzieren Sie tagsüber eine Menge überschüssigen Strom, den Sie speichern müssen. Sollte der Speicher einmal leer werden, können Sie mit der Nulleinspeiseanlage wie bei der Einspeiseanlage auch Strom aus dem öffentlichen Netz nutzen.

Die Solar-Inselanlage

Eine Solar-Inselanlage oder PV-Inselanlage auf einem Dach mit Himmel im Hintergrund
Die Solar-Inselanlage ist der PV-Anlagentyp, der einem die größte Autarkie ermöglicht. Genau wie die Nulleinspeiseanlage besitzt die Solar-Inselanlage einen Stromspeicher, durch den der tagsüber produzierte Strom abends genutzt werden kann.

Der große Unterschied bei der Solar-Inselanlage ist jedoch die fehlende Verbindung zwischen Haus und öffentlichem Stromnetz. Somit fallen keine Kosten für den Bezug externen Stroms an. Gleichzeitig ist der Haushalt jedoch komplett von den Sonnenstunden und der eigen produzierten Solarenergie abhängig.

Bei Wohnwagen ist die Solar-Inselanlage ein gängiges Modell, weil auf Reisen oder beim Camping die komplette Unabhängigkeit vom Stromnetz gewährleistet sein muss. Oft werden hier Mini-PV-Anlagen verwendet, die auf dem Dach integriert sind oder auf dem Boden aufgestellt werden.

Die Solar-Inselanlage – Vorteile und Nachteile im Vergleich:

Solar-Inselanlage Null-Einspeiseanlage Einspeiseanlage
maximale Autarkie / Unabhängigkeit recht hoher Grad der Unabhängigkeit Abhängigkeit vom Netzbetreiber wird reduziert
100% Nutzung sauberen Solarstroms 75 - 99% Nutzung sauberen Solarstroms ohne Speicher nur 40 - 70% Nutzung sauberen Solarstroms
komplette Absicherung gegen die steigenden Stropreise und potenzielle Stromausfälle I'm öffentlichen Netz weitesgehende Absicherung gegen steigende Strompreise und Stromausfälle teilweise Absicherung gegen steigende Strompreise und Stromausfälle
keine Stromkosten minimale Stromkosten ohne Speicher muss abends Strom externer Strom dazugekauft werden
sehr hohe Anschaffungskosten für eine große PV-Anlage und entsprechendem Speicher höhere Anschaffungskosten für den zusätzlichen Speicher (ca.4 - 8 Tausend €) günstigste Variante - Speicher ist optional
komplette Abhängigkeit von der Sonne: Risiko des Stromausfalls wenn die Sonne lange nicht scheint Das beste aus beiden Welten: Maximale Nutzung des Solarstroms und Zugriff auf das Stromnetz wenn nötig Das beste aus beiden Welten: Maximale Nutzung des Solarstroms (wenn mit Speicher) und Zugriff auf das Stromnetz wenn nötig
ungenutzter überschüssiger Strom kann nicht eingespeist werden ungenutzter überschüssiger Strom kann nicht eingespeist werden zusätzlicher Verdienst durch die Einspeisung überschüssigen Stroms
wenig bürokratischer Aufwand wenig bürokratischer Aufwand bürokratischer Aufwand u.a. Gewerbeanmeldung für die Strom Einspeisung und Vergütung
keine Umsatzsteuer Erstattung und damit 19% teuerer keine Umsatzsteuer Erstattung und damit 19% teuerer die Umsatzsteuer auf den Kaufpreis der Anlage wird erstattet

Der Aufbau einer Solar-Inselanlage

Der Aufbau einer Solar-Inselanlage mit Wechselrichter, Batterie und Solarmodulen
Der Aufbau einer Solar-Inselanlage ist etwas komplizierter als der Aufbau einer normalen Einspeiseanlage. Genau wie die Einspeiseanlage besitzt die Inselanlage auch zahlreiche Solarmodule, die den Strom produzieren, und einen Wechselrichter, der den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Dieser Schritt ist absolut notwendig, um den Solarstrom im Haushalt nutzen zu können.

Unabdingbar für die Solar-Inselanlage ist jedoch eine Solarbatterie, die den gesamten Solarstrom speichert. Ebenfalls sehr wichtig ist der Laderegler. Dieser steuert das Laden und Entladen des Solar-Akkus, um eine Batterie Überladung zu verhindern.

Wann ergibt eine Solar-Inselanlage Sinn?

Eine Solar-Inselanlage mit Haken und zwei Plus Symbolen, die Vorteile und den Sinn der PV-Anlage symbolisieren
In welchem Fall lohnt sich das Risiko, nicht ans öffentliche Stromnetz angeschlossen zu sein? Und in welchen Fällen ist es definitv sinnvoll, die Solar-Inselanlage zu wählen?

Die erste logische Situation für die Verwendung einer Inselanlage ist, wenn ein Anschluss an ein öffentliches Stromnetz schlichtweg nicht möglich ist. Dies ist oft in Berghütten, auf Booten oder in abgelegenen Regionen in Entwicklungs- und Schwellenländern der Fall. Diese Gebiete würden oftmals ohne jeglichen Strom leben, wenn es nicht die Möglichkeit einer Solar-Inselanlage gäbe.

Davon abgesehen ist es sehr sinnvoll, eine Solar-Inselanlage zu verwenden, wenn Häuser nicht ganzjährig bewohnt werden (z. B. nur in den Sommermonaten) oder nur einen sehr geringen Stromverbrauch haben. In diese Kategorie fallen hauptsächlich Ferienhäuser und Gartenhäuser. Hier lohnt sich die Installation einer Solar-Inselanlage durchaus mehr als bei einem Einfamilienhaus mit einem hohen Stromverbrauch über das ganze Jahr.

Welche Faktoren müssen Sie vor dem Kauf einer Solar-Inselanlage beachten?

Vor der Investition in eine Solar-Inselanlage sollten Sie ganz genau auf ein paar wichtige Kennzahlen achten. Neben Wirkungsgrad und Maximalleistung der Anlage (in Kilowatt-Peak gemessen), müssen auch die Kennzahlen des Speichers genau zu Ihren Bedürfnissen passen.

Hier sind Speicherkapazität, maximale Entladungstiefe bzw. nutzbare Kapazität, Wirkungsgrad und die Lebensdauer die wichtigsten Kriterien. Noch dazu kommen Überlegungen zum Klima der Region wie zum Beispiel die durchschnittliche Anzahl der Sonnenstunden und die Regelmäßigkeit der Sonne.

Checkliste: Faktoren der PV-Anlage

EIne Solar-Inselanlage auf einem Dach mit einer Checkliste, die die Kriterien der PV-Anlage symbolisiert

Checkliste: Faktoren des Stromspeichers

EIn Stromspeicher mit PV-Inselanlage als Hintergrund mit einer Checkliste, die die Kriterien des Stromspeichers symbolisiert

Checkliste: Faktoren des Klimas

Ein blauer Himmel mit Wolken und Sonne mit einer Checkliste, die die Kriterien und die Bedeutung des Klimas für die Solar-Inselanlage symbolisiert

Fazit

Eine gelbe Glühbirne mit schwarzem Haken, die zusammen das Fazit symbolisieren
Da die Solar-Inselanlage nicht an das öffentliche Netz angeschlossen ist, haben Sie zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit, externen Strom zu beziehen. Daher sollten Sie sich erst mal gründlich informieren und von einem Experten beraten lassen, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen.

Die Solar-Inselanlage ist wirklich nur in wenigen Fällen perfekt geeignet. Zum Beispiel dann, wenn Ihr Stromverbrauch niedrig ist, Sie nur in den Sommermonaten Strom verbrauchen oder Ihre Anlage in einem abgelegenen Gebiet installiert wird.

Wenn Ihnen die komplett autarke Stromversorgung nicht ganz so wichtig ist, dann ist eine einfache Einspeiseanlage mit Speicher in den meisten Fällen beste Wahl. Denn diese ist gleichzeitig günstig und flexibel. Durch die Einspeisung können Sie Geld verdienen und ein optionaler Speicher sorgt für eine hohe Eigennutzung des Stroms. Außerdem bekommen Sie die 19 % Umsatzsteuer zurückerstattet und können zu jedem Zeitpunkt Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen.

Wenn Sie die Anschaffungskosten für Ihre PV-Anlage komplett eliminieren wollen, können Sie auch eine Solaranlage mieten. In diesem Model sind Installation, Wartung, Reparatur und Versicherung im monatlichen Mietpreis inklusive.

Um mehr zu erfahren, können Sie sich hier über die Vor- und Nachteile beider Optionen informieren: Solaranlage kaufen vs. mieten? Außerdem können Sie hier eine kostenlose Anfrage stellen:
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