Die Solar-Inselanlage – Alles was Sie wissen müssen

Eine Solar-Inselanlage auf einem Dach mit Himmel im Hintergrund

Die Solar-Inselanlage (auch Photovoltaik-Inselanlage genannt) ist eine Unterart der PV-Anlagen. In der Photovoltaik wird grundsätzlich zwischen drei Arten unterschieden. Die Einspeiseanlage, Nulleinspeiseanlage und die Inselanlage. Diese drei Typen unterscheiden sich hauptsächlich im Aufbau und der Verwendung. Die richtige Solaranlage für Sie sollten Sie nicht nur von Ihrem persönlichen Strombedarf, sondern auch weiterer Faktoren abhängig machen. Alle wichtigen Faktoren für die Entscheidung sowie Fakten über die Solar-Inselanlage finden Sie hier.

Die normale Einspeiseanlage

Eine Einspeiseanlage auf einem Dach mit Himmel im Hintergrund

Unter einer Einspeiseanlage versteht man eine PV-Anlage, die den überschüssig erzeugten Grünstrom ins öffentliche Stromnetz einspeist. Der Solarstrom dieser Anlage deckt zuerst Ihren Strombedarf ab und mit allem was überbleibt können Sie sich etwas dazuverdienen. Die Einspeisung ins öffentliche Netz wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) entlohnt. Den Strom, den sie nicht mehr benötigen, können Sie derzeit je nach Nennleistung Ihrer Anlage für 10,71 bis 12,31 Cent pro Kilowattstunde (kWh) ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen Sie dann bei einer starken Wolkendecke oder abends, wenn keine Sonne mehr scheint.

Die Nulleinspeiseanlage

Eine Nulleinspeiseanlage auf einem Dach mit Himmel im Hintergrund

Der Unterschied zwischen einer Nulleinspeiseanlage und einer normalen Einspeiseanlage ist, dass der überschüssige Strom nicht ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Die PV-Anlage wird so konfiguriert, dass Sie kein Strom ins Netz einspeisen können, dafür wird die Anlage aber um einen Solarstromspeicher erweitert. Hierbei handelt es sich um eine speziell entwickelte Solarbatterie, die den gesamten Solarstrom des Tages zwischenspeichert. Dann kann er zu einem späteren Zeitpunkt für den persönlichen Bedarf verwendet werden. Wenn Sie eine Nulleinspeiseanlage haben, erhalten Sie zwar keine Einspeisevergütung, ersparen sich aber jede Menge bürokratischen Aufwand. Die Einspeisung von selbst produziertem Strom setzt nämlich eine Gewerbeanmeldung voraus.

Die Solarzellen produzieren tagsüber, wenn die Sonne am stärksten scheint, den meisten Strom. Weil die meisten Haushalte jedoch erst abends den Großteil Ihres Stroms verbrauchen, mangelt es Haushalten mit einfacher Einspeiseanlage ohne Speicher oft an Strom und müssen externen dazukaufen. Dank des zusätzlichen Stromspeichers, verhilft die Nulleinspeiseanlage zu Kosteneinsparungen und zusätzlicher Autarkie. Während Stromspeicher bei Einspeiseanlagen optional sind, setzt die Nulleinspeiseanlage diese verpflichtend voraus. Denn ohne die Einspeisung produzieren Sie tagsüber eine Menge überschüssigen Strom, den Sie speichern müssen. Sollte der Speicher einmal leer werden, können Sie mit der Nulleinspeiseanlage wie bei der Einspeiseanlage auch Strom aus dem öffentlichen Netz nutzen.

Die Solar-Inselanlage

Eine Solar-Inselanlage oder PV-Inselanlage auf einem Dach mit Himmel im Hintergrund

Die Solar-Inselanlage ist der PV-Anlagentyp, der einem die größte Autarkie ermöglicht. Genau wie die Nulleinspeiseanlage besitzt die Solar-Inselanlage einen Stromspeicher, durch den der tagsüber produzierte Strom abends genutzt werden kann. Der große Unterschied bei der Solar-Inselanlage ist jedoch die fehlende Verbindung zwischen Haus und öffentlichem Stromnetz. Somit fallen keine Kosten für den Bezug externen Stroms an. Gleichzeitig ist der Haushalt jedoch komplett von den Sonnenstunden und der eigen produzierten Solarenergie abhängig. Bei Wohnwagen ist die Solar-Inselanlage ein gängiges Modell, weil auf Reisen oder beim Camping die komplette Unabhängigkeit vom Stromnetz gewährleistet sein muss. Oft werden hier Mini-PV-Anlagen verwendet, die auf dem Dach integriert sind oder auf dem Boden aufgestellt werden.

Die Solar-Inselanlage – Vorteile und Nachteile im Vergleich:

Alle Vorteile und Nachteile der Solar-Inselanlage in Form einer Tabelle mit der Einspeiseanlage und der Nulleinspeiseanlage verglichen

Der Aufbau einer Solar-Inselanlage

Der Aufbau einer Solar-Inselanlage mit Wechselrichter, Batterie und Solarmodulen

Der Aufbau einer Solar-Inselanlage ist etwas komplizierter als der Aufbau einer normalen Einspeiseanlage. Genau wie die Einspeiseanlage besitzt die Solar-Inselanlage auch zahlreiche Solarmodule, die den Strom produzieren, und einen Wechselrichter, der den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Dieser Schritt ist absolut notwendig, um den Solarstrom im Haushalt nutzen zu können. Unabdingbar für die Solar-Inselanlage ist jedoch eine Solarbatterie, die den gesamten Solarstrom speichert. Außerdem ist ein Laderegler bei einer Solar-Inselanlage wichtig. Dieser steuert das Laden und Entladen des Solar-Akkus, um eine Batterie Überladung zu verhindern.

Wann ergibt eine Solar-Inselanlage Sinn?

Eine Solar-Inselanlage mit Haken und zwei Plus Symbolen, die Vorteile und den Sinn der PV-Anlage symbolisieren

In welchem Fall lohnt sich das Risiko, nicht ans öffentliche Stromnetz angeschlossen zu sein? Und in welchen Fällen ist es definitv sinnvoll, die Solar-Inselanlage zu wählen?

Die erste logische Situation für die Verwendung einer Solar-Inselanlage ist, wenn ein Anschluss an ein öffentliches Stromnetz schlichtweg nicht möglich ist. Dies ist oft in Berghütten, auf Booten oder in abgelegenen Regionen in Entwicklungs- und Schwellenländern der Fall. Diese Gebiete würden oftmals ohne jeglichen Strom leben, wenn es nicht die Möglichkeit einer Solar-Inselanlage gäbe.

Davon abgesehen ist es sehr sinnvoll, eine Solar-Inselanlage zu verwenden, wenn Häuser nicht ganzjährig bewohnt werden (z. B. nur in den Sommermonaten) oder nur einen sehr geringen Stromverbrauch haben. In diese Kategorie fallen hauptsächlich Ferienhäuser und Gartenhäuser. Hier lohnt sich die Installation einer Solar-Inselanlage durchaus mehr als bei einem Einfamilienhaus mit einem hohen Stromverbrauch über das ganze Jahr.

Welche Faktoren müssen Sie vor dem Kauf einer Solar-Inselanlage beachten?

Vor der Investition in eine Solar-Inselanlage sollten Sie ganz genau auf ein paar wichtige Kennzahlen achten. Neben Wirkungsgrad und Maximalleistung der Anlage (in Kilowatt-Peak gemessen), müssen auch die Kennzahlen des Speichers genau zu Ihren Bedürfnissen passen. Hier sind Speicherkapazität, maximale Entladungstiefe bzw. nutzbare Kapazität, Wirkungsgrad und die Lebensdauer die wichtigsten Kriterien. Noch dazu kommen Überlegungen zum Klima der Region wie zum Beispiel die durchschnittliche Anzahl der Sonnenstunden und die Regelmäßigkeit der Sonne.

Checkliste: Faktoren der PV-Anlage

EIne Solar-Inselanlage auf einem Dach mit einer Checkliste, die die Kriterien der PV-Anlage symbolisiert

  1. Achten Sie darauf, dass die Maximalleistung der Anlage deutlich höher ist, als ihr tatsächlicher Verbrauch. So gehen Sie sicher, dass Sie immer genug Strom produzieren – auch wenn die Sonne eine Weile nicht scheint. Als Faustregel für die Solar-Inselanlage gilt eine Maximalleistung, die mindestens die 1,2 bis 1,5 -fache Menge Ihres Strombedarfs beträgt.

  2. Wenn Sie nur wenig Platz zur Verfügung haben, sollten Sie zu Solarmodulen mit höherem Wirkungsgrad greifen. Monokristalline Solarmodule haben mit über 20 % den höchsten Wirkungsgrad, dicht gefolgt von polykristallinen Modulen (ca. 17 %). Dünnschichtmodule haben jedoch nur einen Wirkungsgrad von etwa 7 %, sind also im Vergleich sehr ineffizient. Wenn Sie sich für Dünnschichtmodule entscheiden, müssten Sie im Vergleich zur monokristallinen Variante dreimal so viele PV-Module installieren, um auf dieselbe Leistung zu kommen.

Checkliste: Faktoren des Stromspeichers

EIn Stromspeicher mit PV-Inselanlage als Hintergrund mit einer Checkliste, die die Kriterien des Stromspeichers symbolisiert

  1. Bei der Auswahl des Speichers müssen Sie sicherstellen, dass die Batterie genug Speicherkapazität hat, um den gesamten Strom der PV-Anlage zu speichern. Gleichzeitig muss sie groß genug sein, um Sie über längere Zeit mit genug Strom zu versorgen, ohne leer zu werden. Wichtig ist hierbei nicht nur die generelle Speicherkapazität, sondern vor allem die „nutzbare Speicherkapazität“, die von der maximalen Entladetiefe abhängt. Um die Lebensdauer und Funktionalität der Batterien zu schonen, entladen sie sich nie komplett, sondern üblicherweise nur zu 60 – 90 %.

  2. Achten Sie unbedingt auf den Wirkungsgrad Ihres Speichers. Während Blei-Säure-Batterien einen Wirkungsgrad von etwa 70 bis 85 % haben, liegen die Lithium-Speicher meistens bei 90 bis 98 %. Aufgrund ihrer höheren Effizienz, sind die Lithium-Speicher für Solar-Inselanlage daher oft die beste Wahl. Sollte der Wirkungsgrad zu gering sein und damit im Speicherprozess zu viel Energie verloren gehen, müssten Sie dies mit einer höheren Anlagenleistung kompensieren. Und das kann eine teure Angelegenheit sein.

  3. Um den Strom Ihrer Inselanlage nachhaltig speichern zu können, muss Ihr Stromspeicher über eine lange Laufzeit verfügen. Bei Blei-Speichern Beträgt die Lebensdauer circa 10 Jahre, während man bei den Lithium-Speichern hingegen mit etwa mit 20 Jahren rechnen kann. Weil PV-Anlagen jedoch eine Lebensdauer von 20 bis 35 Jahren haben, müssen Sie in dieser Zeit mehrere Speicher kaufen. Die Lebensdauer der einzelnen Speicher entscheidet somit, ob Sie nur zwei oder sogar bis zu vier benötigen. Schauen Sie deshalb nicht nur auf den Preis der Speicher, sondern beziehen Sie ebenso die Lebensdauer in Ihre Kalkulation mit ein.

Checkliste: Faktoren des Klimas

Ein blauer Himmel mit Wolken und Sonne mit einer Checkliste, die die Kriterien und die Bedeutung des Klimas für die Solar-Inselanlage symbolisiert

  1. Auch die Region, in der Sie Ihre Solar-Inselanlage installieren, beeinflusst maßgeblich Ihre Kaufentscheidung. Je weniger Sonnenstunden Sie im Jahr bekommen, desto größer und leistungsstärker sollte Ihre Anlage sein. Auch der Wirkungsgrad der PV-Inselanlage sollte in diesem Fall so hoch wie möglich sein, um für die fehlenden Sonnenstunden zu kompensieren.

  2. Ebenso spielt die Regelmäßigkeit der Sonne eine Rolle in der Auswahl des Speichers. Je unregelmäßiger die Sonne bei Ihnen scheint, desto größer muss Ihr Speicher sein. Damit können Sie auch ein paar Tage ohne Sonne problemlos überbrücken.

Fazit

Da die Solar-Inselanlage nicht an das öffentliche Netz angeschlossen ist, haben Sie zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit, externen Strom zu beziehen. Daher sollten Sie sich erst mal gründlich informieren und von einem Experten beraten lassen, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen.

Die Solar-Inselanlage ist wirklich nur in wenigen Fällen perfekt geeignet. Zum Beispiel dann, wenn Ihr Stromverbrauch niedrig ist, Sie nur in den Sommermonaten Strom verbrauchen oder Ihre Anlage in einem abgelegenen Gebiet installiert wird. Wenn Ihnen die komplett autarke Stromversorgung nicht ganz so wichtig ist, dann ist eine einfache Einspeiseanlage mit Speicher in den meisten Fällen beste Wahl. Denn diese ist gleichzeitig günstig und flexibel. Durch die Einspeisung können Sie Geld verdienen und ein optionaler Speicher sorgt für eine hohe Eigennutzung des Stroms. Außerdem bekommen Sie die 19 % Umsatzsteuer zurückerstattet und können zu jedem Zeitpunkt Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen.

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