Mini PV-Anlage – die Solaranlage für den privaten Gebrauch

Mini PV-Anlage aufgestellt vor einem Hintergrund mit Pflanzen

Hier erfahren Sie, wann sich die Anschaffung einer Mini PV-Anlage für Sie lohnt und wie Sie diese Photovoltaik Anlage problemlos bei sich zuhause installieren können.

Bereits vor einigen Jahren gewannen großen Solaranlagen an Aufmerksamkeit. Heutzutage sieht man sie weitverbreitet auf den Dächern von Supermärkten, Landwirtschaftsbetrieben, Industriehallen oder im Freiland. Die Mini PV-Anlage hingegen ist eine etwas neuere Erscheinung. Genutzt wird sie für den privaten Gebrauch und die autarke Versorgung des Hausstromnetzes mit Solarenergie. In vielerlei Hinsicht sind Mini PV-Anlagen den herkömmlichen Photovoltaikanlagen sehr ähnlich. Trotzdem aber gibt es entscheidende Unterschiede.

Was ist eine Mini PV-Anlage?

Mini PV-Anlage steht abkürzend für Mini Photovoltaik Anlage. Diese kleinere Art der Solaranlage wandelt, genau wie die größeren, Sonnenstrahlung in elektrische Energie um. Allerdings handelt es sich bei den Mini PV-Anlagen um viel kleinere Photovoltaik Anlagen, die ausschließlich der Stromversorgung des privaten Haushaltes dienen. Im Gegensatz zu den großen Anlagen ist es nicht möglich, Strom in das öffentliche Netz einzuspeisen und dabei eine finanzielle Vergütung zu erhalten.

Die Mini PV-Anlagen werden als „Plug-In-Photovoltaikanlagen“ geliefert. Das bedeutet, dass sich diese direkt nach der Lieferung aufstellen und nutzen lassen. Während große Solarmodule auch große „Wechselrichter“ besitzen, haben Mini PV-Anlagen einen Mikro-Wechselrichter. Beide haben die gleiche Funktion: Sie wandeln Gleichspannung aus den Solarmodulen in Wechselspannung um, damit die Energie als Elektrizität im Haushalt genutzt werden kann. Mit einem Mikro-Wechselrichter versehen ermöglichen diese kleineren PV-Anlagen auch Privatpersonen eine einfache Installation und den direkten Anschluss an das Wechselstromnetz des eigenen Haushalts.

Anbringungsmöglichkeiten von Mini-Solaranlagen

Mini PV-Anlage, Sicht von hinten,

Mini-Solaranlagen lassen sich an vielerlei Orten problemlos anbringen. Darunter zählen Fassaden, Gärten, Balkone und Dächer. Weil der Aufbau und die Montage nicht sehr anspruchsvoll sind, lassen sie sich auch von Laien durchführen. Dadurch, dass die Solarmodule bei einem Winkel von ca. 30° den maximalen Energieertrag bringen, ist es wichtig, die Anlage optimal auszurichten. Dies wird durch die Aufständerung in Dreiecksform erreicht, die zusützlich auch für den sicheren Halt der Anlage sorgt. Die Aufständerung und die Schrauben sollten fest sitzen und aus Metall bestehen, damit auch starkem Wind standgehalten werden kann.

Was unterscheidet Mini PV-Anlagen von anderen Photovoltaik Anlagen?

Mini-PV Anlage neben einer herkömmlichen Solaranlage gegenübergestellt

Grundsätzlich sollten Sie sich fragen, ob Sie eine Photovoltaik Anlage für den privaten oder für den gewerblichen Gebrauch nutzen möchten. Große Solarmodule, die an Industriehallen oder auf großen Wiesen im Freiland installiert werden, dienen größtenteils der gewerblichen Nutzung. Große Solarmodule lassen sich auch auf Dächern oder Garagen von Eigenheimen wiederfinden, aber dies ist nur möglich, wenn Besitzer über genügend Platz verfügen. Mit größeren Solarpanels kann man die gewonnene Energie ins Netz einspeisen und wird finanziell entlohnt. Im Vergleich dazu sind die kleineren Mini PV-Anlagen jedoch nur für den privaten Gebrauch gedacht.

Große Solarmodule werden oft aus „Dünnschicht“ hergestellt. Ein Material, das sehr leicht und günstig in der Produktion ist, dafür aber nur einen Wirkungsgrad von 6% – 10% hat. Im Gegensatz hierzu haben Mini PV- Anlagen aus Mono- oder Polykristallin eine viel höhere Effizienz. Aufgrund dieser Beschaffenheit erreichen die kleineren Module einen Wirkungsgrad von 12% – 20%. Jetzt fragen Sie sich vielleicht, warum nicht auch die großen Solarmodule aus Kristallin hergestellt werden. Tatsächlich ist dies auch oft der Fall. Da die Module jedoch größer sind, wiegen und kosten solche aus Kristallin viel mehr als welche mit Dünnschicht. Letztere sind zwar nicht so effizient wie die Mini PV-Anlagen aus Kristallin, kompensieren dies aber durch ihre Größe.

Eine Mini PV-Anlage hat im Durchschnitt eine Größe von etwa ein bis zwei Quadratmeter und die erbrachte Leistung liegt je nach Bedingung und Qualität der PV-Anlage bei circa 100 bis 600 Wp. Die Abkürzung Wp steht hierbei für „Watt Peak“ und wird in der Photovoltaik häufig benutzt, um die Höchstleistung einer Photovoltaikanlage anzugeben. Mit der Angabe Wp wird eine bessere Vergleichbarkeit verschiedene PV-Anlagen möglich. Als Ausgangswert für eine Mini PV-Anlage mit 100 Wp wird eine Stromerzeugung von 90 Kilowattstunden Strom pro Jahr gewertet. Im Gegensatz hierzu haben große Solaranlagen 2.000 bis 10.000 Wp und erzeugen jährlich ganze 1.000 kWh pro m².

Verleich einer Mini PV-Anlage mit einer gewöhnlichen Solaranlage

Der Aufbau einer Mini PV-Anlage

der Aufbau einer Mini PV-Anlage wird hier aufgezeigt

Im Gegensatz zu größeren PV-Anlagen erfolgt hier eine direkte Verbindung mit dem Solarmodul über ein handelsübliches Steckersystem. Das Verbindungsstück zwischen Stecker und PV-Anlage ist dabei der Mikro-Wechselrichter. Die meisten Wechselrichter verfügen sowohl über Display als auch Ethernet Anschluss. Diese beiden Features tragen dazu bei, dass der Nutzer über das Display die aktuellen und vergangenen Ertragsdaten, sowie die Leistungskurve für den gesamten Zeitraum abrufen kann. Durch eine normale Schutzkontakt-Steckdose wird die Anbindung des Solarmoduls

an das Stromnetz des Hauses gewährleistet. Außerdem ist es möglich, eine Batterie anzuschließen, in der überschüssige Energie bis zu einer späteren Nutzung gespeichert wird.

Eine andere Art der Nutzung der Mini PV-Anlagen ist das sogenannte Insel-System. In diesem Fall wird die Solaranlage nicht direkt an das Hausstromnetz angeschlossen. Stattdessen wird die erzeugte Energie in einem Generator zwischengespeichert. Vorteil des Insel-Systems ist, dass man den Generator außerhalb des Hauses mit sich führen kann und beispielsweise in einem Park seinen Laptop oder andere elektronische Geräte aufladen kann.

Weil Mini PV-Anlagen Strom ausschließlich für den Haushalt produzieren, ist folgendes unglaublich wichtig: Falls die Mini PV-Anlage den Strom mittels Stecker an das Haus weitergibt und in dem Moment wenig bis gar kein Strom verbraucht wird, wird der Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist. In diesem Fall läuft der Stromzähler im eigenen Haushalt rückwärts. Weil dies in Deutschland jedoch verboten ist, ist es ganz wichtig, einen Stromzähler mit Rücklaufsperre zu besitzen. Moderne Digitalzähler sind bereits mit einer Rücklaufsperre ausgestattet. Falls Sie einen analogen Zähler ohne diese Sperreinrichtung besitzen, sollten Sie diesen vor einer Nutzung der Mini PV-Anlagen unbedingt austauschen lassen. Den Austausch können Sie ganz einfach bei Ihrem Netzbetreiber beantragen.

Hier lesen Sie, was Sie beim Stromzähler Kaufen beachten müssen!

Für wen lohnt sich die Anschaffung einer Mini PV-Anlage?

Zwei Mini PV-Anlage nebeneinander aufgestellt

Die Anschaffungskosten für eine Mini PV-Anlage liegen standardmäßig zwischen 300 und 1000 Euro. Der Ertrag hingegen hängt stark von der geographischen Lage innerhalb Deutschlands und dem genauen Standort der Anbringung ab. Die meisten Sonnenstunden in Deutschland gibt es in den südlichen Bundesländern und im Nordosten Deutschlands. Optimaler Weise sollte die Mini-Solaranlage auf einem Balkon mit Südausrichtung platziert werden, um die meiste Sonnenenergie abzuschöpfen. Ansonsten ist eine Ausrichtung nach Osten oder Westen ebenfalls sinnvoll.

Nachdem die DIN-Norm VDE 0100-551 in Kraft getreten ist, bedarf es mittlerweile keiner Anmeldung der Solaranlagen beim Netzbetreiber mehr. Einzige Voraussetzung ist, dass der gewonnene Strom ausschließlich zur Eigenversorgung genutzt wird.

Zusammengefasst ist die Mini PV-Anlage eine preiswerte Möglichkeit, Sonnenenergie für den privaten Haushalt zu nutzen und einen Teil zum Umweltschutz beizutragen. Außerdem ist die Wartung der kleinen Solarmodule relativ gering. In den meisten Fällen gewähren Hersteller eine mehrjährige Garantie, welche die gewöhnlich auftretenden Schäden an Solaranlagen abdeckt. Ferner ist die Montage ohne besondere Kenntnisse schnell und einfach durchzuführen. Abhängig vom Strompreis und dem Ort der Anbringung rechnet sich eine Mini PV-Anlage nach durchschnittlich fünf bis zehn Jahren.

Wer jedoch genug Strom erzeugen möchte, um seinen Gesamtverbrauch zu decken, sollte lieber zu den großen Solaranlagen greifen. Obwohl diese etwas mehr kosten, ist die Rendite weitaus höher. Außerdem deckt der erzeugte Strom dann nicht nur den eigenen Bedarf, sondern kann legal und problemlos ins Netz eingespeist werden. Dafür gibt es dann auch eine Vergütung, die man mit einer Mini PV-Anlage nicht bekommen kann.

Hier können Sie prüfen, ob das Angebot in Ihrer Region verfügbar ist.

Qualitaetsmodule werden verbaut

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