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Gaspreisentwicklung 2026: Wird Gas jetzt noch teurer?

Aktualisiert:
27.08.2026
Lesezeit:
6 Minuten
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Gaspreisentwicklung: Das Wichtigste in Kürze

  • Der durchschnittliche Gaspreis für Einfamilienhäuser liegt im August 2026 bei rund 12 ct/kWh laut BDEW. Neukundentarife starten bei etwa 10 ct/kWh, in der Grundversorgung werden teils über 13 ct/kWh fällig.
  • Die Straße von Hormus ist seit Ende Februar 2026 de facto blockiert. Die deutschen Gasspeicher liegen mit knapp 50 % deutlich unter dem Vorjahreswert, der TTF-Winterkontrakt 2026/27 notiert bei über 61 €/MWh.
  • Die CO2-Steuer liegt 2026 im Korridor von 55–65 € pro Tonne und kostet einen Haushalt mit 20.000 kWh Gasverbrauch rund 260–310 € pro Jahr. Ab 2027 wird der CO2-Preis über den europäischen Emissionshandel (EU-ETS 2) bestimmt und dürfte weiter steigen.
  • Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft. Gasheizungen dürfen weiterhin eingebaut werden, ab 2029 gilt jedoch eine Bio-Treppe mit steigendem Biomethan-Anteil, die den Gastarif zusätzlich verteuert.
  • Eine Wärmepumpe mit einem Strompreis von 21 ct/kWh heizt ein durchschnittliches Einfamilienhaus für rund 1.050 € pro Jahr. Das sind über 1.500 € weniger als mit Gas, und der Abstand wächst mit jeder CO2-Preis-Erhöhung.
Heizkassel an der Wand mit Anschlüssen

Gas ist für Millionen Haushalte in Deutschland nach wie vor der wichtigste Brennstoff zum Heizen. Doch die Zeiten günstiger Gaspreise sind vorbei. Doch externe Einflüsse wie die Energiekrise 2022, die anhaltende Blockade der Straße von Hormus, niedrige Speicherstände vor dem Winter und steigende CO2-Kosten sorgen dafür, dass die Gaspreisentwicklung für Hausbesitzer zu einer zentralen finanziellen Frage geworden ist.

Dieser Artikel zeigt, wie sich die Gaspreise entwickelt haben, welche Faktoren den Preis bestimmen, was bis 2030 zu erwarten ist und warum eine Wärmepumpe mit günstigem Strom die wirtschaftlich sinnvollste Alternative sein kann.

Inhaltsverzeichnis

Was kostet Gas aktuell in Deutschland?

Der aktuelle Gaspreis für Haushalte in Deutschland liegt laut BDEW-Gaspreisanalyse im August 2026 bei durchschnittlich rund 12 ct/kWh für Einfamilienhäuser. Mehrfamilienhäuser zahlen mit etwa 11,2 ct/kWh etwas weniger. Wie viel ein Haushalt tatsächlich zahlt, hängt allerdings stark vom Vertragsstatus ab. Neukundentarife liegen aktuell bei rund 10 ct/kWh, Bestandskunden zahlen im Schnitt etwa 11,6 ct/kWh und in der Grundversorgung werden teils über 13 ct/kWh fällig.

Für ein Einfamilienhaus mit einem Gasverbrauch von 20.000 kWh pro Jahr ergeben sich bei 12 ct/kWh jährliche Gaskosten von rund 2.400 € allein für den Arbeitspreis. Mit Grundpreis landen die Gesamtkosten bei etwa 2.550 € pro Jahr. Damit ist Gas zwar deutlich günstiger als auf dem Höhepunkt der Energiekrise 2022, als die Preise zeitweise über 20 ct/kWh kletterten. Verglichen mit dem Niveau von 2020, als die Kilowattstunde noch rund 6 ct/kWh kostete, zahlen Haushalte aber nach wie vor fast das Doppelte.

Der Gaspreis setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:

Preisbestandteil Anteil am Gaspreis Erklärung
Beschaffung und Vertrieb ca. 40–50 % Einkauf des Erdgases an den Großhandelsmärkten, inkl. Vertriebsmarge des Anbieters
Netzentgelte ca. 20–25 % Kosten für Transport und Verteilung über das Gasnetz, 2026 im Schnitt 2,84 ct/kWh netto
Steuern und Abgaben ca. 25–35 % Mehrwertsteuer (19 %), CO₂-Steuer, Konzessionsabgabe
Quelle: BDEW-Gaspreisanalyse, Stand: August 2026

Besonders die CO₂-Steuer hat den Gaspreis in den letzten Jahren spürbar verteuert. Seit 2021 steigt sie jährlich an und liegt 2026 bereits bei 55–65 € pro Tonne CO₂. Das allein macht rund 1,1 - 1,3 ct/kWh aus, die zusätzlich auf den Gaspreis aufgeschlagen werden.

Gut zu wissen: bWer seine Heizkosten dauerhaft senken möchte, kann mit einer Wärmepumpe von Enpal und einem Wärmepumpenstromtarif von 21 ct/kWh die jährlichen Heizkosten auf rund 1.050 € senken. Das sind über 1.500 € weniger als mit einer Gasheizung. Jetzt unverbindlich anfragen

Wie hat sich der Gaspreis in den letzten Jahren entwickelt?

Die Gaspreisentwicklung in Deutschland war in den vergangenen Jahren von extremen Schwankungen geprägt. Zwischen 2020 und 2022 haben sich die Preise für Haushalte mehr als verdreifacht, bevor eine schrittweise Normalisierung einsetzte. Wer die Entwicklung über verschiedene Zeiträume betrachtet, erkennt klare Muster und versteht besser, warum das heutige Preisniveau dauerhaft über dem von 2019/2020 liegt.

Wie sah die Gaspreisentwicklung der letzten 5 Jahre aus?

Die Gaspreisentwicklung der letzten 5 Jahre zeigt einen dramatischen Preisanstieg mit anschließender Teilerholung. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die durchschnittlichen Gaspreise für Haushalte in Deutschland:

Jahr Ø Gaspreis (ct/kWh) Veränderung zum Vorjahr
2021 ca. 7 +17 %
2022 ca. 14 +100 %
2023 ca. 12 −14 %
2024 ca. 12,5 +4 %
2025 ca. 11 −12 %
2026 ca. 12 +9 %
Quelle: BDEW-Gaspreisanalysen 2021–2026, Bundesnetzagentur Monitoringberichte

Der Preissprung 2022 ist direkt auf die Energiekrise infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine zurückzuführen. Deutschland bezog bis dahin rund 55 % seines Erdgases aus Russland. Der Wegfall dieser Lieferungen führte zu massiven Preissteigerungen an den europäischen Großhandelsmärkten.

Seit 2023 stabilisieren sich die Preise, da alternative Lieferwege (vor allem LNG-Importe aus den USA und Katar) ausgebaut wurden. Allerdings sind diese Alternativen teurer als das ehemals günstige Pipeline-Gas aus Russland, weshalb das Preisniveau von 2019/2020 nicht mehr erreicht wird. Der erneute Anstieg 2026 ist vor allem auf die Auswirkungen des Iran-Konflikts und die damit verbundene Blockade der Straße von Hormus zurückzuführen.

Die Gaspreisbremse, auch Gaspreisdeckel genannt, gilt seit Jahresanfang 2024 nicht mehr. Sie galt für ein Kontingent von 80 % des prognostizierten Jahresverbrauchs und war bei 12 ct/kWh gedeckelt. Wer mehr als dieses Kontingent verbrauchte, dem wurden die restlichen 20 % anhand des normalen Marktpreises berechnet.

Wie haben sich die Gaspreise über 10 und 20 Jahre entwickelt?

Über einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren zeigt die Gaspreisentwicklung in Deutschland einen langfristigen Aufwärtstrend mit starken Ausschlägen. Zwischen 2010 und 2020 blieben die Gaspreise für Haushalte mit rund 6 bis 7 ct/kWh relativ stabil. In den Jahren 2008/2009 gab es im Zuge der globalen Finanzkrise und hoher Ölpreise bereits einen Preisanstieg auf etwa 7 bis 8 ct/kWh, der sich danach wieder normalisierte.

Der entscheidende Bruch kam 2021/2022. Innerhalb von nur zwei Jahren verdoppelte sich der Gaspreis und erreichte im Herbst 2022 auf dem Großhandelsmarkt zeitweise Spitzenwerte von über 300 €/MWh. Für Haushalte mit bestehenden Verträgen schlug sich das mit Verzögerung nieder, im Jahresdurchschnitt 2022 bei rund 14 ct/kWh. Wer die Gaspreisentwicklung über 20 oder sogar 30 Jahre betrachtet, erkennt: Das aktuelle Preisniveau von rund 12 ct/kWh ist historisch gesehen hoch. Eine Rückkehr zu den Preisen der Jahre 2015 bis 2020 gilt unter Experten als unwahrscheinlich.

Diagramm, das die Gaspreisentwicklung im Großhandel von 2022 bis 2026 zeigt

Quelle: EEX, Bundesnetzagentur

Welche Faktoren beeinflussen den Gaspreis?

Der Gaspreis wird von mehreren Faktoren gleichzeitig beeinflusst, die sich gegenseitig verstärken oder abschwächen können. Für Hausbesitzer ist es hilfreich, diese Zusammenhänge zu kennen, denn sie erklären, warum Gaspreise schwanken und wohin sie sich entwickeln könnten.

Faktor Wirkung auf den Gaspreis Beispiel
Beschaffungskosten Direkter Einfluss auf ca. 40–50 % des Endpreises Steigende Großhandelspreise durch knappes Angebot verteuern Gas sofort
Geopolitische Lage Beeinflusst Angebot und Lieferwege Wegfall russischer Gaslieferungen 2022, Blockade der Straße von Hormus seit Februar 2026
Angebot und Nachfrage Bestimmt den Großhandelspreis Kalte Winter erhöhen die Nachfrage, milde Winter senken sie
Netzentgelte Machen ca. 20–25 % des Endpreises aus 2026 im Schnitt 2,84 ct/kWh netto, steigt bei sinkender Gasnachfrage pro Anschluss
CO₂-Steuer Steigt jährlich und erhöht den Preis pro kWh 2026: 55–65 €/t CO₂ ≈ 1,1–1,3 ct/kWh
Mehrwertsteuer 19 % auf den gesamten Gaspreis Wird auf alle Preisbestandteile aufgeschlagen
Wechselkurs €/$ Indirekter Einfluss über Importpreise LNG wird in Dollar gehandelt, ein schwacher Euro verteuert Importe
Quelle: BDEW, Bundesnetzagentur, Stand: August 2026

Seit dem Ende der russischen Pipeline-Lieferungen bezieht Deutschland sein Erdgas vor allem über LNG-Terminals und Pipeline-Importe aus Norwegen und den Niederlanden. LNG ist in der Regel teurer als Pipeline-Gas, da es verflüssigt, transportiert und wieder in Gas umgewandelt werden muss. Diese strukturell höheren Beschaffungskosten sind ein wesentlicher Grund dafür, dass die Gaspreise nicht mehr auf das Niveau von 2019/2020 zurückfallen.

Wie wirkt sich der Iran-Konflikt auf die Gaspreise aus?

Der Iran-Konflikt belastet die europäischen Gaspreise seit Ende Februar 2026 massiv. Nach den Angriffen der USA und Israels hat der Iran die Straße von Hormus faktisch gesperrt. Durch diese Meerenge laufen rund 93 % der Flüssiggasexporte aus Katar.

Seitdem hat sich die Lage nur bedingt entspannt. Stand Mitte August 2026 passieren täglich nur noch einzelne Frachter die Meerenge. Iran und Oman verhandeln zwar über einen gemeinsamen Schifffahrtskorridor, eine verlässliche Einigung steht aber weiterhin aus. Der TTF-Winterkontrakt 2026/27 notiert bei über 61 €/MWh, das Gas-Frontjahr 2027 bei rund 45 €/MWh.

Gleichzeitig liegen die deutschen Gasspeicher, laut Bundesnetzagentur, bei kapp 50 % Füllstand deutlich unter dem Vorjahreswert von rund 66 %. Laut Berechnungen des INES wäre ein Füllstand von bis zu 76 % bis zum 1. November technisch möglich, genug für einen durchschnittlichen, nicht aber für einen außergewöhnlich kalten Winter. Ob dieses Niveau erreicht wird, hängt von der weiteren Entwicklung an der Straße von Hormus und den Großhandelspreisen ab.

Für Haushalte mit laufenden Verträgen sind die Auswirkungen bisher begrenzt, da Norwegen der wichtigste Lieferant bleibt. Bei Vertragserneuerungen und für Neukunden dürften die gestiegenen Großhandelspreise jedoch spürbar werden. Ein zusätzliches Risiko: Die WMO schätzt die Wahrscheinlichkeit eines El-Niño-Ereignisses für den Zeitraum bis November 2026 auf rund 90 %. Ein warmer Winter in Europa wäre günstig für die Gaspreise, ein kalter könnte die Lage deutlich verschärfen.

Stand: 15. August 2026. Die Lage entwickelt sich dynamisch.

Wie wirkt sich die CO₂-Steuer auf die Gasrechnung aus?

Die CO_2-Steuer wirkt sich spürbar auf die Gasrechnung aus und steigt in den kommenden Jahren weiter an. Seit 2021 zahlen Verbraucher in Deutschland einen Aufschlag pro Tonne CO2, die beim Verbrennen von Erdgas freigesetzt wird. Pro Kilowattstunde Erdgas entstehen rund 0,2 kg CO2, daraus ergibt sich der Aufschlag pro kWh.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der CO2-Steuer und ihre Auswirkung auf einen Musterhaushalt mit 20.000 kWh Gasverbrauch pro Jahr:

Jahr CO₂-Preis (€/Tonne) Aufschlag pro kWh Mehrkosten pro Jahr (20.000 kWh)
2021 25 € 0,5 ct 100 €
2022 30 € 0,6 ct 120 €
2023 30 € 0,6 ct 120 €
2024 45 € 0,9 ct 180 €
2025 55 € 1,1 ct 220 €
2026 55–65 € (Korridor) 1,1–1,3 ct 260–310 €
2027 Marktpreis (EU-ETS 2) voraussichtlich 1,3–2,0 ct 260–400 €
Quelle: Bundesregierung, UBA. Ab 2027 Schätzung auf Basis von EU-ETS-2-Prognosen.

Ein Haushalt mit 20.000 kWh Gasverbrauch zahlt 2026 allein durch die CO2-Steuer rund 260–310 € mehr pro Jahr als noch 2020, als es diese Abgabe noch nicht gab. Ab 2027 wird der nationale CO2-Preis in den europäischen Emissionshandel (EU-ETS 2) überführt. Der CO2-Preis wird dann über den Markt bestimmt und könnte deutlich über dem bisherigen nationalen Niveau liegen. Schätzungen gehen von 80 bis über 100 € pro Tonne aus, was den Aufschlag auf über 2 ct/kWh steigen lassen würde.

Die CO2-Steuer ist damit kein einmaliger Effekt, sondern ein dauerhafter Kostentreiber, der Erdgas als Heizenergie Jahr für Jahr teurer macht.

Wie entwickeln sich die Gaspreise bis 2030?

Die Gaspreise werden sich bis 2030 nach aktuellen Prognosen auf einem erhöhten Niveau bewegen, mit einer Tendenz zu weiter steigenden Kosten für Haushalte. Verschiedene Institutionen haben Szenarien erarbeitet, die eine Bandbreite möglicher Entwicklungen zeigen. Allen gemeinsam ist: Eine Rückkehr zum Preisniveau von 2019/2020 gilt als ausgeschlossen.

Szenario Gaspreis 2028 (ct/kWh) Gaspreis 2030 (ct/kWh) Annahmen
Optimistisch 10–11 10–11 Entspannung an der Straße von Hormus, stabiles LNG-Angebot, milde Winter, moderate CO₂-Preise
Realistisch 12–14 13–15 Steigende CO₂-Steuer, moderate Nachfrage, keine neuen Krisen, Hormus-Blockade endet 2026/2027
Pessimistisch 15–17 16–20 Hormus-Blockade hält an, LNG-Engpässe, kalter Winter, hoher CO₂-Preis durch EU-ETS 2, El Niño treibt Asien-Nachfrage
Quellen: BDEW, IEA, IW Köln, ergänzt um aktuelle geopolitische Lage. Stand: August 2026

Mehrere strukturelle Faktoren sprechen dafür, dass sich Gaspreise langfristig eher nach oben als nach unten bewegen:

  • CO₂-Steuer: Ab 2027 wird der nationale CO₂-Preis in den europäischen Emissionshandel (EU-ETS 2) überführt. Der CO₂-Preis wird dann über den Markt bestimmt und könnte deutlich über dem bisherigen nationalen Niveau liegen. Schätzungen gehen von 80 bis über 100 € pro Tonne aus.
  • Beschaffungskosten: LNG bleibt strukturell teurer als das frühere Pipeline-Gas aus Russland. Neue LNG-Kapazitäten kommen zwar auf den Markt, stehen aber in Konkurrenz zur wachsenden Nachfrage aus Asien.
  • Rückläufige Nachfrage in Europa: Klingt paradox, kann aber preistreibend wirken. Wenn immer mehr Haushalte auf Wärmepumpen umsteigen, sinkt die Gasnachfrage. Die Fixkosten für das Gasnetz verteilen sich dann auf weniger Verbraucher, was die Netzentgelte pro kWh steigen lässt.
  • Geopolitische Risiken: Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus und die niedrigen Speicherstände (knapp 50 % vs. 66 % im Vorjahr) zeigen, wie schnell sich die Lage verschärfen kann. Sollte die Blockade über den Winter 2026/27 hinaus andauern, sind Gaspreise von über 15 ct/kWh für Haushalte nicht auszuschließen.

Was ändert sich ab 2026 für Hausbesitzer mit Gasheizung?

Seit dem 29. Juli 2026 ist das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) in Kraft. Es löst das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) ab und ändert die Rahmenbedingungen für Hausbesitzer mit Gasheizung grundlegend.

Die wichtigste Änderung: Die umstrittene 65-%-Erneuerbare-Energien-Pflicht beim Heizungseinbau entfällt komplett. Gas- und Ölheizungen dürfen wieder ohne diese Einschränkung eingebaut werden. Ein Gasheizungsverbot ist damit vom Tisch. Stattdessen setzt das GModG auf Technologieoffenheit und eine sogenannte „Bio-Treppe":

  • Bis Ende 2028: Übergangsphase, keine zusätzlichen Auflagen für neue Gasheizungen.
  • Ab 2029: Neu eingebaute Gas- und Ölheizungen müssen mindestens 10 % zertifizierte Bio-Brennstoffe (z. B. Biomethan) nutzen. Dieser Anteil steigt in weiteren Stufen bis 2040 schrittweise an.
  • Ab 2028: Energieversorger müssen eine Grüngasquote von zunächst bis zu 1 % erfüllen.

Bestehende, funktionierende Gasheizungen sind von diesen Regelungen nicht betroffen. Es gibt keine Austauschpflicht.

Die wirtschaftlichen Risiken einer Gasheizung bleiben allerdings bestehen, auch wenn die gesetzlichen Hürden sinken. Die CO_2-Steuer steigt unabhängig vom GModG weiter an. Und die steigende Quote an Ökogas bringt zusätzliche Kosten mit sich. Laut Berechnungen zahlt ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Gasverbrauch ab 2029 bis zu 14 € mehr pro Monat für den 10-%-Bioanteil im Gastarif. Langfristig wird dieser Anteil weiter steigen.

Was bedeutet die Gaspreisentwicklung für die eigene Gasrechnung?

Die Gaspreisentwicklung schlägt sich direkt auf die jährlichen Heizkosten durch, und zwar deutlich stärker, als viele Hausbesitzer erwarten. Die folgende Rechnung zeigt, wie sich verschiedene Preisszenarien konkret auf die Gasrechnung eines Einfamilienhauses mit 20.000 kWh Gasverbrauch pro Jahr auswirken.

Kostenfaktor 2020 2024 2026 2030 (realistisch)
Gaspreis (ct/kWh) 6 12,5 12 13–15
Jährliche Gaskosten (Arbeitspreis) 1.200 € 2.500 € 2.400 € 2.600–3.000 €
Davon CO₂-Steuer 0 € 180 € 260–310 € ca. 320–400 €
Grundpreis (Ø pro Jahr) ca. 120 € ca. 150 € ca. 160 € ca. 170 €
Gesamtkosten pro Jahr ca. 1.320 € ca. 2.650 € ca. 2.560 € ca. 2.770–3.170 €
Rechenbeispiel: Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Gasverbrauch pro Jahr. Quellen: BDEW, Bundesnetzagentur, eigene Berechnung.

Ein Haushalt, der 2020 noch rund 1.320 € pro Jahr für Gas bezahlt hat, liegt 2026 bei etwa 2.560 €. Das sind gut 1.200 € Mehrkosten pro Jahr. Im realistischen Szenario für 2030 steigen die Kosten auf bis zu 3.170 €, also fast das 2,5-Fache des Niveaus von 2020.

Besonders deutlich wird die Belastung im Vergleich der Kostentreiber:

  • Der reine Gaspreis (Beschaffung, Netzentgelte) hat sich seit 2020 verdoppelt.
  • Die CO_2-Steuer kam 2021 hinzu und wächst seitdem kontinuierlich. Bis 2030 könnte sie sich bei einem CO_2-Preis von 80–100 € pro Tonne auf 320–400 € pro Jahr summieren.
  • Hinzu kommen ab 2029 die Mehrkosten durch die Bio-Treppe (10 % Biomethan-Anteil), die den Gastarif zusätzlich verteuern.

Was heißt das auf den Monat gerechnet?

Zeitraum Monatliche Gaskosten (20.000 kWh/Jahr)
2020 ca. 110 €
2026 ca. 213 €
2030 (realistisch) ca. 230–264 €
Rechenbeispiel: Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Gasverbrauch pro Jahr.

Pro Monat bedeutet das eine Mehrbelastung von rund 103 € gegenüber 2020. Bis 2030 können es über 150 € mehr pro Monat werden.

Wer die eigene Gasrechnung mit diesen Werten vergleicht, bekommt ein gutes Gefühl dafür, ob ein Umstieg auf eine Alternative zur Gasheizung finanziell sinnvoll wäre.

Wie lässt sich der Gasverbrauch kurzfristig senken?

Der Gasverbrauch lässt sich mit gezielten Maßnahmen kurzfristig um 10 bis 30 % senken, ohne dass der Wohnkomfort spürbar leidet. Die folgenden Tipps sind nach geschätztem Einsparpotenzial sortiert und beziehen sich auf einen Musterhaushalt mit 20.000 kWh Gasverbrauch und einem Gaspreis von 12 ct/kWh.

Nr. Maßnahme Geschätzte Einsparung (kWh/Jahr) Geschätzte Ersparnis (€/Jahr)
1 Heizung hydraulisch abgleichen lassen 1.000–2.000 120–240 €
2 Raumtemperatur um 1 °C senken 1.200 ca. 144 €
3 Smarte Thermostate einsetzen 600–1.200 72–144 €
4 Nachtabsenkung der Heizung aktivieren (z. B. auf 17 °C) 800–1.200 96–144 €
5 Heizungsrohre im Keller dämmen 500–1.000 60–120 €
6 Heizkörper entlüften und freihalten 500–1.000 60–120 €
7 Fenster und Türen abdichten (Dichtungsbänder) 500–1.000 60–120 €
8 Warmwassertemperatur auf 55 °C begrenzen 400–800 48–96 €
9 Stoßlüften statt Kipplüften 300–600 36–72 €
10 Rollläden und Vorhänge nachts schließen 200–500 24–60 €
Bezogen auf einen Musterhaushalt mit 20.000 kWh Gasverbrauch und 12 ct/kWh. Die Einsparungen addieren sich nicht vollständig.

Die tatsächliche Einsparung hängt vom Gebäudezustand, der Heizungsanlage und dem bisherigen Heizverhalten ab. Die Maßnahmen lassen sich kombinieren, die Einsparungen addieren sich jedoch nicht vollständig, da sie sich teilweise überschneiden.

Worauf sollte man bei Gasverträgen achten?

Bei Gasverträgen sollte man vor allem auf Vertragslaufzeit, Preisgarantie und Kündigungsfrist achten, denn diese drei Faktoren entscheiden darüber, wie flexibel und planbar die Gaskosten bleiben.

Kriterium Empfehlung Warum das wichtig ist
Vertragslaufzeit Maximal 12 Monate Kürzere Laufzeiten ermöglichen einen schnelleren Wechsel bei sinkenden Preisen
Preisgarantie Mindestens 6, besser 12 Monate Schützt vor plötzlichen Preiserhöhungen während der Vertragslaufzeit
Kündigungsfrist Maximal 4 Wochen Längere Fristen binden unnötig und erschweren den Wechsel
Neukundenbonus Auf Gesamtkosten umrechnen Hohe Boni senken den Preis nur im ersten Jahr, danach wird es oft teurer
Preiszusammensetzung Arbeitspreis und Grundpreis getrennt prüfen Ein niedriger Arbeitspreis bringt wenig, wenn der Grundpreis hoch ist
Preisanpassungsklauseln Genau lesen Manche Verträge erlauben dem Anbieter, den Preis auch innerhalb der Laufzeit zu erhöhen
Sonderkündigungsrecht Im Vertrag bestätigen Gilt bei jeder Preiserhöhung und ermöglicht einen sofortigen Wechsel
Quelle: Verbraucherzentrale, Stand: August 2026

Grundsätzlich gilt: Wer seinen Gasanbieter regelmäßig vergleicht und wechselt, spart im Schnitt mehrere Hundert Euro pro Jahr. Aktuell liegt der Unterschied zwischen Neukundentarifen (~10 ct/kWh) und Bestandskundentarifen (~11,6 ct/kWh) bei rund 2 ct/kWh. Bei 20.000 kWh Jahresverbrauch sind das etwa 320 € Ersparnis allein durch einen Tarifwechsel.

Wer die Gaskosten allerdings nicht nur kurzfristig optimieren, sondern langfristig senken möchte, sollte über einen kompletten Umstieg nachdenken. Der folgende Abschnitt zeigt, wie sich eine Wärmepumpe im direkten Kostenvergleich mit der Gasheizung schlägt.

Lohnt sich eine Wärmepumpe statt einer Gasheizung?

Eine Wärmepumpe lohnt sich in den meisten Fällen, denn die jährlichen Heizkosten liegen deutlich unter denen einer Gasheizung. Der Grund: Eine Wärmepumpe nutzt rund 75 % kostenlose Umweltwärme und benötigt nur 25 % Strom. Bei einem Wärmepumpenstromtarif von 21 ct/kWh und einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4,0 kostet die erzeugte Wärme effektiv nur etwa 5,25 ct/kWh. Gas liegt aktuell bei rund 12 ct/kWh, also mehr als doppelt so hoch.

Die folgende Tabelle vergleicht die Gesamtkosten einer Gasheizung und einer Wärmepumpe über 15 Jahre für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr:

Kostenfaktor Gasheizung Wärmepumpe
Anschaffungskosten ca. 10.000–14.000 € ab 7.999 € (Enpal, inkl. Lieferung und Montage)
Förderung (max.) keine bis zu 80 % (BEG-Förderung, Stand: 21.07.2026)
Anschaffung nach Förderung ca. 10.000–14.000 € ab ca. 1.600 € (bei max. Förderung)
Strompreis / Gaspreis 12 ct/kWh (Gas) 21 ct/kWh (Wärmepumpenstrom)
Energieverbrauch pro Jahr 20.000 kWh ca. 5.000 kWh (bei JAZ 4,0)
Jährliche Energiekosten ca. 2.400 € ca. 1.050 €
CO₂-Steuer pro Jahr (2026) 260–310 € 0 €
Wartungskosten pro Jahr ca. 200–300 € ca. 150–200 €
Gesamtkosten über 15 Jahre* ca. 50.000–58.000 € ca. 19.600–26.700 €
* Gesamtkosten = Anschaffung (nach Förderung) + Energie + CO₂-Steuer + Wartung über 15 Jahre. Gaspreisannahme steigend gemäß realistischem Szenario. Individuelle Abweichungen möglich.

Der Kostenvorteil der Wärmepumpe wächst mit jeder CO2-Preis-Erhöhung und jedem Anstieg des Gaspreises. Selbst ohne Förderung liegt die Wärmepumpe über 15 Jahre betrachtet deutlich unter den Gesamtkosten einer Gasheizung.

Wichtig dabei: Es geht nicht nur um Unabhängigkeit vom Gaspreis. Mit einem intelligenten Energiemanager wie Enpal.One+ nutzt die Wärmepumpe automatisch immer den günstigsten verfügbaren Strom. Das kann eigener Solarstrom von der Photovoltaikanlage sein, aber auch günstiger Netzstrom, wenn die Börsenpreise gerade niedrig sind. So sinken die tatsächlichen Stromkosten oft noch unter die 21 ct/kWh des Wärmepumpentarifs.

Enpal bietet die Wärmepumpe ab 7.999 € an, inklusive Lieferung und Montage, deutschlandweit verfügbar. Mit der BEG-Förderung sind bis zu 80 % Zuschuss möglich. Über 140.000 Kunden vertrauen bereits auf Enpal.

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Fazit zur Gaspreisentwicklung

Die Gaspreise werden auf absehbare Zeit nicht mehr auf das Niveau von vor 2021 zurückkehren. Steigende CO_2-Kosten, die Bio-Treppe des GModG und geopolitische Risiken wie die anhaltende Blockade der Straße von Hormus machen Erdgas als Heizenergie Jahr für Jahr teurer. Wer langfristig Heizkosten sparen möchte, findet in der Wärmepumpe die wirtschaftlich sinnvollste Alternative.

Mit einem Wärmepumpenstrompreis von 21 ct/kWh, einer Förderung von bis zu 80 % und der Möglichkeit, über Enpal.One+ stets den günstigsten Strom zu nutzen, liegen die Heizkosten dauerhaft unter denen einer Gasheizung.

Häufig gestellte Fragen zur Gaspreisentwicklung

Was kostet 1 kWh Gas aktuell?

Der durchschnittliche Gaspreis für Einfamilienhäuser liegt im August 2026 bei rund 12 ct/kWh laut BDEW. Neukundentarife starten bei etwa 10 ct/kWh, in der Grundversorgung werden teils über 13 ct/kWh fällig.

Wird Gas 2027 billiger?

Eine deutliche Preissenkung ist unwahrscheinlich. Ab 2027 wird der CO_2-Preis über den europäischen Emissionshandel (EU-ETS 2) bestimmt und dürfte über dem bisherigen nationalen Niveau liegen. Gleichzeitig bleibt LNG strukturell teurer als das frühere Pipeline-Gas aus Russland.

Wie voll sind die deutschen Gasspeicher?

Die deutschen Gasspeicher liegen Mitte August 2026 bei knapp 50 % Füllstand. Das sind rund 16 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Laut Berechnungen der Initiative Energien Speichern (INES) wäre ein Füllstand von bis zu 76 % bis zum 1. November technisch möglich, genug für einen durchschnittlichen, nicht aber für einen außergewöhnlich kalten Winter.

Wie hoch ist die CO2-Steuer auf Gas 2026?

Die CO2-Steuer liegt 2026 im Korridor von 55–65 € pro Tonne. Für einen Haushalt mit 20.000 kWh Gasverbrauch bedeutet das Mehrkosten von rund 260–310 € pro Jahr.

Kann ich trotz GModG noch eine neue Gasheizung einbauen?

Ja. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das seit dem 29. Juli 2026 in Kraft ist, erlaubt den Einbau neuer Gasheizungen ohne die bisherige 65-%-EE-Pflicht. Ab 2029 müssen neue Gasheizungen allerdings mindestens 10 % Biomethan nutzen, was den Gastarif zusätzlich verteuert.

Wie viel spart eine Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung?

Bei einem Wärmepumpenstrompreis von 21 ct/kWh und einer JAZ von 4,0 liegen die jährlichen Heizkosten bei rund 1.050 € für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf. Mit Gas zahlt derselbe Haushalt rund 2.560 € pro Jahr. Das ergibt eine Ersparnis von über 1.500 € jährlich, Tendenz steigend.

Was passiert mit dem Gaspreis, wenn die Straße von Hormus wieder öffnet?

Eine Wiedereröffnung würde den Großhandelspreis voraussichtlich senken, da Katar-LNG wieder ungehindert nach Europa fließen könnte. Allerdings blieben die strukturellen Kostentreiber (CO_2-Steuer, teureres LNG, steigende Netzentgelte) bestehen. Eine Rückkehr zu Preisen unter 10 ct/kWh für Bestandskunden gilt daher auch in diesem Fall als unwahrscheinlich.

Lohnt sich ein Wechsel des Gasanbieters?

Text Link

Ja, aktuell besonders. Der Unterschied zwischen Neukundentarifen (~10 ct/kWh) und Bestandskundentarifen (~11,6 ct/kWh) beträgt rund 2 ct/kWh. Bei 20.000 kWh Jahresverbrauch spart ein Wechsel etwa 320 € pro Jahr. Wichtig: auf kurze Laufzeiten, Preisgarantie und Sonderkündigungsrecht achten.

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