Die Fußbodenheizung läuft, aber der Raum wird nicht richtig warm. Oder das Gegenteil: Das Thermostat steht auf Null, doch der Boden bleibt stundenlang warm. Beide Situationen kennen viele Hausbesitzer. Die Ursache liegt oft an einem falsch eingestellten oder veralteten Thermostat. Dieser Ratgeber erklärt, wie Thermostate für Fußbodenheizungen funktionieren, welche Typen es gibt und wie sich die Temperatur richtig einstellen lässt. Zusätzlich zeigt er, wann sich ein Upgrade auf ein smartes Thermostat lohnt und worauf bei der Auswahl zu achten ist.
Wie funktioniert ein Thermostat für die Fußbodenheizung?
Ein Thermostat für die Fußbodenheizung misst die aktuelle Raumtemperatur und vergleicht sie mit dem eingestellten Sollwert. Weicht die Temperatur ab, sendet das Thermostat ein Signal an die Stellantriebe am Heizkreisverteiler. Diese öffnen oder schließen die Ventile der einzelnen Heizkreise und regulieren so den Durchfluss des warmen Heizwassers.
Der Regelkreis funktioniert nach einem einfachen Prinzip:
- Das Thermostat erfasst die Raumtemperatur über einen integrierten Sensor.
- Bei Unterschreitung der Wunschtemperatur öffnet der Stellantrieb das Ventil.
- Warmes Heizwasser fließt durch die Rohre im Estrich.
- Der Boden erwärmt sich und gibt die Wärme an den Raum ab.
- Erreicht die Raumtemperatur den Sollwert, schließt das Ventil wieder.
Anders als bei Heizkörpern dauert dieser Prozess bei einer Fußbodenheizung deutlich länger. Der Estrich speichert die Wärme und gibt sie über Stunden gleichmäßig ab. Deshalb reagiert eine Fußbodenheizung träge auf Temperaturänderungen, was bei der Einstellung des Thermostats berücksichtigt werden muss.
Welcher Thermostat-Typ passt zu welcher Fußbodenheizung?
Die Wahl des richtigen Thermostat-Typs hängt vom Heizsystem, dem gewünschten Komfort und dem Budget ab. Grundsätzlich gibt es drei Kategorien: mechanische, digitale und smarte Thermostate.
Entscheidungshilfe in 4 Fragen:
1. Wassergeführte oder elektrische Fußbodenheizung?
Nein → Mechanisches Thermostat reicht aus
Ja → Digitales oder smartes Thermostat wählen
2. Soll das Thermostat programmierbar sein?
Nein → Mechanisches Thermostat reicht aus
Ja → Digitales oder smartes Thermostat wählen
3. Ist eine App-Steuerung gewünscht?
Nein → Digitales Thermostat mit Display
Ja → WLAN- oder Funk-Thermostat (smart)
4. Ist ein Smart-Home-System vorhanden?
Nein → Standalone-WLAN-Thermostat
Ja → Kompatibles System wählen (z. B. Bosch, tado, Homematic IP)
Vergleichstabelle: Thermostat-Typen im Überblick
| Kriterium |
Mechanisch |
Digital |
Smart (WLAN/Funk) |
| Bedienung |
Drehrad |
Tasten/Display |
App + Tasten |
| Zeitprogramme |
Nein |
Ja |
Ja |
| Fernsteuerung |
Nein |
Nein |
Ja |
| Energieverbrauch-Anzeige |
Nein |
Teilweise |
Ja |
| Preis pro Thermostat |
20–50 € |
40–100 € |
80–250 € |
| Installation |
Einfach |
Einfach |
Mittel |
| Geeignet für |
Einfache Regelung |
Feste Tagesabläufe |
Flexible Steuerung |
Mechanische Thermostate eignen sich für Haushalte, die eine einfache und kostengünstige Lösung suchen. Digitale Thermostate bieten mehr Komfort durch programmierbare Zeitpläne. Smarte Thermostate lohnen sich besonders in Kombination mit einer Wärmepumpe, da sie die Effizienz durch intelligente Steuerung zusätzlich erhöhen können.
Wie stellt man das Thermostat einer Fußbodenheizung richtig ein?
Das Thermostat einer Fußbodenheizung wird richtig eingestellt, indem die gewünschte Raumtemperatur gewählt und die Trägheit des Systems berücksichtigt wird. Anders als bei Heizkörpern sollte das Thermostat nicht ständig nachgeregelt werden, da der Estrich als Wärmespeicher wirkt und Änderungen erst nach ein bis drei Stunden spürbar sind.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Thermostat einstellen
- Wunschtemperatur festlegen: Für Wohnräume gelten 20–22 °C als Richtwert, für Schlafzimmer 16–18 °C und für Badezimmer 22–24 °C.
- Passende Stufe wählen: Bei Thermostaten mit Stufenskala (1–5 oder 1–6) entspricht die mittlere Stufe etwa 20 °C. Die genaue Zuordnung variiert je nach Hersteller.
- Trägheit einplanen: Wer abends einen warmen Raum möchte, sollte die Temperatur bereits am Nachmittag erhöhen. Ein Vorlauf von zwei bis drei Stunden ist realistisch.
- Beobachten und nachjustieren: In den ersten Tagen die Raumtemperatur mit einem separaten Thermometer prüfen und die Einstellung bei Bedarf anpassen.
- Einstellung beibehalten: Nach der Feinabstimmung das Thermostat möglichst konstant lassen. Häufiges Verstellen führt zu Energieverschwendung.
Was bedeuten die Stufen 1–6 und welche Temperatur ist empfehlenswert?
Die Stufen 1–6 auf einem Thermostat entsprechen bestimmten Temperaturbereichen, wobei jede Stufe etwa 4 °C Unterschied zur nächsten bedeutet. Die genauen Werte können je nach Hersteller leicht abweichen, die folgende Tabelle gibt eine Orientierung.
Tabelle: Thermostat-Stufen und zugeordnete Temperaturen
| Stufe |
Ungefähre Temperatur |
Empfehlung |
| * (Schneeflocke) |
6–8 °C |
Frostschutz |
| 1 |
12 °C |
Selten genutzte Räume |
| 2 |
16 °C |
Schlafzimmer, Flur |
| 3 |
20 °C |
Wohnzimmer, Küche |
| 4 |
24 °C |
Badezimmer |
| 5 |
28 °C |
Selten sinnvoll |
| 6 |
30 °C+ |
Nicht empfohlen |
Die ideale Raumtemperatur hängt vom Nutzungsverhalten und persönlichen Empfinden ab. Als Faustregel gilt: Jedes Grad weniger spart etwa 6 % Heizenergie. Eine Absenkung von 22 °C auf 20 °C kann die Heizkosten also um rund 12 % reduzieren.
Empfohlene Temperaturen nach Raumtyp:
| Raum |
Empfohlene Temperatur |
Thermostat-Stufe |
| Wohnzimmer |
20–22 °C |
3–3,5 |
| Schlafzimmer |
16–18 °C |
2–2,5 |
| Kinderzimmer |
20–22 °C |
3–3,5 |
| Badezimmer |
22–24 °C |
3,5–4 |
| Küche |
18–20 °C |
2,5–3 |
| Flur/Diele |
16–18 °C |
2–2,5 |
| Keller/Abstellraum |
12–14 °C |
1–1,5 |
Gut zu wissen: Die Oberflächentemperatur des Fußbodens liegt bei einer Fußbodenheizung typischerweise zwischen 23 °C und 29 °C. Höhere Werte sind aus gesundheitlichen Gründen nicht empfehlenswert und bei den meisten Systemen auch gar nicht möglich. Die Raumtemperatur ist dabei immer niedriger als die Bodentemperatur.
Warum reagiert die Fußbodenheizung so träge und wie regelt man richtig?
Eine Fußbodenheizung reagiert träge, weil der Estrich als massiver Wärmespeicher fungiert und Temperaturänderungen erst mit Verzögerung an den Raum weitergibt. Während ein Heizkörper innerhalb von 10–20 Minuten warm wird, benötigt eine Fußbodenheizung je nach Estrichdicke und Bodenbelag ein bis drei Stunden. Diese Trägheit ist kein Nachteil, sondern ein Merkmal, das bei der Regelung berücksichtigt werden muss.
Mythos vs. Realität: Fußbodenheizung richtig verstehen
| Mythos |
Realität |
| „Thermostat voll aufdrehen heizt schneller" |
Falsch. Die Fußbodenheizung heizt nicht schneller, nur länger. Der Raum überhitzt und Energie wird verschwendet. |
| „Fußbodenheizung komplett ausschalten spart Geld" |
Falsch. Das Wiederaufheizen des kalten Estrichs verbraucht mehr Energie als ein konstanter Betrieb mit moderater Absenkung. |
| „Das Thermostat regelt wie beim Heizkörper" |
Teilweise richtig. Das Prinzip ist gleich, aber die Reaktionszeit ist 5–10 mal länger. Häufiges Nachregeln ist kontraproduktiv. |
| „Bei Fußbodenheizung braucht man kein Thermostat" |
Falsch. Ohne Thermostat läuft die Heizung unkontrolliert, was zu Überhitzung und hohen Kosten führt. |
| „Smarte Thermostate bringen bei Fußbodenheizung nichts" |
Falsch. Gerade wegen der Trägheit helfen vorausschauende Algorithmen, die Temperatur effizienter zu steuern. |
So funktioniert die Trägheit in der Praxis:
Der Estrich einer typischen Fußbodenheizung hat eine Masse von 80–120 kg pro Quadratmeter. Diese Masse speichert Wärme und gibt sie langsam ab. Das bedeutet:
- Nach dem Einschalten dauert es 1–3 Stunden, bis der Raum die Zieltemperatur erreicht.
- Nach dem Ausschalten bleibt der Boden noch 2–4 Stunden warm.
- Schnelle Temperaturwechsel sind nicht möglich und auch nicht nötig.
Die richtige Strategie lautet daher: Konstante Temperaturen anstreben und nur moderate Anpassungen vornehmen. Ein Thermostat für Fußbodenheizung sollte nicht wie ein Lichtschalter bedient werden.
Sollte man die Fußbodenheizung nachts absenken oder durchlaufen lassen?
Eine moderate Nachtabsenkung um 2–3 °C kann bei Fußbodenheizungen sinnvoll sein, ein komplettes Abschalten hingegen nicht. Ob sich die Absenkung lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab: Gebäudedämmung, Estrichart und Abwesenheitsdauer.
Entscheidungsmatrix: Nachtabsenkung ja oder nein?
| Bedingung |
Empfehlung |
| Gut gedämmtes Haus (Neubau, KfW-Standard) |
Geringe oder keine Absenkung (1–2 °C) |
| Mäßig gedämmtes Haus (Baujahr 1990–2010) |
Moderate Absenkung (2–3 °C) |
| Schlecht gedämmtes Haus (Altbau vor 1980) |
Absenkung oft kontraproduktiv, da Aufheizen zu lange dauert |
| Abwesenheit unter 8 Stunden |
Absenkung um 2–3 °C sinnvoll |
| Abwesenheit über 24 Stunden |
Stärkere Absenkung möglich (4–5 °C) |
| Fußbodenheizung mit Wärmepumpe |
Konstanter Betrieb meist effizienter |
| Fußbodenheizung mit Gasheizung |
Moderate Absenkung kann sich lohnen |
Szenario 1: Familie mit festen Arbeitszeiten
Die Familie verlässt das Haus um 7:30 Uhr und kommt um 17:00 Uhr zurück. Tagsüber ist niemand zu Hause.
- Absenkung um 3 °C von 8:00–14:00 Uhr
- Ab 14:00 Uhr wieder normale Temperatur
- Ersparnis: ca. 5–8 % der Heizkosten
- Wichtig: Die Aufheizzeit von 2–3 Stunden einplanen
Szenario 2: Homeoffice-Haushalt
Mindestens eine Person ist tagsüber zu Hause. Das Haus wird durchgehend genutzt.
- Nur nächtliche Absenkung um 2 °C von 22:00–5:00 Uhr
- Ungenutzte Räume (Gästezimmer) auf konstant niedrigerer Temperatur halten
- Ersparnis: ca. 3–5 % der Heizkosten
- Vorteil: Gleichmäßiger Komfort ohne Aufheizphasen
Wie erstellt man ein sinnvolles Zeitprogramm?
Ein sinnvolles Zeitprogramm berücksichtigt den Tagesablauf des Haushalts und die Trägheit der Fußbodenheizung, indem Aufheiz- und Absenkphasen mit ausreichend Vorlauf geplant werden. Die folgenden drei Standardszenarien bieten eine Orientierung für die Programmierung.
Szenario A: Berufstätige ohne Kinder
| Zeit |
Montag–Freitag |
Wochenende |
| 5:00 |
Aufheizen auf 20 °C |
– |
| 7:30 |
Absenkung auf 17 °C |
Aufheizen auf 20 °C |
| 14:00 |
Aufheizen auf 20 °C |
Konstant 20 °C |
| 22:00 |
Absenkung auf 17 °C |
Absenkung auf 17 °C |
| Zeit |
Täglich |
| 5:30 |
Aufheizen auf 20 °C |
| 22:00 |
Absenkung auf 18 °C |
Bei durchgehender Anwesenheit ist ein einfaches Programm mit nur einer Absenkphase (nachts) am effizientesten. Komplexe Zeitpläne bringen hier kaum zusätzliche Ersparnis.
Szenario C: Familie mit Kindern
| Zeit |
Montag–Freitag |
Wochenende |
| 5:30 |
Aufheizen auf 21 °C |
Aufheizen auf 21 °C |
| 8:30 |
Absenkung auf 18 °C |
Konstant 21 °C |
| 13:00 |
Aufheizen auf 21 °C |
Konstant 21 °C |
| 21:00 |
Absenkung auf 18 °C |
Absenkung auf 18 °C |
Kinderzimmer und Bad können separate, etwas höhere Temperaturen erhalten. Moderne smarte Thermostate ermöglichen eine raumweise Programmierung.
Praxis-Tipps für das Zeitprogramm:
- Aufheizzeit von 2–3 Stunden vor der gewünschten Komfortzeit einplanen
- Absenkung nicht mehr als 3–4 °C, da sonst das Aufheizen zu lange dauert
- Im Urlaub auf konstante 15–16 °C stellen (Frostschutz + schnelleres Aufheizen bei Rückkehr)
- Bei smarten Thermostaten die Lernfunktion nutzen, die passt Zeiten automatisch an
Gut zu wissen:
Smarte Thermostate mit selbstlernenden Algorithmen erkennen die Trägheit der Fußbodenheizung automatisch und starten den Aufheizvorgang rechtzeitig. So wird die Wunschtemperatur pünktlich erreicht, ohne dass manuell Vorlaufzeiten berechnet werden müssen.
Welche Probleme treten bei Thermostaten für Fußbodenheizungen häufig auf?
Die häufigsten Probleme bei Thermostaten für Fußbodenheizungen entstehen durch falsche Einstellungen, ungünstige Platzierung oder technische Defekte im System. Viele dieser Probleme lassen sich mit etwas Grundwissen selbst lösen, bei anderen ist ein Fachbetrieb gefragt.
Übersicht: Typische Probleme und mögliche Ursachen
| Problem |
Häufige Ursachen |
| Fußbodenheizung bleibt warm, obwohl Thermostat aus ist |
Wärmespeicherung im Estrich, defekter Stellantrieb, Ventil klemmt |
| Fußbodenheizung wird nicht warm |
Luft im System, Stellantrieb defekt, Ventil geschlossen, hydraulischer Abgleich fehlt |
| Fußbodenheizung braucht sehr lange zum Aufheizen |
Zu niedrige Vorlauftemperatur, falsche Heizkurve, Systemträgheit unterschätzt |
| Raum wird nicht gleichmäßig warm |
Falsche Verlegung der Heizschlangen, Möbel blockieren Wärmeabgabe |
| Thermostat zeigt falsche Temperatur an |
Ungünstiger Montageort, defekter Sensor, Fremdwärme (Sonne, Geräte) |
| Stellantrieb reagiert nicht |
Thermische Sicherung ausgelöst, elektrischer Defekt, falsche Verkabelung |
Warum bleibt die Fußbodenheizung warm, obwohl das Thermostat aus ist?
Die Fußbodenheizung bleibt nach dem Ausschalten des Thermostats noch mehrere Stunden warm, weil der Estrich die gespeicherte Wärme langsam an den Raum abgibt. Das ist bei einer intakten Anlage normal und kein Grund zur Sorge.
Normale Nachlaufzeit vs. technischer Defekt:
| Situation |
Ursache |
Handlung |
| Boden bleibt 2–4 Stunden nach Abschaltung warm |
Normal, Wärmespeicherung im Estrich |
Keine Maßnahme nötig |
| Boden bleibt länger als 6 Stunden heiß |
Stellantrieb schließt nicht, Ventil klemmt |
Stellantrieb und Ventil prüfen |
| Boden wird trotz ausgeschaltetem Thermostat immer heißer |
Stellantrieb defekt (stromlos offen) oder Kurzschluss |
Fachbetrieb kontaktieren |
So prüft man den Stellantrieb:
- Thermostat auf niedrigste Stufe (Frostschutz) stellen.
- Nach 5–10 Minuten den Stellantrieb am Heizkreisverteiler anfassen.
- Bei einem thermischen Stellantrieb sollte er sich nach etwa 3–5 Minuten erwärmen und das Ventil schließen.
- Bleibt der Stellantrieb kalt oder bewegt sich das Ventil nicht, liegt ein Defekt vor.
Gut zu wissen: Thermische Stellantriebe sind in der Regel „stromlos geschlossen" (NC = Normally Closed) oder „stromlos offen" (NO = Normally Open). Bei einem NC-Antrieb schließt das Ventil bei Stromausfall automatisch. Bei einem NO-Antrieb bleibt es offen. Die meisten Fußbodenheizungen verwenden NC-Antriebe.
Warum wird die Fußbodenheizung nicht warm oder braucht sehr lange?
Wenn die Fußbodenheizung nicht warm wird oder ungewöhnlich lange braucht, liegt das häufig an Luft im System, einer zu niedrigen Vorlauftemperatur oder einem fehlenden hydraulischen Abgleich. Die folgende Checkliste hilft bei der Fehlersuche.
Checkliste: Fußbodenheizung wird nicht warm
| Prüfpunkt |
So wird geprüft |
Mögliche Lösung |
| Thermostat eingeschaltet? |
Display aktiv, Solltemperatur über Raumtemperatur |
Thermostat einschalten, Batterien prüfen |
| Stellantrieb funktionsfähig? |
Antrieb am Verteiler anfassen, sollte warm werden |
Stellantrieb austauschen |
| Ventil am Verteiler offen? |
Durchflussmesser zeigt Bewegung |
Ventil manuell öffnen oder entkalken |
| Luft im Heizkreis? |
Gluckergeräusche, ungleichmäßige Erwärmung |
Heizkreis entlüften |
| Vorlauftemperatur ausreichend? |
Vorlaufthermometer am Verteiler ablesen (mind. 30 °C) |
Vorlauftemperatur an Heizung erhöhen |
| Hydraulischer Abgleich durchgeführt? |
Alle Räume gleichmäßig warm? |
Fachbetrieb für Abgleich beauftragen |
| Heizungspumpe läuft? |
Pumpe summt leicht, Druckanzeige stabil |
Pumpe prüfen, ggf. entlüften oder tauschen |
| Bodenbelag isoliert? |
Dicker Teppich oder Kork auf dem Boden |
Belag entfernen oder dünnere Alternative wählen |
Häufige Ursache: Zu niedrige Vorlauftemperatur
Bei einer Kombination aus Fußbodenheizung und Wärmepumpe liegt die optimale Vorlauftemperatur zwischen 30 °C und 35 °C. Ist die Temperatur zu niedrig eingestellt, erreicht der Raum möglicherweise nicht die gewünschte Wärme, besonders an kalten Wintertagen.
Die Vorlauftemperatur wird nicht am Raumthermostat geregelt, sondern an der Heizungsanlage selbst (über die Heizkurve). Das Raumthermostat steuert lediglich, ob der jeweilige Heizkreis Wärme erhält oder nicht.
Welche Fehler passieren bei der Montage und Platzierung des Thermostats?
Bei der Montage und Platzierung des Thermostats passieren häufig Fehler, die zu falschen Temperaturmessungen und ineffizientem Heizverhalten führen. Der richtige Standort ist entscheidend für eine zuverlässige Regelung.
Do's und Don'ts bei der Thermostat-Platzierung
| Richtig (Do) |
Falsch (Don't) |
| Innenwand auf etwa 1,50 m Höhe |
Außenwand (zu kalt, verfälscht Messung) |
| Frei zugänglich, keine Abdeckung |
Hinter Vorhängen oder Möbeln versteckt |
| Abstand zu Türen und Fenstern |
Direkt neben Fenster oder Eingangstür |
| Abstand zu Wärmequellen |
Neben Lampen, TV, Kühlschrank, Herd |
| Repräsentativer Raum (Wohnzimmer) |
Flur oder Durchgangsbereich |
| Keine direkte Sonneneinstrahlung |
Sonnige Fensterseite |
Typische Montagefehler und ihre Auswirkungen:
| Fehler |
Auswirkung |
Lösung |
| Thermostat an Außenwand montiert |
Misst zu niedrige Temperatur, Raum überhitzt |
Umsetzen auf Innenwand |
| Thermostat in Fensternähe |
Zugluft führt zu Dauerbetrieb der Heizung |
Mindestens 1 m Abstand einhalten |
| Thermostat hinter Sofa/Schrank |
Wärmestau, Heizung schaltet zu früh ab |
Freien Standort wählen |
| Thermostat über Heizkörper (Hybridanlage) |
Aufsteigende Wärme verfälscht Messung |
Seitlich versetzen |
| Thermostat in direkter Sonne |
Nachmittags schaltet Heizung ab, abends kalt |
Beschatten oder umsetzen |
| Bodenfühler falsch positioniert (elektr. FBH) |
Überhitzung oder Unterfunktion |
Fühler zwischen Heizleitern verlegen |
Checkliste für die korrekte Montage:
- Innenwand, etwa 1,50 m Höhe
- Mindestens 50 cm Abstand zu Ecken, Türen und Fenstern
- Keine Wärmequellen in der Nähe (Lampen, Elektrogeräte)
- Keine direkte Sonneneinstrahlung
- Freie Luftzirkulation (nicht hinter Möbeln)
- Bei Funkthermostat: Reichweite zum Empfänger prüfen
- Bei Unterputzmontage: passende Schalterdose verwenden
Gut zu wissen:
Bei einer Wärmepumpenheizung mit Fußbodenheizung übernimmt oft ein zentrales Raumthermostat die Hauptregelung. Die Wärmepumpe passt die Vorlauftemperatur automatisch über die Heizkurve an die Außentemperatur an. Zusätzliche Raumthermostate ermöglichen dann die Feinsteuerung einzelner Räume. Wie die Heizkurve optimal eingestellt wird, erklärt der Artikel Wärmepumpe Heizkurve.
Was bringt ein smartes Thermostat für die Fußbodenheizung?
Ein smartes Thermostat für die Fußbodenheizung ermöglicht Fernsteuerung per App, automatische Zeitprogramme und kann durch vorausschauende Algorithmen die Trägheit des Systems ausgleichen. Die Energieeinsparung liegt laut Herstellerangaben bei bis zu 20–28 %, in der Praxis sind 10–15 % realistisch, abhängig vom bisherigen Heizverhalten.
Vorteile und Nachteile smarter Thermostate für Fußbodenheizungen
| Vorteile |
Nachteile |
| Fernsteuerung per App von unterwegs |
Höhere Anschaffungskosten (80–250 € pro Thermostat) |
| Automatische Zeitprogramme |
Abhängigkeit von WLAN und Strom |
| Lernfähige Algorithmen gleichen Trägheit aus |
Einrichtung komplexer als bei einfachen Thermostaten |
| Raumweise Einzelsteuerung möglich |
Bei Cloud-Systemen: Datenschutzbedenken |
| Fenster-offen-Erkennung spart Energie |
Teilweise Abo-Kosten für erweiterte Funktionen |
| Verbrauchsstatistiken für mehr Transparenz |
Kompatibilität mit bestehendem System muss geprüft werden |
| Integration in Smart-Home-Systeme |
Batterie- oder Akkuwechsel nötig (je nach Modell) |
Smarte Thermostate lohnen sich besonders für Haushalte mit wechselnden Tagesabläufen und für die Kombination mit einer Wärmepumpe. Die intelligente Steuerung kann die Effizienz der Wärmepumpe zusätzlich erhöhen, indem sie die Heizkreise bedarfsgerecht öffnet und schließt.
Welche Smart-Funktionen lohnen sich wirklich?
Die wichtigsten Smart-Funktionen sind App-Steuerung, Zeitprogramme und die Fenster-offen-Erkennung, da sie den größten Einfluss auf Komfort und Energieeinsparung haben. Andere Funktionen wie Geofencing oder Sprachsteuerung sind praktisch, aber nicht entscheidend für die Effizienz.
Feature-Scorecard: Nutzen der Smart-Funktionen
| Funktion |
Nutzen für Komfort |
Nutzen für Energieeinsparung |
Empfehlung |
| App-Steuerung |
Hoch |
Mittel |
Sehr empfehlenswert |
| Zeitprogramme |
Hoch |
Hoch |
Sehr empfehlenswert |
| Fenster-offen-Erkennung |
Mittel |
Hoch |
Sehr empfehlenswert |
| Lernfunktion/Algorithmus |
Hoch |
Hoch |
Sehr empfehlenswert bei Fußbodenheizung |
| Verbrauchsstatistiken |
Mittel |
Mittel |
Empfehlenswert |
| Geofencing (Standorterkennung) |
Mittel |
Mittel |
Optional |
| Sprachsteuerung |
Mittel |
Gering |
Optional |
| Multi-Raum-Steuerung |
Hoch |
Mittel |
Empfehlenswert bei mehreren Zonen |
| Wetterdatenintegration |
Gering |
Mittel |
Optional |
| Urlaubsmodus |
Mittel |
Hoch |
Empfehlenswert |
Die drei wichtigsten Funktionen im Detail:
1. Zeitprogramme mit Lernfunktion: Smarte Thermostate lernen, wie lange die Fußbodenheizung zum Aufheizen braucht, und starten den Heizvorgang automatisch früher. So wird die Wunschtemperatur pünktlich erreicht, ohne manuell Vorlaufzeiten berechnen zu müssen.
2. Fenster-offen-Erkennung: Sinkt die Temperatur plötzlich ab, erkennt das Thermostat ein geöffnetes Fenster und schaltet die Heizung vorübergehend ab. Bei einer trägen Fußbodenheizung ist das besonders sinnvoll, da unnötiges Heizen gegen die Kälte vermieden wird.
3. App-Steuerung von unterwegs: Wer spontan früher nach Hause kommt oder länger weg bleibt, kann die Heizung per Smartphone anpassen. Bei einer Fußbodenheizung sollte das etwa 2–3 Stunden vor Ankunft passieren, damit der Raum rechtzeitig warm ist.
Wie lässt sich ein WLAN-Thermostat nachrüsten?
Ein WLAN-Thermostat lässt sich in den meisten Fällen nachrüsten, wenn ein 230-V-Anschluss vorhanden ist und die Stellantriebe kompatibel sind. Funkbasierte Systeme sind besonders für die Nachrüstung geeignet, da keine neuen Kabel verlegt werden müssen.
Voraussetzungen für die Nachrüstung:
| Kriterium |
Was wird benötigt |
So prüft man es |
| Stromanschluss |
230 V an der Thermostat-Position |
Vorhandenes Thermostat abschrauben, Verkabelung prüfen |
| Stellantriebe |
230 V oder 24 V, thermisch oder motorisch |
Typenschild am Stellantrieb ablesen |
| WLAN-Empfang |
Stabiles Signal am Montageort |
Smartphone-Test: mindestens 2 Balken |
| Gateway/Bridge |
Bei manchen Systemen erforderlich |
Produktbeschreibung des Thermostats prüfen |
| Kompatible App |
iOS/Android |
App Store prüfen |
Schritt-für-Schritt: WLAN-Thermostat nachrüsten
- Bestandsaufnahme: Aktuelles Thermostat fotografieren, Verkabelung dokumentieren, Stellantrieb-Typ notieren.
- Kompatibilität prüfen: Neues Thermostat mit vorhandenen Stellantrieben (230 V oder 24 V) abgleichen.
- System wählen: Standalone-WLAN-Thermostat oder System mit Gateway (z. B. tado, Homematic IP, Bosch Smart Home).
- Montage: Altes Thermostat abklemmen (Sicherung aus!), neues Thermostat nach Anleitung anschließen.
- App einrichten: Thermostat mit WLAN verbinden, Räume anlegen, Zeitprogramme erstellen.
- Testlauf: Thermostat auf hohe Temperatur stellen, prüfen ob Stellantrieb öffnet und Heizkreis warm wird.
Gut zu wissen: Bei einer wassergeführten Fußbodenheizung mit mehreren Heizkreisen wird oft ein zentrales Regelsystem benötigt. Dabei sitzt ein Empfänger am Heizkreisverteiler und kommuniziert per Funk mit den Raumthermostaten. Die Stellantriebe werden dann vom Empfänger angesteuert, nicht direkt vom Thermostat.
Kosten für die Nachrüstung:
| Komponente |
Preisspanne |
| WLAN-Raumthermostat |
80–200 € |
| Funk-Empfänger für Heizkreisverteiler |
100–250 € |
| Gateway/Bridge (falls nötig) |
50–150 € |
| Stellantriebe (falls Austausch nötig) |
20–40 € pro Stück |
| Fachbetrieb für Installation |
100–300 € |
Bei einem Einfamilienhaus mit 5–8 Heizkreisen liegen die Gesamtkosten für eine Nachrüstung typischerweise zwischen 500 € und 1.500 €.
Wie funktioniert die Smart-Home-Integration?
Die Smart-Home-Integration funktioniert entweder über Cloud-Dienste oder lokale Systeme, wobei beide Varianten Vor- und Nachteile haben. Die Wahl hängt von den persönlichen Prioritäten ab: maximale Kompatibilität oder maximale Datenkontrolle.
Modell A: Cloud-basierte Systeme (z. B. tado, Netatmo)
- Thermostat → WLAN → Cloud-Server → App
- Vorteile: Einfache Einrichtung, automatische Updates, Fernzugriff ohne Portfreigabe
- Nachteile: Internetabhängig, Daten auf externen Servern, langfristige Verfügbarkeit unsicher
Modell B: Lokale Systeme (z. B. Homematic IP, Bosch Smart Home, Home Assistant)
- Thermostat → Funk → Gateway im Haus → App (lokal oder optional Cloud)
- Vorteile: Funktioniert auch ohne Internet, Daten bleiben im Haus, langfristig unabhängig
- Nachteile: Gateway erforderlich, Einrichtung etwas aufwändiger
Vergleichstabelle: Cloud vs. lokal
| Kriterium |
Cloud-System |
Lokales System |
| Einrichtung |
Einfach |
Mittel |
| Funktioniert ohne Internet |
Nein |
Ja |
| Datenspeicherung |
Extern (Server des Anbieters) |
Im Haus (Gateway) |
| Fernzugriff |
Ja, über Cloud |
Ja, optional über Cloud oder VPN |
| Langfristige Verfügbarkeit |
Abhängig vom Anbieter |
Unabhängig |
| Erweiterbarkeit |
Auf Ökosystem beschränkt |
Oft flexibler (z. B. Home Assistant) |
| Kosten |
Teilweise Abo-Modelle |
Einmalkosten für Gateway |
Kompatibilität mit Sprachassistenten und Plattformen:
| System |
Amazon Alexa |
Google Home |
Apple HomeKit |
Matter |
| tado |
Ja |
Ja |
Ja |
Ja |
| Homematic IP |
Ja |
Ja |
Nein |
Geplant |
| Bosch Smart Home |
Ja |
Ja |
Ja |
Ja |
| Netatmo |
Ja |
Ja |
Ja |
Ja |
| AVM FRITZ!DECT |
Ja |
Nein |
Nein |
Nein |
Gut zu wissen: Der neue Smart-Home-Standard „Matter" soll in Zukunft die Kompatibilität zwischen verschiedenen Herstellern verbessern. Wer heute ein System kauft, sollte auf Matter-Unterstützung achten, um langfristig flexibel zu bleiben.
Welches Thermostat passt zu welcher Fußbodenheizung?
Das passende Thermostat hängt vom Typ der Fußbodenheizung (wassergeführt oder elektrisch), der gewünschten Verbindungsart und der Kompatibilität mit dem bestehenden System ab. Eine falsche Wahl kann dazu führen, dass das Thermostat nicht funktioniert oder die Heizung nicht richtig regelt.
Schnell-Check: Welches System ist vorhanden?
| Merkmal |
Wassergeführte Fußbodenheizung |
Elektrische Fußbodenheizung |
| Wärmequelle |
Heizkessel, Wärmepumpe |
Strom (Heizmatten/‑kabel) |
| Heizkreisverteiler vorhanden |
Ja |
Nein |
| Stellantriebe am Verteiler |
Ja |
Nein |
| Thermostat steuert |
Stellantriebe (öffnet/schließt Ventile) |
Heizmatten direkt (schaltet Strom) |
| Typische Spannung am Thermostat |
230 V (Steuerleitung) |
230 V (Lastkreis, höhere Ströme) |
| Bodenfühler üblich |
Selten |
Fast immer |
Worin unterscheiden sich Thermostate für wassergeführte und elektrische Fußbodenheizungen?
Thermostate für wassergeführte und elektrische Fußbodenheizungen unterscheiden sich in der Art der Ansteuerung, der Schaltleistung und dem Einsatz von Temperaturfühlern. Ein Thermostat für wassergeführte Systeme ist nicht ohne Weiteres für elektrische Fußbodenheizungen geeignet und umgekehrt.
Vergleichstabelle: Thermostate nach Heizungstyp
| Kriterium |
Wassergeführte Fußbodenheizung |
Elektrische Fußbodenheizung |
| Steuerungsprinzip |
Stellantrieb öffnet/schließt Ventil |
Thermostat schaltet Heizstrom |
| Schaltleistung |
Gering (nur Steuersignal, 1–2 A) |
Hoch (Laststrom, 10–16 A) |
| Anschluss |
2‑ oder 3‑Leiter (Steuerleitung) |
3‑Leiter (Phase, Nullleiter, Last) |
| Temperaturfühler |
Raumfühler (integriert) |
Raumfühler + Bodenfühler (extern) |
| Temperaturregelung |
Raumtemperatur |
Raumtemperatur + Bodentemperatur‑Begrenzung |
| Typische Schutzart |
IP20 (Innenraum) |
IP21 oder höher (Feuchträume) |
Besonderheit bei elektrischen Fußbodenheizungen:
Elektrische Fußbodenheizungen benötigen fast immer einen externen Bodenfühler (NTC-Sensor). Dieser begrenzt die maximale Bodentemperatur auf etwa 27–29 °C, um Schäden am Bodenbelag (besonders Parkett und Laminat) zu verhindern. Das Thermostat regelt dann nach zwei Kriterien:
- Raumtemperatur: Heizung läuft, bis Wunschtemperatur erreicht ist.
- Bodentemperatur: Heizung stoppt, wenn maximale Oberflächentemperatur erreicht ist, auch wenn der Raum noch nicht warm genug ist.
Diese Doppelregelung schützt empfindliche Bodenbeläge und verhindert unangenehm heiße Oberflächen.
Funk, WLAN oder kabelgebunden – welche Verbindung ist die richtige?
Die richtige Verbindungsart hängt davon ab, ob es sich um einen Neubau oder eine Nachrüstung handelt und ob eine Smart-Home-Anbindung gewünscht ist. Kabelgebundene Systeme sind zuverlässiger, Funksysteme flexibler bei der Nachrüstung.
Vergleichstabelle: Verbindungsarten
| Kriterium |
Kabelgebunden |
Funk (z. B. 868 MHz) |
WLAN |
| Zuverlässigkeit |
Sehr hoch |
Hoch |
Abhängig vom Netzwerk |
| Reichweite |
Unbegrenzt (Kabel) |
30–100 m (Gebäude) |
WLAN‑Abdeckung |
| Nachrüstung |
Aufwändig (Kabel verlegen) |
Einfach |
Einfach |
| Neubau |
Empfohlen |
Möglich |
Möglich |
| Stromversorgung Thermostat |
230 V (Kabel) |
Batterie oder 230 V |
230 V oder Batterie |
| Smart‑Home‑Anbindung |
Nur über zusätzliche Schnittstelle |
Über Gateway |
Direkt |
| Störanfälligkeit |
Gering |
Gering (eigene Frequenz) |
Mittel (WLAN‑Auslastung) |
| Kosten |
Gering (Material), hoch (Arbeit) |
Mittel |
Mittel bis hoch |
Empfehlung nach Situation:
| Situation |
Empfohlene Verbindung |
| Neubau, keine Smart‑Home‑Pläne |
Kabelgebunden |
| Neubau mit Smart‑Home‑Planung |
Kabelgebunden + Gateway oder Funk |
| Nachrüstung im Bestandsbau |
Funk oder WLAN |
| Nachrüstung mit Smart‑Home‑Wunsch |
WLAN oder Funk mit Gateway |
| Mietwohnung (keine baulichen Veränderungen) |
Funk mit Batteriebetrieb |
| Ferienhaus/Zweitwohnung (Fernzugriff wichtig) |
WLAN |
Gut zu wissen: Reine Funk-Thermostate (ohne WLAN) kommunizieren mit einem Empfänger am Heizkreisverteiler, bieten aber keine App-Steuerung. Für Fernzugriff ist immer ein WLAN-fähiges System oder ein Gateway mit Internetverbindung nötig.
Welche Kompatibilitätsfragen sollte man vor dem Kauf klären?
Vor dem Kauf eines neuen Thermostats sollten Spannung, Schaltleistung und Stellantrieb-Typ geprüft werden, um sicherzustellen, dass das neue Gerät mit der vorhandenen Anlage funktioniert. Die folgende Checkliste hilft bei der Bestandsaufnahme.
Kompatibilitäts-Checkliste vor dem Kauf:
| Frage |
Wo finde ich die Antwort? |
Worauf achten? |
| Welche Spannung liegt am Thermostat an? |
Typenschild am alten Thermostat, Sicherungskasten |
230 V (Standard) oder 24 V (selten) |
| Welche Stellantriebe sind verbaut? |
Typenschild am Heizkreisverteiler |
230 V, 24 V, thermisch (NC/NO) oder motorisch |
| Wie viele Heizkreise gibt es? |
Zählen am Heizkreisverteiler |
Anzahl Stellantriebe = Anzahl Heizkreise |
| Welche Schaltleistung wird benötigt? |
Addieren: Anzahl Stellantriebe × Leistung pro Antrieb |
Thermostat muss Summe schalten können |
| Ist ein Bodenfühler vorhanden/nötig? |
Kabel prüfen (dünnes 2‑adriges Kabel = Fühler) |
Bei elektrischer FBH fast immer nötig |
| Welches Smart‑Home‑System ist vorhanden? |
Eigene Geräte prüfen (Alexa, Google, HomeKit) |
Kompatibilität des neuen Thermostats prüfen |
| Welcher Schaltausgang wird benötigt? |
Anleitung des alten Thermostats |
Potenzialfrei, 230 V, PWM |
Typische Stellantriebe und Kompatibilität:
| Stellantrieb‑Typ |
Spannung |
Schließverhalten |
Kompatibel mit |
| Thermisch NC (Normally Closed) |
230 V |
Stromlos geschlossen |
Standard‑Thermostate 230 V |
| Thermisch NO (Normally Open) |
230 V |
Stromlos offen |
Thermostate mit NO‑Ausgang |
| Thermisch NC |
24 V |
Stromlos geschlossen |
24‑V‑Thermostate, Trafo nötig |
| Motorisch |
230 V |
Aktives Öffnen/Schließen |
Spezielle Thermostate mit Umschaltausgang |
Häufiger Fehler: Wer ein 230-V-Thermostat an 24-V-Stellantrieben betreibt, riskiert Defekte. Umgekehrt funktionieren 24-V-Thermostate nicht an 230-V-Antrieben. Vor dem Kauf unbedingt die Spannungsangaben vergleichen.
Schaltleistung berechnen:
Ein Thermostat muss alle angeschlossenen Stellantriebe gleichzeitig schalten können. Die Berechnung:
- Anzahl Stellantriebe × Leistung pro Antrieb = benötigte Schaltleistung
- Beispiel: 6 Stellantriebe × 3 W = 18 W (bei thermischen Antrieben)
- Thermostat mit 2 A Schaltleistung bei 230 V = 460 W → ausreichend
Bei elektrischen Fußbodenheizungen ist die Schaltleistung deutlich höher:
- Beispiel: 10 m² Heizmatte × 150 W/m² = 1.500 W
- Thermostat muss mindestens 1.500 W / 230 V = 6,5 A schalten können
- Empfehlung: Thermostat mit 16 A Schaltleistung wählen
Wie passen smarte Thermostate zur Wärmepumpe?
Smarte Thermostate passen sehr gut zur Wärmepumpe, weil sie die raumweise Temperaturregelung ermöglichen und durch vorausschauende Steuerung die Effizienz des Gesamtsystems verbessern. Besonders bei Fußbodenheizungen ergänzen sich die Vorteile beider Technologien.
Warum Wärmepumpe + smartes Thermostat gut zusammenpassen:
Die Wärmepumpe arbeitet am effizientesten bei niedrigen und konstanten Vorlauftemperaturen. Smarte Thermostate unterstützen diesen Betrieb, indem sie:
- Gleichmäßige Wärmeanforderung schaffen: Durch intelligente Zeitprogramme werden Lastspitzen vermieden. Die Wärmepumpe läuft gleichmäßiger statt in häufigen Taktzyklen.
- Vorausschauend regeln: Lernende Algorithmen berücksichtigen die Trägheit der Fußbodenheizung und starten den Heizvorgang rechtzeitig, ohne übermäßig hohe Vorlauftemperaturen zu fordern.
- Einzelraumregelung ermöglichen: Nicht jeder Raum muss gleich warm sein. Smarte Thermostate senken die Temperatur in ungenutzten Räumen automatisch, was den Gesamtwärmebedarf reduziert.
- Daten liefern: Verbrauchsstatistiken zeigen, wie effizient das System arbeitet und wo Optimierungspotenzial besteht.
| Komponente |
Funktion |
Regelt was? |
| Wärmepumpe |
Erzeugt Wärme |
Vorlauftemperatur (über Heizkurve) |
| Heizkreisverteiler |
Verteilt Wärme auf Räume |
Durchfluss pro Heizkreis |
| Raumthermostat |
Steuert einzelne Räume |
Stellantriebe (öffnet/schließt Ventile) |
| Smartes System |
Koordiniert alles |
Zeitprogramme, Fernzugriff, Optimierung |
Besonderheit bei Wärmepumpen mit eigener Regelung:
Viele moderne Wärmepumpen bringen eine integrierte Steuerung mit eigener App mit (z. B. Bosch, Viessmann, Vaillant). In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten:
- Herstellersystem nutzen: Thermostate desselben Herstellers wählen (z. B. Bosch Smart Home bei Bosch-Wärmepumpe). Die Geräte kommunizieren direkt miteinander.
- Unabhängiges System ergänzen: Smarte Thermostate eines Drittanbieters (z. B. tado, Homematic IP) steuern nur die Stellantriebe. Die Wärmepumpe regelt die Vorlauftemperatur weiterhin selbst.
Beide Varianten funktionieren. Die erste bietet mehr Integration, die zweite mehr Flexibilität.
Fazit zu Thermostat Fußbodenheizung
Das richtige Thermostat macht den Unterschied zwischen einer komfortablen, effizienten Fußbodenheizung und unnötig hohen Heizkosten. Wer die Trägheit des Systems versteht und das Thermostat entsprechend einstellt, spart Energie ohne Komfortverlust. Smarte Thermostate bieten dabei zusätzliche Vorteile: Sie gleichen die langsame Reaktionszeit automatisch aus, ermöglichen Fernsteuerung und arbeiten besonders gut mit Wärmepumpen zusammen. Bei der Auswahl sollten Heizungstyp, Verbindungsart und Kompatibilität geprüft werden. So lässt sich die Fußbodenheizung optimal regeln und langfristig Geld sparen.
Hier können Sie herausfinden, ob sich eine Wärmepumpe auch für Ihr Haus lohnt:
Häufig gestellte Fragen zu Thermostat Fußbodenheizung
Kann ich ein Thermostat für Heizkörper auch für die Fußbodenheizung verwenden?
Nein, Heizkörperthermostate sind nicht für Fußbodenheizungen geeignet. Sie werden direkt am Heizkörperventil montiert und regeln den Durchfluss mechanisch. Fußbodenheizungen benötigen Raumthermostate, die über Stellantriebe am Heizkreisverteiler die Ventile steuern. Die Bauformen und Funktionsweisen sind grundlegend verschieden.
Wie oft muss ein Thermostat für Fußbodenheizung ausgetauscht werden?
Ein hochwertiges Thermostat hält in der Regel 15–20 Jahre. Digitale und smarte Thermostate können früher veralten, wenn der Hersteller den Support einstellt oder die App nicht mehr aktualisiert wird. Mechanische Thermostate sind langlebiger, bieten aber weniger Funktionen. Ein Austausch ist sinnvoll, wenn das Gerät nicht mehr zuverlässig regelt oder ein Upgrade auf ein smartes System gewünscht ist.
Braucht jeder Raum ein eigenes Thermostat?
Für eine komfortable Einzelraumregelung sollte jeder Raum mit eigenem Heizkreis auch ein eigenes Thermostat haben. In der Praxis werden manchmal mehrere kleine Räume (z. B. Flur und Gäste-WC) über ein gemeinsames Thermostat gesteuert. Bei offenen Wohnbereichen mit mehreren Heizkreisen kann ein zentrales Thermostat ausreichen, wenn die Temperaturen gleichmäßig verteilt werden sollen.
Funktioniert ein smartes Thermostat auch bei Stromausfall?
Bei Stromausfall funktionieren smarte Thermostate nicht, da sie eine Stromversorgung benötigen. Die Stellantriebe verhalten sich je nach Typ unterschiedlich: NC-Antriebe (Normally Closed) schließen die Ventile, die Heizung stoppt. NO-Antriebe (Normally Open) lassen die Ventile offen, die Heizung läuft weiter. Nach Wiederherstellung der Stromversorgung arbeiten die meisten smarten Thermostate automatisch mit den gespeicherten Einstellungen weiter.
Kann ich ein Thermostat selbst installieren oder brauche ich einen Fachbetrieb?
Der Austausch eines Thermostats ist bei vorhandener Verkabelung oft selbst möglich, erfordert aber Kenntnisse im Umgang mit 230-V-Installationen. Vor Arbeiten an der Elektrik muss die Sicherung abgeschaltet werden. Bei Unsicherheit oder komplexeren Systemen (z. B. Funk-Nachrüstung mit Empfänger am Verteiler) ist ein Fachbetrieb empfehlenswert. Die Kosten für eine professionelle Installation liegen bei 100–300 €.
Wie lange dauert es, bis ein neues Thermostat richtig eingestellt ist?
Die Grundeinrichtung dauert etwa 15–30 Minuten. Bis das System optimal läuft, sollten jedoch 1–2 Wochen eingeplant werden. In dieser Zeit werden die Temperaturen beobachtet und die Einstellungen nachjustiert. Smarte Thermostate mit Lernfunktion passen sich in dieser Phase automatisch an das Heizverhalten des Gebäudes an.
Was kostet ein Thermostat für Fußbodenheizung?
Die Kosten variieren je nach Typ: Mechanische Thermostate kosten 20–50 €, digitale Thermostate 40–100 € und smarte WLAN-Thermostate 80–250 €. Bei einer Nachrüstung mit Funk-System kommen Kosten für Gateway (50–150 €) und ggf. neue Stellantriebe (20–40 € pro Stück) hinzu. Für ein Einfamilienhaus mit 5–8 Räumen liegen die Gesamtkosten für ein smartes System zwischen 500 € und 1.500 €.
Lohnt sich ein smartes Thermostat bei einer älteren Fußbodenheizung?
Ja, auch ältere Fußbodenheizungen profitieren von smarten Thermostaten, sofern die Stellantriebe kompatibel sind (230 V oder 24 V). Die Nachrüstung ist meist problemlos möglich und bringt dieselben Vorteile wie bei neuen Anlagen: Fernsteuerung, Zeitprogramme und automatische Anpassung an die Trägheit des Systems. Bei sehr alten Anlagen (vor 1990) sollte allerdings ein Fachbetrieb die Kompatibilität prüfen.
Kann ein Thermostat die Fußbodenheizung auch kühlen?
Bei wassergeführten Fußbodenheizungen ist eine Kühlfunktion möglich, wenn die Wärmepumpe dies unterstützt und das System dafür ausgelegt ist. Spezielle Thermostate mit Kühlmodus können dann kaltes Wasser durch die Rohre leiten. Die Kühlleistung ist begrenzt (typisch 2–3 °C Absenkung), aber an heißen Sommertagen angenehm. Elektrische Fußbodenheizungen können nicht kühlen.
Warum zeigt mein Thermostat eine andere Temperatur als mein Raumthermometer?
Abweichungen von 1–2 °C sind normal und können verschiedene Ursachen haben: unterschiedliche Messhöhe, Standort des Thermostats (Nähe zu Wärmequellen oder Außenwand), Kalibrierungsunterschiede zwischen den Geräten. Bei größeren Abweichungen kann das Thermostat oft manuell kalibriert werden (Offset-Funktion). Die Anleitung des jeweiligen Geräts erklärt, wie die Korrektur vorgenommen wird.
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