TOPCon-Module: Der neue Standard für Photovoltaik

Aktualisiert:
13.01.2026
Lesezeit:
5 Minuten
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TOPCon-Module: Das Wichtigste in Kürze

  • TOPCon Solarzellen sind für ihre hohe Effizienz und Langlebigkeit bekannt.
  • Im Vergleich zu PERC-Zellen liefern TOPCon-Zellen mehr Strom, arbeiten bei Hitze stabiler und verlieren über die Jahre weniger an Leistung.
  • TOPCon Solarzellen verwenden eine Tunneloxidschicht, um keinen Kontakt zwischen Metall und Siliziumoxidschicht entstehen zu lassen. Das verbessert die Leistung.
  • Preislich liegen TOPCon-Module aktuell 10-15 % über PERC-Modulen, amortisieren sich aber durch höhere Erträge über die Laufzeit.
Nahaufnahme eines Solarmoduls von der Seite

Die Photovoltaikbranche entwickelt sich rasant weiter. Während PERC-Module jahrelang den Markt dominierten, übernimmt jetzt eine neue Technologie die Führung: TOPCon-Module. Der Name klingt technisch, dahinter verbirgt sich aber eine clevere Weiterentwicklung, die messbare Vorteile bringt. In diesem Artikel erklären wir, wie TOPCon-Module funktionieren, was sie kosten, welche Hersteller sie anbieten und für wen sich die Technologie lohnt.

Inhaltsverzeichnis

Was sind TOPCon-Module und wie funktionieren sie?

TOPCon-Module sind Solarmodule, die auf der TOPCon-Zelltechnologie basieren – einer Weiterentwicklung herkömmlicher Solarzellen mit verbesserter Kontaktstruktur. TOPCon steht für “Tunnel Oxide Passivated Contact" und beschreibt den speziellen Aufbau der Solarzelle. 

Anders als bei PERC-Zellen liegt hier eine dünne Siliziumoxidschicht zwischen den Metallkontakten und dem Silizium. Diese Schicht sorgt dafür, dass weniger Energie an der Kontaktstelle verloren geht – ein Problem, das bei herkömmlichen Zellen die Leistung mindert.

Gut zu wissen: Bei fast allen Solarmodulen auf dem deutschen Markt handelt es sich aktuell noch um PERC-Module. Hier ist Enpal den meisten Wettbewerbern deutlich voraus, denn wir setzen bereits bei allen neuen Photovoltaikanlagen auf hochwertige TOPCon-Module führender Hersteller.

Wie ist eine TOPCon-Solarzelle aufgebaut?

Eine TOPCon-Solarzelle besteht aus Silizium, das mit Phosphor angereichert wurde (sogenanntes n-Typ-Silizium). Auf der Rückseite liegt die wichtigste Neuerung: eine hauchdünne Oxidschicht – nur wenige Nanometer dick. Darüber kommt eine weitere dünne Siliziumschicht, und erst dann folgen die Metallkontakte.

Diese Tunneloxidschicht ist das Herzstück der Technologie. Sie funktioniert wie ein intelligenter Filter, durch den die erzeugten Elektronen hindurch wandern können und die Kontakte erreichen. Gleichzeitig verhindert die Schicht, dass Energie an der Kontaktstelle verloren geht. Das Metall berührt das Silizium nicht direkt, wodurch deutlich weniger Rekombinationsverluste entstehen.

Das verwendete n-Typ-Silizium bringt weitere Vorteile mit sich. Es ist robuster gegenüber Alterungseffekten durch Sonnenlicht und zeigt geringere Anfangsverluste. TOPCon-Module starten mit ihrer Nennleistung und bleiben über die gesamte Laufzeit stabiler.

Aufbau einer TOPCon Solarzelle mit Tunneloxidschicht

Bifaziale Bauweise bei TOPCon-Modulen

Die meisten TOPCon-Module sind bifaziale Solarmodule. Mit dieser Bauweise kann Strom über beide Seiten erzeugt werden. Die Vorderseite nutzt direktes Sonnenlicht, die Rückseite fängt reflektiertes und gestreutes Licht vom Untergrund auf. 

Der reale Rückseitenertrag hängt stark vom Untergrund ab. Auf Schrägdächern mit dunklen Ziegeln liegt er bei 2-5 %, auf Flachdächern mit heller Kiesschicht oder bei Aufständerung sind 10-15 % Mehrertrag realistisch. Entscheidend sind der Albedo-Wert des Untergrunds, der Modulabstand zum Boden und die Umgebungsreflexionen durch Schnee oder helle Flächen.

Wie schneiden TOPCon-Module im Vergleich zu PERC und HJT ab?

TOPCon-Module liegen zwischen der bewährten PERC-Technologie und den hocheffizienten HJT-Modulen. Sie bieten hohe Leistung und lassen sich mit etablierten Produktionsverfahren herstellen. Mittlerweile verdrängen sie PERC-Module zunehmend vom Markt. Für die meisten Hausbesitzer bieten TOPCon-Module das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

PERC TOPCon HJT
Wirkungsgrad (Modul) 19–22 % 22–25 % 24–26 %
Silizium-Typ p-Typ n-Typ n-Typ
Temperaturkoeffizient −0,35 bis −0,40 %/°C −0,30 bis −0,34 %/°C −0,24 bis −0,28 %/°C
Degradation (Jahr 1) 2–3 % (LID) 1–2 % (inkl. UVID) <1 %
Degradation (pro Jahr) 0,5–0,7 % 0,4–0,5 % 0,25–0,4 %
Bifazialität Teilweise Meist Standard Standard
Bifazialer Faktor 65–75 % 70–85 % 85–95 %
Kosten (relativ) Basis (100 %) +10–15 % +25–40 %
Produktionsreife Ausgereift State-of-the-Art Wachsend
Marktanteil (2024) ~30 % (sinkend) ~55 % (steigend) ~10 % (Nische)
Quellen: Fraunhofer ISE Photovoltaics Report, Herstellerangaben, IEEE Journal of Photovoltaics (TOPCon-Studien)

TOPCon vs. PERC: Welche Technologie lohnt sich mehr?

Gegenüber PERC-Modulen bieten TOPCon-Module messbare Vorteile: 2-3 Prozentpunkte höherer Wirkungsgrad, geringere Degradation und besseres Verhalten bei hohen Temperaturen. Konkret bedeutet das: Auf gleicher Dachfläche erzeugt eine TOPCon-Anlage jährlich 5-8 % mehr Strom als eine vergleichbare PERC-Anlage.

Bei einer 10 kWp-Anlage in Mitteldeutschland entspricht das einem Mehrertrag von etwa 500-750 kWh pro Jahr. Über 25 Jahre summiert sich der Vorteil auf mehrere tausend Kilowattstunden. Das wiederum sind mehrere Hundert Euro zusätzliche Einnahmen oder Ersparnis.

Besonders deutlich wird der Unterschied bei ungünstigen Bedingungen: TOPCon-Module arbeiten bei diffusem Licht (Bewölkung, Morgen- und Abendstunden) effizienter als PERC-Module. Das macht sie ideal für Standorte mit häufiger Bewölkung oder suboptimaler Ausrichtung wie PV-Anlagen auf der Nordseite oder bei Verschattung).

Der Aufpreis von 10-15 % amortisiert sich bei den meisten Anlagen innerhalb von 10-15 Jahren. Wer langfristig plant und maximalen Ertrag erzielen möchte, trifft mit TOPCon die richtige Wahl. 

TOPCon vs. HJT: Wo liegen die Unterschiede?

HJT-Module (Heterojunction) erreichen noch höhere Wirkungsgrade als TOPCon – bis zu 26 % im kommerziellen Bereich. Sie kombinieren kristallines Silizium mit amorphen Siliziumschichten und erreichen damit extrem niedrige Temperaturkoeffizienten (-0,24 bis -0,28 %/°C) und minimale Degradation.

Allerdings macht sich die höhere Effizienz auch im Preis bemerkbar. HJT-Module kosten 25-40 % mehr als PERC-Module und 15-25 % mehr als TOPCon-Module. Die Produktionsverfahren sind komplexer und erfordern niedrigere Prozesstemperaturen. 

Für die meisten Hausbesitzer bietet TOPCon das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. HJT lohnt sich vor allem bei extremen Bedingungen wie sehr hohen Temperaturen, maximaler Flächeneffizienz oder höchsten Ansprüchen an Langlebigkeit. 

TOPCon positioniert sich also als goldener Mittelweg: deutlich effizienter als PERC, dabei bezahlbarer und verfügbarer als HJT.

Welche Vorteile und Nachteile haben TOPCon-Module?

TOPCon-Module bringen deutliche technische Vorteile, haben aber auch spezifische Nachteile, die in die Kaufentscheidung einfließen sollten. Die höheren Wirkungsgrade und die bessere Langzeitstabilität stehen höheren Anschaffungskosten und UV-induzierter Degradation in der Anfangsphase gegenüber. Die folgende Gegenüberstellung zeigt die wichtigsten Punkte auf einen Blick.

Vorteile Nachteile
Plus Icon Höherer Wirkungsgrad (22–25 %) Minus Icon 10–15 % höhere Anschaffungskosten
Plus Icon Besseres Schwachlichtverhalten Minus Icon UV-induzierte Degradation (UVID) in ersten 6–12 Monaten
Plus Icon Geringerer Temperaturkoeffizient (−0,30 bis −0,34 %/°C) Minus Icon Höheres Gewicht (Glas-Glas-Bauweise: 24–32 kg)
Plus Icon Geringere Degradation (0,4–0,5 % p.a.) Minus Icon Noch begrenzte Verfügbarkeit bei einigen Herstellern
Plus Icon Längere Lebensdauer (88–90 % nach 25 Jahren)
Plus Icon Meist bifazial (5–15 % Rückseitenertrag möglich)
Plus Icon Weniger anfällig für LID (n‑Typ‑Silizium)

Vorteile von TOPCon-Modulen im Detail

Höherer Wirkungsgrad und Flächeneffizienz

TOPCon-Module erreichen Wirkungsgrade von 22-25 %, während PERC-Module bei 19-22 % liegen. Das klingt nach wenig, macht in der Praxis aber einen großen Unterschied. Auf einem typischen Schrägdach mit 40-50 m² verfügbarer Fläche lassen sich mit TOPCon-Modulen etwa 8-10 kWp installieren, mit PERC-Modulen nur 7-8 kWp.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht den Effekt:

Dachfläche: 45 m², Südausrichtung, 35° Neigung

  • PERC-Module (20 % Wirkungsgrad): 7,5 kWp = ca. 7.125 kWh/Jahr
  • TOPCon-Module (23 % Wirkungsgrad): 9 kWp = ca. 8.550 kWh/Jahr
  • Mehrertrag: 1.425 kWh/Jahr = 456 € (bei 32 Cent/kWh)
    Hinweis: Der finanzielle Vorteil entsteht nur, wenn der Mehrertrag vollständig genutzt wird. Entweder durch Eigenverbrauch oder Einspeisung ins Netz. Bei Teileinspeisung reduziert sich der monetäre Vorteil entsprechend.

Besseres Schwachlichtverhalten

TOPCon-Module erzeugen auch bei diffusem Licht mehr Strom als PERC-Module. Das liegt am verbesserten spektralen Ansprechverhalten der n-Typ-Zellen. Während PERC-Zellen vor allem bei direkter Sonneneinstrahlung optimale Leistung bringen, arbeiten TOPCon-Zellen auch bei indirektem Licht effizienter.

In der Praxis bedeutet das: An bewölkten Tagen, in den Morgen- und Abendstunden und im Winter erzielt eine TOPCon-Anlage merklich höhere Erträge. Messungen zeigen Unterschiede von 10-15 % bei diffuser Strahlung. Besonders in Regionen mit häufiger Bewölkung (Norddeutschland, Mittelgebirge) macht sich dieser Vorteil bemerkbar.

Geringerer Temperaturkoeffizient

Der Temperaturkoeffizient gibt an, wie stark die Modulleistung bei steigender Temperatur abnimmt. TOPCon-Module liegen bei etwa -0,30 bis -0,34 %/°C, PERC-Module bei -0,35 bis -0,40 %/°C. Der Unterschied scheint minimal, summiert sich aber über das Jahr.

Module erreichen im Sommer auf dem Dach leicht 60-70 °C. Bei einer Modultemperatur von 65 °C (40 °C über der Standardtestbedingung von 25 °C) verliert ein TOPCon-Modul mit -0,32 %/°C etwa 12,8 % Leistung. Ein PERC-Modul mit -0,38 %/°C verliert 15,2 % – also 2,4 Prozentpunkte mehr.

Geringere Degradation über die Laufzeit

Degradation beschreibt den natürlichen Leistungsverlust von Solarmodulen über die Jahre. TOPCon-Module degradieren langsamer als PERC-Module: etwa 0,4-0,5 % pro Jahr gegenüber 0,5-0,7 % bei PERC. Das klingt marginal, macht über 25 Jahre aber einen messbaren Unterschied.

Leistungsentwicklung über 25 Jahre:

  • TOPCon: Jahr 1: 99 % → Jahr 25: 88-90 % der Nennleistung
  • PERC: Jahr 1: 98 % → Jahr 25: 82-85 % der Nennleistung

Nach 25 Jahren liefert ein TOPCon-Modul also etwa 5-8 Prozentpunkte mehr Leistung als ein vergleichbares PERC-Modul. Bei einer 10 kWp-Anlage entspricht das einem Mehrertrag von etwa 500-750 kWh pro Jahr. Über 25 Jahre summiert sich der Vorteil somit auf 12.500-18.750 kWh.

Nachteile von TOPCon-Modulen im Detail

UV-induzierte Degradation (UVID)

UVID beschreibt einen Leistungsverlust von 1-3 %, der bei TOPCon-Modulen in den ersten 6-12 Betriebsmonaten durch UV-Strahlung auftreten kann. Die Ursache liegt in der Wechselwirkung von UV-Licht mit der Tunneloxidschicht. Nach dieser Anfangsphase stabilisiert sich die Leistung und die Degradation verläuft normal.

Qualitätshersteller berücksichtigen UVID in ihren Leistungsgarantien und testen ihre Module unter UV-Belastung. In der Gesamtbetrachtung über 25 Jahre bleibt TOPCon trotz UVID langlebiger als PERC, weil die jährliche Degradation danach niedriger ausfällt.

Höhere Anschaffungskosten

TOPCon-Module kosten aktuell 10-15 % mehr als vergleichbare PERC-Module. Bei einer typischen 10 kWp-Anlage bedeutet das Mehrkosten von etwa 1.200-1.600 €. Dieser Mehrpreis relativiert sich aber durch die höheren Jahreserträge: Bei 500-750 kWh amortisiert sich der Aufpreis schon nach wenigen Jahren, was die gesamte Amortisation der PV-Anlage beschleunigt. Über die gesamte Laufzeit von 25-30 Jahren überwiegt der finanzielle Vorteil deutlich. Zudem schrumpft der Preisunterschied zu PERC kontinuierlich, da TOPCon zur Standardtechnologie wird.

Produktionsansprüche und Qualitätsschwankungen

Die Herstellung von TOPCon-Modulen erfordert präzise Prozesssteuerung. Qualitätsschwankungen können sich in abweichenden Wirkungsgraden, höherer Degradation oder einer kürzeren Lebensdauer der Solaranlage äußern. Etablierte Markenhersteller produzieren TOPCon-Module nach höchsten Standards mit strengen Qualitätskontrollen. Anbieter ohne unabhängige Zertifizierung können diese Ansprüche oft nicht erfüllen, was zu Leistungsverlusten oder frühzeitigen Ausfällen führen kann.

Enpal arbeitet ausschließlich mit geprüften Premium-Herstellern, deren Module unabhängige Zertifizierungen (IEC 61215, IEC 61730) besitzen und umfassende Produkt- und Leistungsgarantien bieten. So profitieren Kunden langfristig von hoher Qualität und stabilen Erträgen.

Gut zu wissen: Enpal verbaut unter anderem hochwertige TOPCon-Module des Herstellers VSUN Solar mit 30 Jahren Produkt- und Leistungsgarantie. Die Module werden vor Installation geprüft und sind im Rundum-Service-Paket eingeschlossen.

Mehr dazu hier: Enpal Qualitätsstandard

Welche Hersteller bieten TOPCon-Module an?

Alle führenden Photovoltaik-Hersteller produzieren mittlerweile TOPCon-Module. Die chinesischen Marktführer Jinko Solar, Trina Solar und Longi dominieren den Weltmarkt mit hohen Stückzahlen und günstigen Preisen. Deutsche Hersteller wie Luxor und AXITEC setzen auf Premiumqualität und lokalen Service. Auch der japanische Hersteller VSUN Solar, der in Vietnam produziert, ist erfolgreich am Markt aktiv und für sehr hohe Qualitätsstandards bekannt.

Ähnlich sieht es auf Anbieterseite aus: Seriöse Installateure und Anbieter haben TOPCon-Module standardmäßig im Programm – die Technologie ist zum neuen Standard geworden. Auch Enpal gehört zu den Anbietern, die konsequent auf die modernste verfügbare Technologie setzen und bei Neuinstallationen monokristalline Solarmodule mit TOPCon-Technologie verbauen.

Hersteller Serie/Typ Leistung Besonderheiten Herkunft Preis
Jinko Solar Tiger Neo 420–615 Wp Bifazial, Glas‑Glas, hoher Wirkungsgrad China €€
Trina Solar Vertex S+ 405–670 Wp Bifazial, bifazialer Faktor bis 85 % China €€
Longi Hi‑MO 6 430–625 Wp Bifazial, Full Black verfügbar China €€–€€€
VSUN Solar TOPCon Bifacial 430–590 Wp Bifazial, Glas‑Glas, 30 Jahre Garantie Japan/Vietnam €€
Luxor Solar Eco Line TOPCon 400–430 Wp Deutsche Qualitätskontrolle DE/CN €€€
AXITEC AXIpremium TOPCon 410–450 Wp 30 Jahre Garantie, Made in Germany‑Label DE/CN €€€
Canadian Solar HiKu7 TOPCon 430–670 Wp Bifazial, Global Top‑Hersteller Kanada/China €€
Stand: 2024 – Herstellerangaben und Verfügbarkeit können sich ändern. Preisniveau: €€ = mittel, €€€ = premium

Wie verhalten sich TOPCon-Module im Winter und bei Schwachlicht?

TOPCon-Module erzeugen bei diffusem Licht und in den Wintermonaten mehr Strom als PERC-Module. Die n-Typ-Zellen arbeiten auch bei schwachem und indirektem Licht effizienter, was sich besonders an bewölkten Tagen und in den Wintermonaten bemerkbar macht.

Für Deutschland ist das ein echter Vorteil. Mehr als die Hälfte des Jahres ist das Wetter wechselhaft, und in den Wintermonaten steht die Sonne tief. Wer eine Photovoltaikanlage im Winter optimal nutzen möchte, profitiert von den besseren Schwachlicht-Eigenschaften der TOPCon-Technologie.

Warum TOPCon-Module in den Wintermonaten Vorteile bieten

TOPCon-Module zeigen in der kalten Jahreszeit messbare Vorteile gegenüber PERC-Modulen. Der Grund liegt in drei technischen Eigenschaften: Der niedrigere Temperaturkoeffizient von -0,30 bis -0,34 %/°C (PERC: -0,35 bis -0,40 %/°C) sorgt dafür, dass die Module bei niedrigen Temperaturen stabiler arbeiten. Die n-Typ-Technologie reagiert weniger empfindlich auf diffuses Licht, wie es an bewölkten Wintertagen typisch ist. Zudem können bifaziale TOPCon-Module zusätzlich Licht von der Rückseite nutzen – besonders effektiv bei Schnee oder hellen Untergründen.

In der Praxis bedeutet das: An trüben Tagen im November bis Februar liefern TOPCon-Anlagen konstanter Strom als vergleichbare PERC-Systeme. Der konkrete Mehrertrag hängt jedoch stark vom Standort, der Dachausrichtung, Verschattung und den Wetterbedingungen ab.

An bewölkten Frühjahrs- und Herbsttagen zeigt sich ein ähnlicher Effekt. Während PERC-Module bei diffusem Licht deutlich an Leistung verlieren, arbeiten TOPCon-Module stabiler.

Wie lange halten TOPCon-Module und wie hoch ist die Degradation?

TOPCon-Module haben eine Lebensdauer von mindestens 25–30 Jahren. Ihre jährliche Degradation liegt bei 0,4–0,5 %. PERC-Module hingegen verlieren pro Jahr etwa 0,5–0,7 % ihrer Leistung. Nach 25 Jahren behalten TOPCon-Module damit rund 88–90 % ihrer Nennleistung, PERC-Module etwa 82–85 %. 

In der Praxis zeigt sich häufig, dass Photovoltaikanlagen auch länger als die garantierte Lebensdauer betrieben werden. Eine Fraunhofer ISE Studie hat ergeben, dass der Leistungsabfall weit unter den angenommenen 0,5-1% pro Jahr liegt. Der Wirkungsgrad einer Solarzelle bleibt also hoch. Das Schaubild verdeutlicht das Ergebnis der Studie:

Ein Diagramm, das die Degradation einer PV-Anlage zeigt. Eine Linie zeigt die prognostizierte Degradation und die andere Linie zeigt die reale Degradation

Dieser Langzeitunterschied macht sich finanziell bemerkbar: Bei einer 10 kWp-Anlage entspricht 90 % verbleibender Nennleistung im 25. Jahr rechnerisch rund 9,0 kWp, 83 % etwa 8,3 kWp. Die Differenz liegt somit bei rund 0,7 kWp. Je nach Standort, Ausrichtung und Betriebsbedingungen führt das zu einem spürbaren Mehrertrag, der sich über die letzten 5–10 Betriebsjahre auf mehrere tausend Kilowattstunden summieren kann.

Jahr TOPCon (kWp) PERC (kWp) Unterschied (kWp)
0 10,0 10,0 0
1 9,9 (99 %) 9,8 (98 %) +0,1
5 9,6 (96 %) 9,4 (94 %) +0,2
10 9,2 (92 %) 8,8 (88 %) +0,4
15 8,8 (88 %) 8,2 (82 %) +0,6
20 8,4 (84 %) 7,6 (76 %) +0,8
25 8,0 (80 %) 7,0 (70 %) +1,0
Vergleich der Leistungsentwicklung von TOPCon und PERC über 25 Jahre – Anfangsleistung 10 kWp
Annahmen: TOPCon‑Degradation 0,45 % / Jahr nach Jahr 1 (99 %), PERC‑Degradation 0,6 % / Jahr nach Jahr 1 (98 %)

Der Grund für die geringere Degradation liegt in der Materialbeschaffenheit und der Passivierung. n-Typ-Silizium ist weniger anfällig für Bor-Sauerstoff-induzierte Degradation (LID), die vor allem p-Typ-PERC-Zellen betrifft. Die Tunneloxidschicht schützt die Zelle zusätzlich vor Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit und UV-Strahlung.

Wichtig: Die meisten Hersteller garantieren nach 25 Jahren mindestens 84-87 % der Nennleistung bei TOPCon-Modulen. PERC-Module werden mit 80-84 % garantiert. Die tatsächlichen Werte liegen in der Regel darüber, weil Hersteller einen Sicherheitspuffer einrechnen.

Fazit

TOPCon-Module sind die richtige Wahl für Hausbesitzer, die maximalen Ertrag auf begrenzter Fläche erzielen möchten. Die Technologie bietet messbare Vorteile: Der Wirkungsgrad liegt mit 22-25 % deutlich höher als bei PERC, die Degradation ist niedriger, und das Schwachlichtverhalten überzeugt an bewölkten Tagen und im Winter. Der Aufpreis amortisiert sich durch höhere Erträge – bei den meisten Anlagen innerhalb von 10-15 Jahren.

Wer heute eine Photovoltaikanlage plant, sollte TOPCon ernsthaft in Betracht ziehen. Die Technologie ist ausgereift und wird zunehmend zum Standard. Alle führenden Hersteller bieten TOPCon-Module an, meist als bifaziale Glas-Glas-Varianten mit 25-30 Jahren Garantie. Besonders bei Neubauten, Dachsanierungen oder begrenzter Dachfläche zahlt sich die höhere Effizienz langfristig aus – sowohl in der Jahresbilanz als auch bei der Gesamtrendite über 25-30 Jahre Laufzeit.

Ob sich TOPCon-Module auch für Ihr Haus lohnen, finden Sie hier heraus:

Häufig gestellte Fragen zu TOPCon-Modulen

Was bedeutet TOPCon bei Solarmodulen?

TOPCon steht für "Tunnel Oxide Passivated Contact" und beschreibt eine Solarzellentechnologie, bei der eine ultradünne Siliziumoxidschicht die Metallkontakte vom Silizium trennt. Diese Passivierung minimiert Rekombinationsverluste, erhöht den Wirkungsgrad und verbessert die Langlebigkeit gegenüber herkömmlichen PERC-Zellen.

Sind TOPCon-Module besser als PERC-Module?

Ja, TOPCon-Module erreichen 2-3 Prozentpunkte höheren Wirkungsgrad (22-25 % vs. 19-22 %), degradieren langsamer (0,4-0,5 % vs. 0,5-0,7 % pro Jahr) und arbeiten effizienter bei hohen Temperaturen und Schwachlicht. Sie kosten aber 10-15 % mehr. Der Aufpreis für TOPCon-Module gegenüber PERC amortisiert sich nach 1-3 Jahren durch den höheren Ertrag. Die gesamte PV-Anlage hat eine Amortisationszeit von 8-12 Jahren.

Eignen sich TOPCon-Module für Balkonkraftwerke?

TOPCon-Module sind technisch für Balkonkraftwerke geeignet und besonders sinnvoll, wenn die Balkonfläche sehr begrenzt ist oder ungünstige Bedingungen vorliegen. Bei einem Nordbalkon oder Teilverschattung durch Nachbargebäude kann ein TOPCon-Modul mit 440-460 Wp auf gleicher Fläche deutlich mehr Ertrag liefern als ein PERC-Modul mit 400 Wp. Das bessere Schwachlichtverhalten zahlt sich hier besonders aus.

Für Standardfälle (Süd- oder West-Balkon mit guten Bedingungen) reichen PERC-Module meist aus und bieten das günstigere Gesamtpaket. Der Aufpreis von 30-50 € pro Modul amortisiert sich bei einem Balkonkraftwerk erst nach vielen Jahren, da die absolute Stromerzeugung begrenzt ist.

Wichtig: Bei Balkonkraftwerken muss der Wechselrichter zur Modulleistung passen. Ein 600 W-Wechselrichter kappt die Leistung bei starker Einstrahlung – ein TOPCon-Modul mit 440 Wp wird dann nicht voll ausgenutzt. Seit 2024 sind 800 W-Wechselrichter erlaubt, die mehr Spielraum bieten und die höhere Leistung besser nutzen können.

Empfehlung: TOPCon für Balkonkraftwerke lohnt sich vor allem bei sehr kleinen Balkonen (2-3 m²), Nordausrichtung oder wenn Sie auf maximale Zukunftssicherheit setzen möchten. Für preisbewusste Nutzer mit guten Bedingungen sind PERC-Module die wirtschaftlichere Wahl.

Lohnen sich TOPCon-Module bei Ost-West-Ausrichtung?

Ja, TOPCon-Module sind bei Ost-West-Ausrichtung besonders vorteilhaft. Durch besseres Schwachlichtverhalten und geringeren Temperaturkoeffizienten liefern sie auch bei suboptimalen Bedingungen (morgendliche/abendliche Schrägstrahlung, diffuses Licht) mehr Ertrag als PERC-Module. Der Mehrertrag liegt bei Ost-West-Anlagen oft bei 10-15 %.

Was ist der Unterschied zwischen TOPCon und HJT?

HJT (Heterojunction) erreicht noch höhere Wirkungsgrade (bis 26 %) und niedrigere Temperaturkoeffizienten (-0,24 bis -0,28 %/°C), ist aber 25-40 % teurer als PERC und 15-25 % teurer als TOPCon. TOPCon bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: deutlich effizienter als PERC, aber bezahlbarer und verfügbarer als HJT.

Können TOPCon-Module auch auf Flachdächern eingesetzt werden?

Ja, sie eignen sich besonders für Photovoltaikanlagen auf Flachdächern mit Aufständerung. Bifaziale TOPCon-Module profitieren von hellen Untergründen (zum Beispiel Kies oder weiße Dachfolie) und erzielen durch Reflexion bis zu 15 % Rückseitenertrag. Die Glas-Glas-Solarmodule macht sie robust gegen Witterungseinflüsse.

Wie hoch ist der Wirkungsgrad von TOPCon-Modulen?

TOPCon-Module erreichen Wirkungsgrade von 22-25 % unter Standardtestbedingungen. Zum Vergleich: PERC-Module liegen bei 19-22 %, HJT-Module bei 24-26 %. Der höhere Wirkungsgrad bedeutet mehr Leistung auf gleicher Fläche.

Eignen sich TOPCon-Module für Wärmepumpen-Betrieb?

Ja, TOPCon-Module sind ideal für den Wärmepumpen-Betrieb. Durch höheren Wirkungsgrad und besseres Schwachlichtverhalten produzieren sie auch in den Übergangsjahreszeiten (Frühjahr, Herbst) ausreichend Strom. Wer eine Wärmepumpe mit Photovoltaik kombiniert, profitiert vom höheren Eigenverbrauch – besonders in Verbindung mit einem Stromspeicher.

Wie verhalten sich TOPCon-Module bei Schnee?

TOPCon-Module arbeiten bei Schnee besonders effizient, wenn sie bifazial sind. Schnee hat einen sehr hohen Reflexionswert (Albedo bis 90 %), sodass die Rückseite bifazialer Module deutlich mehr Licht einfängt. Zusätzlich profitieren TOPCon-Module vom besseren Schwachlichtverhalten an kurzen Wintertagen mit diffuser Strahlung - ein klarer Vorteil jeder Photovoltaikanlage im Winter.

Gibt es Förderungen für TOPCon Module?

Ja, PV-Anlagen mit TOPCon Modulen sind förderfähig. Die wichtigsten Förderungen:

  • KfW-Kredit 270: Zinsvergünstigter Kredit bis zu 100 % der Investitionskosten, Laufzeit bis 20 Jahre, effektiver Jahreszins etwa 4 bis 6 %.
  • Regionale Programme: Viele Bundesländer bieten eigene Förderungen. Mehr dazu hier: Photovoltaik Förderung.
  • 0 % Umsatzsteuer: Seit 2023 gilt für Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden ein Umsatzsteuersatz von 0 % – das spart etwa 19 % der Kosten.

Wichtig: Förderanträge müssen meist vor Auftragsvergabe gestellt werden. Nachträgliche Anträge werden oft abgelehnt.

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