

Die Größe von Solarmodulen ist ein entscheidender Faktor bei der Planung einer Photovoltaikanlage. Denn die Modulmaße bestimmen, wie viele Module auf das Dach passen und welche Gesamtleistung die Anlage erreicht. Wer die Standardgrößen kennt, kann besser einschätzen, ob das eigene Dach für die gewünschte Anlagengröße ausreicht. Dieser Artikel zeigt, welche Modulmaße es gibt, wie Größe und Leistung zusammenhängen und welche Modulgrößen sich für verschiedene Dachtypen eignen.
Welche Standardgrößen haben Solarmodule?
Die Standardgröße aktueller Solarmodule liegt bei etwa 1.700 × 1.000 mm bis 1.900 × 1.134 mm. Das entspricht einer Fläche von rund 1,7–2,1 m² pro Modul. Diese Maße haben sich in den letzten Jahren als Marktstandard etabliert, weil sie einen guten Kompromiss zwischen Handhabbarkeit bei der Photovoltaik Montage und Leistungsausbeute bieten.
Die genauen Abmessungen variieren je nach Hersteller und Leistungsklasse. Die folgende Tabelle zeigt typische Modulgrößen verschiedener Hersteller:
Die Maße eines Solarmoduls hängen direkt von der Leistungsklasse ab. Je mehr Watt ein Modul leistet, desto größer ist in der Regel seine Fläche. Die folgende Übersicht zeigt typische Abmessungen nach Leistungsklasse:
Ein 400-Watt-Solarmodul misst also typischerweise etwa 1.722 × 1.134 mm und benötigt knapp 2 m² Dachfläche. Ein 600-Watt-Modul ist mit rund 2.400 × 1.134 mm deutlich größer und braucht etwa 2,7 m² Platz.
Die Full Black Solarmodule von Enpal haben eine Leistung von 450 Wp und Abmessungen von etwa 1.903 × 1.134 mm. Das entspricht einer Fläche von rund 2,16 m² pro Modul. Mit einem Gewicht von ca. 22 kg liegen sie im üblichen Bereich für Hochleistungsmodule dieser Größe.
Für eine typische 10-kWp-Anlage werden bei Enpal 22–23 Module verbaut. Die benötigte Dachfläche beträgt damit etwa 48–50 m² reine Modulfläche. Inklusive Abständen für Belüftung und Wartungszugänge sollte die verfügbare Dachfläche bei mindestens 55–60 m² liegen.
Gut zu wissen: Enpal prüft bei der Planung, ob die verfügbare Dachfläche für die gewünschte Anlagengröße ausreicht. Dabei werden auch Hindernisse wie Schornsteine, Dachfenster und Abstandsregeln berücksichtigt.
Der Zusammenhang zwischen Modulgröße, Leistung und Wirkungsgrad ist einfach: Der Wirkungsgrad bestimmt, wie viel Leistung ein Solarmodul pro Quadratmeter Fläche erzeugt. Ein höherer Wirkungsgrad bedeutet mehr Watt auf gleicher Fläche.
Ein Beispiel: Zwei Module haben jeweils 2 m² Fläche. Modul A hat einen Wirkungsgrad von 20 %, Modul B von 22 %. Bei gleicher Sonneneinstrahlung erzeugt Modul A etwa 400 Wp, Modul B hingegen 440 Wp. Das sind 10 % mehr Leistung auf identischer Fläche.
Für die Praxis heißt das: Größere Module sind nicht automatisch leistungsstärker. Entscheidend ist, wie effizient die verbauten Solarzellen das Sonnenlicht in Strom umwandeln. Je nach Zelltechnologie variiert die Leistung bei gleicher Modulfläche von 2 m² erheblich:
Bei begrenzter Dachfläche lohnt sich also ein Blick auf den Wirkungsgrad. Hocheffiziente Module kosten zwar mehr, holen aber mehr Leistung aus jedem Quadratmeter heraus.
Die Zellgröße spielt eine zentrale Rolle für die Gesamtmaße eines Solarpanels. In den letzten Jahren hat sich die Industrie von kleineren M3- und M6-Zellen hin zu größeren M10- und M12-Zellen entwickelt. Je größer die einzelne Solarzelle, desto mehr Leistung kann auf gleicher Modulfläche untergebracht werden.
Die gängigen Zellgrößen im Überblick:
Die reine Modulfläche liegt bei allen Varianten zwischen 48 und 56 m². Mit größeren, leistungsstärkeren Modulen spart man also etwas Fläche. Der Unterschied ist aber nicht riesig.
Wichtiger ist die tatsächlich benötigte Dachfläche. Denn neben den Modulen braucht es Abstände für Belüftung, Wartungszugänge und Montageränder. Als Faustregel gilt: Die verfügbare Dachfläche sollte etwa 20–25 % größer sein als die reine Modulfläche. Für eine 10-kWp-Anlage bedeutet das:
Bei verwinkelten Dächern mit Hindernissen kann der Flächenbedarf noch höher ausfallen.
Gut zu wissen: Im Rahmen der Planung prüft Enpal per Satellitenanalyse, wie viel nutzbare Dachfläche zur Verfügung steht. So lässt sich schnell einschätzen, welche Anlagengröße auf Ihr Dach passt.
Auf verwinkelten Altbau-Dächern mit Gauben, Schornsteinen oder Dachfenstern passen oft kleinere Module besser als große Standardmodule. Der Grund: Kleinere Module lassen sich flexibler anordnen und nutzen auch Restflächen zwischen Hindernissen aus.
Ein Beispiel: Ein Dach hat eine nutzbare Fläche von 45 m², aber ein Schornstein und zwei Dachfenster teilen die Fläche in mehrere Abschnitte. Mit großen 2-m²-Modulen lassen sich vielleicht nur 18 Module (36 m²) unterbringen. Mit kompakteren 1,7-m²-Modulen passen dagegen 22 Module (37,4 m²) auf dieselbe Dachfläche.
Die Wahl der richtigen Modulgröße hängt also stark von der Dachgeometrie ab:
Bei der Planung der PV-Anlage sollte nicht nur die Modulgröße, sondern auch die Ausrichtung der Module berücksichtigt werden. Im Hochformat passen Module oft besser zwischen Hindernisse als im Querformat.
Die optimale Modulgröße für ein Dach ergibt sich aus dem Verhältnis von verfügbarer Fläche zu Hindernissen. Große Module maximieren die Leistung pro Quadratmeter, kleine Module maximieren die nutzbare Fläche.
Für die Entscheidung helfen folgende Faustregeln:
Ein weiterer Faktor ist die Ost-West-Ausrichtung. Bei Dächern mit Ost- und Westseite kann es sinnvoll sein, beide Seiten zu belegen. Hier sind oft kleinere Module praktischer, weil sie sich symmetrischer aufteilen lassen.
Das Gewicht eines Solarmoduls steigt proportional zur Modulgröße. Standardmodule mit 400–450 Wp wiegen zwischen 20 und 23 kg. Größere Hochleistungsmodule mit 500–600 Wp bringen 25–30 kg auf die Waage.
Für die Dachstatik ist aber nicht das Einzelgewicht entscheidend, sondern die Flächenlast in Kilogramm pro Quadratmeter. Hier zeigt sich: Ob große oder kleine Module, die Belastung pro Quadratmeter ist nahezu identisch.
Die gesamte Dachlast inklusive Montagesystem liegt damit bei etwa 15–20 kg/m². Zum Vergleich: Eine Schneelast von 30 cm entspricht etwa 30–50 kg/m². Die meisten Dächer sind für solche Lasten ausgelegt.
Bei älteren Gebäuden (Baujahr vor 1980) oder bei Dächern mit bestehenden Schäden empfiehlt sich vor der Photovoltaik Montage eine Statikprüfung. Das gilt besonders für:
Die Modulgröße selbst spielt für die Statik also eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist die Gesamtlast aller Module plus Montagesystem, verteilt auf die Dachfläche.
Welche Größen haben Solarmodule für Balkonkraftwerke?
Solarmodule für Balkonkraftwerke sind deutlich kompakter als Standard-Dachmodule. Die typischen Maße liegen bei etwa 1.000 × 1.700 mm bis 1.100 × 1.800 mm. Das entspricht einer Fläche von rund 1,0–1,9 m² pro Modul.
Bei der Wahl der Modulgröße für ein Balkonkraftwerk sollte neben der Leistung auch die Montagesituation berücksichtigt werden. Ein Modul mit 1,7 m Länge passt nicht an jedes Balkongeländer. Manche Hersteller bieten deshalb spezielle Hochformat-Module an, die schmaler und dafür länger sind.
Seit 2024 dürfen Balkonkraftwerke in Deutschland bis zu 800 Wp Einspeiseleistung haben. Für diese Leistung werden meist zwei Module mit je 400–430 Wp kombiniert. Die Gesamtfläche beider Module liegt dann bei etwa 3,4–3,8 m².
In Deutschland dürfen Solarmodule bis zu einer Fläche von 3 m² ohne bauaufsichtliche Sonderzulassung installiert werden. Diese Grenze wurde 2024 von ursprünglich 2 m² angehoben, um den Einsatz größerer Hochleistungsmodule zu erleichtern.
Für die Praxis bedeutet das: Die allermeisten Solarmodule am Markt sind problemlos einsetzbar. Selbst große 600-Wp-Module mit einer Fläche von 2,7–2,8 m² liegen noch unter der 3-m²-Grenze. Nur sehr wenige Spezialmodule für Gewerbeanlagen überschreiten diesen Wert.
Die wichtigsten Regelungen im Überblick:
Die konkrete Zulässigkeit hängt von der Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes ab. Im Rahmen der Anlagenplanung prüft der Installateur, ob alle Vorschriften eingehalten werden.
Die Größe von Solarmodulen ist kein Selbstzweck, sondern muss zur Dachfläche passen. Standardmodule mit 400–450 Wp und Maßen von etwa 1,7–2,1 m² sind heute der Marktstandard und eignen sich für die meisten Dächer. Bei verwinkelten Altbauten können kleinere Module die Fläche besser ausnutzen. Für Balkonkraftwerke gibt es kompakte Varianten ab 1,0 m². Entscheidend ist am Ende nicht die Modulgröße allein, sondern wie viel Leistung auf die verfügbare Dachfläche passt. Eine professionelle Planung berücksichtigt Hindernisse, Abstände und Statik und findet so die optimale Modulgröße für jedes Dach.
Hier finden Sie heraus, ob sich eine PV-Anlage auch für Ihr Haus lohnt:
Technisch ist das möglich, aber nicht empfehlenswert. Module unterschiedlicher Größe und Leistung sollten an getrennten Strings (Modulreihen) betrieben werden. Sonst begrenzt das schwächste Modul die Leistung der gesamten Reihe. Bei verwinkelten Dächern kann eine Mischung aus Standardmodulen und Halbmodulen dennoch sinnvoll sein, wenn sie korrekt verschaltet wird.
Die einfachste Methode: Länge und Breite des Daches messen und multiplizieren. Davon Flächen für Schornsteine, Dachfenster, Gauben und Randabstände abziehen. Als Faustregel bleiben etwa 60–70 % der Bruttofläche als nutzbare Modulfläche übrig. Alternativ ermitteln Solaranbieter die Fläche per Satellitenanalyse.
Der Trend geht tatsächlich zu größeren Modulen. Während 2020 noch 60-Zellen-Module mit 1,6 m² Standard waren, sind heute 120-Halbzellen-Module mit 1,9–2,1 m² üblich. Für Gewerbeanlagen gibt es bereits Module mit über 2,5 m². Für Privathaushalte bleibt die Handhabbarkeit aber ein limitierender Faktor.
Nein, die Modulgröße hat keinen direkten Einfluss auf die Lebensdauer. Entscheidend sind Verarbeitungsqualität, Zelltechnologie und Modulaufbau (Glas-Folie vs. Glas-Glas). Hochwertige Module halten 25–30 Jahre, unabhängig von ihrer Größe.
Nein, Solarmodule können nicht zugeschnitten werden. Die Zellen sind elektrisch miteinander verbunden, ein Schnitt würde das Modul zerstören. Für ungewöhnliche Dachflächen gibt es stattdessen Halbmodule oder Sonderformate, die ab Werk in kleineren Abmessungen gefertigt werden.
Ja, aber sie sind selten. Die meisten Solarmodule sind rechteckig, weil sich so die Zellen effizienter anordnen lassen. Quadratische oder ungewöhnlich geformte Module werden vor allem für Spezialanwendungen wie gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) gefertigt.