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Luft-Luft-Wärmepumpe: Alle Fakten, Infos und Vorteile

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe vor einem Haus

Die Luft-Luft-Wärmepumpe sorgt durch ihr raffiniertes System nicht nur für eine effiziente Heizung, sondern auch gleichzeitig für eine komplette Durchlüftung Ihres Eigenheims. Trotzdem wird die Luft-Luft-Wärmepumpe nur selten installiert.

Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen über die Luft-Luft-Wärmepumpe zusammengetragen. Wie viel kostet die Installation, für wen ist sie geeignet und was sind die Vor- und Nachteile dieser Wärmepumpe. All das erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Vor- und Nachteile auf einen Blick.

Vorteile Nachteile
+ keine fossilen Energieträger - nur für sehr gut gedämmte Immobilien geeignet
+ wird gefördert - relativ ineffizient
+ wartungsarm - hohe Betriebskosten
+ sorgt für ein angenehmes Raumklima - funktioniert nur bis max. -15 Grad
+ benötigt keine Genehmigung

Was bedeutet Luft-Luft-Wärmepumpe?

Icon einer Luft-Luft-Wärmepumpe mit Fragezeichen

Eine besondere Art der Wärmepumpen stellt die Luft-Luft-Wärmepumpe dar. Anders als alle anderen Varianten nutzt diese nämlich ausschließlich die Luft als Medium zur Energieübertragung. Einen Kältemittel-Kreislauf gibt es nicht. Die Luft-Luft-Wärmepumpe sorgt für einen Luft-Austausch zwischen innen und außen, ohne dass dabei die Wärme der Innenluft nach außen gelangt.

Wie funktioniert eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe besteht aus den folgenden fünf Komponenten, wobei der Luftbrunnen optional ist:

  • Ventilator
  • Lüftungssystem
  • Plattenwärmetauscher
  • Zuluft-Nacherhitzer
  • (unterirdischer Luftbrunnen)

Im ersten Schritt wird die Außenluft durch einen Ventilator angezogen. Ohne die thermische Energie dabei auf ein Kältemittel zu übertragen, wird diese frische Luft direkt in das Lüftungssystem eingeleitet.

Das Lüftungssystem besteht aus zwei Leitungen:

  • Über die erste Leitung gelangt die Frischluft von außen in das Rauminnere.
  • Über die zweite Leitung wird die verbrauchte Innenluft nach draußen befördert.

Beide Leitungen überschneiden sich an einem Punkt. Über einen Plattenwärmetauscher findet der Energietransfer von der warmen verbrauchten Raumluft zur kalten Frischluft statt.

Mithilfe des Zuluft-Nacherhitzers wird das Temperaturniveau der Frischluft schließlich auf Raumtemperatur erhöht. Anschließend wird sie über das Lüftungssystem über sämtliche Innenräume verteilt.

In gut gedämmten Immobilien kann bis zu 90 % Wärmeenergie an die Frischluft übertragen werden.

Fakt:

Durch die Luft-Luft-Wärmepumpe gelangt durchgehend frische Luft ins Haus. Dadurch müssen die Anwohner kaum noch lüften und sparen viel Energie. Außerdem wird der Schimmelbildung aktiv vorgebeugt.

Luftbrunnen:

Zur Effizienzsteigerung der Luft-Luft-Wärmepumpe können Sie den Bau eines unterirdischen Luftbrunnens vornehmen. Dadurch, dass die frische Außenluft zuerst einige Meter durch den Erdboden zurücklegen muss und anschließend in das Lüftungssystem gelangt, wird die Luft bereits etwas vorgewärmt. Dies hat nicht nur eine Verbesserung der Energiebilanz zur Folge, sondern reguliert auch die Luftfeuchtigkeit, wodurch sich das Raumklima verbessert.

Voraussetzungen für den Betrieb.

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe vor einem Haus mit grünem Haken

Aufgrund der geringeren Effizienz von Luft als Wärmeträger kommt die Luft-Luft-Wärmepumpe weniger häufig zum Einsatz als andere Wärmepumpen. Damit sich der Betrieb wirklich lohnt, sollten einige Voraussetzungen erfüllt werden, die wir im Folgenden beschrieben werden.

Dämmung und Isolation:

Insbesondere die Luft-Luft-Wärmepumpe ist stark von der Dämmung Ihrer Immobilie abhängig. Leben Sie in einem unsanierten Altbau ergibt die Anschaffung keinen Sinn. Die besten Voraussetzungen für eine Luft-Luft-Wärmepumpe haben Passiv- und Niedrigenergiehäuser.

Genehmigung:

Im Gegensatz zu einer Erd- oder Wasser-Wärmepumpe müssen Sie sich bei einer Luft-Luft-Wärmepumpe nicht um eine Genehmigung kümmern.

Klimatische Bedingungen:

In Regionen mit einer höheren Durchschnittstemperatur und einem geringeren Heizbedarf sind Luft-Luft-Wärmepumpen häufiger vertreten. Je kälter die Außentemperatur, desto wahrscheinlicher reicht die Heizleistung der Wärmepumpe nicht aus und muss durch ein weiteres Heizsystem, wie etwa eine Elektroheizung, ergänzt werden.

Ort der Installation:

Der Ventilator wird draußen aufgestellt. Im Inneren müssen abgesehen vom Lüftungssystem keine weiteren baulichen Maßnahmen vorgenommen werden.

Was kostet eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Icon einer Luft-Luft-Wärmepumpe mit Euromünze

Die Anschaffungskosten der Luft-Luft-Wärmepumpe setzen sich aus dem Grundgerät sowie der Installation zusammen. Durch eine Förderung haben Sie darüber hinaus die Möglichkeit, diese Kosten erheblich zu reduzieren.

Grundgerät und Lüftungsanlage:

Das Grundgerät kostet mit 6.000 bis 7.000 € weniger als die Luft-Wasser- oder Erdwärmepumpe. Ein weiterer Kostenfaktor stellt allerdings die spezielle Lüftungsanlage dar, die mit 2.000 bis 3.000 € den Gesamtpreis auf 8.000 bis 10.000 € erhöht.

Installation:

Die Installation der Lüftungsanlage kann etwas teurer werden und sollte mit 2.000 bis 3.000 € in Ihre Planung miteinbezogen werden.

Die Kosten einer Luft-Luft Wärmepumpe
Grundgerät 6.000 – 7.000 €
Lüftungsanlage 2.000 – 3.000 €
Installation und Zubehör 2.000 – 3.000 €
Gesamt: 13.000 – 15.000 €

Förderung:

Seit dem 01.07.2021 haben sich die Fördermöglichkeiten für eine Luft-Luft-Wärmepumpe geändert. Bis Ende letzten Jahres gab es keine direkte Förderung, was sich im Rahmen der BEG EM für Altbausanierung jedoch geändert hat. Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) können Sie die Investitionskosten um bis zu 50 % reduzieren. Einen Mindestzuschuss gibt es in Höhe von 35 % der förderfähigen Kosten, den Sie um 10 % erhöhen können, wenn Sie Ihre alte Ölheizung durch eine Luft-Luft-Wärmepumpe ersetzen. Wurde die Aufrüstung im Vorhinein von einem BAFA zertifizierten Energieberater angeordnet, erhalten sie die Höchstförderung von 50 %.

Eine Übersicht aller BAFA-Förderprogramme finden Sie hier.

Einen Kredit erhalten Sie über die KfW in den folgenden Förderprorammen:

Wie viel Strom verbraucht eine Luftwärmepumpe im Jahr?

Die Betriebskosten hängen stark von der Dämmung der Immobilie ab und werden in diesem Beispiel nur für Häuser mit einer ausreichenden Dämmung angegeben.

Durchschnittliche Stromkosten:

Ein sehr gut gedämmtes Familienhaus kann mit Stromkosten zwischen 600 und 800 € im Jahr auskommen. In den allermeisten Fällen liegt der Wert allerdings deutlich darüber und kann bis zu 2.000 € betragen. Wenn Sie eine grobe Hochrechnung Ihrer Heizkosten vornehmen möchten, empfehlen wir Ihnen mit einem Wert von 1.200 € im Jahr zu rechnen.

Hier erfahren Sie mehr über das Thema: Was kostet eine Wärmepumpe?

Luft-Luft-Wärmepumpe im Vergleich.

Zwei verschiedene Arten von Luft-Luft-Wärmepumpen nebeneinander

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe nutzt anders als die meisten Wärmepumpen kein Kältemittel, sondern die Luft als Wärmeträger. Ähnlich wie die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist auch die Leistung der Luft-Luft-Wärmepumpe von der Temperatur abhängig.

Für die Installation wird keine Genehmigung benötigt und auch hinsichtlich des Platzbedarfs schneidet die Luft-Luft-Wärmepumpe besser ab als die Grundwasser- und Erdwärmepumpe.

In der Anschaffung und Installation ist die Luft-Luft-Wärmepumpe die günstigste aller Wärmepumpen. Mit Betriebskosten von ca. 1.200 € im Jahr schneidet sie auf lange Sicht jedoch deutlich schlechter ab.

Die laufenden Kosten einer Wärmepumpe auf 100 qm
Erdwärmepumpe - Erdsonde: ca. 500 - 1.000 €
Erdwärmepumpe - Erdkollektor: ca. 500 – 1.000 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe ca. 400 - 1.000 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe: ca. 600 - 1.500 €
Luft-Luft-Wärmepumpe: ca. 800 – 2.000 €

Was ist besser? Luft-Luft-Wärmepumpe oder Luft-Wasser-Wärmepumpe? 

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist etwas effizienter und lässt sich vielfältiger einsetzen. Die Luft-Luft-Wärmepumpe entfaltet ihr volles Potenzial hingegen nur bei Passivhäusern und warmen Klima.

Einen ausführlicheren Vergleich zur Luft-Wasser-Wärmepumpe finden Sie hier: Luftwärmepumpe: Luft-Wasser vs. Luft-Luft.

Die Öko-Bilanz.

Nicht selten werden Wärmepumpen als umweltfreundlich und klimaschonend angepriesen, doch das stimmt aktuell noch nicht so nicht ganz. Zwar geht mit dem Heizen kein direkter CO2-Ausstoß einher, der deutsche Strommix besteht jedoch nach wie vor zu Teilen aus fossilen Energieträgern. Rund ein Drittel der Energie wird aus klimaschädlichen Brennstoffen wie Braunkohle oder Erdgas gewonnen.

Dennoch haben Sie die Möglichkeit, durch eine Wärmepumpe beinahe vollständig CO2-neutral zu heizen. Inzwischen gibt es nämlich auch Wärmepumpen-Stromtarife, die zu 100 % auf erneuerbaren Energien basieren. Ein weiterer Schritt in Richtung Klimaneutralität ist die Kombination mit einer Solaranlage.

Achtung:

Wenn Sie den selbsterzeugten Strom Ihrer Solaranlage für den Betrieb der Wärmepumpe nutzen, haben Sie keinen Anspruch mehr auf einen Wärmepumpen-Tarif.

Wir empfehlen Ihnen, einen Wärmepumpen-Tarif mit Ökostrom abzuschließen und den restlichen Strombedarf über die Photovoltaikanlage plus Speicher zu decken. Auf diese Weise haben Sie das die besten Voraussetzungen für das Klima und Ihren Geldbeutel geschaffen.

Fazit.

Gelbe Glühbirne mit Haken, die das Fazit symbolisieren

Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist ein ausgeklügeltes System mit vielen Vorteilen wie frischer Luft, geringen Kosten und einer guten Klimabilanz. Dennoch schneidet sie in den allermeisten Anwendungsbereichen schlechter ab als andere Wärmepumpen.

Um maximal unabhängig zu sein und eine gute Ökobilanz zu erzielen, sollten Sie die Wärmepumpe mit einem Grünstrom-Wärmepumpen-Tarif und einer Photovoltaikanlage kombinieren.

Eine Photovoltaikanlage können Sie auch mieten und das zu attraktiven Konditionen. Bei Enpal gibt es schon ab einem monatlichen Betrag von 49 € eine Photovoltaikanlage mit Rundum-Sorglos-Paket. Darin enthalten sind Planung, Installation, Wartung, Reparatur, Versicherung und Solarstromspeicher. Nach Ablauf der Mietzeit bekommen Enpal-Kunden ihre Anlage für einen symbolischen Euro geschenkt.

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