Der Enpal Solarcheck

Brennstoffzellenheizung: Die komplette Übersicht

Icon einer Brennstoffzellenheizung mit Haus im Hintergrund

Sie sind neu, innovativ und effizient, aber teuer. Brennstoffzellenheizungen haben in letzter Zeit stark an Beliebtheit gewonnen. Noch vor wenigen Jahren war sie nur bei Energie-Insidern beliebt. Infolge von staatlichen Förderprogrammen, Effizienzsteigerungen und einer starken Kostenreduzierung ist das Heizsystem jedoch inzwischen für jedermann tauglich.

In diesem Artikel erfahren Sie alle wichtigen Informationen über die Brennstoffzellenheizung. Wie funktioniert sie? Für wen eignet sie sich? Wie sieht's mit den Kosten und den Förderungen aus und wie schneidet sie im Vergleich zu anderen Heizsystemen ab?

Was ist eine Brennstoffzellenheizung?

Icon einer Brennstoffzellenheizung

Eine Brennstoffzellenheizung ist ein Heizsystem, welches sowohl Wärme als auch Elektrizität erzeugt. Obwohl die Brennstoffzellenheizung mit Gas betrieben wird, gilt sie als besonders klimaschonend und wird staatlich gefördert. Trotz hoher Anschaffungskosten gilt die Brennstoffzellenheizung in vielen Fällen als wirtschaftlich sinnvoll, da so der Energieverbrauch um 40 bis 50 % gesenkt wird.

Wie funktioniert eine Brennstoffzellenheizung? 

Brennstoffzellenheizung Icon mit Zahnrad

Eine Brennstoffzellenheizung verwendet Erdgas als Energielieferanten und produziert damit Strom, Wärme und Wasser.

Im ersten Schritt wird das Erdgas zusammen mit Wasserdampf in einem „Reformer“ gemischt. Hierbei entsteht Kohlenmonoxid und Wasserstoff.

Der Wasserstoff wird nun in die Brennstoffzelle weitergeleitet, wobei er mit dem darin enthaltenen Sauerstoff aus der Luft reagiert. Diese Reaktion wird als „Knallgasreaktion“ bezeichnet, bei der Energie in Form von Wärme freigesetzt wird.

Die Funktion einer Brennstoffzellenheizung dargestellt

Neben Wärme wird hierbei aber auch Strom erzeugt: In der Brennstoffzelle befinden sich zwei Kammern (Anode/Katode), die durch eine hauchdünne Folie getrennt sind. Da diese Membran ausschließlich für Protonen durchlässig ist, spaltet sich der Wasserstoff in Elektronen und Protonen, wobei die Protonen die Membran durchqueren.

Die Elektronen wandern dann über ein Kabel in die Kathode, wobei elektrische Arbeit verrichtet wird - Es entsteht Gleichstrom.

Der Gleichstrom wird anschließend an einen „Inverter“ weitergeleitet. Dieser wandelt den Gleichstrom in Wechselstrom um, sodass er im Haushalt genutzt oder in das Stromnetz eingespeist werden kann.

Die erzeugte Wärmeenergie wird unterdessen an einen Pufferspeicher weitergeleitet. Da die Brennstoffzellenheizung fast immer in Betrieb ist, wird häufig Wärme erzeugt, obwohl sie nicht benötigt wird. Ohne einen Speicher wäre eine Brennstoffzellenheizung daher sehr ineffizient.

Für wen eignet sich eine Brennstoffzellenheizung?

Icon einer Brennstoffzellenheizung mit rotem Kreuz und grünem Haken

Wie bei jedem Heizsystem gibt es bestimmte Voraussetzungen, unter denen der Betrieb sinnvoll ist. Bei der Brennstoffzelle gibt es die folgenden fünf Faktoren:

  • Energetischer Zustand des Hauses
  • Strombedarf
  • Wasser- und Wärmebedarf
  • Vorhandener Gasanschluss
  • Vorhandener Zentral-Heizungsanschluss

Wichtig für den Betrieb der Brennstoffzellenheizung ist ein vorhandener Gasanschluss. Eine Neuverlegung ließe die bereits hohen Kosten noch weiter in die Höhe schließen. Die zentrale Anlage ist wiederum notwendig, damit die gewonnene Wärme über eine zentrale Wärmeabgabe an das gesamte Haus abgegeben werden kann.

Eine Brennstoffzellenheizung erzeugt Strom und Wärme in einem ähnlichen Verhältnis. Strom wird allerdings nur dann produziert, wenn die Wärme zum Heizen oder für die Warmwasseraufbereitung benötigt wird.

Die Initiative Brennstoffzelle (IBZ) hält einen jährlichen Gesamtwärmebedarf ab 10.000 kWh für angemessen. Der Strombedarf sollte ebenfalls nicht zu niedrig ausfallen. Da eine Brennstoffzellenheizung ständig Energie erzeugt rechnet sich dieses Heizsystem für Haushalte mit sehr niedrigem Energieverbrauch nicht.

Was kostet eine Brennstoffzellenheizung? 

Icon einer Brennstoffzellenheizung mit Euromünze

Eine Brennstoffzellenheizung ist teuer. Obwohl die Anschaffungskosten mit 2007 verglichen um über 70 % gesunken sind, kostet eine Brennstoffzellenheizung mit 25.000 bis 40.000 € nach wie vor deutlich mehr als konventionelle Energiesysteme.

Allerdings gibt es zwei große Aspekte, die eine Anschaffung dennoch lohnenswert machen:

  1. Staatliche Förderungen bis 40 %
  2. Reduzierung der Energiekosten um 30 bis 40 %

Werfen wir jedoch zuerst einen Blick auf die Anschaffungskosten der Brennstoffzellenheizung. Den größten Kostenpunkt macht natürlich die Heizung selbst aus, weitere vierstellige Beträge kommen aber noch für die Installation, den Pufferspeicher und eine Abgasleitung hinzu.

Wir haben Ihnen die Kosten für eine Brennstoffzellenheizung im Einfamilienhaus in der folgenden Tabelle dargestellt:

Die Kosten einer Brennstoffzellenheizung
Grundgerät 23.000 – 30.000 €
Installation 3.000 – 5.000 €
Pufferspeicher 1.500 – 3.000 €
Abgasleitung ca. 1000 €
Gesamt: 28.500 – 39.000 €

Je nachdem welche Maßnahmen erforderlich sind, können die Kosten 50.000 € übersteigen. Einige Posten sind nämlich optional oder fallen nur in bestimmten Fällen an. Dazu gehören unter anderem:

  • Verlegung eines Gasanschlusses (1.500 bis 2.500 €)
  • Wasserabfluss (1.000 bis 3.000 €)
  • Wechselrichter (1.000 bis 2.000 €)
  • Abzug (2.000 bis 5.000 €)
  • Stromspeicher (6.000 bis 8.000 €)

Wie viel kostet eine Brennstoffzellenheizung im Vergleich zu anderen Heizsystemen?

Die Kosten der Brennstoffzellenheizung im Vergleich mit anderen Heizsystemen

Beachten Sie, dass jedes Heizsystem mit seinen eigenen Vor- & Nachteilen einhergeht. Obwohl Solarthermie zwar relativ günstig ist, reicht die Leistung in der Regel nicht aus um einen ganzen Haushalt mit Wärme zu versorgen. Eine Brennwertstoffzellenheizung ist zwar sehr teuer, versorgt das Haus dafür aber sowohl mit Strom als auch mit Wärme.

Wie hoch ist die Förderung für eine Brennstoffzellenheizung? 

grüner Pfeil mit Euromünze

Die Förderungen für Brennstoffzellenheizungen machen die Anschaffung um einiges attraktiver. Zuerst gilt es jedoch herauszufinden, ob Sie überhaupt förderberechtigt sind. Es gelten die folgenden Kriterien:

  • Immobilie in Deutschland
  • Ein- oder Zweifamilienhaus
  • Brennstoffzellenheizung hat eine Leistung zwischen 250 und 5.000 Watt

Über das Programm 433 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bekommen sie bis zu 40 % der förderfähigen Kosten erstattet. Die Förderung besteht aus einem Basis- und Bonusbetrag.

Basisbetrag: Sie erhalten 5.700 € als Grundbetrag für die zugelassene Anlage.

Bonusbetrag: Je 100 Watt elektrischer Leistung erhalten Sie 450 € extra.

Hinweis:

Die maximale Fördergrenze liegt bei 40 % der förderfähigen Kosten. Entsprechend sind die Bonuszahlungen bei Anlagen mit hoher Leistung gedeckelt.

Für eine erfolgreiche Auszahlung sollten Sie die folgenden technischen Voraussetzungen erfüllen: 

  • Fachmännische Installation der Anlagen
  • Einbindung in Wärme- und Stromversorgung des Hauses
  • hydraulischer Abgleich wird vorgenommen
  • Wartungsvertrag über min 10 Jahre abschließen
  • Gesamtwirkungsgrad von min 82 % und elektrischer Wirkungsgrad von min 32 % bei Inbetriebnahme der Anlage

Beachten Sie: Den Antrag sollten Sie zusammen mit einem Energieberater stellen, der Ihnen im Anschluss die „Bestätigung zum Antrag“ (BzA) aushändigt. Anschließend können Sie die Förderung über das Onlineportal der KfW beantragen.

Hier finden Sie alle weiteren Information der KfW

Wie viel Energie spare ich durch eine Brennstoffzellenheizung?

Energie Sparen Icon

Gemäß den Angaben der Hersteller sinken die Energiekosten durch eine Brennstoffzelle um 40 bis 50 %. Dadurch amortisieren sich die Zusatzkosten bei der Anschaffung relativ schnell. Insbesondere Haushalte mit einem hohen Energie- und Stromverbrauch profitieren von diesem Kostensenkungseffekt.

Durch eine Brennstoffzellenheizung machen Sie sich darüber hinaus von den stetig steigenden Strompreisen unabhängig.

Tipp:

Vor den steigenden Strompreisen sichern Sie sich auch mit einer Photovoltaikanlageab. Enpal bietet Ihnen diese schon ab monatlich 49 € im Komplettpaket an. Informieren Sie sich hier über das Solar-Leasing.

Durch eine Brennstoffzelle stoßen Sie außerdem ca. ein Drittel weniger CO2 aus. Dieser Effekt macht sich wiederum in der verringerten CO2-Steuer bemerkbar.

Welche Hersteller gibt es?

Hersteller Icon mit Zahnrad

In den letzten Jahren wurde die Brennstoffzellenheizung nicht nur erheblich effizienter und günstiger, auch die Vielfalt der am Markt angebotenen Produkte ist gestiegen.

Brennstoffzellen unterscheiden sich nach Leistung, Wirkungsgrad, Speicher und Kesselanzahl. Wegen der attraktiven Fördermöglichkeiten wächst der Markt für die Brennstoffzellenheizung stetig. Hier ist eine Übersicht über die beliebtesten Hersteller, deren Heizsysteme im deutschsprachigen Raum erhältlich sind:

  • Buderus
  • Remeha
  • SenerTech
  • SOLIDpower
  • Sunfire
  • Viessmann
  • mPower
  • Freudenberg

Welche Vor- und Nachteile haben Brennstoffzellen? 

Nun noch einmal auf den Punkt gebracht: Was spricht für und was gegen eine Brennstoffzellenheizung?

Vorteile Nachteile
+ sehr hoher Wirkungsgrad - sehr hohe Anschaffungskosten
+ 40 bis 50 % geringere Energiekosten - Betrieb mit fossilem Energieträger
+ Unabhängigkeit von Strompreisen - Gasanschluss nötig
+ Betrieb ohne Lärm - für Haushalte mit geringem Energieverbrauch ungeeignet
+ geringer Verschleiß und sehr geringe Wartung - wenige Daten für den Langzeitbetrieb
+ über 30 % weniger CO2-Emissonen
+ wird gefördert

Unterschied zwischen Brennstoffzellenheizung und Blockheizkraftwerk.

Nicht selten werden Brennstoffzellenheizungen (BSZH) mit Blockheizkraftwerken (BHKW) in einen Topf geworfen. Obwohl beide Heizsysteme über das Kraft-Wäre-Kopplungs-Prinzip funktionieren gibt es einige Unterschiede:

BSZH BHKW
Art der Energie Erzeugung Erzeugung von Wasserstoff aus Erdgas; Umwandlung von chemischer Energie in elektrische Energie und Wärme Verbrennung fossiler Energieträger; Umwandlung mechanischer Energie zur Erzeugung von Strom und Wärme
Stromgenerator Brennstoffzelle Verbrennungsmotor, Stirlingmotor
Emissionen ca. 30 % weniger CO2 ca. 15 % weniger CO2
elektrischer Wirkungsgrad 60 bis 70 % 25 bis 38 %
Wartung jährlich alle 5 bis 10 Jahre

Fazit: Ist eine Brennstoffzellenheizung sinnvoll?

Icon einer Glühbirne

Die Brennstoffzellenheizung ist ein relativ neues Heizsystem, geht aber mit zahlreichen Vorteilen einher. Sie sparen Strom, Gas und CO2 zur selben Zeit. Die ausgeklügelte Technik der Brennstoffzellenheizung geht allerdings mit einem hohen Anschaffungspreis einher.

Obwohl dieser Preis durch die KfW-Zuschüsse bis zu 40 % gesenkt werden kann, sollten Sie auch andere Heizsysteme in Betracht ziehen. Mittlerweile werden nämlich nahezu alle erneuerbaren Energiesysteme vom Staat bezuschusst.

Insbesondere die Stromerzeugung können Sie vollkommen emissionslos und mithilfe von staatlichen Förderungen selbst übernehmen. Die Lösung heißt Photovoltaik! Mit dem Rundum-Sorglos-Paket von kümmern wir uns um die Installation, Versicherung, Wartung und Reparatur.

Unverbindliche Anfrage schicken

Hier können Sie herausfinden, ob sich eine PV-Anlage auch für Ihr Haus lohnt:

Enpal-Solar-Planer
Der Solarcheck von Enpal mit vier Buttons zum Clicken
Enpal. Top Anbieter in Deutschland.