

Die Heizung wird nicht richtig warm, obwohl das Thermostat auf Stufe 5 steht. Oder der Drehregler lässt sich kaum noch bewegen. Beides sind typische Anzeichen für ein defektes Thermostat. Die gute Nachricht: Der Wechsel des Thermostatkopfes ist einfach, günstig und in wenigen Minuten erledigt. Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie der Austausch funktioniert, was er kostet und wieso sich meistens ein Upgrade auf ein smartes Thermostat lohnt. Mit konkreten Preisen, einer Kompatibilitätstabelle für verschiedene Ventiltypen und praktischen Tipps für Mieter.
Ein Heizkörperthermostat regelt die Raumtemperatur, indem es den Durchfluss des Heizwassers durch den Heizkörper steuert. Im Inneren befindet sich ein Temperaturfühler, der auf die Umgebungswärme reagiert. Wird es im Raum zu warm, schließt das Thermostat das Ventil automatisch. Kühlt der Raum ab, öffnet es wieder. So bleibt die Temperatur konstant, ohne dass jemand nachregeln muss.
Die Zahlen 1 bis 5 auf dem Drehregler stehen dabei für Temperaturstufen: Stufe 1 entspricht etwa 12 °C, Stufe 3 etwa 20 °C und Stufe 5 etwa 28 °C. Wer die Heizung auf 5 dreht, heizt den Raum also nicht schneller auf, sondern lediglich auf eine höhere Zieltemperatur.
Mehr zur Funktionsweise und den verschiedenen Thermostat-Typen gibt es im ausführlichen Ratgeber: Thermostate
Ein Thermostatwechsel ist sinnvoll, wenn das Thermostat nicht mehr richtig regelt, schwergängig ist oder bereits länger als 15 Jahre im Einsatz ist. Viele Haushalte heizen mit veralteten Thermostaten, ohne es zu merken. Das kostet unnötig Energie und Geld.
Die folgenden Anzeichen deuten auf ein defektes oder verschlissenes Thermostat hin:
Ein klemmendes Thermostat bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Ventil defekt ist. Oft sitzt nur der Ventilstift fest. In diesem Fall hilft es, den Stift mit etwas Kriechöl (z. B. WD-40) zu lösen und mehrmals zu bewegen. Funktioniert das nicht, ist ein neues Thermostat die einfachste Lösung.
Die durchschnittliche Lebensdauer eines Heizkörperthermostats liegt bei etwa 15 Jahren. Nach dieser Zeit lässt die Regelgenauigkeit nach, weil das Dehnstoffelement im Inneren ermüdet. Wer seine Thermostate nicht kennt, sollte bei der nächsten Heizperiode das Alter prüfen. Bei Thermostaten aus den 2000er-Jahren oder früher lohnt sich ein Austausch in der Regel.
Der Thermostatwechsel kostet je nach Thermostat-Typ zwischen 10 € und 100 € pro Heizkörper, wenn man den Austausch selbst durchführt. Bei Beauftragung eines Fachbetriebs kommen Arbeitskosten von 30 € bis 80 € pro Thermostat hinzu. Die Gesamtkosten hängen also davon ab, ob nur der Thermostatkopf oder auch das Ventil getauscht werden muss.
Rechenbeispiel: 5 Heizkörper mit programmierbaren Thermostaten
Zum Vergleich: Beauftragt man einen Fachbetrieb für den reinen Thermostatkopf-Wechsel, fallen zusätzlich etwa 150–250 € Arbeitskosten an (Anfahrt + 30–50 € pro Thermostat).
Wann lohnt sich der Fachbetrieb?
Beauftragt man einen Fachbetrieb für den reinen Thermostatkopf-Wechsel, fallen zusätzlich etwa 150–250 € Arbeitskosten an (Anfahrt + 30–50 € pro Thermostat). Der Thermostatkopf lässt sich problemlos selbst wechseln. Ein Fachbetrieb ist nur nötig, wenn das darunterliegende Thermostatventil getauscht werden muss. Dabei muss die Heizungsanlage entleert werden, was Fachwissen erfordert. Die Kosten für einen Ventilwechsel liegen bei 80–150 € pro Heizkörper (Material + Arbeit).
Ja, den Thermostatkopf kann man ohne Fachkenntnisse in etwa 10 Minuten selbst wechseln. Die Heizung muss dafür nicht abgestellt oder entleert werden. Lediglich das darunterliegende Ventil sollte ein Fachbetrieb tauschen, da hierfür das Heizungswasser abgelassen werden muss.
Der Austausch des Thermostatkopfes ist eine der einfachsten Wartungsarbeiten an der Heizung. Mit der richtigen Vorbereitung gelingt er auch ohne handwerkliche Erfahrung.
Welches Werkzeug braucht man zum Thermostat wechseln?
In den meisten Fällen genügt eine Rohrzange oder sogar die bloße Hand, da viele Thermostate nur gesteckt oder mit einer Überwurfmutter befestigt sind. Spezielles Werkzeug ist selten nötig.
Wie wechselt man ein Heizkörperthermostat Schritt für Schritt?
Der Wechsel erfolgt in 5 einfachen Schritten: altes Thermostat abschrauben, Ventilstift prüfen, neues Thermostat aufsetzen und Funktion testen. Die gesamte Arbeit dauert etwa 10 Minuten pro Heizkörper.
Was sollte man beim Thermostatwechsel beachten?
Vor dem Kauf eines neuen Thermostats sollte man den Ventilhersteller prüfen, da nicht jedes Thermostat auf jedes Ventil passt. Bei festsitzenden Ventilstiften hilft etwas Geduld und Kriechöl.
Gut zu wissen: Lässt sich der Ventilstift nicht bewegen oder federt er nicht zurück, ist möglicherweise das Ventil selbst defekt. In diesem Fall sollte ein Fachbetrieb das gesamte Thermostatventil tauschen.
Die meisten neuen Thermostate passen auf gängige Ventile mit M30 x 1,5-Gewinde, dem in Deutschland am weitesten verbreiteten Standard. Für ältere Ventile von Danfoss, Heimeier oder Oventrop gibt es passende Adapter, die oft bereits im Lieferumfang enthalten sind.
Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf das vorhandene Ventil. Wer unsicher ist, fotografiert am besten das abgeschraubte Thermostat mitsamt dem Ventilkopf. So lässt sich im Baumarkt oder online schnell der richtige Adapter finden.
Wie erkennt man den Ventiltyp?
Der einfachste Weg ist, das alte Thermostat abzuschrauben und das Ventil zu betrachten. Die wichtigsten Merkmale:
Praxis-Tipp: Viele Hersteller bieten online Kompatibilitätsprüfungen an. Bei Tado, Homematic IP, Bosch und anderen großen Anbietern lässt sich das Ventil anhand eines Fotos identifizieren. Alternativ helfen die Mitarbeiter im Baumarkt bei der Auswahl des richtigen Adapters.
Gut zu wissen: Das Bosch Smart Home Thermostat II ist mit allen gängigen Ventilen kompatibel und wird mit Adaptern für Danfoss RA, RAV und RAVL geliefert. Wer bereits Bosch-Geräte nutzt oder eine Bosch-Wärmepumpe besitzt, profitiert von der nahtlosen Integration ins Bosch-Ökosystem.
Für die meisten Haushalte lohnt sich der Umstieg auf ein smartes Thermostat, da es die höchste Ersparnis bietet und sich bequem per App steuern lässt. Manuelle und programmierbare Thermostate erfüllen zwar die Grundfunktion, verschenken aber Einsparpotenzial durch fehlende Automatisierung.
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
Warum sich smarte Thermostate für die meisten Haushalte lohnen:
Smarte Thermostate amortisieren sich in der Regel nach 2 bis 4 Jahren durch die eingesparten Heizkosten. Danach spart man Jahr für Jahr bares Geld. Hinzu kommt der Komfortgewinn: Die Heizung lässt sich von unterwegs steuern, passt sich automatisch an den Alltag an und stoppt beim Lüften von selbst.
Besonders sinnvoll ist der Umstieg für:
Mehr Details zu smarten Thermostaten gibt es hier: Smarte Thermostate Hersteller
Wer verschiedene Modelle vergleichen möchte, findet hier einen aktuellen Überblick: Smart Thermostat Test 2026
Wer von Enpal eine Wärmepumpe von Bosch installiert hat, profitiert besonders vom Bosch Smart Home Thermostat II. Die Kombination ermöglicht eine einheitliche Steuerung von Wärmepumpe und Raumtemperatur über eine App. So arbeitet das gesamte Heizsystem maximal effizient zusammen.
Mit einem neuen Thermostat lassen sich je nach Ausgangssituation und Thermostat-Typ zwischen 50 € und 200 € Heizkosten pro Jahr einsparen. Die tatsächliche Ersparnis hängt vom bisherigen Heizverhalten, der Gebäudedämmung und der gewählten Thermostat-Variante ab.
Eine Faustregel: Jedes Grad weniger Raumtemperatur senkt den Energieverbrauch laut Verbraucherzentrale um etwa 6 %. Das bestätigt auch eine Studie der Hochschule Biberach.
Rechenbeispiel: Altbau mit Gasheizung
Szenario 1: Wechsel auf manuelle Thermostate + bewussteres Heizen
Szenario 2: Wechsel auf programmierbare Thermostate
Szenario 3: Wechsel auf smarte Thermostate
Amortisation im Vergleich:
Fazit der Rechnung: Smarte Thermostate haben zwar die höchsten Anschaffungskosten, bieten aber auch die größte Ersparnis. Nach etwa 2 Jahren sind die Kosten eingespielt. Danach spart man im Beispiel über 360 € pro Jahr. Über 10 Jahre gerechnet ergibt das einen Nettogewinn von über 2.900 €.
Gut zu wissen: In schlecht gedämmten Altbauten ist das Einsparpotenzial oft noch höher, da hier mehr Energie durch falsches Heizverhalten verloren geht. Eine Studie des Potsdamer Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung zeigt, dass smarte Thermostate gerade in älteren Gebäuden besonders effektiv sind.
Für den reinen Thermostatwechsel gibt es aktuell keine direkte staatliche Förderung. Smarte Thermostate können jedoch im Rahmen einer Heizungsoptimierung oder beim Umstieg auf eine Wärmepumpe als förderfähige Maßnahme berücksichtigt werden.
Fördermöglichkeiten im Überblick:
Wann lohnt sich die Förderung?
Wer ohnehin einen Heizungstausch oder eine Heizungsoptimierung plant, sollte smarte Thermostate direkt mit einplanen. Die Kosten können dann als Teil der Gesamtmaßnahme gefördert werden. Für den alleinigen Kauf von Thermostaten ist der Aufwand für einen Förderantrag in der Regel zu hoch.
Bei der Installation einer Wärmepumpe von Enpal werden alle förderfähigen Maßnahmen automatisch berücksichtigt. Das Enpal-Team kümmert sich um die Antragstellung und stellt sicher, dass die maximale Förderung ausgeschöpft wird. Mehr zur aktuellen Förderung gibt es hier: Wärmepumpen Förderung 2026
Der Thermostatwechsel ist Vermietersache, da er zur Instandhaltung der Heizungsanlage zählt. Bei einer Kleinreparaturklausel im Mietvertrag müssen Mieter jedoch für Kosten bis zu einer festgelegten Grenze (meist 75–100 €) selbst aufkommen.
Rechtliche Einordnung:
Was Mieter wissen sollten:
Ein defektes oder veraltetes Thermostat kostet unnötig Heizenergie und damit bares Geld. Der Wechsel des Thermostatkopfes ist in wenigen Minuten erledigt und erfordert weder Fachkenntnisse noch teures Werkzeug. Wer ohnehin tauscht, sollte den Umstieg auf smarte Thermostate in Betracht ziehen. Sie bieten das größte Einsparpotenzial und amortisieren sich in der Regel nach 2 bis 3 Jahren. In Kombination mit einer modernen Wärmepumpe arbeitet das gesamte Heizsystem dann maximal effizient zusammen.
Bei Enpal bekommen Sie beim Kauf einer Wärmepumpe smarte Thermostate für alle Heizkörper dazu. Hier können Sie herausfinden, ob sich eine Wärmepumpe auch für Ihr Haus lohnt:
Nein, für den Wechsel des Thermostatkopfes muss das Heizungswasser nicht abgelassen werden. Der Thermostatkopf sitzt auf dem Ventil und lässt sich einfach abschrauben. Nur wenn das darunterliegende Ventil selbst getauscht werden muss, ist das Ablassen des Wassers erforderlich. Diese Arbeit sollte ein Fachbetrieb übernehmen.
Die Symbole haben folgende Bedeutung: Der Stern (*) oder die Schneeflocke steht für die Frostschutzstellung (ca. 6 °C). Die Sonne markiert oft die Komforttemperatur (ca. 20 °C) und der Mond die Nachtabsenkung (ca. 14–16 °C). Die Zahlen 1 bis 5 entsprechen Temperaturstufen von etwa 12 °C bis 28 °C, wobei jede Stufe rund 4 °C Unterschied bedeutet.
Der Wechsel eines einzelnen Thermostatkopfes dauert etwa 5 bis 10 Minuten. Bei mehreren Heizkörpern sollte man pro Thermostat etwa 10 Minuten einplanen. Für ein ganzes Einfamilienhaus mit 8 Heizkörpern ist der Austausch somit in etwa 1 bis 2 Stunden erledigt.
Ja, die meisten smarten Thermostate funktionieren auch bei Internetausfall. Sie arbeiten dann mit den zuletzt gespeicherten Zeitplänen weiter. Allerdings ist die Steuerung per App oder Sprachassistent ohne Internetverbindung nicht möglich. Einige Modelle wie Homematic IP arbeiten komplett lokal und benötigen keine Cloud-Verbindung.
Ja, allerdings werden dafür spezielle Raumthermostate benötigt, die den Stellantrieb am Heizkreisverteiler ansteuern. Klassische Heizkörperthermostate passen nicht auf Fußbodenheizungen. Anbieter wie Bosch, Tado und Homematic IP bieten passende Lösungen für Fußbodenheizungen an.
Die Batterien in smarten Thermostaten halten in der Regel 1 bis 2 Jahre. Die meisten Geräte zeigen rechtzeitig per App oder LED-Signal an, wenn die Batterien schwach werden. Einige Modelle wie das Bosch Smart Home Thermostat II verwenden zwei AA-Batterien, die günstig und überall erhältlich sind.
Technisch ja, allerdings lassen sich Thermostate unterschiedlicher Hersteller meist nicht in einer gemeinsamen App steuern. Für eine einheitliche Bedienung empfiehlt es sich, bei einem System zu bleiben. Wer bereits Bosch-Geräte oder eine Bosch-Wärmepumpe nutzt, profitiert von der durchgängigen Steuerung über die Bosch Smart Home App.
Der Thermostatkopf ist der sichtbare Teil mit dem Drehregler, der auf das Ventil aufgesetzt wird. Er misst die Raumtemperatur und gibt die Steuerbefehle. Das Thermostatventil sitzt im Heizkörper und regelt den Wasserdurchfluss. Der Thermostatkopf lässt sich einfach selbst wechseln, das Ventil sollte ein Fachbetrieb tauschen.
Ja, Thermostate funktionieren mit nahezu allen wassergeführten Heizsystemen: Gasheizung, Ölheizung, Fernwärme, Pelletheizung und Wärmepumpe. Entscheidend ist, dass die Heizkörper über Thermostatventile verfügen. Bei elektrischen Heizungen oder Infrarotheizungen werden keine klassischen Thermostate verwendet.
Ja, die meisten smarten Thermostate sind mit gängigen Sprachassistenten kompatibel. Amazon Alexa, Google Assistant und Apple HomeKit werden von vielen Herstellern unterstützt. So lässt sich die Temperatur per Sprachbefehl anpassen, ohne das Smartphone oder den Thermostatkopf zu bedienen.