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Thermostat wechseln: So geht's – Anleitung, Kosten, Tipps

Aktualisiert:
02.02.2026
Lesezeit:
5 Minuten
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Thermostat wechseln: Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Heizkörperthermostat lässt sich in etwa 10 Minuten ohne Fachkenntnisse selbst wechseln, das darunterliegende Ventil sollte jedoch ein Fachbetrieb tauschen.
  • Die Kosten für ein neues Thermostat liegen je nach Typ zwischen 10 € (manuell) und 80 € (smart), der Einbau in Eigenleistung ist kostenlos.
  • Ein defektes oder veraltetes Thermostat erkennt man an klemmenden Ventilen, ungleichmäßiger Wärmeverteilung oder einer Nutzungsdauer von mehr als 15 Jahren.
  • Die meisten neuen Thermostate passen auf gängige Ventile mit M30-Gewinde, für ältere gibt es passende Adapter.
  • In der Mietwohnung ist der Thermostatwechsel Vermietersache, bei einer Kleinreparaturklausel können Mieter jedoch bis zu 100 € selbst tragen.
Hände halten ein analoges Thermostat und ein Smart Thermostat vor einer Heizung

Die Heizung wird nicht richtig warm, obwohl das Thermostat auf Stufe 5 steht. Oder der Drehregler lässt sich kaum noch bewegen. Beides sind typische Anzeichen für ein defektes Thermostat. Die gute Nachricht: Der Wechsel des Thermostatkopfes ist einfach, günstig und in wenigen Minuten erledigt. Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie der Austausch funktioniert, was er kostet und wieso sich meistens ein Upgrade auf ein smartes Thermostat lohnt. Mit konkreten Preisen, einer Kompatibilitätstabelle für verschiedene Ventiltypen und praktischen Tipps für Mieter.

Inhaltsverzeichnis

Was macht ein Heizkörperthermostat?

Ein Heizkörperthermostat regelt die Raumtemperatur, indem es den Durchfluss des Heizwassers durch den Heizkörper steuert. Im Inneren befindet sich ein Temperaturfühler, der auf die Umgebungswärme reagiert. Wird es im Raum zu warm, schließt das Thermostat das Ventil automatisch. Kühlt der Raum ab, öffnet es wieder. So bleibt die Temperatur konstant, ohne dass jemand nachregeln muss.

Die Zahlen 1 bis 5 auf dem Drehregler stehen dabei für Temperaturstufen: Stufe 1 entspricht etwa 12 °C, Stufe 3 etwa 20 °C und Stufe 5 etwa 28 °C. Wer die Heizung auf 5 dreht, heizt den Raum also nicht schneller auf, sondern lediglich auf eine höhere Zieltemperatur.

Mehr zur Funktionsweise und den verschiedenen Thermostat-Typen gibt es im ausführlichen Ratgeber: Thermostate

Wann sollte man das Thermostat wechseln?

Ein Thermostatwechsel ist sinnvoll, wenn das Thermostat nicht mehr richtig regelt, schwergängig ist oder bereits länger als 15 Jahre im Einsatz ist. Viele Haushalte heizen mit veralteten Thermostaten, ohne es zu merken. Das kostet unnötig Energie und Geld.

Die folgenden Anzeichen deuten auf ein defektes oder verschlissenes Thermostat hin:

Anzeichen Was passiert Handlung
Thermostat lässt sich schwer drehen Der Drehregler klemmt oder bewegt sich nur ruckartig Wechsel empfohlen
Heizung wird nicht warm Trotz Stufe 5 bleibt der Heizkörper kalt oder nur lauwarm Ventilstift prüfen, ggf. Thermostat wechseln
Heizung wird nicht mehr kalt Der Heizkörper heizt dauerhaft, auch auf Stufe 0 oder * Ventil schließt nicht mehr, Wechsel nötig
Ungleichmäßige Wärmeverteilung Heizkörper wird oben heiß, unten bleibt kalt Kann am Thermostat oder an Luft im System liegen
Thermostat älter als 15 Jahre Mechanik verschleißt mit der Zeit Präventiver Wechsel sinnvoll
Sichtbare Beschädigungen Risse, abgebrochene Teile oder lose Verbindung Sofortiger Wechsel

Gut zu wissen:

Ein klemmendes Thermostat bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Ventil defekt ist. Oft sitzt nur der Ventilstift fest. In diesem Fall hilft es, den Stift mit etwas Kriechöl (z. B. WD-40) zu lösen und mehrmals zu bewegen. Funktioniert das nicht, ist ein neues Thermostat die einfachste Lösung.

Die durchschnittliche Lebensdauer eines Heizkörperthermostats liegt bei etwa 15 Jahren. Nach dieser Zeit lässt die Regelgenauigkeit nach, weil das Dehnstoffelement im Inneren ermüdet. Wer seine Thermostate nicht kennt, sollte bei der nächsten Heizperiode das Alter prüfen. Bei Thermostaten aus den 2000er-Jahren oder früher lohnt sich ein Austausch in der Regel.

Was kostet der Thermostatwechsel insgesamt?

Der Thermostatwechsel kostet je nach Thermostat-Typ zwischen 10 € und 100 € pro Heizkörper, wenn man den Austausch selbst durchführt. Bei Beauftragung eines Fachbetriebs kommen Arbeitskosten von 30 € bis 80 € pro Thermostat hinzu. Die Gesamtkosten hängen also davon ab, ob nur der Thermostatkopf oder auch das Ventil getauscht werden muss.

Kategorie Thermostat-Typ Preis pro Stück Einbau selbst Einbau Fachbetrieb
Günstig Manuelles Thermostat 10–20 € 0 € 30–50 €
Mittel Programmierbares Thermostat 25–50 € 0 € 30–50 €
Premium Smartes Thermostat 50–100 € 0 € 40–80 €
Zusatz Adapter (falls nötig) 5–15 €
Zusatz Bridge/Gateway (bei Smart) 50–100 €

Rechenbeispiel: 5 Heizkörper mit programmierbaren Thermostaten

  • Thermostate: 5 × 35 € = 175 €
  • Adapter (2 Sonderventile): 2 × 10 € = 20 €
  • Eigenleistung: 0 €
  • Gesamtkosten: 195 €

Zum Vergleich: Beauftragt man einen Fachbetrieb für den reinen Thermostatkopf-Wechsel, fallen zusätzlich etwa 150–250 € Arbeitskosten an (Anfahrt + 30–50 € pro Thermostat).

Wann lohnt sich der Fachbetrieb?

Beauftragt man einen Fachbetrieb für den reinen Thermostatkopf-Wechsel, fallen zusätzlich etwa 150–250 € Arbeitskosten an (Anfahrt + 30–50 € pro Thermostat). Der Thermostatkopf lässt sich problemlos selbst wechseln. Ein Fachbetrieb ist nur nötig, wenn das darunterliegende Thermostatventil getauscht werden muss. Dabei muss die Heizungsanlage entleert werden, was Fachwissen erfordert. Die Kosten für einen Ventilwechsel liegen bei 80–150 € pro Heizkörper (Material + Arbeit).

Bauteil Selbst wechseln? Kosten Fachbetrieb
Thermostatkopf Ja, in 10 Minuten 30–50 € Arbeit + Material
Thermostatventil Nein, Heizung muss entleert werden 80–150 € komplett

Kann man ein Thermostat selbst wechseln?

Ja, den Thermostatkopf kann man ohne Fachkenntnisse in etwa 10 Minuten selbst wechseln. Die Heizung muss dafür nicht abgestellt oder entleert werden. Lediglich das darunterliegende Ventil sollte ein Fachbetrieb tauschen, da hierfür das Heizungswasser abgelassen werden muss.

Der Austausch des Thermostatkopfes ist eine der einfachsten Wartungsarbeiten an der Heizung. Mit der richtigen Vorbereitung gelingt er auch ohne handwerkliche Erfahrung.

Welches Werkzeug braucht man zum Thermostat wechseln?

In den meisten Fällen genügt eine Rohrzange oder sogar die bloße Hand, da viele Thermostate nur gesteckt oder mit einer Überwurfmutter befestigt sind. Spezielles Werkzeug ist selten nötig.

Werkzeug Wofür Unbedingt nötig?
Rohrzange oder Maulschlüssel Zum Lösen festsitzender Überwurfmuttern Nur bei älteren Thermostaten
Schraubendreher (flach) Zum Lösen von Klemmverbindungen Selten, je nach Modell
Tuch oder Lappen Zum Schutz der Oberfläche und für besseren Grip Empfohlen
Kriechöl (z. B. WD-40) Zum Lösen festsitzender Ventilstifte Optional, bei klemmenden Ventilen
Smartphone/Kamera Zum Fotografieren des alten Ventils vor dem Kauf Empfohlen

Wie wechselt man ein Heizkörperthermostat Schritt für Schritt?

Der Wechsel erfolgt in 5 einfachen Schritten: altes Thermostat abschrauben, Ventilstift prüfen, neues Thermostat aufsetzen und Funktion testen. Die gesamte Arbeit dauert etwa 10 Minuten pro Heizkörper.

Schritt Aufgabe Anleitung Zeitaufwand
1 Thermostat auf Null stellen Den Drehregler auf die Frostsicherung (*) oder 0 drehen, damit das Ventil geschlossen ist. 10 Sekunden
2 Altes Thermostat abschrauben Die Überwurfmutter am Thermostatkopf gegen den Uhrzeigersinn drehen. Bei älteren Modellen hilft eine Rohrzange. 1–2 Minuten
3 Ventilstift prüfen Nach dem Abnehmen ist der Ventilstift sichtbar (ca. 5 mm Metallstift). Dieser sollte sich leicht eindrücken lassen und von selbst zurückfedern. 30 Sekunden
4 Neues Thermostat aufsetzen Das neue Thermostat auf das Ventil setzen und die Überwurfmutter im Uhrzeigersinn handfest anziehen. Nicht zu fest, um das Gewinde nicht zu beschädigen. 1–2 Minuten
5 Funktion testen Thermostat auf Stufe 3 stellen und prüfen, ob der Heizkörper nach einigen Minuten warm wird. Dann auf 0 stellen und prüfen, ob er abkühlt. 5–10 Minuten

Was sollte man beim Thermostatwechsel beachten?

Vor dem Kauf eines neuen Thermostats sollte man den Ventilhersteller prüfen, da nicht jedes Thermostat auf jedes Ventil passt. Bei festsitzenden Ventilstiften hilft etwas Geduld und Kriechöl.

Tipp Warum wichtig
Altes Ventil vor dem Kauf fotografieren So lässt sich im Baumarkt oder online der passende Adapter finden.
Ventilstift prüfen, bevor das neue Thermostat drauf kommt Ein festsitzender Stift macht auch das neue Thermostat wirkungslos.
Festsitzenden Ventilstift mit Kriechöl lösen Öl auftragen, 10 Minuten warten, Stift mehrmals eindrücken und loslassen.
Überwurfmutter nur handfest anziehen Zu festes Anziehen kann das Gewinde beschädigen.
Wechsel im Sommer durchführen Bei abgeschalteter Heizung lässt sich die Funktion erst in der Heizsaison testen, aber der Stift sitzt weniger fest.

Gut zu wissen: Lässt sich der Ventilstift nicht bewegen oder federt er nicht zurück, ist möglicherweise das Ventil selbst defekt. In diesem Fall sollte ein Fachbetrieb das gesamte Thermostatventil tauschen.

Passen neue Thermostate auf alte Ventile?

Die meisten neuen Thermostate passen auf gängige Ventile mit M30 x 1,5-Gewinde, dem in Deutschland am weitesten verbreiteten Standard. Für ältere Ventile von Danfoss, Heimeier oder Oventrop gibt es passende Adapter, die oft bereits im Lieferumfang enthalten sind.

Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf das vorhandene Ventil. Wer unsicher ist, fotografiert am besten das abgeschraubte Thermostat mitsamt dem Ventilkopf. So lässt sich im Baumarkt oder online schnell der richtige Adapter finden.

Übersicht gängiger Heizungsventile und Adapter
Ventilhersteller Ventiltyp Gewinde/Anschluss Adapter nötig? Hinweis
Standard (die meisten Hersteller) M30 x 1,5 M30 x 1,5 Nein Häufigster Standard in Deutschland, passt auf fast alle neuen Thermostate.
Bosch Standard M30 x 1,5 Nein Entspricht dem gängigen Standard, optimal für Bosch Smart Home Thermostate.
Danfoss RA Klemmanschluss Ja Sehr verbreitet in älteren Gebäuden, Adapter meist im Lieferumfang.
Danfoss RAV Klemmanschluss Ja Ältere Variante, Adapter separat erhältlich.
Danfoss RAVL Klemmanschluss Ja Größerer Klemmanschluss, Adapter prüfen.
Heimeier Standard M30 x 1,5 Nein Entspricht dem gängigen Standard.
Oventrop Standard M30 x 1,5 Nein Entspricht dem gängigen Standard.
Herz Standard M28 x 1,5 Ja Leicht abweichendes Gewinde.
Comap Standard M28 x 1,5 Ja In Frankreich verbreitet, in Deutschland selten.
Giacomini Standard M30 x 1,5 Nein Entspricht dem gängigen Standard.
Caleffi Standard Eigenes System Ja Adapter separat erhältlich.
Vaillant Eigenes System Unterschiedlich Ja Modellabhängig, Adapter beim Hersteller anfragen.

Wie erkennt man den Ventiltyp?

Der einfachste Weg ist, das alte Thermostat abzuschrauben und das Ventil zu betrachten. Die wichtigsten Merkmale:

Merkmal M30-Standard (Heimeier, Oventrop, Bosch, Giacomini) Danfoss RA/RAV/RAVL M28-Gewinde (Herz, Comap)
Befestigung Überwurfmutter mit Gewinde Klemmring ohne Gewinde Überwurfmutter mit Gewinde
Aussehen Metallgewinde sichtbar, Durchmesser 30 mm Glatter Metallring mit Schnappverschluss Metallgewinde sichtbar, Durchmesser 28 mm
Lösen Mutter gegen Uhrzeigersinn drehen Klemmring zusammendrücken und abziehen Mutter gegen Uhrzeigersinn drehen
Adapter nötig? Nein Ja (meist im Lieferumfang) Ja (M28-Adapter)
Verbreitung Am häufigsten in Deutschland Häufig in Altbauten (vor 2000) Selten, eher in Österreich

Praxis-Tipp: Viele Hersteller bieten online Kompatibilitätsprüfungen an. Bei Tado, Homematic IP, Bosch und anderen großen Anbietern lässt sich das Ventil anhand eines Fotos identifizieren. Alternativ helfen die Mitarbeiter im Baumarkt bei der Auswahl des richtigen Adapters.

Gut zu wissen: Das Bosch Smart Home Thermostat II ist mit allen gängigen Ventilen kompatibel und wird mit Adaptern für Danfoss RA, RAV und RAVL geliefert. Wer bereits Bosch-Geräte nutzt oder eine Bosch-Wärmepumpe besitzt, profitiert von der nahtlosen Integration ins Bosch-Ökosystem.

Welches Thermostat ist das richtige?

Für die meisten Haushalte lohnt sich der Umstieg auf ein smartes Thermostat, da es die höchste Ersparnis bietet und sich bequem per App steuern lässt. Manuelle und programmierbare Thermostate erfüllen zwar die Grundfunktion, verschenken aber Einsparpotenzial durch fehlende Automatisierung.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Kriterium Manuell Programmierbar Smart
Preis pro Stück 10–20 € 25–50 € 50–100 €
Einsparpotenzial Gering (nur bei bewusstem Nutzerverhalten) Mittel (ca. 5–10 %) Hoch (ca. 10–20 %)
Bedienung Drehregler am Heizkörper Tasten am Gerät, Zeitpläne App, Sprache, Automatik
Zeitsteuerung Nein Ja, feste Zeitpläne Ja, flexibel + lernfähig
Fernzugriff per App Nein Nein Ja
Fenster-Offen-Erkennung Nein Selten Ja, bei den meisten Modellen
Geofencing (Standorterkennung) Nein Nein Ja, bei Premium-Modellen
Batterien nötig Nein Ja (alle 1–2 Jahre) Ja (alle 1–2 Jahre)
Ideal für Räume mit konstanter Nutzung, kleines Budget Feste Tagesabläufe, mittleres Budget Maximale Ersparnis, Komfort, Smart Home

Warum sich smarte Thermostate für die meisten Haushalte lohnen:

Smarte Thermostate amortisieren sich in der Regel nach 2 bis 4 Jahren durch die eingesparten Heizkosten. Danach spart man Jahr für Jahr bares Geld. Hinzu kommt der Komfortgewinn: Die Heizung lässt sich von unterwegs steuern, passt sich automatisch an den Alltag an und stoppt beim Lüften von selbst.

Besonders sinnvoll ist der Umstieg für:

  • Haushalte mit unregelmäßigen Tagesabläufen (Homeoffice, Schichtarbeit)
  • Größere Immobilien auf mehreren Etagen (zentrale Steuerung per App)
  • Haushalte mit unterschiedlichen Temperaturwünschen pro Raum (individuelle Zeitpläne)
  • Eigentümer, die langfristig Heizkosten senken wollen
  • Besitzer einer Wärmepumpe (optimale Abstimmung von Heizung und Thermostaten)

Mehr Details zu smarten Thermostaten gibt es hier: Smarte Thermostate Hersteller

Wer verschiedene Modelle vergleichen möchte, findet hier einen aktuellen Überblick: Smart Thermostat Test 2026

Gut zu wissen:

Wer von Enpal eine Wärmepumpe von Bosch installiert hat, profitiert besonders vom Bosch Smart Home Thermostat II. Die Kombination ermöglicht eine einheitliche Steuerung von Wärmepumpe und Raumtemperatur über eine App. So arbeitet das gesamte Heizsystem maximal effizient zusammen.

Wie viel Heizkosten spart ein neues Thermostat?

Mit einem neuen Thermostat lassen sich je nach Ausgangssituation und Thermostat-Typ zwischen 50 € und 200 € Heizkosten pro Jahr einsparen. Die tatsächliche Ersparnis hängt vom bisherigen Heizverhalten, der Gebäudedämmung und der gewählten Thermostat-Variante ab.

Eine Faustregel: Jedes Grad weniger Raumtemperatur senkt den Energieverbrauch laut Verbraucherzentrale um etwa 6 %. Das bestätigt auch eine Studie der Hochschule Biberach.

Rechenbeispiel: Altbau mit Gasheizung

Ausgangsdaten Wert
Gebäudetyp Altbau (Baujahr 1975), teilsaniert
Wohnfläche 130 m²
Jährlicher Gasverbrauch 22.000 kWh
Gaspreis 0,11 €/kWh
Jährliche Heizkosten 2.420 €
Anzahl Heizkörper 8 Stück

Szenario 1: Wechsel auf manuelle Thermostate + bewussteres Heizen

  • Raumtemperatur um 1 °C senken (z. B. von 22 °C auf 21 °C)
  • Einsparung: ca. 6 %
  • Eingesparte Energie: 22.000 kWh × 0,06 = 1.320 kWh
  • Ersparnis pro Jahr: 1.320 kWh × 0,11 €/kWh = 145 €

Szenario 2: Wechsel auf programmierbare Thermostate

  • Automatische Nachtabsenkung und Absenkung bei Abwesenheit
  • Einsparung: ca. 10 %
  • Eingesparte Energie: 22.000 kWh × 0,10 = 2.200 kWh
  • Ersparnis pro Jahr: 2.200 kWh × 0,11 €/kWh = 242 €

Szenario 3: Wechsel auf smarte Thermostate

  • Automatische Absenkung bei Abwesenheit
  • Fenster-Offen-Erkennung stoppt Heizung beim Lüften
  • Optimierte Heizzeiten durch Lernfunktion
  • Einsparung: ca. 15 % (in Altbauten oft höher als im Neubau)
  • Eingesparte Energie: 22.000 kWh × 0,15 = 3.300 kWh
  • Ersparnis pro Jahr: 3.300 kWh × 0,11 €/kWh = 363 €

Amortisation im Vergleich:

Thermostat-Typ Kosten (8 Heizkörper) Ersparnis/Jahr Amortisation
Manuell 8 × 15 € = 120 € 145 € unter 1 Jahr
Programmierbar 8 × 40 € = 320 € 242 € 1,3 Jahre
Smart (inkl. Bridge) 8 × 80 € + 80 € = 720 € 363 € 2 Jahre

Fazit der Rechnung: Smarte Thermostate haben zwar die höchsten Anschaffungskosten, bieten aber auch die größte Ersparnis. Nach etwa 2 Jahren sind die Kosten eingespielt. Danach spart man im Beispiel über 360 € pro Jahr. Über 10 Jahre gerechnet ergibt das einen Nettogewinn von über 2.900 €.

Gut zu wissen: In schlecht gedämmten Altbauten ist das Einsparpotenzial oft noch höher, da hier mehr Energie durch falsches Heizverhalten verloren geht. Eine Studie des Potsdamer Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung zeigt, dass smarte Thermostate gerade in älteren Gebäuden besonders effektiv sind.

Gibt es Fördermittel für neue Thermostate?

Für den reinen Thermostatwechsel gibt es aktuell keine direkte staatliche Förderung. Smarte Thermostate können jedoch im Rahmen einer Heizungsoptimierung oder beim Umstieg auf eine Wärmepumpe als förderfähige Maßnahme berücksichtigt werden.

Fördermöglichkeiten im Überblick:

Förderung Thermostat förderfähig? Voraussetzung Förderhöhe
BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA) Nein, nicht einzeln
BEG-Heizungsoptimierung Ja, als Teil der Maßnahme Hydraulischer Abgleich + Optimierung 15–20 % Zuschuss
KfW-Förderung Heizungstausch Ja, als Nebenkosten Einbau einer Wärmepumpe Bis zu 70 % auf Gesamtkosten
Regionale Programme Teilweise Je nach Bundesland/Kommune Unterschiedlich

Wann lohnt sich die Förderung?

Wer ohnehin einen Heizungstausch oder eine Heizungsoptimierung plant, sollte smarte Thermostate direkt mit einplanen. Die Kosten können dann als Teil der Gesamtmaßnahme gefördert werden. Für den alleinigen Kauf von Thermostaten ist der Aufwand für einen Förderantrag in der Regel zu hoch.

Gut zu wissen:

Bei der Installation einer Wärmepumpe von Enpal werden alle förderfähigen Maßnahmen automatisch berücksichtigt. Das Enpal-Team kümmert sich um die Antragstellung und stellt sicher, dass die maximale Förderung ausgeschöpft wird. Mehr zur aktuellen Förderung gibt es hier: Wärmepumpen Förderung 2026

Wer zahlt den Thermostatwechsel in der Mietwohnung?

Der Thermostatwechsel ist Vermietersache, da er zur Instandhaltung der Heizungsanlage zählt. Bei einer Kleinreparaturklausel im Mietvertrag müssen Mieter jedoch für Kosten bis zu einer festgelegten Grenze (meist 75–100 €) selbst aufkommen.

Rechtliche Einordnung:

Situation Wer zahlt? Begründung
Thermostat defekt Vermieter Instandhaltungspflicht nach § 535 BGB
Thermostat funktioniert, Mieter wünscht Upgrade Mieter Keine Pflicht des Vermieters zur Modernisierung
Kleinreparaturklausel greift Mieter (bis zur Obergrenze) Nur bei Bagatellschäden, meist 75–100 € pro Reparatur
Smarte Thermostate gewünscht Mieter Vermieter muss keine Upgrades finanzieren

Was Mieter wissen sollten:

  • Der Vermieter muss defekte Thermostate ersetzen, wenn sie die Heizfunktion beeinträchtigen.
  • Mieter dürfen Thermostate selbst austauschen, sollten aber die alten aufbewahren und beim Auszug wieder montieren.
  • Selbst gekaufte smarte Thermostate bleiben Eigentum des Mieters und können beim Umzug mitgenommen werden.
  • Vor dem Einbau sollte geprüft werden, ob Bohren oder andere Eingriffe nötig sind. Falls ja, ist die Zustimmung des Vermieters erforderlich.

Fazit zu Thermostat wechseln

Ein defektes oder veraltetes Thermostat kostet unnötig Heizenergie und damit bares Geld. Der Wechsel des Thermostatkopfes ist in wenigen Minuten erledigt und erfordert weder Fachkenntnisse noch teures Werkzeug. Wer ohnehin tauscht, sollte den Umstieg auf smarte Thermostate in Betracht ziehen. Sie bieten das größte Einsparpotenzial und amortisieren sich in der Regel nach 2 bis 3 Jahren. In Kombination mit einer modernen Wärmepumpe arbeitet das gesamte Heizsystem dann maximal effizient zusammen.

Bei Enpal bekommen Sie beim Kauf einer Wärmepumpe smarte Thermostate für alle Heizkörper dazu. Hier können Sie herausfinden, ob sich eine Wärmepumpe auch für Ihr Haus lohnt:

Häufig gestellte Fragen zu Thermostat wechseln

Muss man zum Thermostat wechseln das Wasser ablassen?

Nein, für den Wechsel des Thermostatkopfes muss das Heizungswasser nicht abgelassen werden. Der Thermostatkopf sitzt auf dem Ventil und lässt sich einfach abschrauben. Nur wenn das darunterliegende Ventil selbst getauscht werden muss, ist das Ablassen des Wassers erforderlich. Diese Arbeit sollte ein Fachbetrieb übernehmen.

Was bedeuten die Symbole auf dem Thermostat?

Die Symbole haben folgende Bedeutung: Der Stern (*) oder die Schneeflocke steht für die Frostschutzstellung (ca. 6 °C). Die Sonne markiert oft die Komforttemperatur (ca. 20 °C) und der Mond die Nachtabsenkung (ca. 14–16 °C). Die Zahlen 1 bis 5 entsprechen Temperaturstufen von etwa 12 °C bis 28 °C, wobei jede Stufe rund 4 °C Unterschied bedeutet.

Wie lange dauert der Thermostatwechsel?

Der Wechsel eines einzelnen Thermostatkopfes dauert etwa 5 bis 10 Minuten. Bei mehreren Heizkörpern sollte man pro Thermostat etwa 10 Minuten einplanen. Für ein ganzes Einfamilienhaus mit 8 Heizkörpern ist der Austausch somit in etwa 1 bis 2 Stunden erledigt.

Funktionieren smarte Thermostate auch ohne Internet?

Ja, die meisten smarten Thermostate funktionieren auch bei Internetausfall. Sie arbeiten dann mit den zuletzt gespeicherten Zeitplänen weiter. Allerdings ist die Steuerung per App oder Sprachassistent ohne Internetverbindung nicht möglich. Einige Modelle wie Homematic IP arbeiten komplett lokal und benötigen keine Cloud-Verbindung.

Kann man smarte Thermostate mit Fußbodenheizung nutzen?

Ja, allerdings werden dafür spezielle Raumthermostate benötigt, die den Stellantrieb am Heizkreisverteiler ansteuern. Klassische Heizkörperthermostate passen nicht auf Fußbodenheizungen. Anbieter wie Bosch, Tado und Homematic IP bieten passende Lösungen für Fußbodenheizungen an.

Wie oft müssen Batterien bei smarten Thermostaten gewechselt werden?

Die Batterien in smarten Thermostaten halten in der Regel 1 bis 2 Jahre. Die meisten Geräte zeigen rechtzeitig per App oder LED-Signal an, wenn die Batterien schwach werden. Einige Modelle wie das Bosch Smart Home Thermostat II verwenden zwei AA-Batterien, die günstig und überall erhältlich sind.

Kann man verschiedene Thermostat-Marken im Haus mischen?

Technisch ja, allerdings lassen sich Thermostate unterschiedlicher Hersteller meist nicht in einer gemeinsamen App steuern. Für eine einheitliche Bedienung empfiehlt es sich, bei einem System zu bleiben. Wer bereits Bosch-Geräte oder eine Bosch-Wärmepumpe nutzt, profitiert von der durchgängigen Steuerung über die Bosch Smart Home App.

Was ist der Unterschied zwischen Thermostat und Raumtemperaturregler?

Der Thermostatkopf ist der sichtbare Teil mit dem Drehregler, der auf das Ventil aufgesetzt wird. Er misst die Raumtemperatur und gibt die Steuerbefehle. Das Thermostatventil sitzt im Heizkörper und regelt den Wasserdurchfluss. Der Thermostatkopf lässt sich einfach selbst wechseln, das Ventil sollte ein Fachbetrieb tauschen.

Funktionieren Thermostate mit allen Heizungsarten?

Ja, Thermostate funktionieren mit nahezu allen wassergeführten Heizsystemen: Gasheizung, Ölheizung, Fernwärme, Pelletheizung und Wärmepumpe. Entscheidend ist, dass die Heizkörper über Thermostatventile verfügen. Bei elektrischen Heizungen oder Infrarotheizungen werden keine klassischen Thermostate verwendet.

Lassen sich smarte Thermostate per Sprachsteuerung bedienen?

Ja, die meisten smarten Thermostate sind mit gängigen Sprachassistenten kompatibel. Amazon Alexa, Google Assistant und Apple HomeKit werden von vielen Herstellern unterstützt. So lässt sich die Temperatur per Sprachbefehl anpassen, ohne das Smartphone oder den Thermostatkopf zu bedienen.

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