Der Enpal Solarcheck

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Solaranlage Steuern: Alle Infos in 2022

Solaranlage Steuern - das Wichtigste in Kürze:

  • Einkommensteuer: Kleine Solaranlagen (unter 10 kWp) sind von der Einkommensteuer befreit. Man muss dafür jedoch einen Antrag stellen. Einen entsprechenden Vordruck finden Sie hier.
  • Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer): Die Mehrwertsteuer, die man beim Kauf bzw. für die Miete auf die Solaranlage zahlt, kann man sich für eine Erstattung vom Finanzamt anrechnen lassen. Dafür nutzt man die normale Regelbesteuerung und verzichtet auf die Option der Kleinunternehmer-Regelung. Die jährliche Umsatzsteuer-Erklärung lässt sich mit wenig Aufwand bewältigen.
  • Gewerbesteuer: Für eine Solaranlage auf dem eigenen Dach ist keine Anmeldung als Gewerbe erforderlich. Eine Gewerbesteuer fällt nicht an.
Um Solaranlagenbesitzer zu unterstützen, haben wir bei Enpal einen PV-Steuerleitfaden und Ausfüllhilfen für die notwendigen Dokumente erstellt. Die Ausfüllhilfen finden Sie weiter unten in den jewiligen Textabschnitten, den allgemeinen Leitfaden finden Sie hier:

Zum PV-Steuerleitfaden

Haus mit Solarmodulen

Mit der eigenen Solaranlage wird man zum Unternehmer. Das ist ein gutes Gefühl, etwas gegen steigende Strompreise und gegen die Klimakrise zu unternehmen. Aber man ist auch verpflichtet, die entsprechenden Steuern zu berücksichtigen. Mit den richtigen Tipps kann man jedoch kräftig Steuern sparen, und zwar mit wenig Aufwand.

Zunächst gilt: Innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme der Anlage muss man das Finanzamt schriftlich darüber informieren. Häufig geschieht hier aber auch ein Austausch zwischen dem Finanzamt und Ihrem zuständigen Netzbetreiber (aufgrund der auszuzahlenden Einspeisevergütung), und das Finanzamt meldet sich automatisch bei Ihnen.

Inhaltsverzeichnis

Einkommensteuer

Für kleine Solaranlagen entfällt seit 2021 die Einkommensteuer, wenn die Anlage höchstens 10 kWp groß ist. 

Für die Steuerbefreiung muss ein formloser Antrag beim Finanzamt gestellt werden, damit die Solaranlage als steuerlich unbeachtliche Liebhaberei deklariert wird. Dieser Antrag muss nur einmalig gestellt werden und gilt dann auch für die Folgejahre. Danach müssen die Einnahmen aus der Solaranlage nicht mehr in der Steuererklärung angegeben werden.

Die Voraussetzungen dafür sind:

  • Die Solaranlage hat höchstens 10 kWp Leistung.
  • Die Solaranlage ist auf einem privaten Wohnhaus gebaut.
  • Die Solaranlage ging ab dem 1. Januar 2004 in Betrieb.

Die Finanzämter in Baden-Württemberg haben dazu eine Mustererklärung erstellt, die Anlagenbetreiber bundesweit verwenden können. Auch das Landesamt für Finanzen in Bayern hat eine Mustererklärung veröffentlicht, bundesweit genutzt werden kann.

Weitere Informationen:

Steuertipps beim Solarenergie-Förderverein 

Merkblatt beim Bundesfinanzministerium

Erklär-Video von Steuerberater Stefan Mücke

Anlagen über 10 kWp Leistung 

Mittelgroße Anlagen mit einer Leistung von über 10 kWp müssen in der jährlichen Einkommensteuer-Erklärung angegeben werden.

Auszufüllen sind:

  • Anlage EÜR (Einkommen-Überschuss-Rechnung)
  • Anlage G (für Einkünfte aus Gewerbebetrieb) 

Anlage EÜR:

In der Anlage EÜR trägt man alle Betriebseinnahmen und -ausgaben ein und errechnet daraus den Gewinn. Einnahmen sind dabei die Erlöse aus der Einspeisevergütung für den ins Netz eingespeisten Solarstrom. Zu den Ausgaben gehören alle Zahlungen für Miete oder Kauf der Solaranlage und weitere Kosten für den Betrieb der Solaranlage.

Zur Ausfüllhilfe für die Anlage EÜR

Falls Sie Ihre PV-Anlage gekauft haben: Zur Ausfüllhilfe für die Anlage EÜR AV

Anlage G:

Die Anlage G erfasst den Umsatz aus dem eingespeisten Solarstrom, die Betriebskosten, den Wertverlust der Anlage und den Wert des eigenverbrauchten Stroms.

Zur Ausfüllhilfe für die Anlage G

Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer)

Trotz der Vereinfachung bei der Einkommensteuer bleibt die Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) bei Solaranlagen bestehen.

Bei Solaranlagen sowohl zum Kauf als auch zur Miete zahlen die Kunden einen Brutto-Preis (also einschließlich der derzeit gültigen 19% Mehrwertsteuer). Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, sich diese gezahlte Mehrwertsteuer vom Finanzamt erstatten zu lassen. Wie das geht, wird im Folgenden erklärt.

Möglichkeit 1: Regelbesteuerung

Man kann standardisiert in der Regelbesteuerung verbleiben. Diese Entscheidung ist für fünf Jahre bindend.

Bei der Regelbesteuerung wird die Mehrwertsteuer auf eingespeisten Strom fällig: Man erhält vom Netzbetreiber die Mehrwertsteuer auf die Einspeisevergütung und muss diese Einnahmen an das Finanzamt abführen. Zudem zahlt man Mehrwertsteuer auf den geldwerten Vorteil beim eigenverbrauchten Solarstrom (sogenannte “unentgeltliche Wertabgabe”). Dafür muss man jedes Jahr eine Umsatzsteuer-Erklärung einreichen. Der Aufwand ist aber in der Regel gut zu stemmen - nicht zuletzt durch das Elster-Online-Portal der Finanzbehörden.

Der Aufwand kann sich lohnen: Denn man kann sich hier die volle Mehrwertsteuer anrechnen lassen, die man für Kauf oder Miete der Solaranlage gezahlt hat. Dafür braucht man nur in der Vorsteueranmeldung die Mehrwertsteuer unter “abziehbare Vorsteuerbeträge” angeben.

Vorteil: Die Mehrwertsteuer, die man beim Kauf bzw. bei der Miete der Solaranlage gezahlt hat (sogenannter Vorsteuerabzug), wird in voller Höhe für den Erstattungsbetrag angerechnet.

Nachteil: Man muss eine Umsatzsteuer-Erklärung beim Finanzamt einreichen. Darin ist aufzuführen: die gezahlte Mehrwertsteuer für Kauf bzw. Miete der Solaranlage, die Mehrwertsteuer beim eigenverbrauchten Strom, und die vom Netzbetreiber erhaltene Mehrwertsteuer auf die Einspeisevergütung. 

Die erforderlichen Daten erhält man aus der Abrechnung des Netzbetreibers bzw. aus den Daten der Solaranlage (bspw. über das Enpal-Portal) oder dem intelligenten Stromzähler (Smart Meter).

Der “Papierkram” ist aber überschaubar und lässt sich auch ohne Steuerberater gut stemmen.

Zur Ausfüllhilfe für die Umsatzsteuer-Voranmeldung

Zur Ausfüllhilfe für die jährliche Umsatzsteuer-Erklärung

Möglichkeit 2: Anmeldung als Kleinunternehmer

Eine mögliche Alternative zur normalen Regelbesteuerung ist, sich beim Finanzamt als Kleinunternehmer anzumelden.

Die Kleinunternehmer-Regelung können Anlagenbetreiber wählen, wenn sie in Summe höchstens 22.000 Euro Einkommen pro Jahr aus jeglicher unternehmerischer Tätigkeit erzielen (also der Solaranlage sowie allen anderen unternehmerischen Tätigkeiten zusammen). Wer außer seiner Solaranlage nur abhängig beschäftigter Arbeitnehmer ist, für den kann die Wahl dieser Regelung also eine Option sein.

Vorteil: Man braucht keine Umsatzsteuer-Erklärung ausfüllen, es wird keine Mehrwertsteuer auf den eigenverbrauchten Solarstrom fällig, und man spart sich den “Papierkram” mit dem Finanzamt.

Nachteil: Man erhält keinerlei Erstattung vom Finanzamt (kein sogenannter Vorsteuerabzug) für die gezahlte Mehrwertsteuer.

Gewerbesteuer

Wer eine Solaranlage auf dem eigenen Hausdach betreibt, muss diese nicht bei der Kommune als Gewerbe anmelden. Der Betrieb einer Solaranlage ist zwar grundsätzlich eine gewerbliche Tätigkeit. Der Betrieb einer Solaranlage auf dem eigenen Hausdach gilt aber als “Verwaltung eigenen Vermögens” und ist daher nicht anzeigepflichtig.

Für Solaranlagen fällt auch keine Gewerbesteuer an. Für Gewinne aus gewerblicher Tätigkeit gilt ein Freibetrag von jährlich 24.500 Euro (§ 11 Gewerbesteuergesetz). Dieser  Schwellwert wird durch kleine und mittlere Solaranlagen bei weitem nicht erreicht. 

Obwohl die Gewerbesteuer ohnehin nicht greift, sind Solaranlagen bis zu 10 kWp seit 2019 nochmal ausdrücklich von der Gewerbesteuer befreit. Diese Regelung stellt sicher, dass Betreiber kleiner Anlagen nicht zwangsweise Mitglied in der Industrie- und Handelskammer (IHK) werden müssen. Für kleine Anlagenbetreiber besteht somit auch keine Kammerpflicht.

Die Gewerbesteuer ist für die Solaranlage auf dem eigenen Hausdach also nicht relevant. Es muss lediglich die Einkommensteuer entrichtet werden.

Solaranlage Steuern: Leitfaden und Ausfüllhilfen

Hier sind nochmal alle Links für Sie gesammelt:

Enpal PV-Steuerleitfaden

Ausfüllhilfe Anlage EÜR

Ausfüllhilfe Anlage EÜR AV (nur relevant, falls Sie Ihre PV-Anlage gekauft haben)

Ausfüllhilfe Anlage G

Ausfüllhilfe Umsatzsteuer-Voranmeldung

Ausfüllhilfe Umsatzsteuer-Erklärung

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Hier können Sie herausfinden, ob sich eine PV-Anlage auch für Ihr Haus lohnt:

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