Elektroauto laden: Das sind die Kosten

Aktualisiert:
22.04.2026
Lesezeit:
4 Minuten
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Elektroauto laden Kosten: Das Wichtigste in Kürze

  • 100 Kilometer im Elektroauto kosten je nach Ladeort zwischen 2,16 € (Solarstrom) und 12,60 € (Schnelllader).
  • Wer sein E-Auto hauptsächlich zu Hause lädt, spart im Jahr rund 500 bis 1.000 € gegenüber dem ausschließlichen Laden an öffentlichen Ladesäulen.
  • Eine Wallbox in Kombination mit einer Photovoltaikanlage ist die günstigste Ladelösung. So können die Stromkosten auf ca. 12 Cent pro kWh sinken, also 2,16 € auf 100km.
  • An öffentlichen Ladesäulen kommen oft versteckte Kosten hinzu: Grundgebühren, Blockiergebühren und Roaming-Aufschläge können den Preis deutlich erhöhen.

Die Kosten für das Laden eines Elektroautos können stark schwanken und hängt ausschließlich vom Ladeort ab. 

Dieser Artikel zeigt mit konkreten Zahlen und Beispielrechnungen, was eine Ladung, 100 Kilometer und ein Jahr E-Auto-Fahren tatsächlich kosten. Die richtigen Strategien können mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.

Inhaltsverzeichnis

Was kostet eine volle Ladung für ein Elektroauto?

Die Kosten für eine Vollladung hängen von zwei Faktoren ab: der Größe der Batterie (in kWh) und dem Strompreis am Ladeort (in €/kWh). Ein durchschnittliches E-Auto hat heute eine Batteriekapazität von etwa 60 kWh.

Die folgende Tabelle zeigt, wie stark die Kosten für eine solche 60-kWh-Ladung je nach Ladeort variieren:

Ladeort Kosten pro kWh Kosten pro 100 km*
Wallbox mit Solarstrom (PV) 0,08–0,12 € 1,44–2,16 €
Wallbox ohne PV (Haushaltsstrom) 0,30–0,40 € 5,40–7,20 €
Öffentliche AC-Ladesäule 0,45–0,65 € 8,10–11,70 €
Öffentlicher DC-Schnelllader 0,55–0,80 € 9,90–14,40 €
Schnelllader an der Autobahn (HPC) 0,70–0,90 € 12,60–16,20 €
*Annahme: Durchschnittlicher Verbrauch von 18 kWh / 100 km

Das bedeutet konkret: Eine Vollladung mit Solarstrom kostet nur 7,20 €. Das ist fast sechsmal günstiger als am Autobahn-Schnelllader. Selbst mit normalem Haushaltsstrom bleibt die Wallbox zu Hause mit 19,20 € deutlich preiswerter als öffentliche Ladestationen.

Akku schonend laden: Die meisten E-Auto-Fahrer laden nur von 20 % auf 80 %. Das ist besser für die Batterie. Bei dieser Ladung werden nur 36 kWh getankt. Die Kosten sinken entsprechend: zu Hause mit Solarstrom auf 4,32 €, mit Haushaltsstrom auf 11,52 €.

Wie teuer sind 100 km mit dem Elektroauto?

Die Kosten für 100 km hängen von zwei Faktoren ab: 

  1. dem Verbrauch des Fahrzeugs und
  2. dem Strompreis am gewählten Ladeort

Moderne Elektroautos verbrauchen je nach Größe und Fahrweise zwischen 14 und 22 kWh pro 100 km. 

Die einfache Formel zur Kostenberechnung lautet: 

Kosten pro 100 km = Verbrauch (kWh/100 km) × Strompreis (€/kWh)

Ein durchschnittliches E-Auto wie der VW ID.4 oder Kia EV6 verbraucht etwa 18 kWh/100 km. Lädt man zu Hause mit normalem Haushaltsstrom (0,35 €/kWh), ergeben sich Kosten von 6,30 € pro 100 km.

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die Kosten für verschiedene Fahrzeugklassen und Ladeorte unterscheiden:

Verbrauch / Ladeort 15 kWh/100 km
(VW ID.3, Hyundai Ioniq 6)
18 kWh/100 km
(VW ID.4, Kia EV6)
22 kWh/100 km
(Mercedes EQC, BMW iX)
Wallbox mit PV (0,12 €/kWh) 1,80 € 2,16 € 2,64 €
Wallbox ohne PV (0,35 €/kWh) 5,25 € 6,30 € 7,70 €
Öffentliche AC-Säule (0,55 €/kWh) 8,25 € 9,90 € 12,10 €
Autobahn HPC (0,80 €/kWh) 12,00 € 14,40 € 17,60 €

Elektroauto laden: Mögliche Zusatzkosten an öffentlichen Ladestationen

Der Strompreis pro Kilowattstunde kann in manchen Fällen höher ausfallen, als die angegebenen kWh. Denn es gibt versteckte Kosten, die wir uns im folgenden ansehen:

  • Grundgebühren: Manche Ladekarten-Anbieter verlangen monatliche Grundgebühren für den Zugang zu günstigeren kWh-Preisen, ähnlich der Grundgebühr einer SIM-Karte. Die Preise bewegen sich zwischen 2 und 18 Euro. Wer selten lädt, zahlt hier unter Umständen drauf.
  • Aufschläge für Standzeiten / Blockiergebühren: Diese entstehen, wenn das Auto länger als nötig die Ladestation besetzt. Sie liegen zwischen 10 und 12 Cent pro Minute. Diese Gebühren erhebt der Netzbetreiber ab einer Standzeit von 240 Minuten. Mehr als 12 Euro sind es pro Ladevorgang – in der Regel – aber nicht.
  • Abrechnung nach Zeit: Bei manchen Säulen wird nicht nur nach Kilowattstunden, sondern auch nach Zeit abgerechnet. Vor allem für ältere Fahrzeuge, die langsamer laden, zahlt man dann unter Umständen mehr als nötig.
  • Roaming-Gebühren: Wer bei einem Anbieter außerhalb des eigenen Tarifnetzes, etwa im Ausland oder über Roaming-Partner lädt, muss unter Umständen mehr für die kWh bezahlen, manchmal doppelt so viel.

Was kostet ein Elektroauto im Jahr?

Ein Elektroauto kostet im Jahr je nach Fahrleistung und Ladeort zwischen rund 260 € und über 2.000 € an reinen Ladekosten. Die jährlichen Kosten hängen vor allem von der persönlichen Fahrleistung und dem Mix der genutzten Ladeorte ab. Für die folgenden Berechnungen wird ein durchschnittlicher Verbrauch von 18 kWh/100 km angenommen:

Rechenformel:

Jahreskosten = (Jahreskilometer ÷ 100) × Verbrauch × Strompreis

Beispiel: 12.000 km ÷ 100 × 18 kWh × 0,35 €/kWh = 756 € pro Jahr

Die Tabelle zeigt, wie sich die Kosten für verschiedene Fahrleistungen und Ladestrategien entwickeln: 

Jahreskilometer Wallbox + PV
(0,12 €/kWh)
Wallbox ohne PV
(0,35 €/kWh)
Mix 70% Wallbox / 30% öffentlich1 Nur öffentlich2
(Ø 0,60 €/kWh)
10.000 km 216 € 630 € 765 € 1.080 €
12.000 km 259 € 756 € 918 € 1.296 €
15.000 km 324 € 945 € 1.148 € 1.620 €
20.000 km 432 € 1.260 € 1.530 € 2.160 €
1 Mix: 70 % Wallbox (0,35 €/kWh) + 30 % öffentlich (Ø 0,60 €/kWh)
2 Öffentlich: Mischung aus AC-Ladesäulen und DC-Schnellladern
Annahme: 18 kWh/100 km Durchschnittsverbrauch

Vergleich E-Auto vs. Verbrenner: Jahreskosten

Im direkten Jahresvergleich zeigt sich das Einsparpotenzial besonders deutlich. Ein Benziner mit 6,5 Litern Verbrauch kostet bei 12.000 km und 2,05 €/Liter rund 1.599 € pro Jahr, mehr als doppelt so viel wie ein E-Auto an der Wallbox ohne PV.

Antriebsart 10.000 km/Jahr 12.000 km/Jahr 15.000 km/Jahr 20.000 km/Jahr
E-Auto (Wallbox + PV) 216 € 259 € 324 € 432 €
E-Auto (Wallbox ohne PV) 630 € 756 € 945 € 1.260 €
Diesel (5,5 L, 2,15 €/L) 1.183 € 1.419 € 1.774 € 2.365 €
Benziner (6,5 L, 2,05 €/L) 1.333 € 1.599 € 1.999 € 2.665 €
Glühbirne Icon

Bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern pro Jahr spart ein E-Auto-Fahrer mit eigener PV-Anlage gegenüber einem Benziner über 1.600 € jährlich allein an Lade- bzw. Tankkosten. Selbst ohne Solaranlage liegt die Ersparnis durch das Laden zu Hause immer noch bei mehr als 1.000 € pro Jahr.

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Öffentlich laden: Was kostet es an AC-Ladesäulen und Schnellladern?

Öffentliches Laden kostet zwischen 0,45 und 0,90 € pro kWh, je nach Ladegeschwindigkeit und Standort. Wer regelmäßig öffentlich laden muss oder auf längeren Strecken unterwegs ist, zahlt damit deutlich mehr als zu Hause. 

AC- vs. DC-Laden im direkten Verlgeich: 

Merkmal AC-Laden (Wechselstrom) DC-Schnellladen (Gleichstrom)
Leistung 11–22 kW (langsam) 50–350 kW (schnell)
Standorte Supermarkt, Parkhaus, Innenstadt Autobahn, Schnellladeparks
Preis pro kWh 0,45–0,65 € 0,55–0,90 €
Kosten (60 kWh) 27–39 € 33–54 €
Ladezeit (60 kWh) 2–6 Stunden 20–40 Minuten
Sinnvoll für Alltägliches Laden beim Parken und längeren Aufenthalten Langstreckenfahrten

Der hohe Preis für DC-Schnellladen erklärt sich durch die enormen Investitionskosten für die leistungsstarke Ladeinfrastruktur und die teuren Netzanschlüsse, die für Leistungen bis 350 kW nötig sind. 

Ist Laden an der Autobahn teurer?

Ja, deutlich. Schnelllader an Autobahnraststätten gehören zu den teuersten Ladeoptionen mit Preisen zwischen 0,70 und 0,90 € pro kWh. Damit ist der Strom dort mehr als siebenmal so teuer wie der eigene Solarstrom. 

Beispiel München-Hamburg (ca. 800km)

Ein VW ID.4 (18 kWh/100 km) benötigt rund 144 kWh für die Strecke.

  • Voll laden zu Hause (Wallbox + PV): ca, 17 €
  • Voll laden zu Hause (Wallbox ohne PV): 50,40 €
  • Komplett an Autobahn-HPC nachladen: 115,20 €

Die clevere Strategie: Vor Abfahrt zu Hause vollladen und mit voller Batterie starten. Unterwegs am besten nur gezielt an günstigen Standorten nachladen.

Wie viel spart man mit einer Wallbox und PV-Anlage?

Mit einer eigenen Wallbox und PV-Anlage spart man im Vergleich zum rein öffentlichen Laden über 1.000 € pro Jahr an Ladekosten. Der Grund ist der unschlagbar günstige Strompreis von nur ca. 0,12 € pro kWh für selbst erzeugten Solarstrom, verglichen mit Haushaltsstrom (ca. 0,35 €/kWh) oder den Tarifen an öffentlichen Ladesäulen.

Jährliche Ladekosten im direkten Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt die massive Ersparnis im Vergleich zum öffentlichen Laden bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 12.000 Kilometern pro Jahr:

Lade-Szenario Jährliche Ladekosten Ersparnis
Wallbox mit PV-Anlage 259 € 1.037 €
Wallbox ohne PV (Haushaltsstrom) 756 € 540 €
Nur öffentlich (AC/DC-Mix) 1.296 €
Annahme: 12.000 km/Jahr, 18 kWh / 100 km Verbrauch

Rechnet sich die Anschaffung?

Auch wenn die Anfangsinvestition berücksichtigt wird, lohnt sich die eigene Ladeinfrastruktur langfristig immer.

  • Wallbox: Eine Wallbox kostet inklusive Installation meist zwischen 800 und 2.500 €. Allein durch die Ersparnis gegenüber dem öffentlichen Laden hat sie sich oft schon nach 2-3 Jahren amortisiert.
  • PV-Anlage: Eine komplette Solaranlage (8-10 kWp) kostet ca. 12.000–18.000 €. Da sie nicht nur das Auto, sondern den gesamten Haushalt mit günstigem Strom versorgt, liegt die jährliche Gesamtersparnis oft bei 1.500–2.500 €. Dadurch rechnet sich die Anlage meist nach 6–10 Jahren und liefert danach für weitere 15-20 Jahre fast kostenlosen Strom.

7 Tipps für günstigeres Laden

1. Zuhause günstig laden

Der mit Abstand größte Hebel ist das Laden an der eigenen Wallbox. Jede Kilowattstunde, die Sie zu Hause statt an einer öffentlichen Ladesäule laden, spart sofort 50-80 % der Kosten. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, das Auto über Nacht anzustecken, um am nächsten Morgen mit einer vollen und günstigen Batterie zu starten.

2. Eigenen Solarstrom nutzen – auch nachts 

Die ultimative Ersparnis erzielen Sie mit einer eigenen PV-Anlage. In Kombination mit einem Stromspeicher und einer intelligenten Wallbox können Sie Ihr Auto sogar nachts mit dem tagsüber produzierten, fast kostenlosen Sonnenstrom laden. Günstiger als die ca. 12 Cent pro kWh für eigenen Solarstrom geht es nicht.

3. Teure Autobahn-Lader gezielt meiden

Planen Sie Langstrecken so, dass Sie nicht zwingend an den teuren HPC-Säulen direkt an den Raststätten laden müssen. Oft gibt es nur wenige Minuten von der Autobahnabfahrt entfernt deutlich günstigere Schnelllader, zum Beispiel bei Supermärkten oder Autohöfen. Ein kurzer Blick in die Lade-App vor der Fahrt kann 15-25 Cent pro kWh sparen.

4. Fahrweise anpassen

Wer gleichmäßig und vorausschauend fährt, kann den Energieverbrauch reduzieren. Das klappt zum Beispiel mit Eco-Modus, fahren mit maximal 90 km/h oder sanftem Beschleunigen und Bremsen.

5. Den richtigen Ladekarten-Tarif wählen

Spontanes Ad-hoc-Laden per QR-Code oder Kreditkarte ist fast immer die teuerste Option. Eine Ladekarte mit einem festen, günstigen kWh-Preis (eventuell mit einer kleinen monatlichen Grundgebühr) rechnet sich oft schon nach zwei bis drei öffentlichen Ladevorgängen pro Monat. Vergleichen Sie Anbieter wie EnBW, Maingau oder den ADAC.

6. Kostenlose Lademöglichkeiten nutzen

Viele Supermärkte (wie Lidl, Kaufland, Aldi), Möbelhäuser oder Baumärkte bieten kostenloses oder sehr günstiges AC-Laden während des Einkaufs an. Auch wenn es oft nur für 10-20 kWh reicht – jede kostenlose Kilowattstunde senkt Ihre durchschnittlichen Ladekosten und ist ein willkommener Bonus.

7. Intelligentes Laden: Das Maximum aus der Sonne holen

Moderne Systeme ermöglichen das sogenannte PV-Überschussladen. Doch was passiert, wenn das Auto tagsüber nicht zu Hause ist, während die Sonne am stärksten scheint?

Hier kommt der smarte Stromspeicher ins Spiel. Er speichert den überschüssigen Solarstrom vom Tag. Eine intelligente Wallbox kann dann so programmiert werden, dass sie das Auto über Nacht mit genau diesem gespeicherten, günstigen Solarstrom lädt, anstatt teuren Netzstrom zu beziehen.

Durch das perfekte Zusammenspiel von PV-Anlage, Stromspeicher und intelligenter Wallbox wird die Unabhängigkeit vom Netz maximiert. So können 60–80 % des jährlichen Ladestroms direkt oder zeitversetzt von der eigenen Sonne kommen und die Ladekosten auf ein absolutes Minimum sinken.

Wer die Ladekosten seines E-Autos also wirklich minimieren möchte, steht vor einer zentralen Entscheidung: Reicht eine Wallbox, um bequem günstigen Haushaltsstrom zu nutzen, oder soll es die Komplettlösung aus PV-Anlage, Speicher und intelligenter Wallbox für maximale Ersparnis und Unabhängigkeit sein?

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