
E-Auto-Fahrer können sich in 2026 über deutlich mehr Geld freuen als im Vorjahr. Die THG-Prämie ist stark gestiegen, denn die EU-Richtlinie RED III hat die Spielregeln verändert. Mineralölkonzerne müssen nun mehr echte CO₂-Einsparungen nachweisen. Davon profitieren alle E-Fahrzeughalter direkt.
Dieser Artikel erklärt, wie hoch die Prämie 2026 ausfällt, welche Änderungen RED III mit sich bringt und wie die Beantragung funktioniert.
Die THG-Quote ist die Abkürzung für die Treibhausgasminderungsquote. Sie wurde 2015 in Deutschland eingeführt und verpflichtet Mineralölkonzerne, ihre CO₂-Emissionen zu reduzieren. Unternehmen, die mehr als 5.000 Liter fossile Kraftstoffe pro Jahr verkaufen, müssen einen bestimmten Anteil ihrer Emissionen einsparen. Erreichen sie dieses Ziel nicht, drohen hohe Strafzahlungen.
Hier kommen E-Autobesitzer ins Spiel. Wer ein Elektrofahrzeug fährt, spart im Vergleich zu einem Verbrenner CO₂ ein. Diese Einsparung lässt sich als Zertifikat verkaufen. Das Geld, das dabei herauskommt, ist die sogenannte THG-Prämie. Konkret bedeutet das, dass Mineralölkonzerne die CO₂-Emissionen pro Energieeinheit ihrer verkauften Kraftstoffe um 12,1 % senken müssen, gemessen an einem Referenzwert aus dem Jahr 2010.
Gut zu wissen: Die THG-Quote ist das Zertifikat für die CO₂-Einsparung. Die THG-Prämie ist der Geldbetrag, den man für den Verkauf dieses Zertifikats erhält. Die Quote ist also der Nachweis für die Einsparung, und die Prämie das Geld dafür.
Der THG-Quotenhandel funktioniert über spezialisierte Zwischenhändler, die als Bindeglied zwischen E-Fahrzeughaltern und Mineralölkonzernen agieren. E-Autobesitzer melden ihr Fahrzeug bei einem solchen Anbieter an. Der Anbieter sammelt die Anträge und reicht sie gebündelt beim Umweltbundesamt ein. Nach der Zertifizierung werden die Quoten an quotenpflichtige Unternehmen verkauft.
Der Ablauf im Überblick:
Der Preis, den Mineralölkonzerne für die Zertifikate zahlen, bestimmt die Höhe der Prämie. Je größer die Nachfrage nach Zertifikaten, desto höher fällt die Auszahlung aus.
Die THG-Prämie liegt 2026 bei Enpal bei 260 €. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2025, als die Prämie bei den meisten Anbietern um die 100 € betrug.
Die genaue Höhe der Prämie hängt von mehreren Faktoren ab:
Die Prämie ist 2026 höher, weil die Quotenverpflichtung für Mineralölkonzerne gesetzlich festgelegt wird und jährlich ansteigt. Der Quotenpfad sieht einen Anstieg von 10,5 % (2025) auf 12,1 % (2026) vor. Unternehmen müssen also kontinuierlich mehr CO₂ einsparen und benötigen dafür mehr Zertifikate.
Zusätzlich hat die EU-Richtlinie RED III mehrere Schlupflöcher geschlossen. Biokraftstoffe aus Palmöl und Soja zählen nicht mehr, und die Doppelanrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe wurde abgeschafft.
Das Ergebnis: Unternehmen können ihre Quote nicht mehr so leicht mit günstigen Alternativen erfüllen. Sie müssen verstärkt auf echte CO₂-Zertifikate von E-Fahrzeugen zurückgreifen. Das treibt den Preis nach oben.
Vergleichstabelle: THG-Prämie 2025 vs. 2026
Die EU-Richtlinie RED III (Renewable Energy Directive III) verschärft seit 2026 die Anforderungen an Mineralölkonzerne. Die Richtlinie schließt mehrere Schlupflöcher, die bisher genutzt wurden, um die Quotenverpflichtung günstiger zu erfüllen. Für E-Autobesitzer bedeutet das: Ihre THG-Zertifikate werden wertvoller.
Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
Das Ende der Doppelanrechnung bedeutet, dass fortschrittliche Biokraftstoffe ab 2026 nur noch einfach auf die Quote angerechnet werden. Bisher konnten Mineralölkonzerne bestimmte Biokraftstoffe doppelt zählen und so ihre Verpflichtung leichter erfüllen.
Mit dieser Änderung müssen Unternehmen mehr echte Reduktionen nachweisen. Die Nachfrage nach THG-Zertifikaten von E-Fahrzeugen steigt dadurch.
Biokraftstoffe aus Palmöl und Soja sind seit 2026 nicht mehr auf die THG-Quote anrechenbar. Diese Rohstoffe galten lange als problematisch, weil ihr Anbau häufig mit Regenwaldabholzung verbunden ist.
Die EU hat mit diesem Verbot ein wichtiges Schlupfloch geschlossen. Mineralölkonzerne können ihre Quote nicht mehr mit ökologisch fragwürdigen Biokraftstoffen erfüllen. Stattdessen müssen sie auf andere Optionen ausweichen, etwa THG-Zertifikate von Elektrofahrzeugen.
Die strengeren Kontrollen sollen Betrug reduzieren und faire Preise sichern. Seit 2026 sind verpflichtende Vor-Ort-Kontrollen bei Biokraftstoff-Produzenten vorgeschrieben.
In der Vergangenheit gab es Fälle, in denen Biokraftstoffe falsch deklariert oder deren Herkunft verschleiert wurde. Die neuen Kontrollpflichten sorgen für mehr Transparenz im Markt. Davon profitieren letztlich auch E-Fahrzeughalter, weil der Wettbewerb fairer wird.
Die THG-Prämie 2026 lässt sich online bei einem THG-Anbieter beantragen. Der Prozess dauert nur wenige Minuten. Voraussetzung ist, dass der Antragsteller als Halter im Fahrzeugschein eingetragen ist, das Fahrzeug vollelektrisch ist und eine deutsche Zulassung hat. Ob gekauft, geleast oder finanziert spielt keine Rolle.
So funktioniert der Antrag:
Die Beantragungsfrist endet am 31. Oktober 2026. Wer diese verpasst, kann die Prämie für das laufende Jahr nicht mehr erhalten. Die Auszahlung dauert in der Regel 5-7 Monate, da das Umweltbundesamt die Zertifizierung übernimmt. Einige Anbieter bieten alternativ eine Sofortauszahlung mit festem Betrag an.
Gut zu wissen: Die THG-Quote ist das Zertifikat für die CO₂-Einsparung. Die THG-Prämie ist der Geldbetrag, den man für den Verkauf dieses Zertifikats erhält. Die Quote ist also der Nachweis für die Einsparung, und die Prämie das Geld dafür.
Der Quotenpfad sieht einen schrittweisen Anstieg der THG-Minderungsquote bis auf 53 % im Jahr 2040 vor. Dieser Pfad wurde gesetzlich festgelegt, um die Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen. Für E-Fahrzeughalter bedeutet das: Die Nachfrage nach THG-Zertifikaten wird langfristig weiter steigen.
Übersicht Quotenpfad 2025-2040:
Je höher die Quotenverpflichtung, desto mehr Zertifikate müssen Mineralölkonzerne kaufen. Das lässt langfristig weiter steigende Prämien erwarten. Eine Garantie gibt es jedoch nicht, da der tatsächliche Preis von Angebot und Nachfrage am Markt abhängt.
Ein E-Auto lohnt sich besonders in Kombination mit einer Solaranlage, weil das Fahrzeug dann mit selbst erzeugtem Strom geladen werden kann. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 km und einem Verbrauch von 20 kWh/100 km spart das Laden mit Solarstrom rund 600 € pro Jahr im Vergleich zu Netzstrom.
Mit einer Wallbox und einer Photovoltaikanlage von Enpal lässt sich das E-Auto bequem mit sauberem Solarstrom vom eigenen Dach laden. So kommt neben der THG-Prämie in höhe von 260 € auch noch eine Ersparnis von bis zu 600 € hinzu.
Die THG-Quote 2026 bringt also gute Nachrichten für E-Fahrzeughalter. Die Prämie liegt dank gestiegener Quotenverpflichtung und RED III-Änderungen deutlich höher als im vergangenen Jahr. Die Deadline für die Antragstellung ist der 31. Oktober 2026. Wer zusätzlich eine Solaranlage nutzt, spart beim Laden mehrere hundert Euro pro Jahr. Mit dem Quotenpfad bis 2040 ist klar: Elektromobilität wird auch künftig finanziell belohnt.
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Für Privatpersonen ist die THG-Prämie in der Regel steuerfrei. Sie gilt nicht als Einkommen, sondern als Verkauf eines Zertifikats. Bei gewerblich genutzten Fahrzeugen oder Firmenfahrzeugen kann jedoch eine Steuerpflicht bestehen. Im Zweifel empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem Steuerberater.
Nein, die THG-Prämie muss nicht zurückgezahlt werden. Wer die Prämie für das laufende Jahr bereits beantragt hat, behält das Geld auch bei einem Verkauf des Fahrzeugs. Der neue Halter kann die Quote dann erst im Folgejahr beantragen.
Nein, Plug-in-Hybride sind von der THG-Quote ausgeschlossen. Nur rein elektrische Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotor sind berechtigt. Das Fahrzeug muss im Fahrzeugschein als Elektrofahrzeug (BEV) eingetragen sein.
Ja, auch für gebrauchte E-Autos kann die THG-Quote beantragt werden. Entscheidend ist, dass der Antragsteller als aktueller Halter im Fahrzeugschein eingetragen ist. Das Alter des Fahrzeugs spielt keine Rolle.
Ja, auch Unternehmen können für ihre elektrischen Firmenfahrzeuge die THG-Quote beantragen. Die Prämie ist dann allerdings als Betriebseinnahme zu versteuern. Bei Leasingfahrzeugen muss geprüft werden, wer als Halter eingetragen ist.
Ja, die THG-Quote gilt für alle vollelektrischen Fahrzeuge mit deutscher Zulassung. Dazu zählen neben E-Autos auch E-Roller, E-Motorräder und elektrische Leichtfahrzeuge. Die Prämienhöhe kann je nach Fahrzeugklasse variieren.
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