Stromzähler kaufen – worauf muss man achten?

Wer einen Stromzähler kaufen will, muss sich vorher mit vielen Dingen auseinandersetzen. Nicht nur gibt es viele verschiedene Arten und Funktionen, auch unterscheiden sich Stromzähler sehr stark in ihrer Handhabung, Qualität und anderen Kriterien. Damit Sie beim Kauf die richtige Wahl treffen, haben wir für Sie hier eine Übersicht mit den wichtigsten Kriterien zusammengestellt.

Mann hat einen Stromzähler gekauft und bedient ihn mit einer App.

Zu aller erst: Was ist ein Stromzähler?

Stromzähler sind Messgeräte des Energieverbrauchs und sind im jedem Haushalt zu finden. Gemessen wird die Menge des genutzten Stroms in der Einheit Kilowattstunden (KWh) und der tatsächliche Verbrauch wird in der Regel ein Mal im Jahr abgelesen. Dadurch, dass Haushalte ihren Strom häufig im Voraus zahlen müssen, ist dann am Ende des Jahre der Abgleich mit dem Stromzähler von großer Bedeutung. Denn wenn am Ende mehr Strom verbraucht wurde als vorher antizipiert, muss nachgezahlt werden. Wenn hingegen weniger als geplant verbraucht wurde, gibt es eine Gutschrift für das nächste Jahr.

Eine weitere Funktion von Stromzählern ist die Messung des Stromverbrauchs einzelner Geräte. Wenn Haushalte der Umwelt oder ihrer Geldbörse zu Liebe ihren Stromverbrauch runterschrauben möchten, können „Smartmeter“, eine bestimmte Art der Stromzähler, genutzt werden. Diese ermöglichen es, den Verbrauch der verschiedenen Geräte zu beobachten, damit besonders stromfressende Geräte identifiziert und weniger genutzt werden.

Arten von Stromzählern:

Wer einen Stromzähler kaufen will, hat mittlerweile verschiedene, sehr unterschiedlichen Arten zur Auswahl. Der klassische analoge Stromzähler, den wohl fast jeder schon mal gesehen hat, ist der Ferraris-Zähler. Das nach seinem Erfinder benannte Gerät ist der Klassiker unter allen Stromzählern und funktioniert mit Metallrädern, auf dem sich Ziffern befinden, die sich je nach Stromverbrauch schneller oder langsamer drehen. Um den eigentlichen Verbrauch zu messen, muss einmal im Jahr der Zählerstand abgelesen werden. Dann wird die Differenz zum Stand des Vorjahres und damit der Verbrauch errechnet.

Eine Variation des Ferraris-Zählers ist der Doppeltarifstromzähler (auch Zweitarifzähler oder Zweirichtungszähler genannt). Während die grundlegende Funktion identisch ist, unterscheidet sich dieser Zähler durch ein zweites Zählrad, womit dann Tagesverbrauch sowie Nachtverbrauch getrennt voneinander gemessen werden. Der Grund für die Nutzung eines Doppeltarifstromzählers ist die Art des Vertrags, den der Haushalt abgeschlossen hat. Bei bestimmten Verträgen wird am Tag nämlich mit einem höheren Tarif und in der Nacht mit einem niedrigeren gerechnet. Je nachdem, wann der Strom genutzt wird, entstehen unterschiedliche Preise und dies wird durch den Zweirichtungszähler akkurat gemessen.

Stromzähler kaufen - verschiedene Arten von Stromzählern nebeneinander. Links ein Ferraris-Zähler, in der Mitte ein Doppeltarifstromzähler, rechts ein digitaler Stromzähler

Die letzte Version des Stromzählers, die derzeit am meisten Bedeutung gewinnt und immer öfter in den Medien erscheint, ist der digitale Stromzähler. Dieser ist in der Lage, den tatsächlichen Stromverbrauch in Echtzeit zu erfassen, digital zu visualisieren und zu speichern. Anders als bei den analogen Geräten müssen keine Differenzen mehr kalkuliert werden, um den Verbrauch zu messen. Außerdem lassen sich die Nutzungszeiten anzeigen und der Energieverbrauch aller Haushaltsgeräte wird transparent. Verbraucher können somit sehen, welche Geräte wie viel Strom verbrauchen und gegebenenfalls ihren Verbrauch senken.

Eine intelligente Version der digitalen Stromzähler sind die Smart-Meter. Diese können darüber hinaus mit dem WLAN verbunden werden und somit automatisch den Stromverbrauch an Messstellenbetreiber sowie Verbaucher übermitteln. Auch können die digitalen Stromzähler Auskunft über schwankende Strompreise im Laufe eines Tages geben. Mit einem Smart Home Gerät lässt sich dann sogar programmieren, bestimmte Geräte automatisch laufen zu lassen, wenn der Tarif am niedrigsten ist.

Der Grund warum die digitalen Stromzähler momentan so oft in den Medien erwähnt werden, ist das vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. Bis 2032 ist der Einbau von digitalen Stromzählern in jedem Haushalt Pflicht und bestimmte Gruppen müssen sogar einen Smart-Meter anschaffen. Dies betrifft aktuell Haushalte oder Unternehmen mit einem jährlichen Verbrauch von über 10.000 KWh oder eigenen Stromanlagen (z.B. Fotovoltaik) mit Nennleistung von min. 7 Kilowatt. Und ab 2020 sind auch alle anderen Haushalte mit einem jährlichen Verbrauch von über 6.000 KWh hierzu verpflichtet.

Zulassung:

Vor dem Kauf einen Stromzählers ist eines ganz besonders wichtig: der Zweck. Jeder Käufer muss sich überlegen, ob der Stromzähler nur für die interne Dokumentation und Information genutzt werden soll, oder auch das offizielle Instrument für die Abrechnung mit dem Anbieter wird. Bestimmte Stromzähler, die man auf dem Markt kaufen kann, verfügen über keine Zulassung für die Nutzung als Abrechnungsinstrument und sind daher nur als Werkzeug für den Verbraucher selbst zu nutzen. Der kann dann schauen, wie viel Strom seine Geräte verbrauchen oder ermitteln, wann die Stromtarife am günstigsten sind, aber darf den mit diesen Geräten ermittelten Verbrauch nicht beim Anbieter vorlegen.

In den meisten Fällen werden die offiziellen Zähler mit Zulassung direkt von den Anbietern gestellt, sodass man sich darum nicht kümmern muss. Weil diese Stromzähler aber immer noch Eigentum des Anbieters bleiben und man noch dazu manchmal gar nicht die Wahl hat, einen anderen (besseren) Zähler auszusuchen, lohnt sich daher ab und an auch der Kauf eines Stromzählers mit mehr Funktionen für interne Zwecke.

Kaufpreis:

Stromzähler kaufen: Eine ausgestreckte Hand mit einem 100-Euro Schein

Nicht nur Art und Zulassung des Stromzählers sind für den Kauf von Bedeutung; natürlich spielt auch der Preis eine große Rolle. Aber dieser Aspekt ist ganz und gar nicht einfach. Wenn man im Internet nämlich nach den günstigsten Stromzählern sucht, findet man direkt welche für 10 € oder weniger, dies aber nur vermeintlich… Denn oft werden einfache Strommessgeräte, die nur zur Messung von Grunddaten (wie KWh, Ampere, Volt usw.) taugen, als Stromzähler betitelt, obwohl sie keine sind. Diese kleinen Geräte lassen sich zwischen Steckdose und Gerät schalten und messen zwar den Stromverbrauch oder die Nutzungsdauer, auch gibt es viele digitale Versionen, die noch andere nützliche Funktionen haben, aber trotzdem sind dies keine Stromzähler.

Bei Stromzählern ist es wie bei vielen anderen Produkten auch: Die Qualität ist meist proportional zum Preis. Weil Stromzähler keine klassischen Konsumgüter sind, wird in diesem Markt kein aufwendiges Marketing betrieben. Außerdem gibt es anders als bei Kleidung oder Lebensmittel keine Marken, für die man einen Aufpreis zahlt. Das bedeutet, dass man mehr oder minder nur für Funktionen, die Zulassung, Zuverlässigkeit und Haltbarkeit zahlt. Je mehr der Stromzähler kann, je zuverlässiger, genauer und haltbarer, desto mehr wird er kosten. Wer einen echten Stromzähler kaufen will, der akkurat ist, lange hält und den gesamten Stromverbrauch transparent machen soll, muss daher etwas tiefer in die Tasche greifen.

Im Schnitt kosten solche Stromzähler zwischen 30 € und 50 €, die mit Zulassung sind sogar etwas teurer. Wer einen digitalen Stromzähler kaufen möchte oder sich für einen Smart-Meter interessiert, kommt selten unter 80 € weg und sollte sich eher auf noch mehr einstellen. Eine interessante Option bietet hier jedoch Discovergy, die einen hochmodernen Smart-Meter für 5 € monatlich anbieten.

Hartfaktoren und Dimensionen:

Während alle in Deutschland hergestellten Stromzähler für eine Netzspannung von 230 Volt ausgelegt sind, sollte man sich beim Kauf ausländischer Stromzähler vergewissern, dass sie ebenfalls mit dieser Spannung kompatibel sind. Die meisten analogen Stromzähler sind ca. 15 cm breit, 30 cm hoch und wiegen grob 1 bis 2 kg. Wer einen analogen Stromzähler findet, der viel kleiner ist, weniger wiegt und günstig ist, sollte sich hüten und diesen lieber nicht kaufen. Nur digitale Stromzähler und Smart-Meter sind etwas kleiner und leichter, bei Ferraris-Zählern und Doppeltarifzählern wäre dies ein Indikator für ein Fake oder zumindest gravierende Qualitätsmängel.

Zuverlässigkeit:

Wie oben erwähnt zahlt man für Stromzähler, die wirklich gut funktionieren, die zuverlässig und genau messen, einen Aufpreis. Ganz wichtig bei Stromzählern ist die Genauigkeit der Messung, die zweifellos mit der Qualität einhergeht. Hier gibt es drei Klassen: A, B und C. Die Klassen geben an, wie hoch der sogenannte Eichfehler ist. Das bedeutet, dass die Klasse A im Schnitt 3 bis 4 Prozentpunkte vom tatsächlichen Verbrauch abweicht, bei B sind es 2 – 2,5 und C weicht maximal um 1% von der Realität ab. Diese Werte gelten aber nur, wenn die Stromzähler in Temperaturen von 5° bis 30° C genutzt werden. Sobald die Temperaturen über- oder unterschritten werden, kann es größere Abweichungen geben.

Im einfachen Haushalt kommen meistens Stromzähler der Genauigkeitsklasse A zum Einsatz, weil kleine Fehler hier nicht so ins Gewicht fallen. Bei großen gewerblichen Unternehmungen oder dem Einsatz bei Extremtemperaturen sollte man schon zur Klasse B oder C greifen, um die Akkuratheit des Stromverbrauchs zu wahren. Zusätzlich zur Genauigkeitsklasse sollten Käufer auch auf die „Eichmarke“ schauen, bevor sie einen Stromzähler kaufen. Dieser gibt an, wie lange der Stromzähler zuverlässige Werte anzeigt, bevor man ihn nochmal „eichen“, quasi neu kalibrieren muss. Die Eichung gilt in Deutschland als Pflicht und während analoge Stromzähler nur alle 12 bis 16 Jahre geeicht werden müssen, liegt die Frist bei digitalen Stromzählern bei 8 Jahren.

Handhabung, Bedienung und Montage

Zwar dürfen Privatpersonen durchaus selbstständig Stromzähler kaufen, doch das Anbringen ist ihnen leider nicht erlaubt. Hierfür müssen Messstellenbetreiber kontaktiert werden (was meistens durch die Netzbetreiber geschieht), die die Zähler dann normgerecht einbauen. Montiert werden die Zähler meistens auf einer Zählertafel oder in einem Zählerschrank, die sich bei Einfamilienhäusern oft im Keller, bei Mietwohnungen häufig in Hausanschlussräumen, vor den Wohnungstüren oder gar in der Wohnung selbst befinden.

Die Montage dauert in etwa eine Stunde und sobald der Zähler angebracht ist, läuft alles fast wie von selbst. Der Zähler misst den Stromverbrauch, ohne dass man ihn anschalten oder auf sonstige Weise bedienen muss. Bei analogen Zählern muss lediglich einmal im Jahr der Zählerstand gemessen werden, während die digitalen Stromzähler den aktuellen Verbrauch mit allen Details direkt anzeigen. Wer darüber hinaus noch Extras angezeigt haben will, kann an seinem Smart-Meter noch Einstellungen auswählen, die z.B. verschiedene Strompreise messen oder den Verbrauch einzelner Geräte verfolgt. Wenn man ihn mit dem WLan verbindet lassen sich die Werte dann auch auf dem Handy anzeigen und auswerten.

Mann bedient mit einer App einen digitalen Stromzähler in einem Zählerschrank

Art der Messung:

Wie erwartet haben die verschiedenen Stromzählerarten auch alle unterschiedliche Funktionen und messen nicht nur andere Dinge, sondern zum Teil auch an anderen Orten. Der Ferraris-Zähler ist zwar der Klassiker, mittlerweile aber auch der Dinosaurier der Stromzähler. Er misst lediglich die Summe der Stromverbrauchmenge (in KWh) seitdem er installiert wurde. Den jährlichen Verbrauch müssen Haushalte dann selbst ausrechnen.

Eine kleine Steigerung bietet der ebenso analoge Doppeltarifstromzähler, da er zwei verschiedene Tarife z.B. in der Nacht und am Tag differenziert voneinander messen kann. Der wirkliche Nutzengewinn kommt dann erst mit einem digitalen Stromzähler bzw. dem Smart-Meter, da dieser nicht nur verbrauchte KWh per Periode direkt anzeigt, sondern auch den Strompreis, die Gesamtkosten, den aktuellen Konsum und die Nutzungsdauer. Darüber hinaus lässt sich der Stromverbrauch jedes individuellen Gerätes anzeigen und auch Stromeinsparungspotentiale transparent machen.

Während alle drei Arten den Gesamtverbrauch des Hauses oder der Wohnung messen und für gewöhnlich am selben Ort angebracht werden, ist nur der Smart-Meter in der Lage, den Verbrauch an verschiedenen Orten differenziert zu messen. Wem es jedoch nur darum geht, den Stromverbrauch der einzelnen Geräte zu messen, kann sich auch den günstigsten Stromzähler kaufen, der zwar als solcher online verkauft wird, aber eigentlich nur ein Strommessgerät ist. Diese Messen direkt am Gerät und funktionieren durch das Einstecken zwischen Gerät und Steckdose.

Hier ein Beispiel eines solchen Strommessgeräts:

Ein Strommessgerät auf weißem Hintergrund

Fazit und Empfehlung:

Bevor Sie zum nächsten Baumarkt flitzen und sich direkt den meistgepriesenen Stromzähler kaufen, lohnt es sich wirklich, einmal folgende Fragen aufzuwerfen:

1) Zu welchem Zweck will ich den Stromzähler kaufen? Je nach Zweck entscheidet sich nämlich die Art des Stromzählers, die am besten dafür geeignet ist. Für die externe Abrechnung braucht der Stromzähler beispielsweise eine offizielle Zulassung. Für die volle interne Transparenz empfiehlt sich ein Smart-Meter und wenn es lediglich um die Gerätemessung geht, dann reicht auch ein einfaches Strommessgerät. Ebenfalls wichtig ist, ob man den Stromzähler privat oder geschäftlich nutzt. Denn je größer der Stromverbrauch, desto wichtiger ist die Zuverlässigkeit und Akkuratheit des Geräts, weil schon kleine Ungenauigkeiten ins Gewicht fallen. Für den Haushalt braucht man meistens nur einen Stromzähler mit Genauigkeitsklasse A, während große Unternehmen vielleicht zu einem B- oder C-Zähler greifen sollten.

2) Wo werde ich den Stromzähler anbringen? Einerseits muss ein Ort gewählt werden, wo genügend Platz vorhanden ist, aber auch, wo der Zähler nicht stört und Kinder oder Haustiere etc. nicht rankommen. Unsere Empfehlung ist daher die Montage im Zählerkasten auf Augenhöhe. Falls es am Anbringungsort sehr warm oder kalt sein sollte, lohnt sich vielleicht auch schon der Kauf eines Zählers der Klasse B oder C. Denn extreme Temperaturen führen schnell zu Ungenauigkeiten in der Messung.

Generell empfehlen wir, für den Stromzähler etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, weil Qualität und Funktionalität bei den Stromzählern mit steigendem Preis definitiv zunehmen. Generell raten wir auch zum Kauf von einem digitalen Stromzähler, da die Nutzung der analogen für einige jetzt schon nicht mehr möglich ist und sehr bald für alle verboten sein wird. Wenn sich unsere Kunden für eine Solaranlage entscheiden, geben wir ihnen immer automatisch den smarten Stromzähler von Discovergy mit. Dieser ermöglicht die Überwachung des erzeugten Stroms sowie die Nutzung und bildet alle gewünschten Daten als Statistiken auf dem Handy ab. Daher ist dieser Stromzähler auch unsere erste Empfehlung.

 

Qualitaetsmodule werden verbaut

Enpal-Solar-Planer