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Abschreibung einer PV-Anlage

Als Abschreibung werden steuerrevelante Vertverluste bezeichnet. Vor allem bei Maschinen, Fahrzeugen und Immobilien sind Abschreibungen relevant. Auch bei PV-Anlagen kommt es zu einer Abschreibung, die jedoch drei verschiedene Formen einnehmen kann.

Ihre Photovoltaikanlage bezahlt sich nicht nur selbst und erwirtschaftet (nach wie vor!) eine attraktive Rendite, sie hilft sogar in Form von Steuerabschreibungen.

Denn das Finanzamt interessiert sich nicht nur für Ihren Gewinn, es beteiligt sich auch an Ihrer Investition: Wenn Sie Lohn- oder Einkommenssteuer zahlen, können Sie sowohl die Initialinvestition, als auch die laufenden Kosten der Photovoltaikanlage steuer­mindernd geltend machen.

Verschiedene Formen der Photovoltaik-Abschreibung

Photovoltaikanlagen, egal, ob sie auf dem Dach aufliegen oder als Indach-Anlage fest angebracht sind, gelten steuerlich als selbständige bewegliche Wirtschaftsgüter.

Für diese können drei verschiedene Formen der Abschreibung angewendet werden:

Die Umsatzsteuer von 19 % wird sofort vom Finanzamt zurückerstattet.

Zudem können alle weiteren, im Zusammenhang mit der Photovoltaikanlage entstandenen Kosten wie z. B. Dachrenovierungen, Fahrtkosten, Leitern, Reinigungs- und/oder Sicherungsmaterial geltend gemacht werden.

Dabei sind die verschiedenen Absetzungsformen kombinierbar, sie schließen einander also nicht aus.

Die Lineare Abschreibung Ihrer Photovoltaikanlage

Die lineare Abschreibung legt den Anschaffungspreis eines Wirtschaftsguts auf seine Nutzungsdauer um - dies bedeutet das gängige Kürzel Afa =>Absetzung für Abnutzung.

Die anteiligen Kosten können dann jeweils jährlich geltend gemacht werden.

Kostet zum Beispiel eine Maschine 9.000 € und sie hält durchschnittlich 10 Jahre lang, können in jedem Jahr

9.000 € / 10 Jahre = 900 € pro Jahr

steuerlich geltend gemacht werden.

(Die frühere Option der komplizierteren degressiven Abschreibung wurde zum 1. Januar 2011 abgeschafft).

Dabei kann monatsgenau nach Zeitpunkt der Anschaffung abgerechnet werden: Jeder Monat wird als 1/12 der Abschreibungssumme angesetzt.

Die Nutzungsdauer einer Photovoltaikanlage

Die durchschnittliche Nutzungsdauer einer Photovoltaikanlage liegt in etwa bei 20 - 30 Jahren. Weil jedoch die Laufzeit der Einspeisevergütung 20 Jahre beträgt, berechnet die Afa-Tabelle des Bundesministeriums der Finanzen den Wertverlust einer PV-Anlage auf denselben Zeitraum.

Damit beträgt die Absetzung für Abnutzung einer Photovoltaikanlage im Grundsatz ein Zwanzigstel des Kaufpreises im Jahr - genau 5 %.

Nochmals wird dies monatsgenau abgerechnet:

Kaufen Sie Ihre Photovoltaikanlage im Dezember, so können Sie für die Afa in dem Jahr ein Zwölftel der jährlichen Absetz-Summe Ihrer Photovoltaikanlage ansetzen.

Kostet Ihre Photovoltaikanlage beispielsweise 36.000 €, so können Sie jährlich 1.800 € (5% der Anschaffungskosten) absetzen. Geschieht der Kauf im Dezember, können Sie sich für das Jahr.

36.000 € / 20 Jahre / 12 Monate = 150 €

steuerlich anrechnen lassen.

Im 21. Jahr der Abschreibung gleichen Sie dafür die fehlenden Monate auf das erste volle Jahr aus - in diesem Fall also für die Afa die fehlenden Monate Januar bis November: 11 Zwölftel der jährlichen Absetz-Summe = 1.650 €.

Der Investitionsabzug

Mit der Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung im Jahr 2008 wurde anstelle der früheren Investitions- oder Ansparrücklage der Investitionsabzugsbetrag eingeführt.

Der Investitionsabzugsbetrag, von dem kleinere und mittlere Betriebe profitieren, muss ein bis drei Jahre vor der Anschaffung geltend gemacht werden. Inwieweit Sie als Photovoltaikbetreiber vor dem Finanzamt Gewerbetreibender sind, sollten Sie mit Ihrem Steuerberater klären.

Der Investitionsabzug kann bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines beweglichen abnutzbaren Wirtschaftsgutes betragen.

Wird die Anschaffung im Rahmen einer Betriebseröffnung geplant, kann sie für den Investitionsabzugsbetrag nur geltend gemacht werden, sofern sie bereits zum Ende des vorausgehenden Geschäftsjahres fest bestellt worden ist.

Planen Sie, im Jahr 2021 eine Photovoltaikanlage im Wert von 20.000 € zu kaufen, können Sie im Jahr 2021

20.000 € x 40 % = 8.000 €

Investitionsabzugsbetrag gewinnmindernd veranschlagen.

Im Jahr der Anschaffung wird die Rücklage gewinnneutral aufgelöst. Wird das geplante Wirtschaftsgut nicht angeschafft, so wird der Investitionsabzugsbetrag aufgelöst und steuerlich berechnet.

In diesem Fall verlangt das Finanzamt für die Verspätung allerdings einen Zinsaufschlag.

Sonderabschreibung

Im Jahr der Anschaffung eines beweglichen abnutzbaren Wirtschaftsgutes oder in einem der vier Folgejahre nach der Anschaffung können kleine und mittelständische Unternehmen insgesamt 20 % der Kaufsumme in einer Sonderabschreibung geltend machen.

Innerhalb dieses Zeitraums kann die Verteilung der 20 % beliebig gewählt werden - so können Sie z. B. im ersten Jahr 2 %, im zweiten Jahr 9 %, im dritten Jahr 7 %, im vierten und fünften Jahr jeweils 1 % geltend machen.

Sie schaffen dieses Jahr eine Photovoltaikanlage im Wert von 20.000 € an, erwarten aber für nächstes Jahr einen größeren Gewinn aus anderen Einnahmen, den Sie steuerlich mindern wollen. Deshalb nehmen Sie für das nächste Jahr die 20 %-ige Sonderabschreibung von

20.000 € x 20 % = 4.000 €

in Anspruch.

Nach Inanspruchnahme der Sonderabschreibung, spätestens aber zum Ende des Begünstigungszeitraums von fünf Jahren muss die lineare Abschreibung über den Restbetrag neu berechnet werden. Im Beispiel:

Bei der Photovoltaikanlage im Wert von 20.000 €, die Sie dieses Jahr gekauft haben, können Sie jährlich 5 % = 1.000 € linear von der Steuer absetzen. Nach der Sonderabschreibung von vollen 20 % = 4.000 € im Jahr 2021 bleibt ein Restbetrag von 16.000 €, für den Ihnen ab 2019 eine jährliche Abschreibung von

16.000 € x 5 % = 800 €

verbleibt. Ihre jährliche Abschreibung verringert sich damit bereits nach dem ersten Jahr um 200 €.

Sofern Sie dies vermeiden wollen, empfiehlt es sich, einen etwas geringeren Betrag in der Sonderabschreibung zu beanspruchen bzw. die 20 % auf mehrere Jahr aufzuteilen.

Die Neuberechnung findet dann erst für das sechste Jahr der Abschreibung statt.

Die steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten erlauben Ihnen somit, Ihre steuerlichen Ausgaben durch geschickte Inanspruchnahme der verschiedenen Optionen, zu minimieren.

Die Bedingungen

Die Bedingung für die Sonderabschreibung ist, dass ein Gewerbebetrieb besteht. Durch die netzgekoppelte Photovoltaikanlage, mit der Sie Einnahmen erzielen, verfügen Sie über die notwendige Voraussetzung dafür.

Das Anlagevermögen am Ende des Wirtschaftsjahres muss unter dem Betrag von 235.000 € liegen; das Wirtschaftsgut muss mindestens ein Jahr im Betrieb bleiben (bei einer Photovoltaikanlage ist beides anzunehmen).

Bis 2012 galt außerdem als Voraussetzung (auch für Vorsteuerabzug in voller Höhe und Investitions­abzugsbetrag), dass die Photovoltaikanlage überwiegend betrieblich genutzt wurde. Bei einer Privatentnahme von bis zu 10 % war dies unproblematisch. Jedoch handelte es sich bei einer Entnahme von 10 - 50 % des produzierten Solarstroms um „gewillkürtes Betriebsvermögen“. Hier lag die Entscheidung im Einzelnen beim Finanzamt.

Mit der Einkommenssteuer-Richtlinie 2012 hat sich dies jedoch geändert. Der Eigenverbrauch wird seitdem nicht mehr als private Verwendung der Photovoltaikanlage gewertet, sondern als Sachentnahme. Steuerlich gilt die gesamte Solarstromproduktion nun als an den Netzbetreiber geliefert, der selbst verbrauchte Strom als Rücklieferung des Netzbetreibers. Daher ist auch bei Eigenverbrauch des selbsterzeugten Stroms über 10 % der Vorsteuerabzug in voller Höhe möglich.

Eine Gewerbesteuer fällt übrigens für private Hausbesitzer, die eine Photovoltaikanlage betreiben, auch bei der Anmeldung eines Gewerbes in der Regel nicht an, da der Jahresgewinn unter dem Freibetrag bleibt.

Die Gebühr liegt, je nach Gemeinde, bei 15 bis 65 €.

Die Abschreibung in der Photovoltaik als Beispiel:

Frau Meier verfügt als leitende Angestellte einer Fabirk über ein gutes Gehalt. Sie hat einen Steuersatz von 42 %. Im Juni kauft Familie Meier eine große Photovoltaikanlage, die für insgesamt 30.000 € inklusive Umsatzsteuer schlüsselfertig übergeben wird. Das Finanzamt erstattet Frau Schrader die Umsatzsteuer von

30.000 € / 1,19 x 0,19 = 4.789,92 €

zurück, die Netto-Investition liegt damit bei

30.000 € - 4.789,92 € = 25.210,08 €.

Von dieser Investition kann Frau Meier ihren Gewinn vor Steuern um den Investitionsabzugsbetrag von

25.210,08 € x 40 % = 10.084 €

mindern, zudem ihren aktuellen Gewinn vor Steuern um die Sonderabschreibung (0,5 % behält Sie zurück, s.o.) in Höhe von

15.126,08 (25.210,08 - 10.084) € x 19,5 % = 2.949,59 €.

Hinzu kommt für das erste Jahr der Anteil der jährlichen linearen Abschreibung von 5 % für die sieben Monate Juni bis Dezember:

15.126,08 € x 5 % x 7/12 = 441,18 €.

Frau Meier spart also im ersten Jahr die Steuern für insgesamt

10.084 € + 2.949,59 € + 441,18 € = 13.474,77 €

Bei ihrem Steuersatz von 42 % wären das

13.474,77 € x 42% = 5.659,40 €.

Dies ist der Betrag, mit dem sich das Finanzamt bereits im Anschaffungsjahr an den Kosten der Photovoltaikanlage für Familie Meier beteiligen muss (auch abhängig vom Erreichen des Grenzssteuersatzes: Voraussetzung ist die entsprechende Einkommenshöhe bei Familie Schrader.)

Nach demselben Prinzip beteiligt sich das Finanzamt an den Kosten, die Frau Schrader durch Fahrten, den Kauf einer Leiter und eines Sicherungssystems entstanden sind, mit gleichbleibenden 42 %.

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